(DEL/Wolfsburg) (MM) Wir, Martina und Jörg Matthias von eishockey-online.com, hatten die Gelegenheit die Grizzlys Wolfsburg über 12 Tage mal näher zu betrachten und sie auch auswärts zu begleiten. Die Grizzlys schossen in dieser Zeit 12 Tore, eroberten 8 Punkte, kassierten aber auch 12 Gegentore. Sie siegten 2x glatt (jeweils zu Hause), verloren einmal glatt (in Straubing) und verloren 2x in Overtime/Penaltyschiessen (in Mannheim und zu Hause gegen Nürnberg). Insgesamt eine durchwachsene Quote, aber angesichts der Personalsituation in dieser Zeit noch durchaus zufriedenstellend.
Los ging es am 28.12.16 ohne 5 Stammspieler gegen Düsseldorf. Die Wolfsburger siegten souverän mit 4:1. 2 Tage später stand die Partie gegen die Thomas Sabo Ice Tigers auf dem Programm. Diesmal fehlten 7 Spieler. Da zeigte sich schon, dass Eishockey auch ungerecht sein kann, denn die Grizzlys spielten eines ihrer besten Spiele in dieser Saison, aber verloren im Penaltyschiessen. Beiden Mannschaften war in der regulären Spielzeit kein Tor gelungen. Trotzdem war es hochklassig und unterhaltsam. Dann war Silvester: Die Spieler liessen es ruhig angehen. Schließlich hatte man noch ein hartes Programm vor sich. Im Januar und Februar werden die Weichen für die Playoffplätze gestellt. Am 2.1. waren wir bei der Abfahrt der Mannschaft nach Mannheim und Straubing dabei. Motiviert stiegen die Grizzlys in den Bus, aber wieder fehlten einige, die die Auswärtsfahrt erst gar nicht antreten konnten. Kapitän Tyler Haskins ließ es sich aber nicht nehmen, obwohl sein Einsatz zu diesem Zeitpunkt schon so gut wie ausgeschlossen war.
In Mannheim ging den Grizzlys Wolfsburg zum Schluß die Puste aus. Wieder ohne 5 gegen eine Mannschaft mit 4 fast gleichwertigen Sturmreihen reichte es nur bis 90 Sekunden vor der Schlusssirene. Clevere Mannheimer nutzten einen Fehler, glichen aus und legten gleich nach 16 Sekunden in der Overtime den Siegtreffer nach. Da wäre mehr drin gewesen. Im Kabinengang und am Bus sah man unserer Mannschaft die Enttäuschung schon an. Für ihre Fans nahmen sie sich jedoch Zeit und lächelten in die Kameras. Ein Danke an dieser Stelle an Brent Aubin, der einem jungen Mädchen trotz der Niederlage den schönsten Geburtstag bereitete.
Am nächsten Tag ging es weiter nach Straubing. Wir selbst gönnten uns noch einen Tag in Mannheim und fuhren erst am Spieltag hinterher. In Straubing lief dann das Kontrastprogramm. Hier war es bitterkalt, der Winter war da und die Grizzlys spielten nicht gut. Das Lazarett hatte sich nicht gelichtet. Den Grizzlys fehlte das Schussglück und es sah auch alles sehr viel schwerfälliger aus. Straubing nutzte die Gunst der Stunde und gewann 3:0. Wieder waren wir erstaunt, wie freundlich die Spieler der Grizzlys nach dem Spiel waren. Wir trauten uns fast nicht zu ihnen, wollten ihnen ihre Privatsphäre lassen und waren ja auch selbst enttäuscht. Was sollte man auch sagen? Es war kein gutes Spiel gewesen. Trotzdem hatten viele ein nettes Wort für uns und wir für sie. Wir winkten dem Bus hinterher, der durch das nächtliche und verschneite Straubing Richtung Wolfsburg fuhr. Durchgefroren vom Spielverlauf, der kalten Halle und dem Winterwetter gingen wir zurück zum Hotel, um am nächsten Tag auch nach Hause zu fahren.
Am Samstag war Öffenlichkeitsarbeit angesagt. Die Grizzlys luden zum Empfang für ihre Dauerkarteninhaber ein. Dort empfingen sie uns wieder so wie wir sie kannten. Freundlich, fröhlich und selbstbewußt. Es waren zahlreiche Fans erschienen, eine Vertragsverlängerung (Christoph Höhenleitner für weitere 2 Jahre) wurde bejubelt und die Mannschaft versuchte sich als Kellner für ihre Fans. Erfreulich war es, dass man in persönlichen Gesprächen hören konnte, daß einige Spieler doch auf dem Weg der Besserung waren und schon am nächsten Tag gegen Bremerhaven oder zumindest in nächster Zeit wieder sportlich zu Verfügung stehen würden. Einige Spieler mussten das nette Stelldichein früher verlassen. Sie spielten in der Autostadt ein Showtraining und ein kleines Match mit dem Nachwuchs.
Sonntag war wieder Matchday. Bremerhaven kam zum ersten Mal in ihrer DEL-Geschichte nach Wolfsburg. Die Halle war gut gefüllt, auch wegen der ca. 600 Gästefans. Aber auch die Werbung, in die Halle zu ,hatte gegriffen. Wie am vorherigen Tag waren die Grizzlys auch auf dem Eis wie ausgewechselt. Es fehlten zwar erneut 5 Spieler (immer wenn einer genesen war, kam ein neuer Kranker hinzu) und sie gerieten auch erst wieder in Rückstand. Aber dann nach dem Motto "Jetzt erst recht" spielten sie sich in einen Torrausch. Es war etwas Harakiri-Eishockey. Sie wollten Tore schiessen also ließen sie auch in der Abwehr was zu. Den Zuschauern gefiel es und das Ergebnis stimmte ja dann auch. Unsere Story endete hier mit einem Sieg.

(hier geht´s zum Spielbericht gegen die Fischtown Pinguins)
Wir haben gelernt, daß es nicht immer so geht wie man es sich wünscht - als Fan und auch als Mannschaft. Der Blick hinter die Kulissen macht deutlich, wie schwer der Weg zum nächsten Sieg ist.
Wir, Martina und Jörg, danken den Grizzlys, dass wir in dieser Zeit einen Einblick auch an Spieltagen haben durften. Bedanken möchten wir uns auch bei Christopher Gerlach, dem Pressesprecher der Grizzlys Wolfsburg, für die Organisation und Charly Fliegauf, dem Manager der Grizzlys, der auswärts immer ein offenes Ohr für unsere Wünsche hatte, sowie den Organisationen der SAP-Arena und der Straubing Tiger für die problemlose Erteilung der Akkreditierungen. Ein ganz besonderer Dank geht natürlich an das Team. Wir lieben Eishockey. Unser Team sind die Grizzlys Wolfsburg und wir werden weiter mit Stolz und Freunde von hier berichten. Demnächst dann wieder mit normalen Spielberichten. ENDE
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