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Burger ThomasThomas Burger leitet seit Jahren als geschäftsführender Gesellschafter die Geschicke des 2. Ligavereins der Schwenninger Wild Wings. Er ist zu einer sehr schwierigen Zeit in Schwenningen eingestiegen und hat dafür gesorgt, dass der Eishockeystandort Schwenningen erhalten bleibt. Zu Beginn dieser Saison war er mit den Schwenninger Wild Wings kurz vor der Übernahme des DEL Clubs EHC München, was bekanntlicher Weise in letzter Mintue von Red Bull verhindert wurde.

In den vielen Standorten in Deutschland ist es dank Personen wie Thomas Sabo, Ralf Papenburg, Familie Hopp, Thomas Burger (um nur ein paar zu nennen), überhaupt möglich, dass Eishockey im Profibereich gespielt werden kann. Jedes Jahr sorgen solche "Mäzen" mit eigenen finanziellen Beiträgen dafür, dass die Fans Ihren Club jedes Wochenende anfeuern können.

 



 

Im Rahmen des Spitzenspiels in der 2. Bundesliga zwischen den Schwenninger Wild Wings und den Bietigheim Steelers haben wir den Hauptgesellschafter und Geschäftsführer Thomas Burger zum Interview getroffen.

 

Herr Burger, wie sind Sie zum Eishockey gekommen? Haben Sie selbst auch Eishockey gespielt?

Burger: Nein, ich habe noch nie Eishockey gespielt und bin zu diesem Sport eher zufällig über das Sponsoring gekommen. Im Rahmen der damaligen neuen Richtlinien der ESBG musste der Profisport vom Amateursport getrennt und dafür eine eigenständige Kapitalgesellschaft (GmbH) gegründet werden. Dafür wurden Gesellschafter gesucht und so habe ich mich dann in Schwenningen als Gesellschafter und dann auch als Geschäftsführer in dieser schwierigen Zeit eingebracht.

 

 

Sie sind seit mehreren Jahren der "Mäzen" von Schwenningen und haben den Verein mit viel Geld unterstützt. Was sind die Gründe für so ein besonderes Engagement?

Burger: Ich bin nicht der alleinige Gesellschafter es gibt noch weitere vier und wir haben uns zum Ziel gemacht, den Eishockeysport in Schwenningen in einer professionellen Form für unsere sehr stark ausgeprägte Fangemeinschaft am Leben zu erhalten. Eishockey hat in Schwenningen eine über 100jährige Tradition. Es war auch besonders wichtig mit dem Umbau der Helios Arena für diesen Fortbestand zu sorgen.

 

 

Wenn man sich mit viel Geld an etwas beteiligt, dann möchte man doch auch eine Rendite erzielen. Wie sehen Sie das hier speziell in Schwenningen?

Burger: Natürlich ist das Bestreben einer Kapitalgesellschaft Gewinne zu erzielen, jedoch muss man hier den Profisport ganz anders betrachten als ein herkömmliches Investment. Wir planen jedes Jahr sehr solide und seriös, es spielen hier aber ein Vielzahl an entscheidenden Faktoren eine große Rolle, wie z.B. der Zuschauerschnitt, das jährliche Sponsoring und auch der sportliche Erfolg durch das Erreichen der Playoffs und den dadurch verbundenen Mehreinnahmen durch weitere Heimspiele. Im Eishockeysport ist es also eher so, dass wir Richtung Null kommen können, also von einem Gewinn zu träumen wäre sicherlich blauäugig.

 

 

Sie sind Inhaber von mehreren erfolgreichen Firmen. Wie organisieren Sie diese verschiedenen Geschäftsführertätigkeiten?

Burger: Das ist dank der technischen Möglichkeiten (Telefon, Internet, etc.) kein Problem. Dazu muss ich auch sagen, dass es hier in Schwenningen verschiedene Phasen gab, in denen meine Arbeit sicherlich mit wesentlich mehr Zeitaufwand verbunden war, jedoch habe ich mit dem zweiten geschäftsführenden Gesellschafter Michael Werner eine sehr tatkräftige Unterstützung und so arbeiten wir als erfolgreiches Tandem zusammen.

Während einer laufenden Eishockeysaison ist es auch mal immer wieder etwas mehr Arbeit, insbesondere für die Planung der neuen Saison (Spielersuche, Sponsoring, etc.) ,aber im Großen und Ganzen kann ich das sehr gut mit meinen anderen Tätigkeiten kombinieren und es macht doch sehr viel Spaß hier zu arbeiten.

 

 

Sie waren ja kurz davor die DEL Lizenz vom EHC München zu übernehmen. Red Bull kam Ihnen praktisch in letzter Minute dazwischen. Sind Sie zurückblickend darüber verärgert, oder sogar froh, dass es doch nicht geklappt hat?

Burger: Zu diesem Thema möchte ich einmal erwähnen, dass die Geschäftsführung von München damals auf uns zugegangen ist und das Angebot gemacht hat die DEL Lizenz zu erwerben. Daraufhin haben wir mit viel Arbeit, Engangement und auch finanziellen Kosten daran gearbeitet diese Übernahme zu realisieren.

Ich verstehe natürlich, dass in München mit allen Mitteln an einer Lösung gearbeitet wurde den Profieishockeysport zu erhalten, jedoch wie wir zum Schluss hingehalten worden sind, nachdem bereits die Verträge vorlagen, hat uns natürlich schon verärgert. Aber so ist es halt im Geschäftsleben, wir haben das dann akzeptiert und damit ist dieses Thema auch für uns auch beendet.




Beendet ist aber das Thema mit München, nicht aber mit einer möglichen DEL Teilnahme zu einem späteren Zeitpunkt?


Burger: Wenn sich nochmals eine Möglichkeit ergeben sollte, dann werden wir uns wieder zusammensetzen und dies seriös durchkalkulieren und uns Gedanken machen, ob wir in allen Bereichen dafür bereit sind. Durch eine Teilnahme an der Deutschen Eishockey Liga steigen ja ganz schnell die gesamten Kosten des Vereins, so dass hier natürlich im Vorfeld auch mit neuen Sponsoren verhandelt werden und das bestehende Konzept aus der 2. Bundesliga komplett umgearbeitet werden muss.

Ich muss aber auch dazu sagen, dass wir nicht um jeden Preis in die DEL möchten, da muss wirklich alles stimmen.



Im Sommer gab es ja große Differenzen zwischen der ESBG und den Clubs. Es wurde ja auch lautstark nach einer Neuregelung der Ligen gerufen. Wie sehen Sie das Ganze?

Burger: Ich denke, dass im Sport der Auf- und Abstieg das Salz in der Suppe ist. Es wäre optimal, wenn von der DEL bis zu den Oberligen einheitliche Aufstiegs und Abstiegsregelungen vorhanden wären. Für die Zuschauer ist das auch keine gute Lösung, da man ja aktuell in einigen Ligen wirklich um die "goldene Ananas" spielt und somit der eigentliche sportliche Anreiz verloren geht.

Auch die letzten Misserfolge der Deutschen Eishockey Nationalmannschaft führen nicht dazu, dass der Eishockeysport in Deutschland beliebter wird. Es ist gerade international wichtig, dass die Nationalmannschaft bei großen Turnieren dabei ist, da nur über solche Medienereignisse auch Sponsoren gewonnen werden und den Sport fördern können.

Es ist dem Eishockeysport in Deutschland zu wünschen, dass es in naher Zukunft von den verantwortlichen Stellen konstruktive und sinnvolle Veränderungsvorschläge gibt und diese unproduktiven Streitigkeiten vermieden werden.

 



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