Oberliga – Ausverkauftes Derby mit Playoff-Charakter – Crocodiles Hamburg schlagen Hannover Scorpions

 

(Oberliga/Hamburg) (Carolin Jens) Eine Begegnung auf Augenhöhe, spannend von der ersten bis zur letzten Minute, fair und für die Hausherren erfolgreich: Die Hamburger gewinnen gegen die Scorpions aus Mellendorf mit 3:1 (0:0/1:0/2:1).

 

KF Eishockey Crocodiles Hamburg Hannover Scorpions 2 eol
(Foto: Karsten Freese)

 


 

Im Eisland Farmsen gab es ein Top-Eishockeyspiel von zwei Mannschaften zu sehen, die sich nichts geschenkt haben. Es wurde sehr fair und gut von den Schiedsrichtern geleitet. So schätzte Gäste-Coach Dieter Reiss das Spiel in der Pressekonferenz ein. Dem war nicht zu wiedersprechen: Vor ausverkaufter Kulisse war die Stimmung hervorragend. Die Hannover Scorpions brachten zahlreiche Fans mit nach Hamburg und auch in der Crocodiles-Familie wollte sich dieses Derby niemand entgehen lassen. Insbesondere auch deshalb, weil auf Schlag drei der länger verletzten Spieler in die Reihen zurückkehren konnten. Die Verteidiger Yannis Walch und Jan Tramm sowie Stürmer Daniel Lupzig durften endlich wieder ins Spielgeschehen eingreifen.


Beide Mannschaften starteten mit außerordentlichem Kampfgeist und hohem Tempo in die Partie. Alle auf dem Eis begeisterten die 1955 Zuschauer. In diesem ersten Spielabschnitt gab es zwar nichts zählbares, aber einiges zum Mitfiebern. Das Kräftemessen glich einem Tauziehen: Der Puck wanderte von Drittel zu Drittel. Die Verteidigung stand kompakt vor dem Tor und war in der Lage das Spielgerät zu erobern und für das eigene Team den Spielaufbau schnell, aber mit System, einzuleiten. Wurde es einmal eng im Slot und die Scheibe kam dem Kasten zu nah, zeigten sowohl Ansgar Preuß als auch Kai Kristian, dass sie in Topform waren. Die Torschüsse, die die Verteidiger nicht abblocken konnten, wurden nur allzu oft von den Torhütern aus der Luft gefischt. Ein Vorteil ergab sich für die Gäste in der sechsten Minute, als Jordan Draper wegen Stockschlags auf die Strafbank musste. Es gelang den Scorpions sich mit einem Mann mehr im Angriffsdrittel festzusetzen. Die Crocodiles zeigten ein sehr gutes Unterzahlspiel: Mit schnellen und perfekt abgestimmten Bewegungen ließen sie die Mellendorfer nicht zum Zug kommen. Kontrollierte Befreiungsschläge boten den Hamburgern Gelegenheiten zum Wechseln und mit immer wieder frischen Kräften konnten sie ein Gegentor verhindern. Diese sichere Spielweise begeistere die Fans und das gab Selbstvertrauen. In den folgenden Minuten zeigten sich die Hausherren stärker. Im 5 gegen 5 fand das Spiel mehr vor dem Gästetor statt und die Scorpions kamen dem Hamburger Keeper nur näher, wenn gewechselt wurde. Mit Ende des Spielabschnitts unterliefen den Spielern mehr Individualfehler, Fehlpässe wussten die Gegner besser zu nutzen und spielten einige Chancen heraus. Am Ende scheiterten sie jedoch an der „Kaimauer“ und zum Krafttanken ging es nach Ablauf der 20 Minuten in die Kabine.


 


 

Die Zuschauer warteten weiter auf Tore und mit zahlreichen Torschüssen versuchten die Teams im mittleren Spielabschnitt die Scheibe hinter einen der Schlussmänner zu bringen. Als erstes gelang dies André Gerartz, der im zweiten Anlauf einen Nachschuss auf Vorbereitung von Norman Martens verwandeln konnte (25.). Noch drängender agierten nun die Scorpions; die Crocodiles kamen ab sofort weniger zum Zuge. Spätestens im Angriffsdrittel wussten die Gäste die Hausherren zu stoppen und setzten zum Konter an. Kai Kristian, weiter unter Druck gesetzt, ließ sich nicht beirren und hielt alles, was ihm geboten wurde. Beim zweiten Pausenpfiff stand es 1:0.


Im letzten Spielabschnitt mussten die Fans nicht so lange auf einen Torjubel warten; aber sie mussten zittern. Krokodil Dennis Reimer brachte den Puck bereits in der 43. Minute hinter die Torlinie von Ansgar Preuß. Schwer einsehbar und im Bruchteil einer Sekunde vor dem Pfiff herausgefischt, mussten sich die Unparteiischen einen Moment besprechen, bis die Entscheidung fiel. 2:0 für die Crocodiles. Dies ließen die Verfolger nicht auf sich sitzen und in der 49. Minute musste dann auch Kai Kristian hinter sich greifen. Dennis Arnold nutzte eine Lücke in der Hamburger Verteidigung und verkürzte mit dieser gut herausgespielten Gelegenheit auf 2:1. Eine gute Chance wurde den Hamburgern nur 17 Sekunden später geschenkt, als sich Robert Peleikis zu einem Stockschlag hinreißen ließ und infolgedessen in die Penalty-Box musste. Statt zwei Minuten verbrachte er dort aber lediglich 28 Sekunden. Es war erneut Dennis Reimer, der für die Crocodiles die Überzahlsituation nutze und das Endergebnis von 3:1 markierte (50.). Diesen Spielstand verwalteten die Gastgeber souverän bis zur Schlusssirene.


Besser als dieses Derby kann eine Begegnung unter Nachbarn nicht sein. Alle Beteiligten zeigten hohe Qualität im Eishockeysport. Auch wenn es keine zwei Sieger geben kann, traten beide Seiten größtenteils zufrieden den Heimweg an.


Die Hannover Scorpions treffen am Sonntag in der Wedemark auf die Rostock Piranhas und die Crocodiles gönnen sich ein ganz besonders Event in Leipzig. Mit dem Sonderzug reisen ca. 400 Fans nach Sachsen und hoffen auf ein ebenso spannendes Spiel, wie zu Beginn des Wochenendes.

 

 

 



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