Reduzierung der Kontingentstellen – wenn nicht jetzt, wann dann?

 

(DEL) Jörg Reich Die Saison 2020/2021 in der Deutschen Eishockey-Liga Penny-DEL läuft auf Grund der Corona-Krise unter besonders schwierigen Bedingungen, wie es sie noch nie gab. Fans in den Stadien sind nicht erlaubt, eine wichtige Einnahmenquelle fehlt komplett. Die Clubs der Liga sind um Kostenreduzierung bemüht, die einen mehr die anderen weniger. Es wird eine Saison werden, in der es Qualitätsunterschiede zwischen den Clubs geben wird, wie es sie seit vielen Jahren nicht mehr gab.

 

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(Foto: Citypress)

 

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Die Adler Mannheim und der EHC Redbull München zählen auch diese Saison wieder zu den Topfavoriten auf eine vordere Platzierung in der Tabeile der zunächst zweigeteilten DEL(Nord/Süd). Zu den beiden Top-Clubs dürften sich der ERC Ingolstadt, die Eisbären Berlin und die Fishtown Pinguins gesellen. Dahinter sind Teams wie die Düsseldorfer EG, die Grizzly Wolfsburg, die Kölner Haie, die Iserlohn Roosters, die Schwenninger Wild Wings und die Straubing Tigers anzusiedeln.

 

Die Krefeld Pinguine haben interne Probleme und eine Fluktuation an Spielern, die eine sportlich erfolgreiche Saison nahezu unmöglich macht. Die beiden Südclubs Augsburger Panther und Nürnberg Ice Tigers setzen zu Beginn dieser Saison mehr auf junge Spieler und haben auf den ein oder anderen gestandenen Kontingentspieler verzichtet, rein sportlich wird es für beide Clubs keine einfache Saison werden. Aber ist das vielleicht nicht der bessere und gesündere Weg, den Clubs wie die Kölner Haie, die Augsburger Panther und die Nürnberg Ice Tigers diese Saison bestreiten?

 

Das Corona-Virus und die Folgen, das wird auch die Sportwelt weiter beschäftigen und auch langfristige Auswirkungen auf den Sport haben. Das Virus wird bleibende Schäden hinterlassen und es wird ganz sicher in näherer Zukunft nicht mehr so sein, wie es vor Corona war. Eishockey ist ein kostenintensiver Sport und die DEL eine Liga, die mit den aktuellen Strukturen in Zukunft schwer zu finanzieren sein wird. Zeit über Veränderungen nachzudenken und sich darüber Gedanken zu machen, wie man aus aktuellen Probleme positive Veränderungen herbeiführen kann.

 

Ein Thema das schon länger das Deutsche Eishockey beschäftigt und das eigentlich schon längst angegangen werden müsste, ist das Thema Reduzierung der Kontingentstellen. Aktuell kann jeder DEL-Club elf Kontingentspieler in einer Saison verpflichten, neun dürfen bei jedem Spiel eingesetzt werden. Zusätzlich zu diesen erlaubten Kontingentspielern sind viele Spieler aus anderen Ländern mit deutschem Pass in der Liga aktiv. Junge Deutsche Spieler haben es mangels freien Kaderplätzen schwer, in die Liga zu kommen und sich dort langfristig festzuspielen. Die Perspektive für Spieler, die im Deutschen Nachwuchs ausgebildet werden, ist sicherlich verbesserungsfähig, Umwege über Nordamerika oder das europäische Ausland sind oftmals eine Alternative. Das war der Stand vor Corona.

 



 

In dieser „Corona-Saison“ werden zwangsläufig viel mehr junge Spieler aus Gründen der Kostenersparnis eingesetzt. Und die jungen Spieler zeigen gute Leistungen, bringen Schnelligkeit und Leidenschaft auf das Eis. Attribute die der DEL mehr als gut tun, junge Gesichter die der Liga eine längst notwendige Frische geben. Man spürt die Freude der jungen Spieler auf dem Eis und die Liga profitiert davon, denn junge Deutsche Spieler geben den Clubs eher ein Gesicht als Kontingentspieler Nummer sieben, acht oder neun.

 

Jungen deutschen Spielern fehlt die Erfahrung im Vergleich zu einem Kontingentspieler, so dass im Vergleich ein Team mit neun Ausländern gegen ein Team mit nur sechs meist die Oberhand behält. Aber ist das Eishockey mit neun Kontingentspielern auch wirklich besser und attraktiver? Es ist erfahrener und es werden weniger Fehler gemacht, aber die Geschwindigkeit und die Attraktivität des Spiels werden mit mehr jungen Spieler eher gesteigert. Zu dieser Ansicht kann man durchaus auch kommen. Und ist es nicht viel schöner und attraktiver, mehr junge Deutsche Spieler in den Mannschaften zu haben?

 

Diese Saison besteht ein Ungleichgewicht, eine Solidarität gibt es nicht. Der ERC Ingolstadt, die Fishtown Pinguins Bremerhaven oder die Straubing Tigers investieren weiterhin viel in ausländische Spieler, nicht weniger als vor Corona. Ein Netzwerk der Verantwortlichen nach Nordamerika oder ins europäische Ausland wurde über viele Jahre aufgebaut und das soll auch weiter in dem Maße genutzt werden können. Sie werden mit sportlichem Erfolg belohnt. Nürnberg und Augsburg setzen diese Saison mehr auf junge Deutsche Spieler und werden dafür mit sportlichen Niederlagen bestraft. Vielleicht ist es aber gerade derzeit so, dass nicht nur der sportliche Erfolg zählen sollte. Bedauerlich, dass es trotzdem weiterhin Clubs gibt, die ihre Spielerkader so verstärken, dass andere nachziehen müssen um mithalten zu können.

 

Würde es nicht ausreichen, wenn jeder Club mit nur sechs Kontingentspielern spielen würde? Gäbe es dann nicht endlich genügend Möglichkeiten für junge Spieler, auch die benötigten Eiszeiten zu erhalten? Würde das Niveau wirklich sinken, dass es spürbar wäre? Würden die Kosten für die Clubs mit weniger Ausländern nicht doch deutlich sinken? Müssten gewisse Ansprüche nicht doch ein wenig zurückgeschraubt werden? Würde es nicht durch mehr junge Spieler in der Liga einen weiteren Aufschwung geben?

 

Viele Gesellschafter sind schon lange in der Liga und sind es gewohnt, eine hohe Anzahl an Spielern aus Nordamerika zu verpflichten, das Scouting und die Kontakte dahin sind bei einigen sicherlich sehr ausgeprägt. Aber ist das wirklich der richtige Weg oder wäre es nun nicht Zeit dafür, diesen Kurs zu korrigieren? Ganz zu schweigen von einem funktionierenden Ligensystem, mit DEL, DEL 2 und Oberliga, in dem auch die Kontingentstellen so angepasst werden, dass Auf- und Abstiege auch mit nur punktuell verstärkten Teams machbar wären.

 

Sechs Kontingentstellen in der DEL, vier in der DEL 2 und zwei in der Oberliga und das ab der Saison 2021/2022 und das Deutsche Eishockey wäre einen großen Schritt weiter. Liebe DEL-Gesellschafter, es wäre doch genau jetzt der richtige Zeitpunkt dafür, dies umzusetzen. Macht es, es kommt etwas Gutes dabei heraus und man wird in einigen Jahren davon sprechen, wie gut es doch war in Corona-Zeiten, dies umgesetzt zu haben.

 

 



Deutsche Eishockey Liga (DEL)

DEL 25Jahre Logo silberDie Deutsche Eishockey Liga (DEL) ist die höchste deutsche Eishockey-Spielklasse und wurde im Jahr 1994 gegründet. Am Spielbetrieb nehmen 14 Proficlubs (Kapitalgesellschaften) teil und der aktuelle DEL-Rekordmeister sind die Eisbären Berlin mit 7 Meisterschaften.

 

Mehr Informationen über die Deutsche Eishockey Liga  erhalten Sie hier...

 

 


 


 

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