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U18 Nationalmannschaft steigt in Top-Division auf
U18-Nationalmannschaft hat auch das letzte Spiel gewonnen und steigt auf.

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(Interview) Stefan Ustorf bedarf eigentlich keiner großen Vorstellung, da diesen Ausnahme Eishockeyspieler in Deutschland jeder kennt, der seit dieser Saison bei den Eisbären Berlin als Sportdirektor tätig ist.



Stefan Ustorf begann seine Karriere in seinem Heimatverein dem ESV Kaufbeuren vo er von 1991 bis 1994 in der Eishockey Bundesliga spielte. Danach folgte der Wechsel nach Nordamerika zu den Washington Capitals, die ihn im NHL Entry Draft 1992 an 53. Stelle ausgewählt hatten. In seiner Zeit in Noramerika wechselte er zwischen der NHL und dem Farmteam der Portland Pirates (AHL) hin und her und kam auf 54 NHL Spiele und erzielte dabei 7 Tore und 10 Assists.



Zur Saison 1997/1998 wechselte er zum DEL Club den Berlin Capitals, wo in dieser Saison sein Vater Peter Ustorf Trainer und Manager war. Nach diesem Jahr folgte der Wechsel zurück nach Nordamerika, wo Stefan Ustorf bei einigen IHL Vereinen spielte, ehe er im Jahr 2001 zurück nach Deutschland zu den Mannheimer Adler kam. In Mannheim spielte der Center zwei Jahre bevor es ihn zum Ende der Saison 2003/2004 zu den Krefeld Pinguinen zog.



Von Krefeld ging es dann zu den Eisbären Berlin für die der langjährige Captain sechs Mal die Deutsche Meisterschaft (2005, 2006,2008, 2009, 2011, 2012) und den Pokalsieg 2008 holte. Anfang Dezember 2011 erlitt Stefan Ustorf beim Spiel gegen die Hannover Scorpions ein Schädel-Hirn-Traume und musste aufgrund von dieser Verletzung zwei Jahre später am 07. März 2013 sein Karriereende bekanntgeben.


International nahm Stefan Ustorf in 128 Länderspielen an insgeamt vier Olympischen Spielen (1994, 1998, 2002, 2006), dem Wolrd Cup of Hockey 1996 und 6 Weltmeisterschaften teil.

 



 

eishockey-online.com hat mit dem Ex-Nationalspieler und aktuellem Sportdirektor der Eisbären Berlin Stefan Ustorf ein Interview geführt.

 

Herr Ustorf, wie geht es Ihnen gesundheitlich und im neuen Job bei den Eisbären Berlin?


Stefan Ustorf: Ich fühle mich in meinem Job ganz wohl, auch wenn ich immer mal wieder eine Pause machen muss, weil halt einfach nicht mehr alles so funktioniert wie früher. Es war mir aber bewusst, dass ich in dieser neuen Herausforderung mit meinen gesundheitlichen Problemen einfach leben muss. Der Job ist interessant und ich lerne jeden Tag etwas dazu und es macht mir sehr viel Spaß.



Besteht bei Ihnen die Hoffnung, dass sich der Gesundheitszustand noch verbessern kann?


Stefan Ustorf: Nein es kann leider nicht mehr besser werden, ich hoffe und versuche alles dafür zu tun, dass es aber auch nicht schlechter wird. Man kann hier einfach nicht sagen wie sich das in zwei, fünf oder zehn Jahren entwickelt. So wie es jetzt aktuell ist kann ich aber gut damit umgehen und ein relativ normales Leben führen.



Bitte beschreiben Sie uns mal einen Tag im Leben des Sportdirektors Stefan Ustorf?


Stefan Ustorf: Momentan habe ich auch das Amt des Co-Trainers übernommen und bin auch in der letzten Zeit mit hinter der Bande gestanden, welches ich aber die nächste Zeit dann nicht mehr machen werde. Am Vormittag kümmere ich mich um die Mannschaft bin auch mit auf dem Eis und spreche mich mit unserem Trainerteam ab. Am Nachmittag bin ich dann im Büro und habe organisatorische Dinge zu tun, telefoniere viel und sitze praktisch am Schreibtisch hinter dem PC. Wir haben auch einige Spieler bei unseren Förderlizenzvereinen Dresden, FASS Berlin und unserer DNL Mannschaft, um die ich mich kümmern muss.

 


Sie galten als einer der härtesten deutschen Eishockeyspieler und mussten in Ihrer Karriere viele schwere Verletzungen wegstecken, wie sind Sie mit der letzten Verletzung umgegangen, die leider auch zum Karriereende führte?


Stefan Ustorf: Die letzten Jahre waren für mich sehr schwierig, das war eine Situation, die ich bis dato noch nie so erlebt hatte. Jede andere Verletzung hatte ein Zeitfenster bzw. einen Plan, wann es wieder besser geht, aber bei dieser gab es über Monate keine Verbesserung und auch keine Aussicht auf eine Heilung. In dieser Zeit wusste ich nicht ob es mir überhaupt mal wieder besser gehen kann und das zermürbt einen schon sehr und ist mehr als frustrierend. Dank meiner Frau und meiner Familie habe ich aber auch diesen schweren Kampf durchstehen können und da bin ich sehr froh und dankbar.

 

Ich habe persönlich durch diese Verletzung sehr viel dazugelernt. Es war mir nicht bewusst was aus einer oder mehrere Gehirnerschütterungen für Folgen entstehen können und daher sind leider Fehler passiert, die man nicht mehr rückgängig machen kann. Jetzt liegt es mir besonders am Herzen bei Stopconcussions.com anderen zu helfen, damit solche Folgeschäden nicht mehr auftreten.



War die Rückkehr zu den Eisbären Berlin schon länger geplant? Hätte es keine Möglichkeit einer Tätigkeit in den USA gegeben?


Stefan Ustorf: Peter John Lee und ich hatten uns bereits vor Jahren darüber unterhalten, was ich nach meiner Karriere machen möchte und dass ich in Berlin immer willkommen sei und darüber bin ich sehr dankbar. Es war so, dass ich sehr gerne einen Job in den USA in der Nähe meiner Familie ausgeübt hätte, aber es gab hier keine Möglichkeiten und so war der Weg dann ganz klar zurück zu den Eisbären nach Berlin. Hier in Berlin kann ich den Job so ausführen wie es mein Gesundheitszustand erlaubt und das wäre wo anders nicht möglich gewesen.


Welche Ziele verfolgen Sie beruflich? Wird es auch mal einen Trainer Stefan Ustorf geben?


Stefan Ustorf:
Das ist schwer zu sagen, da ich nicht weiss was die Zukunft bringt, aber ich muss schon gestehen, dass mir die Zeit hinter der Bande schon sehr viel Spaß gemacht hat und ich möchte es nicht ausschliessen mal als Trainer zu agieren. Den Trainer B-Schein habe ich ja bereits vor Jahren gemacht. Zum jetztigen Zeitpunkt mache ich mir darüber allerdings keine Gedanken, da ich ganz gut ausgelastet bin und auch noch viel dazulernen muss. Mit Peter John Lee habe ich aber den perfekten "Lehrmeister".



Ihre Karriere ist sehr erfolgreich verlaufen, gibt es etwas was Ihrer Meinung nach gefehlt hat?



Stefan Ustorf: Das ist schwierig. Ich bin mit meiner Karriere sehr zufrieden. Natürlich hätte ich gerne den Stanley Cup gewonnen, mehr NHL Spiele gemacht, die Olympischen Goldmedaille gewonnen, aber das hat halt alles nicht sollen sein. Ich sag mal so, ich habe immer alles probiert und hart gearbeitet, wenn ich in meiner Zeit in Nordamerika besser gespielt hätte, dann wäre ich sicherlich noch länger drüben geblieben, aber ich habe mir da auch nichts vorzuwerfen. Wenn überhaupt, dann hätte ich im jugendlichen Alter etwas gezielter trainieren müssen, was meinen Körper angeht, weil ich doch vorallem in späteren Jahren mit einigen Verletzungen zu kämpfen hatte, aber das kann man im Nachhinein leicht sagen.



Bei Ihnen hatte man das Gefühl, dass Sie auch 15 Monate im Jahr Eishockey gespielt hätten, eine Absage an die Nationalmannschaft gab es wenige. Es ist ja mittlerweile so, dass sich die Eishockeyfans fast jedes Jahr wundern, weil es zur Weltmeisterschaft immer viele Absagen gibt. Haben Sie daür eine Erklärung?



Stefan Ustorf: Dafür gibt es natürlich immer viele Gründe, im Prinzip muss es auch jeder selbst wissen und ich kann da nicht für andere sprechen. Eines steht auf jeden Fall fest, dass wenn man eine lange Playoffserie spielt und dann zur Weltmeisterschaft fährt, hat man im gesamten Jahr maximal 3 Wochen lang frei und die Belastung nach einer langen Saison inklusive von kleineren und größeren Verletzungen ist schon sehr hoch und das führt dann häufig zu Absagen.

Der Anspruch an die Nationalspieler ist schon sehr hoch, vorallem wenn man bei einem erfolgreichen DEL Club spielt und nur wenig Zeit hat auch Verletzungen richtig auszukurieren. Meine persönliche Meinung wäre auch, dass die Weltmeisterschaften nur alle zwei Jahre stattfinden und im Olympiajahr komplett auf eine WM verzichtet wird.

Bei mir war es in meiner Karriere so, dass ich der Nationalmannschaft sehr viel zu verdanken habe. Durch die Jugendnationalmannschaften konnte ich meine Karriere in der NHL versuchen und ich habe durch den Wechsel nach Amerika auch meine Frau kennengelernt wofür ich sehr sehr dankbar bin. Es gab auch einige verletzungsbedingte Absagen, wo ich mich kurz vor der WM verletzt hatte und so habe ich natürlich die anderen Möglichkeiten gerne genutzt und mit Stolz das DEB Trikot getragen.

Ich möchte an dieser Stelle auch eine kleine konstruktive Kritik loswerden und ein bisschen auf die Sportart Fussball schauen, wo die Nationalmannschaft eine absolute Steigerung im Vergleich zu den Vereinen darstellt. In allen Belangen, sei es die Kleidung, das Auftreten, die Hotels, An- und Abreise etc. Mir ist bewusst, dass es im Eishockey immer an den finanziellen Mögichkeiten scheitert, aber es wäre wirklich die richtige Überlegung wie man die Eishockey Nationalmannschaft für die Spieler noch attraktiver gestalten kann, so dass jeder wieder sehr gerne dazumöchte um den Bundesadler zu tragen. Ich kann mich an meine Anfangszeit in der Nationalmannschaft gut erinnern, als wir auch in der Freizeit gerne mit der DEB Kleidung rumgelaufen sind, weil es für uns etwas ganz Besonderes war und das sollte es auch heute wieder werden.



Welches war Ihr sportlich größtes Erlebnis?



Stefan Ustorf: Das kann ich eigentlich gar nicht zusammenfassen, da die ganze Karriere für mich sehr gut verlaufen ist. Natürlich gibt es ein paar Highlights wie z.B. die Spiele gegen Wayne Gretzky, mein erstes NHL Spiel, mein erstes NHL Tor, die Meisterschaften mit den Eisbären Berlin oder mein erstes Länderspiel in Landshut gegen Rußland. Auf jeden Fall habe ich in meiner Karriere viele nette Leute kennengelernt und Freundschaften geknüpft. Wie schon vorher erwähnt auch meine Frau kennengelernt und das war eigentlich das größte für mich.



Wer war Ihr bester Trainer?


Stefan Ustorf: Barry Trotz (aktuell Washington Capitals) von dem habe ich am Meisten gelernt, vorallem auch zu dem Zeitpunkt als ich noch sehr jung war. Auch Don Jackson war ein besonderer Trainer für mich.

 


Was können Sie überhaupt nicht leiden?


Stefan Ustorf: Unehrlichkeit, Lügen, Unloyalität.

 

 



 

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