Nürnberg holt mit einem 4:1 Sieg drei wichtige Punkte in Augsburg

 

(DEL/Augsburg) (Hermann Graßl)  Im Curt-Frenzel-Stadion kam es zum bayerischen Keller-Derby gegen die Nürnberg Ice Tigers. Während Augsburg immer noch auf den ersten Punkt wartete, konnten die Franken immerhin einen Zähler gegen die starken Wild Wings ergattern. Demzufolge waren beide Mannschaften schon gehörig unter Zugzwang, um nicht zu schnell den Anschluss an die anderen Teams zu verpassen. Schließlich entführte Nürnberg mit einem klaren 4:1 Sieg alle Zähler aus Augsburg.

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(Foto: Dunja Dietrich)

 

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Augsburg war nochmals tätig auf dem Transfermarkt und vergab die 6. Importlizenz an den hochkarätigen Kanadier Spencer Abbott, auf den heute sicher die Augen gerichtet waren.  Seine letzte Station verbrachte er in der Schwedischen Hockey Liga bei Leksands IF. In seiner Vita sind sogar eine gewonnene Meisterschaft und der Champions League Gewinn aus dem Jahr 2016 dokumentiert. Nürnberg musste unbedingt seine Offensivbemühungen in Tore ummünzen, denn mit gerade einmal mickrigen 3 Buden aus 4 Spielen konnten sie bisher noch keinen Blumentopf gewinnen. Die Franken mussten noch auf Reimer verzichten, dafür stand der neue Defender Kulda im Lineup.

 

In den ersten Minuten war noch gegenseitiges Abtasten angesagt. Mit der Nachverpflichtung des Letten Kulda auf Seiten Nürnbergs stand heute viel Erfahrung auf dem Eis. Die Hausherren setzten die ersten Duftmarken in Richtung von Treutle, dann konnte sich Roy zum ersten Mal auszeichnen. Es ging munter rauf und runter, beide Teams waren erpicht, ihr Tor Konto heute aufzufüllen. Man merkte jedoch beiden Kontrahenten in der Anfangsphase an, dass die Feinabstimmung noch fehlte, es gab viele leichtfertige Scheibenverluste. Nichtsdestotrotz war beiden Mannschaften ihr Bemühen deutlich anzumerken.

 

Spencer Abbott fiel gleich mal positiv durch ein geniales Zuspiel in den Slot auf, das aber nicht verwertet werden konnte. Ihr Eigengewächs Sternheimer erwies sich als emsiger Aktivposten: Mitte des ersten Spielabschnitts ergab sich sogar eine Doppelchance durch ihn und Clarke, die aber beide von Treutle entschärft wurden. Abbots perfekter Pass auf Trevelyan wurde kurz danach ebenfalls eine sichere Beute des Nürnberger Goalies. Die Zuordnung in der Defensive ließ zu wünschen übrig, des Öfteren stand ein AEV Stürmer ungedeckt vor Treutle.

 

Augsburg verzeichnete bis dato ein klares Chancenplus und hätte bereits in Führung gehen müssen, aber es mangelte an der Effizienz.

 

Jetzt konnten die Fuggerstädter mit ihrem Powerplay ihr erstes Überzahltor anvisieren, hatten aber auch riesiges Glück bei einem gefährlichen Konter der Franken. Spencer Abbott mit seiner Rückennummer 50 war speziell für das Überzahlspiel an der blauen Linie auserkoren. Im Gegenzug bekamen die Gäste nochmals eine große Gelegenheit für einen Shorthander, scheiterten aber erneut an Roy.

 

Nürnberg versteckte sich definitiv nicht und verunsicherte den AEV mehrmals mit gut vorgetragenen pfeilschnellen Gegenstößen.

 

Mal schauen, ob nun die Franken zum ersten Powerplay Treffer gelangten, wobei insbesondere ihr Augsburger Neuzugang Daniel Schmölz seinen Beitrag leisten wollte. Gerade im Überzahlspiel merkte man das Fehlen ihres Kapitäns Reimer als kreativen Passgeber. Auch Nürnberg musste sich eines AEV Konters bei eigener numerischer Überlegenheit erwehren.

 

Leistungsgerecht trennte man sich nach dem ersten Abschnitt mit einem torlosen Remis, d.h. es war noch Luft nach oben in einem gutklassigen Match, das auch laut der Statistik sehr ausgeglichen war. Zumindest funktionierte das Unterzahlspiel bei beiden Teams recht gut.

 



 

Im zweiten Drittel wollten die Hausherren genauso spritzig weitermachen und durften auch bald wieder in Überzahl agieren, natürlich mit Abbott in Lauerstellung. Der AEV erspielte sich durchaus gute Chancen, spürte aber immer die Nürnberger im Nacken, die gefährlich konterten und erneut in eigener Unterzahl ihre besten Gelegenheiten hatten.

 

Dann war es aber passiert und die Franken schafften in der 24. Spielminute tatsächlich ihre erste Führung in einem DEL Match durch Adam. Schon wieder musste Augsburg einem Rückstand hinterherlaufen, was ihre Aussichten auf einen heutigen Erfolg sicher nicht verbesserte. Assistiert wurde der Torschütze vom Ex-Augsburger Schmölz und Neuzugang Kulda.

 

Nürnberg befand sich nun im Aufwind, dieser Treffer tat ihrem Spiel sichtlich gut, auch wenn die Heimmannschaft alles daransetzte, sofort den Ausgleich zu erzielen. Augsburg wurde aber nur 2 Minuten später wieder klassisch ausgekontert durch das zweite Tor von Adam.

 

Ein klarer Stockstich an den jungen Broda wurde von den Referees übersehen, stattdessen musste ein Nürnberger für ein anderes Vergehen auf die Sünderbank. In diesem Powerplay deckte der AEV den Nürnberger Goalie Treutle mit Schüssen gehörig ein, bleib aber glücklos. Es wäre jedoch auch nicht gerecht gewesen nach dem ungeahndeten Foul von Valentine zuvor.

 

Das Powerbreak nutzte Coach Tuomie für einen Torhüterwechsel und beorderte nun Keller in das Gehäuse. Mit dieser Aktion wollte er wohl auch ein Zeichen setzen, wobei Roy aber signalisierte, dass er Knieprobleme hatte. Keller musste dann auch gleich in höchster Not gegen Weber eingreifen, um sein Team im Spiel zu halten. Die Hausherren mussten sich schnell was einfallen lassen, offenbarten aber weiterhin ungewohnte Abspielfehler, was sich auf ihren Spielfluss negativ auswirkte.

 

In der 39. Spielminute erhöhten die Franken sogar noch auf 3:0 aus ihrer Sicht durch einen abgefälschten Schläger von Fox. War dies bereits die Vorentscheidung?

 

Mit einem deutlichen Vorsprung für die Gäste ging es in die zweite Pause. Nürnberg zeigte bisher ein perfektes Auswärtsspiel und nutzte seine Chancen konsequent. Für Augsburg hieß es nun, alle Kräfte zu mobilisieren, um im Schlussabschnitt noch dagegenhalten zu können. Würden die Energiereserven für dieses Unterfangen auch ausreichen?

 

Die Fuggerstädter mussten nun ohne ihren Goalie Roy das letzte Drittel bestreiten; die Verletzung erwies sich doch als zu schwerwiegend für eine Fortsetzung.

 

In ihrer nächsten Überzahl war Augsburg nun unter Druck, um den Anschluss herzustellen. Sezemsky feuerte auch aus allen Rohren, doch Treutle schien unüberwindbar am heutigen Nachmittag. Auch bei einem Mann weniger erarbeitete sich Nürnberg eine Top Chance, die von Keller vereitelt wurde. Letztlich vergab der AEV auch dieses Powerplay, die Franken wurden dabei vor nicht allzu viele Probleme gestellt.

 

Langsam lief den Hausherren die Zeit davon, um etwas Zählbares auf die Anzeigetafel zu bringen. Man vermisste irgendwie den gewohnten Schuss Risiko im Augsburger Spiel. Wo war das Aufbäumen gegen die drohende Niederlage?

 

Nürnberg wartete nur noch auf die Fehler von Augsburg, gewährte aber auch den Fuggerstädtern durch Unzulässigkeiten in der eigenen Zone sehr gute Einschussgelegenheiten. Es war wie verhext, dass kein AEV Puck sein Ziel erreichte. Erschwerend kam noch hinzu, dass mit Holzmann ein weiterer Akteur verletzungsbedingt ausfiel.

 

Der AEV brauchte unbedingt den ersten Treffer, während die Franken auf Konter setzten. Treutle war gut warmgeschossen, hielt aber noch die Null. Nürnberg musste nur noch das Nötige tun, um ihren ersten Dreier einfahren zu können. Ganz im Gegenteil, 5 Minuten vor Spielende legten die Franken noch einen weiteren Treffer nach durch Schmölz.

 

Das war die Entscheidung in diesem Match, auch wenn in der 57. Spielminute Sternheimer der verdiente Ehrentreffer für Augsburg gelang. Nürnbergs Walther schaffte es kurz vor Schluss tatsächlich nicht, im Alleingang die Scheibe im leeren Tor unterzubringen und dann war die Partie auch zu Ende, welche der Gast aus Nürnberg schließlich klar mit 4 zu 1 für sich entschied.

 

Augsburg reist am 6.1.2021 zum Eisstadion am Pulverturm nach Straubing, während Nürnberg am 10. Januar selbst die Straubing Tigers in eigener Halle empfängt.

 

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(Foto Dunja Dietrich)

 

Stimmen zum Spiel:

 

Augsburg - Tölzer:

 

„Im ersten Drittel hatten wir gut gespielt, es lag an der mangelnden Chancenverwertung.  Es war irgendwie der Wurm drin in unserem heutigen Spiel. Wenn wir im ersten Drittel getroffen hätten, dann wäre wohl das Spiel etwas anders verlaufen. Nun heißt es, den Kopf oben zu behalten, um uns Stück für Stück zu verbessern.“

 

Nürnberg – Adam:

 

„Ich fühle mich sehr glücklich mit diesem Sieg. Wir agierten heute als Team und haben ein gutes zweites und drittes Drittel gespielt. Im ersten Abschnitt waren wir nicht so gut. Es fühlt sich immer gut an, wenn man den ersten Sieg einfährt. Es war heute eine große Teamleistung, wir haben heute gut harmoniert.“

 

Spiel vom 03.01.2021

Augsburg – Nürnberg 1:4 (0:0|0:3|1:1)

 

Tore:

0:1 |24| Adam (Schmölz, Kulda)

0:2 |26| Adam (Mebus)

0:3 |39| Fox (Brown, Gilbert)

0:4 |55| Schmölz (Adam)

1:4 |57| Sternheimer (Clarke)

 

1. Drittel Statistik:  14:13 Schüsse, 7:8 gewonnene Bullys, Strafminuten: 2:2

2. Drittel Statistik:  10:8 Schüsse, 8:7 gewonnene Bullys, Strafminuten: 0:4

3. Drittel Statistik:  17:12 Schüsse, 6:10 gewonnene Bullys, Strafminuten: 2:4

 

Zuschauer: Keine  

Schiedsrichter:  Hunnius / Kopitz

 

Aufstellung:

 

Augsburg: Roy (Keller), Bergman, Lamb, Hafenrichter, LeBlanc, Payerl, Rogl, Haase, Trevelyan, Stieler, Abbott, Valentine, Sezemsky, Holzmann, Clarke, Sternheimer, Tölzer, Max Eisenmenger, Kharboutli, Lambacher.

 

Nürnberg: Treutle (Sharipov), Mebus, Bender, Pollock, Brown, Walther, Gilbert, Weber, Adam, Cornel, Schmölz, Kulda, Bodnarchuk, Fox, McLellan, Broda, Trinkberger, Elias, Bires, Kislinger.

 



Deutsche Eishockey Liga (DEL)

DEL 25Jahre Logo silberDie Deutsche Eishockey Liga (DEL) ist die höchste deutsche Eishockey-Spielklasse und wurde im Jahr 1994 gegründet. Am Spielbetrieb nehmen 14 Proficlubs (Kapitalgesellschaften) teil und der aktuelle DEL-Rekordmeister sind die Eisbären Berlin mit 7 Meisterschaften.

 

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