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als Eishockeyschiedsrichter stehen Stefan Vogl und seine Kollegen jede Woche im Mittelpunkt der DEL-Spieltage und können es den Fans im Prinzip nicht recht machen., doch wie jeder weiß geht es ohne die Herren in schwarz-weiß nicht.

Der Referee muss innerhalb von Bruchteilen von Sekunden eine Entscheidung treffen und sich über die komplette Spielzeit immer zu 100% auf das Spielgeschehen konzentrieren, dass es hierbei zu Entscheidungen kommt, die nicht von beiden Mannschaften bzw. von beiden Fanlagern befürwortet werden ist eine völlig normale Reaktion.

Im IIHF Regelbuch stehen über 80 verschiedene Regularien, die der Schiedsrichter auf das Spielgeschehen richtig anwenden muss.

Stefan Vogl ist seit 2003 DEL Schiedsrichter und hatte vor kurzem sein 1.100 Ligaspiel geleitet. Wir haben ihn zu einem Interview getroffen um den Fans einmal die andere Seite des Eishockeysports näher zu bringen.




Frage: Hast Du früher selbst Eishockey gespielt?

Stefan:  Ich habe leider relativ spät den Eishockeysport für mich entdeckt und dadurch verpasst rechtzeitig im Nachwuchs Fuß zu fassen, daher blieb es die meiste Zeit nur ein Hobbysport für mich.



Frage: Wie wird man Eishockey Schiedsrichter?

Stefan: Als erstes muss bei einem das Interesse geweckt werden. Das ist wohl das schwierigste um bei uns an ausreichend Nachwuchs zu kommen. Keiner ist gerne freiwillig der Buhmann. Daher ist es wichtig zu vermitteln, dass es schon etwas Besonderes ist, ein Teil des großen Spektakels sein zu können. Das hat mich persönlich motiviert, ich wollte was ich als Spieler versäumt habe, auf anderen Weg erreichen und heute steh ich zwischen all den Profis vor mehreren tausend Zuschauern mit auf dem Eis. Wer sich auch zutraut diese Aufgabe zu übernehmen kann sich auf unserer Webseite www.hockeyref.de informieren.



Frage: Es gibt bislang nur 3 Profischiedsrichter in Deutschland. Wer entscheidet dies und ist ein Profischiedsrichter dann ein Full-Time Job ?

Stefan: Die Anzahl der Profischiedsrichter entscheidet die Liga, sie muss unter anderem bereit sein die nötigen Mittel hierfür bereit zu stellen. Dann muss auch noch ein passender Kandidat gefunden werden. Dieser muss sich zudem gegen seinen aktuellen Job und für das Profitum entscheiden, da dies ein Full-Time Job ist. Eine Entscheidung die mit einen Blick in die Zukunft nicht ganz so leicht fallen mag, schließlich ist spätestens mit 45 Jahren, nach Verlängerungsantrag bei maximal 50 Jahren mit dem Leiten von Spielen Schluss.



Frage: Wie findet die Vorbereitung auf ein Spiel für Dich statt?

Stefan: Ich nehme mal das vergangen Wochenende als Beispiel: Ich wurde als Spielleiter nach Hamburg abberufen, Spielbeginn Sonntag 14:30 Uhr, somit Anreise am Samstag. Am Sonntag geht es dann gegen Mittag Richtung Eisstadion, ich und die Kollegen treffen dort etwa 2 Stunden vor dem Spiel ein, prüfen die Spielberichtsunterlagen, machen uns warm und dann geht’s ab aufs Eis.



Frage: Wie ist der Unterschied zwischen den NHL Schiedsrichtern und den Deutschen?

Stefan: Ich denke da besteht kein großer Unterschied. Das bemerkt man auch auf den großen internationalen Turnieren wie A-WM, Olympia usw. Da sind meine Kollegen aus Deutschland gern gesehene und akzeptierte Schiedsrichter, die ihren Job genauso gut machen wie die Kollegen aus der NHL. Das wird immer wieder von den verantwortlichen der IIHF bestätigt. Stellt sich die Frage warum in der NHL die Schiedsrichter weniger in der Kritik stehen. Das liegt in der Hauptsache anderen Regularien, da dort Kritik während oder unmittelbar nach dem Spiel nicht geäußert werden darf. 24 Stunden nach einem Spiel sehen die meisten Verantwortlichen die Dinge meist gelassener und sehen die Leistung des Schiedsrichters emotionsloser. Ein Gesetz welches auch bei uns wünschenswert wäre.
 


Frage: Was haltet Ihr von den Anmerkungen im Rahmen der NHL Premiere in Berlin, ob es in Deutschland nicht möglich wäre die neutrale Zone zu verkleinern und die beiden anderen Drittel zu vergrößern?

Stefan: Hierzu muss man wissen das die NHL die einzige Liga ist die viele abweichende Regeln zu den bestehenden IIHF Regeln hat. Der Torraum ist anders, die Spielfeldgröße, die Einteilung der Zonen und vieles mehr. Alle anderen Nationen lehnen sich an das offizielle Regelbuch der IIHF an, welches im Übrigen auch auf allen internationalen Turnieren gilt. Es ist also immer eine Umstellung, sei es für Spieler oder den Umbau der Spielflächen. Ob sich dieser Aufwand lohnt und der Sport bei uns dadurch attraktiver wird kann ich nicht sagen.



Frage: Gibt es Überlegungen über eine Regeländerung bezüglich des sog. Touch-Icing ?

Stefan: Das kann ich nicht beantworten. Die IÌHF bringt im 4 Jahres Rhythmus ein neues Regelbuch raus. Hier wird auch immer wieder überlegt welche Änderungen Sinn machen und für den Sport förderlich sind. Die IIHF hat das Touch Icing vor Jahren abgeschafft, Grund hierfür waren zu viele Verletzungen bei dem Kampf um die Scheibe bei den Icing Situationen. Ich finde die Regeleinführung, dass die Icinig verursachende Mannschaft keinen Wechsel mehr vornehmen darf für sinnvoller, seitdem gibt es wesentlich seltener Icings und das Spiel ist flüssiger geworden.



Frage: Mann sieht immer wieder mal das Spiele mit 2 Hauptschiedsrichtern geleitet werden, also im sogenannten 4 Mann System. Wie kommt das? 

Stefan: Das kommt auch wiederum vom IIHF, da alle intern. Turniere inzwischen im 4 Mann System geleitet werden. Dies hat auch die NHL und viele andere Nationen so übernommen. Bei uns wird in der DEL momentan immer ein Spiel pro Spieltag entsprechend geleitet, als auch die gesamte DEL Playoff. Auch hier spielt die Frage der Finanzierung wieder eine Rolle, als auch die Frage ob immer eine ausreichende Anzahl der Schiedsrichter vorhanden ist die hierfür qualifiziert wären. Es ist inzwischen eine Frage der Zeit, denn der Ruf nach dem 4 Mann System wird auch in den Reihen der DEL Vereine immer lauter.

 

Frage zum Schluss: Was wünscht Du Dir persönlich für das Schiedsrichterwesen: 

Stefan: etwas mehr Anerkennung und Respekt, denn wir werden meist an einer Entscheidung gemessen und dabei wird vergessen, dass in einem Spiel weit mehr Entscheidungen vom Schiedsrichter getroffen werden als es den Anschein hat. Hierzu zählen nicht nur die Aktionen die zu einem Ausschluss eines Spielers führen, nein, der Schiedsrichter muss auch entscheiden was ein korrekter Angriff, also kein Foul war. In Summe kommt es wohl zu fast hundert Entscheidungen in einem Spiel und hier erscheint der Anteil an „Fehlern“ doch verschwindend gering. Wenn ein Stürmer zweimal das leere Tor nicht trifft ist das oft Spielentscheidender, wird aber vom Umfeld schneller verziehen und vergessen als eine unpopuläre Schiedsrichterentscheidung.


Stefan Vogl war so freundlich und hat für unseren Bereich "Eishockeyregeln" die Schiedsrichterzeichen dargestellt.

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