Interview mit Nationalspieler und NHL Star Christian Ehrhoff (Pittsburgh Penguins)

(Interview) Christian Ehrhoff ist einer der Top Verdiener in der NHL (National Hockey League) und begann seine Eishockeykarriere in der Juniorenabteilung der Krefeld Pinguine. In seiner ersten Profisaison 1999 wurde er mittels Förderlizenz hauptsächlich beim EV Duisburg unter Trainer Rico Rossi eingesetzt. Im darauffolgenden Jahr war er bereits Stammspieler bei den Krefeld Pinguinen in der DEL.

Beim NHL Entry Draft 2001 wurde er von den San Jose Sharks in der 4. Runde an 106. Stelle gezogen. Christian Ehrhoff nahm an einigen Trainingseinheiten in San Jose teil kam danach aber wieder zu den Krefeld Pinguinen zurück und konnte mit Krefeld im Jahr 2003 zusammen mit dem verstorbenen Robert Müller die Meisterschaft gewinnen. Nach dem Titelgewinn folgte der Wechsel in die NHL zu den San Jose Sharks für die er von 2003-2009 insgesamt 379 Mal in der NHL spielte und dabei 27 Tore erzielte.

 

Zur Saison 2009/2010 wechselte er dann zu den Vancouver Canucks, bei denen er sich sehr schnell zum Stammspieler entwickelte und bis zum Jahr 2011 in Kanada blieb. In der Saison 2010/2011 erreichte er seine Karrierbestmarke von 50 Punkten und war damit unter den 10 besten Verteidigern der NHL vertreten und traf im Fianle um den Stanley Cup auf seinen Nationalmannschaftskollegen Dennis Seidenberg von den Boston Bruins, die sich nach 7 Spielen durchsetzen konnten und somit Stanley Cup Sieger 2011 wurden. 


Es folgte der Wechsel zu den Buffalo Sabres, die Christian Ehrhoff einen exklusiven zenjährigen Vertrag mit einem Wert von 40 Mio. US Dollar verschafften und ihn damit zu einem der Top-Verdiener der NHL machten. Beim NHL Louckout im Jahr 2012 wechselte Christian Ehrhoff zu den Krefeld Pinguinen in die DEL zurück und erzielte in 32 Spielen 8 Tore und 18 Assists. Nach Beeindigung des Lockout stand er in Buffalo noch weitere zwei Jahre auf dem Eis, bevor sein langjähriger Vertrag frühzeitig aufgelöst wurde und er zu den Pittsburgh Penguins wechselte, bei denen er zusammen mit Marcel Goc und Thomas Greiss ein deutsches NHL Trio bildet.


International nahm Christian Ehrhoff an insgesamt 5 Weltmeisterschaften, dem Worldcup of Hockey 2004 und den Olympischen Spielen 2006 und 2010 für die Deutsche Eishockey Nationalmannschaft teil. Er bestritt bislang 77 Länderspiele (8 Tore und 19 Asists).

 



 

 

eishockey-online.com durfte mit dem Nationalspieler und Top NHL Spieler Christian Ehrhoff ein Interview machen.

 

Herr Ehrhoff, vorab vielen Dank, dass Sie sich die Zeit für das Interview nehmen. Wie geht es Ihnen, haben Sie sich in Pittsburgh bereits gut eingelebt?

 

Christian Ehrhoff: Ich habe mich ganz gut in Pittsburgh eingelebt, bin auch sehr gut von der Mannschaft aufgenommen worden und es macht viel Spaß hier.

 

 


Sie hatten ja in Buffalo einen langfristigen hochdotierten Vertrag und haben Sich da selbst „rausgekauft“, wie kann man das verstehen bzw. was bedeutet das?

 

Christian Ehrhoff: Ich habe mich nicht selbst aus meinem Vertrag gekauft. Buffalo hat dies für mich getan, in dem im letzten Lockout verhandelten Tarifvertrag gab es eine neue Regelung, bei der auf meinen Vertrag bezogen, Buffalo eine hohe Strafe gegen den Salary Cap (Gehaltsobergrenze) bekommen hätte wenn ich vor meinem Vertragende aufgehört hätte.

 

 


Wird in Pittsburgh Deutsch in der Kabine gesprochen, nachdem ja drei deutsche Spieler in der Mannschaft sind? So eine Situation gab es ja noch nie.

 

Christian Ehrhoff: Wir drei haben schon in San Jose zusammengespielt. In der Kabine reden wir aus Respekt vor den anderen Englisch. Wenn wir unter uns sind natürlich Deutsch.

 

 


Wer sitzt neben Ihnen in der Kabine?

 

Christian Ehrhoff: Rob Scuderi und Paul Martin.

 

 


Wie sieht denn so eine normale Woche bei Ihnen aus. Bitte beschreiben Sie mal unseren Lesern was so von Montag – Sonntag auf dem Schedule steht, damit wir einen Eindruck bekommen was in der NHL alles von den Spielern abverlangt wird.

 

Christian Ehrhoff: Bei uns ist keine Woche gleich, da der Spielplan immer etwas Anderes hergibt. Es kann also sein, das wir eine Woche am Stück auswärts sind, das heißt von Stadt zu Stadt fliegen oder auch mal eine ganze Woche am Stück daheim sind. Einen Tag in der Woche bekommen wir frei, das wechselt aber auch jede Woche abhängig wie gerade der Spielplan ist.

 

 

Getragene Trikots und Ausrüstungsgegenstände sind ja sehr beliebt bei Sammler und Fans. Wie ist das bei Ihnen? Legen Sie auf solche Dinge überhaupt Wert, wird jedes Trikot aufbewahrt? Bekommt jeder Spieler die Trikots geschenkt, oder gehen diese an den Verein zurück?

 

Christian Ehrhoff: Wir dürfen am Saisonende ein Trikot behalten, ich bewahre jedes Trikot auf.

 

 

Wie weit verfolgen Sie die Eishockeygeschehnisse in Deutschland? Bleibt dafür überhaupt Zeit?

 

Christian Ehrhoff: Ich verfolge schon was in der DEL abgeht, natürlich interessiere ich mich besonders für die Krefeld Pinguine.

 

 

Sie waren immer einer der wenigen Eishockey Nationalspieler, die wenn es möglich immer gerne zur Nationalmannschaft gekommen sind. Jedes Jahr sind die meisten unserer deutschen Spieler am Jahresende verletzt und sagen ab. Wird in der NHL wirklich bis zum „Umfallen“ gespielt und danach muss man sich auskurieren? Ich meine damit, dass während der Saison mit Verletzungen gespielt wird, die dann nach der Saison zu einer WM-Absage führen?

 

Christian Ehrhoff: Leider ist das schon so, bei 82 Spielen bleiben Verletzungen nicht aus und der Sommer ist die einzige Zeit um sich komplett zu regenerieren, gerade wenn es in Richtung Playoffs geht oder man sich in den Playoffs befindet, ist kaum einer zu 100% fit.

 

 

 

Sie sind ein richtiger Top-Verdiener in der NHL und haben den deutschen Fans nicht den Eindruck gemacht, dass Sie das persönlich verändert hat. Im Gegenteil, Ihr Engagement bei den Krefeld Pinguinen war sehr vorbildlich? Wie gehen Sie damit um?

 

Christian Ehrhoff: Sicherlich kann ich mir heute Dinge leisten, die ich mir früher nicht hätte leisten können, aber deswegen vergesse ich nicht wo ich herkomme und versuche Andere immer so zu behandeln wie ich auch behandelt werden möchte.

 

 

Ihre Rückennummer 10 ist ja eigentlich eine typische Nummer im Fußball für den Mittelfeldspieler. Haben Sie hierzu eine Geschichte?

 

Christian Ehrhoff: Ja, ich trage die 10 seitdem ich mit 6 Jahren mit dem Eishockey angefangen habe. Damals hatte mein Vater die Wahl zwischen 10 und 20 und er hat sich für die 10 entschieden.

 

 


Was möchten Sie den deutschen Fans zum Schluss mitteilen?

 

Christian Ehrhoff: Ich denke immer gerne an den Lockout vor zwei Jahren zurück, die Stimmung in den Deutschen Stadien ist etwas ganz Besonderes und ich hatte riesigen Spaß. Vielleicht gibt es nach dem Ende meines NHL Abenteuers ja noch mal ein Wiedersehen in Deutschland!?

 

 

5 Kurzfragen an Christian Ehrhoff


USA oder Deutschland?  Deutschland
Beer or Wine? Bier
Fußball oder Tennis? Fußball
Tor oder Vorlage? Tor
Was können Sie überhaupt nicht leiden? Schlechte Schiedsrichter Entscheidungen.

 

 



 

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