Oberliga – Crocodiles Hamburg besiegen sich selbst und Timmendorf bekommt 3 Punkte

 

(Oberliga/Hamburg) (Karsten Freese) Da soll nun keiner sagen „Geschichte wiederholt sich nicht“, in Hamburg geht so etwas. Die ganze Sache erinnert sehr stark an die letzte Saison der Hamburg Freezers in den Jahren 2015/2016. Voller Tatendrang und mit ordentlichem Etat gestartet, von Fachpresse und Fans mit viel Vorschusslorbeeren überhäuft und als einer von 4 Aspiranten für die Deutsche Meisterschaft gehandelt – am Ende Platz 11. Keine Playoffs, nicht einmal Pre-Playoffs, aus der Traum. So ähnlich geht es den Crocodiles Hamburg auch derzeit, nur dass es in Hamburg Farmsen ganz sicher nicht die letzte Saison sein wird - Noch sehr lange nicht aber der sportliche Absturz innerhalb der Saison ist inhaltlich vergleichbar.

 

KF 3 SP Quali Crocodiles Timmendorf EOL
(Foto: Karsten Freese)

 


 

Christoph Schubert hat als Captain der Crocodiles im vergangenen Sommer einen wichtigen Satz gesagt den jeder gehört aber kaum jemand realisiert hat: „die zweite Saison wird die schwerste!“ und inzwischen sollte jedem die Tragweite dieser Worte klargeworden sein aber er stößt immer noch auf taube Ohren. Jetzt liegen die Corcodiles mental und körperlich am Boden. Eine Verletzungskrise von erheblichem Ausmaß, Ergebnisse für die sich ein Regionalligist beinahe schämen würde und weit über 1500 enttäuschte und wütende Fans die von ihrem Team einen höheren Preis fordern als es derzeit zahlen kann. 2:7 in eigener Halle gegen den Tabellenvorletzten aus Timmendorf, ausgerechnet gegen den Rivalen. Das ging gestern Abend überhaupt nicht mehr, je weniger Minuten auf der Hallenuhr angezeigt wurden desto mehr Zuschauer verließen die Halle. Nur die echten Fans blieben bis zum Ende und die waren fassungslos.

 

Die 3:9 Heimniederlage am Dienstag gegen Herne war natürlich auch nicht schön aber irgendwie ging es noch, schließlich war es Herne. Beim Herner EV steht zudem bis heute die Frage unbeantwortet im Raum, wie sich dieses Team überhaupt in die Qualifikationsrunde verirren konnte. Timmendorf ist seit einiger Zeit zwar auch deutlich besser als man es mit Blick auf die Tabelle vermuten würde aber die Art und Weise wie Hamburg gestern verlor – nein, das kann man keinem Fan mehr zumuten.

 

0:4 hieß es am Ende des ersten Abschnitts und da war im Grunde schon alles klar. Hamburg mit viel Druck nach vorne und mehrfachem Überzahlspiel, Timmendorf mit den Toren. Das fing schon mit dem ersten Treffer in Unterzahl an, Petr Gulda mit einem Shorthander als Auftakt zu einer Serie von überflüssigen Kirmes-Toren. „Kirmes“ deswegen, weil gefühlt jeder Schuss der Timmerdorfer ein Treffer war. Ganz so schlimm war es in der Realität natürlich nicht aber bei einer ausgeglichenen Schussstatistik von 12:12 Schüssen darf das Ergebnis am Ende nicht 0:4 lauten. Erwartungsgemäß nahm Headcoach Hohenberger seinen entnervten Torwart Kai Kristian auch vom Spielfeld und den Rest des Spiels hütete Lucas Di Berardo das Hamburger Tor aber auch er konnte „allein gegen den Rest von Timmendorf“ nicht viel ausrichten und kassierte bis zur Schlusssirene weitere 3 Gegentreffer. Hamburg schaffte im letzten Drittel zwar noch den Ansatz einer Wende und erzielte durch Mitchell und Gerartz zwei Ehrentreffer aber zwischenzeitlich hatten schon Lupzig, Montminy (2x), Meyer, Zobel und Clairmont den verlassenen Hamburger Slot entdeckt und sich in die Liste der Torschützen eingetragen.

 

Zwischen den Beach Boys aus Timmendorf und den Crocodiles Hamburg gibt es aktuell einen entscheidenden Unterschied: Während man in Hamburg unter der Zahl der Verletzten und der Last der selbst viel zu hoch ausgerufenen Saisonziele zusammenbricht, hat man sich in Timmendorf an solche Dinge schon vor langer Zeit gewöhnt. Einen vollen Kader kennt man an der Ostsee gar nicht und der letzte hohe Saisonetat liegt schon mehr als 20 Jahre zurück und man hieß noch „ETC“. Man machte über die Jahre aus der Not eine Timmendorfer Tugend und lebt einigermaßen gut damit, aus dem wenig vorhandenen Potential so viel wie möglich herauszuholen während die Hamburger Welt zusammenbricht weil man die Playoffs nicht erreicht und sucht in einem großen, medialen Rundumschlag den oder die Schuldigen, wobei man die zwei Fanlager natürlich auf eine gewisse Art verstehen kann. Niemand sieht sein Team gern verlieren und schon gar nicht nahezu kampflos. Andererseits werden in Hamburg im zweiten Jahr der neuen Zeitrechnung alle Fehler schonungslos offengelegt, so motiviert und professionell man das Umfeld des Teams auch gestaltet hat.

 

Gegen den Kader an sich kann man wenig Negatives sagen, wenn man die Spieler einzeln und individuell betrachtet, trotzdem läuft auf dem Eis wenig zusammen. Dort fehlt es primär an einzelnen Leuten die Verantwortung und Führungsrollen übernehmen können oder wollen. Wo ist der eine Leitwolf dem alle anderen folgen? Schubert als Captain kann diese Aufgabe schon seit einiger Zeit nicht mehr übernehmen, zu schwer wiegen seine zahllosen Aufgaben rund um das Team, zu voll ist der Kopf um sich ausschließlich auf das Spiel zu fokussieren und in letzter Zeit treten in jedem Spiel die gleichen Probleme auf, wobei nicht nur die Abwehr führungslos ist – im Offensivbereich sieht es fast noch schlimmer aus denn jeder Gegner hat mit den Crocodiles relativ leichtes Spiel. Die schnellen Spieler auf den Flügeln werden entweder früh gestört oder sie werden konsequent in die Ecken abgedrängt wo sie dann in zahlreiche und zeitraubende Scharmützel verwickelt werden. Leute wie Isreal und Gerartz sorgen zwar ständig für Verwirrung im Slot aber dort kommt die Scheibe selten an und falls doch dann befinden sich die beiden meist unter doppelter Bewachung. Kommt dann noch, wie gestern Abend, ein überragender Torwart wie der Timmendorfer Neuzugang Dalgic dazu dann bricht ein bereits desillusioniertes Team führungslos zusammen und kassiert 7 Gegentore.

 

So einfach darf man es den gegnerischen Teams nicht machen, so berechenbar darf das eigene Spiel nicht sein. In der letzten Saison konnte man so spielen aber da war man auch quasi wie ein Aufsteiger den niemand so richtig ernst nahm. Das ging eine ganze Weile gut und hatte Erfolg. Zum Ende der Saison hatte man sich auf gegnerischer Seite dann auf die neuen Crocodiles eingestellt und der Erfolg wurde immer weniger. Schon da kündigte sich an, was Christoph Schubert für die aktuelle Saison prophezeite aber hier verwischt die Erinnerung bei vielen Beteiligten.

 

Die Probleme in Hamburg sind nun deutlich sichtbar. Mit guten Ratschlägen sind sie nicht zu lösen, wohl aber mit einer entschlossenen und durchdachten Reaktion der Verantwortlichen und, so sachlich und realistisch muss man sein, auch mit weiterer Liquidität. Die Mittel von 2014 oder 2015 werden in dieser dritten Liga 2018 oder 2019 nicht zum erwünschten Erfolg führen.

 



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