DEL - Straubing Tigers gewinnen Harakiri-Match gegen Ingolstadt mit 7:6 in letzter Sekunde

 

(DEL/Straubing) (MA) Nach dem Spiel sagten viele im Stadion, dass sie so ein verrücktes Spiel noch nie gesehen hätten. Das könnte auch lange so bleiben. Es ist schier unglaublich, wie sich zwei Teams innerhalb von sechzig Minuten, mit guten schwachen Phasen dermaßen abwechseln können. Genau so drehten sich die Spielstände. Am Ende gewann Straubing durch einen Treffer in der letzten Sekunde, weil die Tigers eine Fähigkeit in dieser Spielzeit entwickelt haben, die sie niemals aufgeben lässt. Für Coach Tom Pokel war nach dem Spiel klar, dass es eine gute Unterhaltung war, jedoch könne er in Zukunft darauf verzichten. 

 

Daschner 1

(Foto: www.eishockey-online.com) Stephan Daschner erzielte zwischenzeitlich das 6:5

 


 

Mit viel Schwung begann die Partie für beide Seiten und die Goalies hatten mit ersten Warnschüssen zu tun. Ingolstadt meldete mit Wagner (5.) erste Ansprüche auf den Führungstreffer an, jedoch war der wieder Genesene Jeff Zatkoff zur Stelle. Straubing kam nun mehr in die Zone der Oberbayern, konnten jedoch nicht allzu viel Druck entwickeln. Das 0:1 (12.) kam wie aus dem Nichts. Matt Bailey (12.) hatte zu viel Platz in der Mittelzone, nutzte die Geschwindigkeit, ging in die Endzone der Tigers. Sein verdeckter Schuss fand das Ziel zur Führung der Gäste. In der Phase leisteten sich die Tigers in der Abwehr einige leichte Fehler. Findlay (13.) wurde völlig allein gelassen, doch der Stürmer konnte seine Chance genauso wenig nutzen, wie nur Sekunden später der Ex-Straubinger Höfflin (13.) allein vor Zatkoff.

 


 


 

 

Die erste Überzahl für die Tigers ging nach hinten los. Schüsse waren Mangelware und zu allem Übel kam auch noch der Fehler von Acolatse hinzu. Sein Schuss konnte Wayne Simpson (16.) blocken und ging allein auf das Tor der Gastgeber zu. Simpson blieb eiskalt und konnte den Schlussmann zur 0:2 Führung verladen. Straubing sah sich an der Ehre gepackt und antwortete prompt. Laganiere konnte den Nachschuss nicht verwerten, brachte jedoch den Puck vors Tor und da stand sein Sturmpartner Travis Turnbull (16.) genau richtig. Somit konnten die Tigers nach nur 49 Sekunden den Anschlusstreffer zum 1:2 erzielen. So blieb es auch nach den ersten zwanzig Minuten. Es muss wohl in der Kabine der Niederbayern ein paar deftige Worte gegeben haben.


Sonst kann man sich so einen Wandel im zweiten Drittel nicht erklären. Ingolstadt brachte quasi über zehn Minuten keinen Schuss auf gegnerische Gehäuse. Die Tigers schnürten den ERC ein, zogen die Leine enger und schlugen eiskalt zu. Beim 2:2 durch TJ Mulock (22.) fühlten sich gleich zwei Ingolstädter nicht zuständig, so konnte Mulock den One-Timer über die Schulter von Pielmeier bringen. Die Führung kam durch Mike Connolly (24.). Der Ex-Straubinger Seigo leistete sich einen Abspielfehler in der eigenen Zone. Connolly steuerte auf Pielmeier zu, sah die Lücke und legte dem Torühter den Puck durch die Hosenträger zum 3:2 ins Tor. Straubing spielte sich förmlich ein einen Rausch. Antoine Laganiere gelang in Überzahl das 4:2 für seine Farben. Eriksson zog von der blauen Linie ab, Laganiere brachte seinen Schläger entscheidend dazwischen und Pielmeier hatte erneut das Nachsehen.


Die Vorentscheidung lag in der Luft, doch dann bestätigte sich bei den Tigers wieder einmal ein großes Problem mit der Disziplin. Eriksson war mit einer Entscheidung der Schiedsrichter so gar nicht einverstanden und fand sich prompt auf der Strafbank wieder. Der ERC brauchte für den 4:3 Anschlusstreffer noch nicht einmal die Powerplayformation zu finden. Kristopher Foucault (34.) konnte mit einem Halbdistanzschuss Zatkoff überwinden. Die Gäste witterten wieder eine Chance ins Spiel zurückzukommen. Dies gelang auch auf beeindruckende Art und Weise, denn erneut konnten sie einen Treffer in Unterzahl erzielen. Wayne Simpson (38.) vernaschte Kohl im Slot und Zatkoff sah bei dem Schuss auch nicht gut aus.



Statt mit einer ruhigen Führung, gingen die Tigers mit dem Spielstand von 4:4 in die Kabine. Das letzte Drittel wird wohl in die Geschichte des Straubinger Eishockeys eingehen. Für die Tigers ging der entscheidende Abschnitt nicht gut los. Zwar hatte Schütz die Führung auf dem Schläger, aber kurz danach musste Williams wegen eines vermeidbaren Fouls auf die Strafbank und weil Connolly im selben Unterbruch, den Puck in Richtung des Schiedsrichters schoss, bekam der Lenker und Denker des Tigers-Spiels zehn Strafminuten aufgebrummt. Dies sollte aber noch eine entscheidende Rolle spielen. Bei der folgenden Überzahl schlugen die Oberbayern zu. Über drei Stationen kam der Puck zu Mirko Höfflin (47.) und der zog aus der Hüfte ab. Zatkoff reagierte viel zu spät und der ERC lag mit 4:5 vorne.


Die Gäste versuchten vehement den Sack zuzumachen. Findlay (48.) und Olver (48.) scheiterten am Straubinger Goalie und am Pfosten. Die Hausherren konnten sich wieder etwas berappeln. Kohl sah den durchgestarteten TJ Mulock (53.), schickte ihn mit einem Steilpass zum 5:5 auf die Reise. Wieder bekam Pielmeier einen durch die Beine eingeschenkt. Nun konnten die Tigers ihr Momentum nutzen, setzten nach und gewannen die Zweikämpfe. Stephan Daschner (55.) nutze eine Unachtsamkeit, zog allein vors Tor und ließ Goalie Pielmeier keine Chance, als er den Puck unter die Latte nagelte. Nun begann die heiße Schlussphase und die hatte es in sich. Eriksson konnte in letzter Sekunde mit all seiner Routine gegen den heranstürmenden Olver retten. Die Zeit lief gegen Ingolstadt. 80 Sekunden vor dem Ende nahm Coach Sheddon seinen Torhüter zugunsten eines weiteren Feldspielers vom Eis.


Williams und Laganiere hatten die Möglichkeit für den Schuss aufs leere Gehäuse, wollten aber nicht zu viel riskieren. Noch einmal gab es Bully in der Straubinger Zone. Nach einer Auszeit von Sheddon und dem anschließenden Bullygewinn für die Gäste, schnappte sich Kristopher Foucalt (60.) die Scheibe und hämmerte diese in den Winkel zum 6:6 Ausgleich nur 16 Sekunden vor dem Ende. Der Jubel im Gäste-Fanblock war riesig, vor allem nach den vorangegangenen drei Niederlagen gegen Straubing in dieser Saison. Aber ein Angriff ging sich noch aus und den konnte ausgerechnet Mike Connolly (60.) zum 7:6 Siegtreffer nutzen. Williams traf nur das Aussennetz, Connolly rieß die Arme schon hoch, die Sekunden verstrichen, da schnappte sich der Center den Puck, umkurvte das Tor und traf per Bauerntrick, 0,9 Sekunden vor der Sirene, zum Sieg. Es endete ein Spiel, welches nichts für Fans mit schwachen Herzen war.

 

 

Straubing Tigers – ERC Ingolstadt: 7:6 (1:2|3:2|3:2)


0:1 | 12. | Bailey (Wagner)
0:2 | 16. | Simpson – PK 1
1:2 | 18. | Turnbull (Laganiere)
2:2 | 22. | Mulock (Schönberger, Heard)
3:2 | 24. | Connolly
4:2 | 28. | Laganiere (Eriksson, Balisy) PP 1
4:3 | 34. | Foucault (Simpson, Findlay) PP 1
4:4 | 38. | Simpson (Sullivan, Friesen) PK1
4:5 | 47. | Höfflin (Elsner, Seigo) PP 1
5:5 | 53. | Mulock (Kohl, Brandt)
6:5 | 55. | Daschner (Laganiere, Turnbull)
6.6 | 60. | Foucault (Olson) - EQ
7:6 | 60. | Connolly (Williams)

Strafen: Straubing 10 + 10 für Connolly – Ingolstadt 10


Zuschauer:
5.000

Schiedsrichter:

HSR Rohatsch / Stolc
LSR Laguzov / Schelewski

Aufstellung:
Straubing Tigers:
Zatkoff (Vogl) – Eriksson, Acolatse; Brandt, Kohl; Schopper, Daschner; Gläßl – Laganiere, Balisy, Turnbull; Schütz, Brunnhuber, Loibl; Mouillierat, Connolly, Williams; Schönberger, Heard, Mulock

ERC Ingolstadt:
Pielmeier (Reimer) – Edwards, Jobke; Friesen, Sullivan, Seigo, Wagner; Taticek – Foucault, Olson, Mashinter; Simpson, Findlay, Bailey; Elsner, Höfflin, Wohlgemut; Detsch, Olver, Stachowiak


Tigers on Air

 

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Weitere interessante Links:

www.deutschlandcup.de - Alle Informationen über den Eishockey Deutschland Cup seit 1987.

www.eishockey-deutschland.info - Alle Eishockey Weltmeisterschaften, Olympische Spiele seit 1910.

 


 


 

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