(DEL2-Kaufbeuren) Es ist vollbracht! Nach zuletzt 16 sieglosen Spielen in Folge haben die Joker am Freitagabend beim SC Riessersee gezeigt, dass sie doch noch siegen können. Beim Debüt von Trainer Kari Rauhanen trafen Menge, Marquardt, Kreitl und Snetsinger für den ESV Kaufbeuren, der Endstand lautete 3:4. Verzichten musste der neue Coach, der von Juha Nokelainen assistiert wurde, weiterhin auf Fröhlich und Thomas.

 

Das erste Drittel war ein ausgeglichenes, allerdings eines mit nur wenigen Torchancen auf beiden Seiten. Für den ESVK hatte in der sechsten Minute Martin Heider, der sich durch die Verteidigung tankte, die erste große Möglichkeit, scheiterte jedoch am Garmischer Torwart Vollmer. Fünf Minuten später wurde in Überzahl Matt Waddell vor dem Tor freigespielt, dieser zögerte aber einen Tick zu lange mit dem Schuss, sodass dieser abgeblockt werden konnte. Tauchten die Garmischer vor dem Joker-Tor auf, war stets Stefan Vajs zur Stelle. Drei Minuten vor der ersten Pause suchte Marquardt den Abschluss, den Schuss konnte Vollmer nur abprallen lassen, Daniel Menge staubte zur 0:1-Führung ab.

 

Der zweite Spielabschnitt war geprägt von Überzahlsituationen auf beiden Seiten, gleich die erste nutzte der SCR zum Ausgleich, Kracik fälschte einen Schuss vor dem Tor unhaltbar ab. Es dauerte nur gut eine Minute bis die Joker zurückschlagen konnten, auf Zuspiel von Schmidle und Winkler brachte Matt Marquardt Rot-Gelb wieder in Führung. Als Thomas Merl in der 31. Minute für 2+2 und Max Kastner in der 33. Minute für zwei Minuten auf die Strafbank geschickt wurden, kam der ESVK in den Genuss einer zweiminütigen doppelten Überzahl. Genau 33 Minuten waren abgelaufen, da packte Kwiet einen Schlagschuss von der blauen Linie aus, Michael Kreitl fälschte den Puck ins Tor zum 1:3 ab. Eine ähnliche Situation bekamen die Zuschauer nur 90 Sekunden später zu sehen, nur dass diesmal Snetsinger Kwiets Schuss ins Tor abfälschte. Für Vollmer war der Abend beendet, Sertl nahm seinen Platz im Tor ein. 1:4 – die mitgereisten ESVK-Fans waren völlig aus dem Häuschen, sollte dieses zweite Drittel tatsächlich die Wende gebracht haben?

 



 

Die Euphorie verflachte etwas, als Riessersee zu Beginn des Schlussabschnitts gleich doppelt zurückschlug: Eberhardt traf in der 43. Spielminute zum 2:4, nur zwei Zeigerumdrehungen später – die Hausherren spielten in Überzahl – stellte Kracik mit dem 3:4 den Anschluss wieder her. Was nun folgte war ein Garmischer Sturmlauf auf dem Eis, wobei die Joker nur selten für Entlastung sorgen konnten, und ein Hoffen und Bangen im Kaufbeurer Fanblock. Doch die Joker standen stabil in der Defensive und hatten einen überragenden Torwart zwischen den Pfosten. Richtig dramatisch wurde es 63 Sekunden vor dem Ende als Kwiet auf die Strafbank geschickt wurde und der SCR die Möglichkeit hatte, mit sechs gegen vier Feldspieler zu Ende zu spielen. Doch mit größtem Willen und letztem Einsatz meisterte der ESVK auch diese Situation, sodass am Ende der erste Sieg seit dem 21. September zu Buche stand.

 

In der anschließenden Pressekonferenz sprach Rauhanen von einem engen Spiel, in dem das zweite Drittel den Unterschied gemacht habe. „Am Ende hatten wir einfach etwas mehr Glück." SCR-Coach Krinner lobte die Spieler des ESVK: „Wenn der neue Trainer einen Tag da ist, ist doch klar, dass sie sich von der besten Seite zeigen, und dass sie das beste Spiel der Saison abliefern werden. Gerade deshalb bin ich enttäuscht von dem Auftritt meiner Mannschaft."

 

Geschrieben von Benedict Bidell

 

 


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