Interview mit Nationalspielerin Monika Bittner zum 200. Länderspiel

Bittner Monika 2014(Interview) Monika Bittner (27) bestritt am letzten Freitag ihr 200. Länderspiel für die Deutsche Eishockey Nationalmannschaft der Frauen. Sie ist mit dieser Marke erst die 7. Spielerin in der Eishockeygeschichte, der dies gelungen ist.

 

Angeführt wird die Rekordliste von Bettina Evers mit 319 Länderspielen (nur eines weniger als Udo Kiessling !).


Sie nahm für die Deutsche Eishockey Nationalmannschaft der Frauen bislang an 7 Weltmeisterschaften und den Olympischen Spielen 2014 in Sochi teil und spielt in der Frauen Bundesliga seit sieben Jahren beim ESC Planegg, mit dem sie 5 Meistertitel in Folge gewann und daneben noch den EWHL Supercup und den DEB Frauen Pokal.

 

Monika Bitter ist neben 7 weiteren Nationalspielerinnen bei der Sportfördergruppe der Bundeswehr tätig und kann somit ihren Sport professionell ausüben. Nach dem Umbruch in der Deutschen Eishockey Nationalmannschaft der Frauen zählt Monika Bittner zu den erfahrensten Nationalspielerinnen.

 



 

 

eishockey-online.com hat sich mit Monika Bittner nach ihrem 200. Länderspiel unterhalten.

 

Monika, Du hast vor kurzem Dein 200. Länderspiel für die Deutsche Eishockey Nationalmannschaft bestritten, eine ganz besondere Marke im Sport. Was bedeutet diese Marke für Dich?


Monika Bittner: Es ist eine sehr große Ehre für mich so viele Länderspiele für die Deutsche Nationalmannschaft der Frauen bestritten zu haben und macht mich unglaublich stolz.


 


Nach den olympischen Spielen 2014 ist eine Vielzahl an Spielerinnen aus der Nationalmannschaft zurückgetreten. Andrea Lanzl und Du seid jetzt die erfahrensten Spielerinnen. Wie beurteilst Du die neue Situation mit dieser jungen Mannschaft?


Monika Bittner: Nach den olympischen Spielen hat ein großer Umbruch in der Nationalmannschaft stattgefunden. Viele teils junge Spielerinnen mit wenig internationaler Erfahrung haben ihre ersten Länderspiele für Deutschland absolviert. Wenn man sich die bisherigen Resultate ansieht, sieht man jedoch auch, dass die Mannschaft den Umbruch sehr gut gemeistert hat.

 

 

 

Welche Spielerin bzw. Spielerinnen hättest Du noch gerne weiter im Nationalteam gesehen?


Monika Bittner: Natürlich ist es immer schade, wenn Spielerinnen, mit denen man die letzten Jahre zusammen gespielt hat aufhören. Doch dies gehört nun mal zum Sport dazu und ich respektiere die Entscheidung einer jeden Spielerin, die nach Olympia ihre Karriere beendet hat.

 

 

Wie beurteilst Du die bisherige WM-Vorbereitung?


Monika Bittner: Ich bin der Meinung, dass wir uns bisher sehr gut auf die WM vorbereitet haben. Die Ergebnisse waren oft ziemlich eng, was uns zuversichtlich stimmt. Wir haben vergangene Fehler analysiert und daraus gelernt.


 

Was erwartet Euch bei der Weltmeisterschaft?


Monika Bittner: Die WM ist der Höhepunkt der Saison und jede Spielerin möchte dort ihre beste Leistung abrufen. In unserer Gruppe wartet die Schweiz, Japan und Gastgeber Schweden auf uns. Gegen die Schweiz haben wir in dieser Saison einmal nach Penaltyschiessen verloren und einmal gewonnen. Die Schweiz ist unser erster WM-Gegner und wir wollen dieses Spiel gewinnen, um uns in eine gute Ausgangslage zu bringen. Japan war unser Gegner bei den olympischen Spielen in Sochi. Dort haben wir zweimal die Oberhand behalten.

 

Wir wissen, dass Japan eine läuferisch starke und vor allem disziplinierte Mannschaft ist, weshalb es mit Sicherheit kein leichtes Spiel werden wird. Schweden ist eine physisch starke Mannschaft, die uns alles abverlangen wird. Bei den letzten beiden Weltmeisterschaften gelang uns jeweils ein Punktgewinn. An diese Leistungen wollen wir anknüpfen und es Schweden so schwer wie möglich machen. Unser Ziel ist es, mindestens Gruppenzweiter zu werden und ich bin überzeugt, dass wir das Potential dazu haben.

 

 

 

Du bist als Sportsoldatin bei der Sportfördergruppe der Bundeswehr tätig. Trainierst Du jeden Tag, so wie ein Profisportler?


Monika Bittner: Ja das ist mein Job. Zwar sind die Bedingungen – verglichen mit den männlichen Kollegen – schlechter, da wir mit dem ESC Planegg nur zwei Mal in der Woche zusammen trainieren. Doch ich bin auch in der Verantwortung, mir weitere Trainingsmöglichkeiten zu suchen. So nutze ich wöchentlich die Möglichkeit beim Torwarttraining der Tölzer Löwen aufs Eis zu gehen und ein weiteres Mal mit der Juniorenmannschaft in Miesbach zu trainieren. Neben dem Eistraining arbeite ich eng mit unserem Athletiktrainer Marco Dietzel zusammen, der für mich individuelle Trainingspläne erstellt.

 

 

 

Mit dem ESC Planegg dominierst Du seit Jahren die Frauen Bundesliga und hast auch internationale Titel (EWHL) erreicht. Ihr seid dieses Jahr zum 5 Mal in Folge Deutscher Meister geworden. Das Sammeln von Titeln macht sicherlich viel Spaß, aber es scheint so, dass die sportliche Herausforderung dann irgendwie auf der Strecke bleibt?


Monika Bitter: Das mag für Außenstehende den Anschein haben. Doch es ist jede Saison eine neue Herausforderung. Wir müssen jeden Spieltag 100% unserer Leistung abrufen, denn gegen uns zu gewinnen ist für alle Teams der Bundesliga der größte Anreiz. Was passiert, wenn wir diese Leistung nicht abrufen, haben wir kurz vor Weihnachten gesehen, als wir gegen Memmingen verloren haben.

 

 

 

Viona Harrer ist nach Olympia aus der Nationalmannschaft und aus dem Oberligateam der Tölzer Löwen zurückgetreten und hat Ihre Karriere beendet. Seit dieser Saison spielt sie bei Euch in Planegg in der Frauen Bundesliga als Abwehrspielerin. Wie war es für Euch, als ihr davon erfahrt habt?


Monika Bittner: Dass Viona ihre Torhüterkarriere nach Olympia beendet wird, war kein Geheimnis. Sie hat auch schon länger mit dem Gedanken gespielt in der Bundesliga als Verteidigerin spielen zu wollen. Insofern haben wir uns sehr darüber gefreut, mit Viona eine ehrgeizige und erfahrene Teamkollegin zu bekommen.

 

 

 

Wäre eine andere Position für Dich auch mal ein Thema? Oder hättest Du Lust dazu so etwas auszuprobieren?

 

Monika Bittner: Ich denke nicht, dass man mich irgendwann mal als Torhüterin oder Verteidigerin sehen wird.

 

 

 

Welche Ziele hast Du privat, beruflich und sportlich?


Monika Bittner: Sportlich möchte ich diese Saison mit der Nationalmannschaft erfolgreich abschließen und bei der WM ein gutes Ergebnis erzielen. Ende letzten Jahres habe ich mein Studium Bachelor of Arts in International Management erfolgreich abgeschlossen und bin momentan auf der Suche nach einem geeigneten Berufseinstieg im Bereich Marketing / Öffentlichkeitsarbeit.

 

 

5 Kurzfragen an Monika Bittner



Tor oder Assist? Ist beides sehr wichtig
Pizza oder Nudeln? Vor dem Spiel Nudeln
Captain oder Assistent? Ich bin weder Captain noch Assistent. Ist für mich persönlich auch nicht wichtig, denn ich bin eine Führungsspielerin und habe mir den Respekt der Mannschaft über die Jahre hart erarbeitet.
Strand oder Berge? Berge habe ich vor der Tür, weshalb ich im Urlaub gerne Strand bevorzuge
Hobbies? Tennis, Wandern, Mountainbike fahren

 

 


 


 

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