(DEL/Wolfsburg) (MM) Die Grizzlys standen vor einem schwierigen Wochenende. Zuerst kam Iserlohn, dann geht die Reise zum Tabellenzweiten nach Nürnberg. Die Roosters sind nicht der leichte Gegner, den der Tabellenplatz suggeriert. Auf Platz 14 stehend warnt Pavel Gross trotzdem davor, den Gegner auf die leichte Schulter zu nehmen: „Iserlohn ist eine sehr gute Mannschaft mit viel Qualität in der Offensive. Daher gehen wir mit dem nötigen Respekt ins Spiel – alles andere bringt uns Probleme.“
Die Gäste hatten in dieser Woche für Furore gesorgt, als sie Blair Jones suspendierten. Damit setzte die Führung auf eine Trotzreaktion der Mannschaft. Die Wolfsburger könnten mit einem Sieg in Schlagdistanz zu einem Platz bleiben, der ihnen das Heimrecht in der ersten Playoffrunde sichern würde. Schließlich befinden sie sich nur 5 Punkte hinter Platz 4. Dabei soll Neuzugang Nick Johnson helfen, der am Dienstag erst in Wolfsburg angekommen ist und gegen Iserlohn seinen Einstand geben wird. Die beiden bisherigen Begegnungen in Iserlohn gewannen die Niedersachsen deutlich mit 6:1 und 4:0. Fehlen werden den Grizzlys weiterhin Robbie Bina, Stephen Dixon und Kris Foucault. Hinter dem Einsatz von Kapitän Tyler Haskins stand noch ein Fragezeichen, aber Pavel Gross wollte kein Risiko eingehen. Iserlohn spielt ohne Michel Periard, Brad Ross, Hannu Pikkarainen, Chet Pickard, Matt Halischuk und den suspendierten Blair Jones.
Mit dem genesenen Kapitän Tyler Haskins kam seit längerer Zeit zusammen mit Sebastian Furchner und Gerrit Fauser die Paradereihe im Sturm auf´s Eis. Aber die 2. Reihe traf in der 5. Minute. Ein Tor, welches man schon in der Entstehung erkennen konnte. EIn schnelles Zuspiel von Christoph Höhenleitner auf Mark Voakes, der bediente Brent Aubin, der aus vollem Lauf durch die Schoner von Lange traf. Kurze Zeit später gab es erneut einen gefährlichen Angriff der Grizzlys, aber Riefers, Mulock und auch Dibelka trafen nur die Schoner. In der 12. Spielminute trafen die Roosters durch einen gut ausgespielten Konter zum Ausgleich. Jason Jaspers war der Torschütze. Das Zuspiel war zuvor von Bettahar und Button gekommen. Beim Alleingang von Fabio Pfohl spielte dieser die Scheibe nur über das Tor und kassierte anschließend eine Strafe wegen Beinstellens.
Das folgende Unterzahlspiel verteidigten die Hausherren gewohnt gut und blieb ohne Folgen. Kurz nachdem die Grizzlys komplett waren, erhöhten die Roosters. Ein verdeckter Schuss konnte von Felix Brückmann nicht gehalten werden. Torschütze zum 2:1 für die Gäste war Marcel Kahle auf Zuspiel von Chad Bassen in der 16. Minute. Platz auf dem Eis war, als jeweils die Spieler mit der #11 beider Mannschaften eine Meinungsverschiedenheit hatten. Diesen Platz nutzten die Grizzlys besser, hatten gute Chancen und zwangen die Roosters zur nächsten Strafe. Für 24 Sekunden ging es noch 4 gegen 3, doch auch wieder komplett gelang den Hausherren im Powerplay kein Treffer. Es blieb bei der Führung der Roosters nach Ende des 1. Drittels.
Ausgleich nach 34 gespielten Sekunden im Mittelabschnitt? Die Schiedsrichter gingen zum Videobeweis. Das Tor wurde gegeben. Gerrit Fauser gelang das Zuspiel im Gewühl an der linken Ecke zum am rechten Pfosten lauernden Sebastian Furchner, der einnetzen konnte. In der gleichen Minute musste Brent Aubin wegen hohem Stock mit Verletzungsfolge vorzeitig duschen gehen. In diesem 5-minütigem Powerplay der Roosters zeigten die Wolfsburger beeindruckend, warum sie eins der besten Unterzahlteams der Liga sind. Sie stachen die Scheiben gut weg, stellten die Passwege zu und überstanden sogar noch 55 Sekundenein 3 gegen 5, nachdem der nächste Grizzly auf die Strafbank musste. Die in Unterzahl gefährlichen Grizzlys wurden 33 Sekunden vor Ablauf der Strafzeit unkorrekt gestoppt. Wieder komplett wollten die Hausherren die Führung. Doch erneut mussten sie zur Mitte des Drittels auf einen Spieler verzichten. Das durch viele Strafen zerfahrene Spiel setzte sich fort. Wolfsburg bekam den Puck 2 Minuten lang nicht aus dem eigenen Drittel, hielt dem Druck aber stand. Wieder vollzählig ergab sich das gleiche Spiel auf der Gegenseite. Trotz größerer Spielanteile fiel kein weiteres Tor. Zum Ende des Abschnittes hatte sich die Partie etwas beruhigt. Das letzte Drittel musste die Entscheidung bringen.
Erneut gab es ein schnelles Tor. Diesmal von Iserlohn. Christopher Fischer überwand Felix Brückmann mit einem Kunstschuss von der rechten Bande, fast Höhe blaue Linie. Kurze Zeit später: Der Ausgleich? Erneut wurde der Viedeobeweis bemüht, aber das Tor wurde nicht gegeben, da der Puck durch einen Schlittschuh ins Tor befördert worden war. In der 47. Spielminute gab es eine Strafe gegen die Roosters. Wollten die Grizzlys jetzt noch etwas reißen, wäre mal ein Powerplaytor hilfreich. Die Aufstellung war schnell gefunden, doch das Stellungsspiel der Gäste war zu gut.
Die Grizzlys betrieben nun erheblichen Aufwand, die Roosters verlegten sich aufs kontern. Unterbrechungen gab es kaum noch. Die Geduld wurde belohnt. Unermüdlich probierten es die Grizzlys, bis Sebastian Furchner Minuten vor Schluss sehr kurios den Ausgleich erzielte. Es sah so aus, als wäre der Puck nur ins Tor gegangen, weil der Pass zu Tyler Haskins, der in Rücklage geriet, nicht angekommen war. Durch das unbeabsichtigte Anheben der Schlittschuhe war der Weg frei. Neuzugang Johnson hatte 50 Sekunden vor Ablauf der Spielzeit die Führung auf dem Schläger, verpasste aber knapp. So ging es in die Verlängerung. Den ersten Angriff parierte Felix Brückmann, den 2. und 3. musste Mathias Lange halten. Fabio Pfohl kam nicht um den Pfosten herum. Mark Voakes erlöste Fans und Mitspieler. Der Zusatzpunkt war verdient, denn die Grizzlys hatten in der Overtime auch besser gespielt.
Fazit:
Mühsam erkämpfte 2 Punkte für die Grizzlys, die bei besserer Nutzung ihrer Chancen durchaus auch 3 hätten sein können.
Endergebnis:
Grizzlys Wolfsburg gegen Iserlohn Roosters 4:3 n.V. (1:2|1:0|1:1|1:0)
Tore:
1:0 | 04:36 | Brent Aubin(Voakes, Höhenleitner)
1:1 | 11:49 | Jason Jaspers (Bettahar, Button)
1:2 | 14:52 | Marcel Kahle (Bassen)
2:2 | 20:34 | Sebastian Furchner (Fauser, Sharrow)
2:3 | 42:23 | Ryan Button (Orendorz, Friedrich)
3:3 | 56:05 | Sebastian Furchner (Wurm, Fauser)
4:3 | 63:45 | Mark Voakes
Zuschauer:
2.232
Aufstellung Wolfsburg:
#90 Brückmann, #25 Vogl,
#2 Dehner, #3 Sharrow, #7 Dotzler, #9 Likens, #12 Wurm, #20 Seifert, #27 Johnson, #44 Krupp
#10 Haskins, #11 Aubin, #17 Furchner, #21 Höhenleitner, #22 Dibelka, #23 Fauser, #26 Mulock, #43 Weiss, #49 Voakes, #60 Riefers, #95 Pfohl
Aufstellung Iserlohn:
#24 Lange, #30 Fleischer
#3 Larsson, #55 Button, #58 Fischer, #62 Orendorz, #9 Caporusso, #11 Wruck, #15 Sheyrin, #16 Jaspers, #19 Kahle, #22 Dziurzynski, # 27 Rallo,
#42 Blank, #61 Bassen, #67 Friedrich, #94 Bettahar
Bericht: Martina Matthias
Foto: Britta Koglin (eishockey-online.com)
Mehr Informationen über die Grizzlys Wolfsburg erhalten Sie hier...