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Deutschland gewinnt nach großem Kampf 2:1 gegen Slowakei - Grubauer bärenstark

 

IIHF - WM 2022 (Finnland/HG) In der Helsinki Ice Hall duellierten sich im zweiten Vorrundenspiel die Teams aus der Slowakei und Deutschland. Die Slowaken starteten holprig mit einem Arbeitssieg gegen Frankreich, während die DEB Auswahl gegen den amtierenden Weltmeister Kanada am Ende den Kürzeren zog. Die deutsche Mannschaft musste heute unbedingt versuchen, wichtige Punkte gegen einen direkten Konkurrenten um den Viertelfinaleinzug einzufahren. Schließlich besiegte eine aufopferungsvoll kämpfende deutsche Mannschaft die Slowakei mit 1 zu 2 und bescherte sich damit die ersten drei Punkte im Turnier. 

Plachtas Geniestreich und Pföderls Rückhandtreffer stellten den so wichtigen Erfolg sicher.

 

 

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(Foto: Carola Fabrizia Semino)

 

 


Die Slowakei musste im Match gegen den Außenseiter Frankreich hart kämpfen, um letztlich als Sieger vom Eis zu gehen. Die Paradereihe um Regenda und die beiden jungen Super Stars Slavkovsky und Nemec funktionierte bereits hervorragend, was sich in deren Punkteausbeute widerspiegelte. Ihr etatmäßiger Headcoach und Urgestein Ramsay vertraute auf viele Akteure, die bereits bei der letzten WM und Olympia ihr Land vertraten und demzufolge ein eingespieltes Kollektiv bildeten. Nach 2012 wollten die Slowaken endlich wieder eine Medaille mitnehmen, welche ihnen ihr Goalie Rybar bei Olympia in Form von Bronze festhielt. Kapitän Tatar fungierte als kreativer Lenker und Respektsperson für die jungen Spieler, die ihm stets aufmerksam zuhören.

 

Team Deutschland lieferte den Kanadiern gestern einen tollen Kampf, konnte sich aber für die bravouröse Aufholjagd im letzten Drittel nicht mehr belohnen. Es war ein solider Auftritt der Jungs um Headcoach Söderholm gegen den aktuellen Champion. Heute mussten sie darauf achten, unnötige Scheibenverluste an der eigenen blauen Linie zu vermeiden, die gestern eiskalt bestraft wurden. Hoffnung macht der DEB Auswahl das gewonnene letzte Drittel gegen den Weltmeister; mit diesem positiven Gefühl sollte heute was Gutes entstehen. Auf das bereits gut harmonierende NHL Trio Seider, Stützle und Michaelis baute das DEB Team auch heute.

 

Ausgeglichenes und kampfbetontes Anfangsdrittel

 

Es versprach zwischen diesen beiden Mannschaften immer ein spannendes Match auf Augenhöhe zu werden. Beide Teams traten mit unverändertem Line Up zum gestrigen Auftakt an. Körperbetontes Auftreten gepaart mit guter Chancenverwertung und einem gutem Goalie Rückhalt waren heute die wichtigen Zutaten im deutschen Spiel.

 

Die DEB Auswahl startete forsch und setzte mit gesunder Physis erste Zeichen. Grubauer parierte den ersten Schuss souverän und ließ keinen Rebound zu. Beide Fanlager waren schon in bester Stimmung und sorgten für eine tolle Atmosphäre zu Beginn. Rybar war dann gefordert bei einer guten Einschussgelegenheit und kurz danach verfehlte Michaelis knapp. Bis zum ersten Powerbreak hatte Deutschland mehr vom Spiel und verbuchte die besseren Gelegenheiten. Der Spielaufbau des DEB Teams war bisher sehr geradlinig.

 

Schade, denn Loibls Spielgerät brach in bester Abschlussposition. Auf der Gegenseite bekam Janosik viel zu viel Platz vor Grubauer und Tatar schloss gefährlich ab. Es wurde spielerisch nach Lösungen gesucht und um jeden Zentimeter auf dem Eis gerungen. Es kam heute auf die berühmten Kleinigkeiten an, die spielentscheidend sein konnten. Die Slowakei passte sich dem Körperspiel mittlerweile besser an.

 

Minariks Versuch ging knapp daneben und Pföderl kehrte nach dem harten Check, den er hinnehmen musste, wieder aufs Eis zurück. Die Slowaken hatten nun ein Chancenplus, sahen sich aber einem deutschen Powerplay in den letzten beiden Spielminuten des ersten Drittels gegenüber, was gut aufgezogen wurde aber letztlich erfolglos blieb.

 

In einem klasse Match trennte man sich leistungsgerecht mit einem torlosen Remis in die erste Pause.

 

Mo. Müller: „Es ist ein enges Spiel. Wir könnten hinten einen Tick besser rausspielen, schneller und zielstrebiger passen und mit Schwung durch die neutrale Zone kommen. Wir müssen die Slowaken unter Druck setzen und in deren Zone mehr Zeit verbringen. Es ist ein hohes Tempo aber im international alles im Rahmen.“

 

Plachta mit famosem Solo zur Führung, Pföderl legt nach, doch Pospisil verkürzt

 

Im zweiten Drittel erzielte Plachta früh in der zweiten Spielminute die Führung für Team Deutschland, als er im Coast to Coast mit einer tollen Energieleistung durch die slowakische Zone marschierte und sein Pass vom Slowaken ins Tor bugsiert wurde. Dies war ein Geniestreich des Mannheimers und tat den Jungs um Söderholm richtig gut. Die Slowakei antwortete mit wütenden Angriffen auf diesen Nackenschlag, doch Tatar kam nicht an Grubauer vorbei. Deutschland hatte nun das Momentum auf seiner Seite und vor allem Eisbär Wissmann agierte bei seiner ersten WM mit klugen Entscheidungen.

 

Nach dem Powerbreak erhöhte dank viel Geschwindigkeit und Geradlinigkeit der zweite Eisbär Pföderl mit der Rückhand auf 0 zu 2. Es war die 27. Spielminute in einem weiterhin rasanten Match. Keeper Grubauer war dann gefordert, doch er hielt seinen Kasten sauber. Immer wieder ließ der Youngster Slafkovsky sein geniales Können aufblitzen. Der Protagonist mit der Nummer 20 befindet sich für den bevorstehenden NHL Draft unter den Top 5 der potentiellen Kandidaten. Als MVP des olympischen Turniers mit sagenhaften 7 Toren lag er definitiv gut im Rennen.

 

Nachdem die Scheibe nicht konsequent herausbefördert werden konnte, verkürzte Pospisil in der 32. Spielminute mit dem Bauerntrick auf 1 zu 2 und die  lautstarken slowakischen Fans waren obenauf. Nun hieß es cool zu bleiben und dem neuen Schwung der Slowaken keine weitere Nahrung zu geben.

 

Hierzu bekam das DEB Team das zweite Powerplay zugesprochen, welches nach einem Stockschlag gegen Stützle sogar auf 5 gegen 3 ausgedehnt wurde. Leider blieben die deutschen Bemühungen fruchtlos, auch weil das Team um Coach Ramsay hervorragend verteidigte. Die deutsche Mannschaft ließ jetzt einige hochkarätige Chancen liegen, hoffentlich rächte sich dies nicht. Es wurde nun im Mittelabschnitt mit offenem Visier agiert, hüben wie drüben wurden beste Gelegenheiten nicht genutzt.

 

Es wurde weiterhin extrem hart gekämpft und die Slowakei übte ganz viel Druck auf, nachdem Grubauer sogar noch seinen Stock verlor und trotzdem zwei wichtige Saves auspackte. Chapeau! Eine halbe Minute vor der Sirene galt es die erste Unterzahl zu überstehen und diese hauchdünne Führung in den Schlussabschnitt mitzunehmen, was auch gelang. 40 intensive und emotionale Minuten waren absolviert und das DEB Team blieb in Front.

 

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(Foto: Carola-Fabriza Semino)

 

 

Leidenschaftlicher Einsatz sicherte die ersten drei Punkte

 

Gleich zu Beginn des Schlussabschnitts Welt verkehrt, denn nun durfte die Slowakei in doppelter numerischer Überlegenheit performen. Loibl blockte heroisch gleich drei Schüsse weg, Leidenschaft pur in Unterzahl. Die deutsche Mannschaft verteidigte grandios, kommunizierte sehr gut untereinander und Grubauer gab weiterhin keine Rebounds her. Die Moral stimmte im Team, nur Holzer verzeichnete momentan relativ kurze Eiszeiten, was irritierte.

 

Die Slowakei drückte nun stark und die Zweikämpfe an der Bande wurden weiterhin intensiv geführt. Es machte viel Spaß, dieses rasante Match zu verfolgen und die deutschen Fans lagen stimmgewaltig in Front. Ehl verpasste den dritten Treffer bei einem toll vorgetragenen Angriff. Auf den bärenstarken Grubauer konnte man sich beruhigt verlassen, sein Markenzeichen war oft das weite Herauskommen, um den Winkel zu verkürzen.

 

Die Stützle, Seider Formation befand sich sehr oft auf dem Eis und sorgte für viel Unruhe und Gefahr vor Rybar. Jeder zeigte enormen Einsatz und setzte sich für seine Mitspieler ein, es war ein gut harmonierendes und kompaktes Teamgefüge.  Im 3 auf 2 Konter hatte Deutschland Glück, als der Puck mal kurz frei war.

 

Seiders Übersicht bei seiner enormen Eiszeit war schon sehenswert und die letzten 5 Minuten brachen an, die sogenannte Crunch Time. Wann würde Headcoach Ramsay seinen Goalie ziehen? Die Slowaken erhöhten den Druck und Grubauer stand im Fokus. Slafkovsky übernahm nun Verantwortung und Söderholm nahm die Auszeit. Immer wieder schaffte es das DEB Team, den Aufbau der Slowaken zu unterbinden. Rybar ging 2 Minuten vor dem Ende vom Eis. Regenda und Nemec wirbelten nochmals vor dem Tor und 56 Sekunden mussten noch schadlos absolviert werden.

 

In einem wahren Thriller gewann Deutschland am Ende verdient mit 1 zu 2 gegen starke, ebenbürtige Slowaken und war im Turnier ergebnistechnisch angekommen. Es war ein echter Kraftakt und eine Energieleistung der Jungs um Söderholm.

 

Als bester Spieler von Deutschland wurde Goalie Grubauer verdientermaßen ausgezeichnet, während bei den Slowaken Liska geehrt wurde.

 

 

Samstag, 14. Mai 2022
Slowakei - Deutschland 1:2 (0:0|1:2|0:0)


Tore:

 

0:1 |02| Plachta (Müller Mo.)

0:2 |27| Pföderl (Noebels

1:2 |32| Pospisil (Janosik, Tamasi)

 

1. Drittel Statistik:      8:6 Schüsse, 7:5 gewonnene Bullys, Strafminuten: 2:0

2. Drittel Statistik:      13:7 Schüsse, 14:10 gewonnene Bullys, Strafminuten: 4:2

3. Drittel Statistik:       8:3 Schüsse, 10:7 gewonnene Bullys, Strafminuten: 0:2


Zuschauer: 4.387

Best Player of the game:

Slowakei:       Liska

Deutschland:  Grubauer

 

Hauptschiedsrichter: Öhlund (SWE)  / Heikkinen (FIN)

 

Aufstellung:

 

Slowakei: Rybar, Ceresnak, Rosandic, Lantosi, Kristof, Tatar, Nemec, Ivan, Regenda, Roman, Slafkovsky, Gachulinec, Janosik, Pospisil, Tamasi, Lunter, Grman, Takac, Minarik, Liska.

 

Deutschland: Grubauer, Müller Mo., Seider, Ehliz, Stützle, Plachta, Müller J., Holzer, Noebels, Michaelis, Pföderl, Wagner, Wissmann, Schmölz, Loibl, Fischbuch, Bittner, Soramies, Kastner, Ehl.

 


 



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Weitere interessante Links:

www.deutschlandcup.de - Alle Informationen über den Eishockey Deutschland Cup seit 1987.

www.eishockey-deutschland.info - Alle Eishockey Weltmeisterschaften, Olympische Spiele seit 1910.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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