Oberliga – Hamburg schenkt Herne drei Punkte in letzter Minute

 

(Oberliga/Hamburg) (Karsten Freese) Gegen 18:30 Uhr trat ein verbitterter Jacek Plachta vor die Mikrofone der Pressekonferenz und machte es sehr kurz: „Herne hat uns bestraft – für unsere Arroganz und für unsere Überheblichkeit!“. Harte Worte aber letztlich zutreffend. Sein Team hatte, nach durchwachsenem Start, ein teilweise überragendes Spiel abgeliefert und den nahezu sicheren Sieg binnen 5 Minuten in eine Heimniederlage verkehrt.

 

FH Eishockey Crocodiles Hamburg Herner EV eol
(Foto: Franziska Huke)

 


 

Der Herner EV war in der Anfangsphase das deutlich bessere Team und bereits in der 7. Minute konnte Patrick Asselin seinen ersten von fünf Treffern gegen eine zerstreut wirkende Hamburger Abwehr setzen. Ob dieser Treffer nun wirklich hinter der Linie war, wird wohl ein Geheimnis bleiben. Schiedsrichter Eugen Schmidt entschied zunächst auf „kein Tor“, revidierte seine Entscheidung aber nach update durch den Linesman und erkannte Herne den Treffer zu. Kaum Protest aus Richtung der Crocodiles, was tendenziell für die Richtigkeit dieser Entscheidung spricht. Sechs Minuten später sorgte Asselin dann in Überzahl für das 0:2, was allerdings wie ein Weckruf für die Crocodiles wirkte, denn diese nahmen nun ihre gewohnte Fahrt auf und spielten sich zunächst auf Augenhöhe heran, um dann konsequent immer mehr Druck aufzubauen. Dennis Reimer beantwortete die Herner Ansage nur 20 Sekunden später mit dem Anschlusstreffer zum 1:2. Die latente Angst unter den Hamburger Fans, man könnte an diesem Abend vom Tabellenzweiten überrannt werden, war vorerst genommen auch wenn das Spiel der Crocodiles in dieser Phase noch keine Überlegenheit erkennen ließ.

 

Das änderte sich allerdings nach der ersten Pause denn jetzt wurde es genau das Duell, welches man zwischen Platz 2 und 3 einer enorm starken Liga erwartet hatte. Die Crocodiles boten teilweise Eishockey wie aus dem Lehrbuch und Herne hatte teils erhebliche Mühe, dem Druck der Gastgeber standzuhalten. Schon nach knapp 2 Minuten bediente Dennis Reimer den perfekt stehenden Chase Witala und der Ausgleich zum 2:2 war hergestellt und selbst die größten Hamburger Kritiker mussten anerkennen „schöner hätte man den Treffer nicht herausspielen können“. Hatten die Crocodiles im ersten Durchgang einige Sorgen mit den Entscheidungen der Unparteiischen, so war es jetzt an Herne, sich über den einen oder anderen gehobenen Arm zu wundern. Dennis Reimer, auf Hamburger Seite ohne Frage der Mann des Abends, brachte die Crocodiles in der 27. Minute sogar durch einen Überzahltreffer in Führung, aber Asselin stellte postwendend den Ausgleich für die nun komplettierten Herner wieder her. Ein grandioses Spiel von beiden Mannschaften und mit dem ehrlichen 3:3 ging es in die zweite Pause.

 


 


 

Das Schlussdrittel, meist Hamburgs beste Phase, begann genau wie es die Fans erwarteten: Die Crocodiles mit deutlicher Überlegenheit und nach rund 3 Minuten legte Dennis Reimer die Scheibe erneut hinter die Linie des fluchenden Björn Linda. Diese 4:3 Führung baute Jordan Draper in der 51. Minute mit dem 5:3 noch weiter aus und eigentlich war das Spiel damit entschieden. Herne war auf die Bretter geschickt worden und wurde bereits angezählt, nun hätte man diesen Vorsprung nur noch besonnen verwalten müssen und der verdiente Heimsieg wäre theoretisch in trockenen Tüchern gewesen, aber die Betonung liegt auf „theoretisch“.

 

In der Praxis sah man Crocodiles, die den Herner EV völlig unterschätzten und auf einmal nachlässig und unbedarft auftraten, so als wäre man sich seiner Sache zu sicher. Hamburg spielte nur 55 Minuten, Herne dagegen 60 und genau diese 5 Minuten stellten das Zünglein an der Waage dar. Ein Scheibenverlust in der Vorwärtsbewegung bei den Hamburgern und der Schläger von Fabian Calovi landete im Gesicht des konternden Marcus Marsall. Calovi mit 2+2 Minuten auf der Strafbank wegen „hoher Stock mit Verletzungsfolge“, das Hamburger Publikum außer sich vor Wut über diese Entscheidung. Auch wenn Schiedsrichter Schmidt an diesen Abend einige spezielle Entscheidungen traf, diese war eindeutig korrekt und Hamburg kippte damit sein eigenes Spiel auch wenn man Fabian Calovi, nach Analyse des Bildmaterials, hier sicherlich keine Absicht unterstellen konnte.

 

Was nun folgte war eine Fünfminütige Katastrophe oder ein Husarenstreich, das hängt davon ab wen man fragt. Patrick Asselin in der 55. Minute mit dem Anschlusstreffer zum 5:4 in Überzahl und 17 Sekunden später dann mit dem Ausgleich. Sprachlosigkeit auf Seiten der Gastgeber, Hektik und Auszeiten kurz nacheinander. Der Ausgleich so kurz vor Schluss war aus Sicht der Crocodiles schon schlimm genug aber es kam noch schlimmer. Ausgerechnet der kurz zuvor gefoulte Marcus Marsall machte 90 Sekunden vor der Sirene den Sack endgültig zu, den Hamburg kurz zuvor unbeaufsichtigt stehen ließ. Ungläubigkeit auf beiden Seiten nur aus unterschiedlichen Gründen. Hamburg mit einem überragenden Spiel, Herne mit den wahrscheinlich besten 5 Minuten in dieser Saison. Wer im Kampf gegen die Uhr eine drohende Niederlage binnen 4 Minuten und 26 Sekunden in einen Sieg verwandeln kann, der kann diesen Sieg mit Fug und Recht als „verdient“ bezeichnen.

 

Als kleiner Trost für die Hamburger kann gewertet werden, dass die direkten Verfolger in der Tabelle an diesem Abend nicht viel besser davonkamen. Die Hannover Scorpions unterlagen den Tilburg Trappers in eigener Halle deutlich und Leipzig konnte in Overtime lediglich einen Punkt aus Duisburg mitnehmen.

 

 

 



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