Entstehungsgeschichte Bad Tölz

 

Geschichte:

Am 29.Januar 1928 fand auf dem Klammerweiher das erste offizielle Spiel des EC Bad Tölz statt, das man damals gegen den mit einigen Spielern des EV Füssen verstärkten EV Rosenheim mit 5:2 gewann. Zwei Jahre später stieg der EC Bad Tölz in die A-Klasse auf und ab 1935 konnte dann die in Eigenregie erbaute Eissportanlage an der Peter-Freissl-Straße, dass bis zum heutigen Tag auch als Bundesleistungszentrum Bereich Eishockey genutzt wird, genutzt werden. Nun traten auch viele internationale Teams in Bad Tölz an, bis der Zweite Weltkrieg den Eishockeyboom in Bad Tölz ein jähes Ende setzte. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde der spätere Bundestrainer Hans Rampf zum 1.Vorsitzenden des EC Bad Tölz gewählt, mit dem es fortan steil aufwärts ging. 1948 holten die Junioren des EC Bad Tölz, mit der bayerischen Juniorenmeisterschaft den ersten Titel nach Oberbayern, zwei Jahre später stieg dann auch die 1.Mannschaft in die Oberliga auf.

 

Schon bald mausersten sich die Oberbayern zum ernsthaften Konkurrenten des Serienmeisters EV Füssen. Junge Spieler wie Josef Reif, Otto Schneitberger oder Peter Lay begannen an der Seite der alten Hasen Walter Riedl, Heinz Baader und Wutschi Edelmann aufzublühen. Am Ende der Spielzeit 1961/1962 war es dann soweit. Unter dem Spielertrainer Hans Rampf holten die „schwarzen Teufel“ die erste deutsche Eishockeymeisterschaft nach Oberbayern. Den hierbei wohl entscheidenden Sieg landete man drei Spieltage vor Saisonende mit einem 6:2 beim SC Riessersee. In der nächsten Spielzeit gelang gar ein damals völlig unfassbares 13:2 gegen den Serienmeister EV Füssen. Doch Paul Ambros, Ernst Trautwein und Co revanchierten sich mit einem ebenso deutlichen 12:0-Sieg im Rückspiel und holten sich letztendlich wieder souverän den Titel des deutschen Eishockeymeisters zurück nach Füssen. Mitte der 60iger Jahre gab es dann die ersten spektakulären Spielertransfers in Bad Tölz. Vom SC Riessersee kamen die Nationalstürmer Rudolf Pittrich und Andreas Liobl, während Josef Reif und Otto Schneitberger zum Oberligisten Düsseldorfer EG wechselten und dafür eine anderthalbjährige Sperre in Kauf nehmen mussten. Mit dem Trainer Hans Rampf sollte dort 1967 ein weiterer Bad Tölzer am „Wunder vom Rhein“ beteiligt sein. Im Isarwinkel war es nun der kanadische Trainer Mike Daski, der solch begnadete Talente wie Hans Einmannsberger oder Lorenz Funk sr. in die erste Mannschaft einbaute und zur Jagd auf den zweiten Titel blies. Am letzten Spieltag der Spielzeit 1965/66, man schrieb den 06.Februar 1966, gastierte der punktgleiche, aber hochfavorisierte EV Füssen beim EC Bad Tölz. Vor weit als mehr 6.000 Zuschauern im überfüllten Tölzer Stadion triumphierten die „schwarzen Teufel mit 8:4 und wurden sensationell zum zweiten Mal deutscher Eishockeymeister.

 

Drei Jahre später holte Ladislav Olejnik mit dem EC Bad Tölz seine allererste deutsche Vizemeisterschaft. An diese großen Triumphe konnte der EC Bad Tölz dann nicht mehr anknüpfen. Der sportliche Abstieg in Oberbayern begann. Neben den ausbleibenden Erfolgen blieben bald auch die Zuschauer in Bad Tölz aus und so mussten die Stars wie Lorenz Funk sr., Heinz Baader oder Hans Zach an die Konkurrenz verkauft werden. Spektakuläre Neuzugänge konnte man sich selber nur äußerst selten leisten, da der Unterhalt des vereinseigenen Stadions Jahr für Jahr sehr viel Geld des kleinen Etats verschlang. Die Oberbayern schrieben fortan nur noch ganz selten schwarze Zahlen. Am letzten Spieltag der Spielzeit 1975/76 besiegten die Oberbayern zwar wieder einmal überraschend den EV Füssen mit 6:1, doch bei gleichem Punktestand mit dem EV Rosenheim und dem SC Riessersee musste sich das Gründungsmitglied der 1.Eishockeybundesliga schließlich aufgrund der schlechteren Tordifferenz als erster des großen bayerischen Dreigestirns aus der 1.Eishockeybundesliga verabschieden.

 



Allzu lange musste der EC Bad Tölz jedoch nicht warten, bis die anderen Altmeister auch den bitteren Weg in die 2.Eishockeybundesligaantreten mussten und somit dem EC Bad Tölz folgten. Nachdem man wieder zusammen mit dem EV Füssen und dem SC Riessersee über Jahrzehnte hinweg die Szenerie der 2.Eishockeybundesliga beherrschten, quälte man sich nun gemeinsam ziemlich erfolglos und nahezu unter Ausschluss der Öffentlichkeit in der 2.Eishockeybundesliga ab. Der Wiederaufstieg rückte in immer weitere Ferne, jahrelang das gleiche Lied. Um das wirtschaftliche Überleben zu sichern, musste der EC Bad Tölz immer wieder seine besten Spieler und Talente verkaufen oder verleihen. Die oberbayerische Talentschmiede brachte dabei eine ganze Reihe von Nationalspielern heraus. Andreas Niederberger, Axel Kammerer, Andreas Brockmann, Thomas Brandl, Jürgen Rumrich oder Lorenz Funk sfr. und jr., um nur die Bekanntesten zu nennen. Immerhin mischte der EC Bad Tölz weiter in der Leistungsspitze der 2.Eishockeybundesliga mit. Andere Vereine hätten bei dem alljährlichen Abwanderungsstrom wohl schon längst sportlich aufgegeben. Anders in Bad Tölz.

 

Bis in die Mitte der 80iger Jahre hinein gehörte der EC Bad Tölz zu den Spitzenklubs der 2.Eishockeybundesliga. Im Jahr 1987, just zu einem Zeitpunkt als das Konzept für die Zukunft „Die Tradition hat Zukunft“ vorgestellt worden war, musste der EC Bad Tölz dann erstmals kräftig um den Klassenverbleib in der 2.Eishockeybundesliga zittern. Auch die Rückkehr von Lorenz Funk sen. brachte keinen entscheidenden Aufschwung, was vielleicht das makabre 3:16 Massaker gegen den Augsburger EV kurz vor Weihnachten 1990 belegt. Im Frühjahr 1992 war mit dem Abstieg des EC Bad Tölz in die Oberliga der vorläufige Tiefpunkt in der Geschichte des EC Bad Tölz erreicht. Unter der Führung von Trainer Klaus Mangold konnte der totale Absturz des EC Bad Tölz in die Regionalliga jedoch verhindert werden. Mit einem fast ausschließlich aus jungen Eigengewächsen bestehende Team verpasste der EC Bad Tölz 1993 erst am letzten Spieltag die Aufstiegsrunde gegen Eintracht Frankfurt und den bayerischen Altmeister des SC Riessersee. In der Folgespielzeit schaltete der EC Bad Tölz in den Play-Off Spielen nacheinander den SC Herford, den EC Wilhelmshaven und den ESC Wedemark aus. Im Finale wurde schließlich der ETC Timmendorfer Strand in drei Spielen bezwungen und der EC Bad Tölz war endlich wieder in der 2.Eishockeybundesliga. Im Frühjahr 2001 konnten die Oberbayern sogar ziemlich laut an die Tür der Deutschen-Eishockey-Liga DEL klopfen. Als Tabellendritter nach der Vorrunde musste man gegen den Lokalrivalen des SC Riessersee sowie im Halbfinale gegen den hohen Favoriten Heilbronner Falken über die volle Distanz der fünf Spiele. Beide Serien beendeten die Tölzer mit Siegen. Im Finale stellte sich kein anderer als der ERC Ingolstadt in den Weg der Oberbayern. Zwar konnten die Tölzer die Finalserie noch mit 1:1 ausgleichen, konnten aber in den entscheidenden Spielen keinen Stich mehr setzen.

 

Somit stieg der ERC Ingolstadt in die höchste deutsche Spielklasse auf. In der Spielzeit 2002/03 stand der EC Bad Tölz dann wieder kurz vor der Insolvenz, die jedoch kurz vor dem finanziellen Kollaps abgewendet werden konnte. Die Spiellizenz für die 2.Eishockeybundesliga wurde dem EC Bad Tölz nach langem Kampf mit dem Deutschen-Eishockey-Bund DEB doch noch geradeso erteilt, so dass der EC Bad Tölz weiterhin in der 2.Eishockeybundesliga spielen konnte. Der große Schock kam in Bad Tölz dann doch zum Ende der Spielzeit 2005/06. Als Tabellenletzter der Abstiegsrunde der 2.Eishockeybundesliga musste der EC Bad Tölz erstmals seit der Spielzeit 1993/1994 wieder den bitteren Gang in die Oberliga antreten.

 



In der Spielzeit 2008/09, die Tölzer waren mittlerweile wieder in der 2.Eishockeybundesliga, wurden dann erneut finanzielle Probleme bekannt. Schon im Herbst 2008 tauchten Unregelmäßigkeiten auf finanzieller Ebene auf. Als im Dezember 2008 dann der bargeldlose Zahlungsverkehr eingestellt wurde war klar, dass der EC Bad Tölz durch die nicht zu erwartenden Erfolge als Aufsteiger in der 2.Eishockeybundesliga in erhebliche finanzielle Schwierigkeiten gekommen war. Dass die Novembergehälter gezahlt werden konnten, wurde nur durch ein Sanierungskonzept des Nürnberger Unternehmens „ Neuhof-Consolt“ ermöglicht. Die Spekulationen über den finanziellen Schiefstand des EC Bad Tölz beriefen sich von 250.000 Euro bis hin zu 1 Million Euro.

 

Während der Olympiaqualifikationspause der Nationalmannschaft wurden weitere Einzelheiten aus den Liquiditätsproblemen der Tölzer bekannt, u.a. auch, dass beim Lizenzierungsverfahren der ESBG für die Spielzeit 2008/2009 falsche Angaben gemacht wurden, so dass dem EC Bad Tölz ein Strafmaß von Geldstrafen, Heimspielsperren, Punktabzug und sogar der Zwangsabstieg und der sofortige Lizenzentzug drohte. Darüber hinaus wurde bekannt, dass den Tölzern im Januar 2009 eine Summe über 400.000 Euro bis zum Abschluss der Vorrunde fehlten. Es folgte dann am 21.Februar 2009 das was die Spatzen schon lange in Bad Tölz von den Dächern riefen. Die Insolvenz der Tölzer Eissport GmbH vor dem Amtsgericht Wolfratshausen. Die Spieler reagierten mit einem Spielerstreik. Der Untergang des Tölzer Eishockeys war beschlossen. Die Tölzer Stadtverwaltung, wie auch diverse andere Sponsoren waren nicht mehr bereit Zugeständnisse oder Hilfen, um den Tölzer Eishockeysport zu retten, zumachen, so dass dem EC Bad Tölz nur den Weg vor den Insolvenzverwalter blieb.

 

Als Reaktion des Insolvenzantrages wurde der EC Bad Tölz aus den Meisterschaftsplay-Offs aus der 2.Eishockeybundesliga ausgeschlossen, und der Zwangsabstieg aus der 2.Eishockeybundesliga beschlossen, so dass erneut ein weiterer traditionsreicher deutscher Eishockeyclub zu Grabe getragen wurde. Zur Spielzeit 2009/2010 startete man dann mit den sogenannten „Tölzer Buam“, aus einem Team ausschließlich aus Eigengewächsen, verstärkt mit einigen Legionären in der Oberliga, wo der Klassenverbleib geschafft wurde. Durch die Neueinteilungen im Bereich der ESBG-Oberliga wurde der EC Bad Tölz zur Spielzeit 2010/2011 in die Oberliga-Süd aufgenommen, die man im Jahr 2012/2013 als Oberligameister wieder in Richtung 2.Eishockey-Bundesliga verließ.

 



Eigentlich, denn nach einigen Quälereien mit der ESBG, u.a. eine Regelung der U26-Förderlizenzen, und einer zunächst gewertet Fehlmeldung eines Lizenzentzuges für die Tölzer, stellte sich heraus, dass die finanziellen Auflagen, die die EBSG den Tölzern stelle, für den EC Bad Tölz nicht zu stemmen waren, so dass der EC Bad Tölz am 06.07.2012 die Meldung heraus gab auf das Aufstiegsrecht in die 2.Eishockey-Bundesliga zu verzichten.

 


 

bisherige Logos in Bad Tölz :

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