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Benoit Doucet wurde in Kanada geboren und begann seine Karriere in der kanadischen Junioren-Hockey League QMJHL bei den Hull Olympiques. Er spielte dort 3 Jahre lang unter anderem mit den späteren NHL Stars John Chabot und Sylvain Turgeon zusammen. Danach spielte Ben ein Jahr in der American Hockey League (AHL) bei den Moncton Golden Flames und der kanadischen Nationalmannschaft.

Obwohl Benoit Doucet gute Scorerwerte vorweisen konnte reichte es nicht für die NHL und somit zog es den Kanadier nach Europa. Seine erste Station war in Deutschland der Duisburger SV in der 2. Bundesliga. In Duisburg stellte er mit 94 Punkten in 27 Spielen einen neuen Scorerrekord auf und wechselte ein Jahr später zum ECD Sauerland wo er seinen eigenen Rekord mit 127 Punkten in 33 Spielen einstellte. Im Jahr 1990 wurde er vom EV Landshut in die 1. Bundesliga geholt, jedoch konnten die damals im Mittelfeld spielenden Landshuter den neuen Topscorer der Bundesliga nicht halten und so wechselte Ben zu der Düsseldorfer EG.

In den darauffolgenden 6 Jahren bei der DEG wurde Benoit Doucet drei Mal Deutscher Meister (1992, 1993, 1996) und zu einem Idol in Düsseldorf. In der Saison 1997/1998 liess er seine Karriere ausklingen, stand jedoch ein Jahr später nochmals in 6 Spielen für die Kölner Haie und noch einige Male beim Zweitligisten Grefrather EV auf dem Eis bevor er endgültig seine Schlittschuhe an den Nagel hing und nach Kanada zurück ging.





International spielte Benoit Doucet nachdem er die Deutsche Staatsbürgerschaft erhielt bei drei Weltmeisterschaften und den Olympischen Spielen 1994 für die Deutsche Eishockey Nationalmannschaft.


Unser Partner von hockey-news.info hat mit Benoit Doucet dieses Interview gemacht.

Benoit, wo lebst Du heute und was machst Du? 

Ich lebe heute dort, wo ich auch geboren wurde, in Montreal. Ich besitze eine Reinigungsfirma und arbeite zudem noch an einigen Hockey-Schulen. Dazu spiele ich selbst noch zweimal in der Woche Eishockey, weil ich das Spiel über alles liebe.


Was hat dich damals bewogen, deine Karriere von Kanada nach Deutschland zu verlagern?

Zu jenem Zeitpunkt, als ich die Entscheidung für Deutschland getroffen habe, war ich im System der Calgary Flames, die damals sehr erfolgreich waren und gerade den Stanley Cup gewonnen hatten. Folglich war es ziemlich schwer sich einen Platz im Team zu erkämpfen, obwohl ich ein sehr gutes Trainings-Camp hatte und auch für das Team Canada auf dem Eis stand. Durch die Einsätze in der Nationalmannschaft besuchte ich einige Länder und lernte in diesem Zusammenhang auch das europäische Eishockey kennen. Als sich die Möglichkeit ergab, in Deutschland zu spielen, entschied ich mich Kanada zu verlassen.


Über Duisburg und Iserlohn ging es nach Landshut in die Bundesliga – Du wurdest gleich Topscorer beim EVL. War es einfacher in Deutschland zu spielen als in Nordamerika?

Als ich nach Deutschland kam, konnte jedes Team nur zwei Legionäre aufstellen – folglich war es ein harter Kampf und du musstest immer einer der besten Spieler auf dem Eis sein, um den Kaderplatz rechtfertigen zu können. Ich hatte eine sehr erfolgreiche Karriere in der Bundesrepublik, aber ich sah auch viele gute Spieler kommen und gehen. Ich habe jedes Jahr genossen und war bei jedem Team, bei dem ich engagiert war, mit Herzblut bei der Sache und erinnere mich gerne an diese Zeiten zurück.


In Düsseldorf hast du dann deine sportliche Heimat gefunden und viele Erfolge (3x Meister, 1x DEL-Champion) gefeiert. Die beste Zeit deiner Laufbahn?

Ich hatte das Glück, dass die DEG zur damaligen Zeit ein sehr starkes Team hatte. Womöglich eines der besten DEG-Teams überhaupt. Es war unglaublich in einem Stadion zu spielen, dass immer ausverkauft war und natürlich waren es absolute Höhepunkte, die von dir angesprochenen Erfolge zu feiern.


Gibt es noch Kontakte nach Düsseldorf und zur DEG?

Vergangenes Jahr besuchte ich einige Spiele, aber ich stehe auch noch in Kontakt zu einigen Spielern der damaligen Zeit. Man darf nicht vergessen, dass ich mit einigen Spielern über Jahre hinweg zusammengespielt habe – auch bei Weltmeisterschaften, olympischen Spielen und beim World Cup.


Am Ende der Karriere spieltest du noch sechs Mal für den Kölner EC. Musste das denn sein als „Düsseldorfer“? Ausgerechnet beim großen Rivalen?

Als ich bei Düsseldorf aufgehört habe, gab es finanzielle Probleme – damals wusste keiner ob sie überhaupt in der nächsten Saison spielen würden. Ich wollte trotzdem noch für die DEG auflaufen, als ich hörte, dass sie den Spielbetrieb gesichert haben. Doch das Management sagte, dass sie mir keinen neuen Vertrag anbieten könnten, wobei wir nie über das Geld gesprochen haben. Ich hätte für wenig Geld weitergespielt, auch weil die DEG so etwas wie meine Familie war. Ein darauffolgendes Angebot des KEC nahm ich dann an. Leider hatte ich noch Probleme mit den Folgen einer Knieverletzung, die auch Grund war, warum ich nicht auf allerhöchstem Niveau spielen konnte.


Du hast auch erfolgreich für die Nationalmannschaft Deutschlands gespielt – bei Weltmeisterschaften und auch bei den olympischen Spielen. Fühlst du dich als Deutscher?

Ja, ich fühle mich als Deutscher und vermisse Deutschland sehr oft – vor allem die unglaublichen Fans in der DEL. Aber ich bin überglücklich, dass ich im September wieder dort sein werde.


Unsere Nationalmannschaft hat im Mai bei der Weltmeisterschaft regelrecht versagt. Was fehlt dem deutschen Eishockey um auch mal große Erfolge feiern zu können?

Um in eine erfolgreiche Zukunft blicken zu können, muss vor allem im Nachwuchsbereich der Hebel angesetzt werden. Es müsste ein Programm kreiert werden, bei dem die besten Spieler gefördert werden. Schon bei den 10-jährigen muss so ein Programm anfangen. Wichtig wäre in diesem Zusammenhang eine Hockey-Schule, wo die besten Junioren spielen und ausgebildet werden und somit früh und zielorientiert an das internationale Level herangeführt werden. In Nordamerika sind solche Einrichtungen Gang und Gäbe und der Erfolg gibt ihnen Recht. Wenn der DEB eine solche Institution schaffen könnte, würde ich mich sofort bereit erklären, bei solch einem Programm zu helfen.


Man sucht in Deutschland noch einen geeigneten Bundestrainer. Keine Aufgabe für dich?

Eine Coaching-Position in Deutschland würde mir sehr gefallen – ich habe in Kanada viel im Bereich Scouting gearbeitet, also mit Spielern zwischen 15-17. Ich würde mir wünschen eines Tages ein deutsches Team zu trainieren und in weiterer Folge vielleicht sogar das deutsche Nationalteam.


Mit welchem Teamkollegen hast Du gern zusammengespielt?

Das sind ganz klar meine drei guten Freunde Didi Hegen, Andy Niederberger und Bernd Truntschka. 


Wer war das Idol von Benoit Doucet und welchen Spieler bewundert er dieser Tage?

In meinen jungen Jahren war ich ein großer Fan von Guy Lafleur, der damals für die Montreal Canadiens spielte. Natürlich war ich auch ein großer Bewunderer von Wayne „The Great One“ Gretzky – heute bin ich ein großer Fan von Sidney Crosby. Aber das unterhaltsamste Hockey liefert eindeutig Alexander Ovetchkin


Interview von Michael Koch (Hockey-News)





Karrieredaten




  • Hull Olympiques (QJMHL) 1980-1983 - 221 Spiele - 139 Tore - 202 Assists - 341 Punkte - 154 Strafminuten
  • University of Moncton (CIAU) 1984-1985 - 24 Spiele - 19 Tore - 22 Assists - 41 Punkte - 0 (?) Strafminuten
  • Moncton Golden Flames (AHL) 1985-1987 - 94 Spiele - 29 Tore - 39 Assists - 68 Punkte - 43 Strafminuten
  • Team Canada 63 Spiele - 27 Tore - 31 Assists - 58 Punkte - 86 Strafminuten
  • Duisburger SV (2. Liga) 1988-1989 - 27 Spiele - 43 Tore - 51 Assists - 94 Punkte - 55 Strafminuten
  • ECD Sauerland (2. Liga) 1989-1990 - 48 Spiele - 92 Tore - 90 Assists - 182 Punkte - 70 Strafminuten
  • EV Landshut (Bundesliga) 1990-1991 - 43 Spiele - 45 Tore - 42 Assists - 87 Punkte - 82 Strafminuten
  • Düsseldorfer EG (Bundesliga/DEL) 1991-1998 - 340 Spiele - 159 Tore - 234 Assists - 393 Punkte - 521 Strafminuten
  • Kölner Haie (DEL) 1998-1999 - 6 Spiele - 0 Tore - 1 Assists - 1 Punkt - 6 Strafminuten
  • Grefrather EV (2. Liga) 1998-1999 - 10 Spiele - 2 Tore - 7 Assists - 9 Punkte - 32 Strafminuten

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