Interview mit Jochen und Patrick Reimer von den Thomas Sabo Ice Tigers

Reimer Jochen Patrick 2014 (Interview) Seit dieser Saison spielen bei den Thomas Sabo Ice Tigers das Brüderpaar Reimer wieder vereint, da zu Saisonbeginn der Torhüter Jochen Reimer vom EHC Red Bull München nach Franken gewechselt war, wo sein älterer Bruder Patrick bereits seit dem Jahr 2012 stürmt.

Jochen Reimer begann seine Karriere in der Juniorenbundesliga des ESV Kaufbeuren und wechselte dann in die Oberliga zum EA Kempten bevor er bei den Hamburg Freezers in der Saison 2004/2005 einen Vertrag als Backup-Goalie unterzeichnete aber noch zu keinem DEL Einsatz kam und überwiegend in Kaufbeuren in der 2. Bundesliga eingesetzt wurde.

In der Saison 2006/2007 wechselte Jochen dann zu den DEG Metro Stars und konnte auch sein DEL Debüt feiern, wurde jedoch mittels Förderlizenz bei den Moskitos Essen in der 2. Bundesliga eingesetzt. Als der Stammtorhüter Jamie Storr verletzungsbedingt länger ausfiel konnte Jochen Reimer ihn nach anfänglichen Schwierigkeiten gut ersetzen. Durch die Insolvenz der Moskitos Essen konnte Jochen beim neuen Kooperationspartner dem EHC München eingesetzt werden.

Im Dezember 2008 durfte Reimer erneut den verletzten Jamie Storr vertreten und überzeugte mit starken Leistungen und einer Top-Fangquote von 93,6%, was auch seinen Durchbruch in der höchsten deutschen Eishockey Liga bedeutete. Daraufhin bekam er ein Angebot von den Grizzly Adams aus Wolfsburg für die er von 2009-2011 im Tor stand und zusammen mit Daniar Dshunussow ein Torhüterduo bildete. Nach der Hauptrunde 2010/2011 wurde Jochen Reimer zum besten DEL Torhüter ausgezeichnet, dies konnte er im Trikot des EHC Red Bull in den nächsten Jahren noch weitere zwei Mal wiederholen, ehe er zur Saison 2014/2015 von der Isar nach Nürnberg wechselte.

 




Parick Reimer erlernte das Eishockeyhandwerk ebenfalls beim ESV Kaufbeuren, konnte sich auch in der Saison 2001/2002 bei der Profimannschaft des ESVK in der 2. Bundesliga durchsetzen. Im Jahr 2003 folgten dann die ersten Probeeinsätze in der DEL bei den DEG Metro Stars, zu denen er ein Jahr später dann wechselte. Patrick konnte sich schnell in der DEL behaupten und galt als einer der besten deutschen Nachwuchsspieler, was ihm auch den baldigen Einsatz in der Nationalmanschaft brachte.



Mit den DEG Metro Stars wurde er in der Saison 2005/2006 Vizemeister und einer der besten Spieler der Playoffs. Er erzielte auch das letzte Tor an der Brehmstraße. Zur Saison 2012/2013 wechselte Patrick Reimer dann zu den Thomas Sabo Ice Tigers, wo er das Captain Amt übernahm und weiterhin zu einem der besten Stürmer der Liga zählt. Im Februar 2014 unterschrieb er vorzeitig einen Vertrag bis 2017.


Für die Deutsche Eishockey Nationalmannschaft nahm Patrick Reimer an zwei Weltmeisterschaften teil und feierte kürzlich beim Deutschlandcup 2014 in Münchn ein mehr als gelungenes Comeback.

 

 



 

eishockey-online.com Reporterin Birgit Eiblmaier hat sich mit Jochen und Patrick Reimer in Nürnberg zum Interview getroffen.

 

Jochen,  erst ein paar Fragen an Dich. Hast Du Dich schon in Nürnberg eingelebt?

 

Jochen : Ja auf jeden Fall. Die meisten Jungs kannte ich ja schon. Und natürlich habe ich mich im Vorfeld mit Patrick unterhalten aber ich bin jetzt voll und ganz in Nürnberg angekommen und find´s super.


 

War es eine Ehre für Dich gleich beim ersten Mal den Fan-Award zu gewinnen?

 

Jochen: Das war definitiv eine Ehre. Man versucht ja möglichst schnell zu überzeugen und dass mich die Fans gleich so schnell aufgenommen haben war natürlich schon toll.


 

Woher kommt Dein Spitzname „Joker“? Hat das was mit Kaufbeuren vielleicht zu tun?

 

Jochen: Nein, das ist ganz witzig eigentlich. Ich bin mit 19 nach Hamburg gegangen und da waren viele Nordamerikaner die sich sehr schwer getan haben meinen Namen auszusprechen. Ein Spieler, Greg Johnson, tat sich besonders schwer den Namen auszusprechen und er hat gesagt er nennt mich einfach „Joker“.  Und jetzt ist das seit 9 Jahren eben so. Mit Greg habe ich dann übrigens auch noch in Düsseldorf zusammen gespielt.

 

 

Wie empfindet Ihr Beide jetzt die neuen Regelungen oder die neue Aufteilung der Eisfläche?

 

Patrick:  Ich find´s gut!  In der Defensive heißt das natürlich dass man mehr abdecken muss weil der Raum von der blauen Linie bis zum Tor größer ist.  Aber auch in der Offensive ist das angenehmer wenn man mehr Raum hat, vor Allem auch im Überzahlspiel, auch wenn das bei uns momentan nicht ganz so funktioniert. Aber auch die neue Icing-Regel trägt mit dazu bei dass das Spiel schneller und attraktiver wird, und das sieht man ja auch.

 

Jochen: Das heißt für mich natürlich auch dass ich hinten mehr aufpassen muss. Aber jetzt, nachdem auch schon einige Spiele gespielt sind, sieht man deutlich dass mehr Tore fallen. Es gab ein paar Spiele mit deutlich hohen Ergebnissen. Das liegt einfach auch daran dass die Spieler mehr Zeit haben zu schauen, wie muss ich den Puck annehmen, wo ist eine Lücke – das macht´s für den Torwart nicht unbedingt leichter.


 

Mittlerweile sind schon einige Spiele gespielt, wie seht ihr die Saison bisher?

Jochen, ist man manchmal vielleicht auch etwas „sauer“ auf die Vordermänner?

 

Patrick: Es ist nicht alles schlecht, aber klar, wir stehen nicht da wo wir wollen. Aber die Tabelle ist recht eng, sowohl nach oben, aber als natürlich nach unten. Wir haben einige Spiele knapp verloren und bestimmt auch leichtfertig Punkte aus der Hand gegeben, aber wir haben aus unseren Fehlern gelernt. Das letzte Wochenende hat gezeigt dass wir auf einem guten Weg sind und da müssen wir jetzt einfach am Ball bleiben.


Jochen : Sauer ? - Nein. Aber klar ist man enttäuscht wenn man verliert. Uns hat die Konstanz etwas gefehlt, haben Punkte verschenkt und haben kurz vor Schluss noch Tore kassiert. Wir sind auch nicht zufrieden, aber an dem letzten Wochenende kann man anknüpfen und das werden wir auch tun.


 

Patrick, Du bist letztes Jahr zum „Stürmer des Jahres“ gewählt worden.

Jochen, Du wurdest auch schon mehrmals als „Goalie des Jahres“ ausgezeichnet.

Wie wichtig sind euch solche Auszeichnungen oder Statistiken wie Fangquote, Schüsse aufs Tor? Oder steht für euch das Team und Siegen im Vordergrund?


Patrick: Klar ist das für einen persönlich ein guter Gradmesser wo man gerade steht. Aber ich hab nichts davon wenn ich 40 Tore schieße und die Mannschaft am Ende nicht in den Playoffs steht. Da macht das Eishockey spielen dann auch keinen Spaß und ich bin ja auch kein Alleinunterhalter.

 

Jochen: Natürlich versuche ich  so wenig Tore wie möglich zu bekommen, aber der sportliche Erfolg für das Team steht auch für mich im Vordergrund.

 

 

Wie habt Ihr den Deutschland-Cup erlebt?

Patrick, Du warst ja sehr erfolgreich -  war das so etwas wie eine  „Initialzündung“?

Jochen konnte ja dieses Jahr leider nicht teilnehmen.

 

Patrick: Ja auf jeden Fall hat das neuen Auftrieb gegeben. Auch für mich persönlich damit ich zeigen dann dass ich berechtigerweise dabei bin – aber ich habe auch vorher mit Tray gesprochen und gesagt dass ich mich darauf freue dass ich dahin fahre weil ich weiß dass das manchmal einen neuen Schub wieder geben kann.


Jochen:  Ich habe eine Muskelverletzung in den Aduktoren und das muss erst wieder heilen. Das ist natürlich recht unbefriedigend weil es gerade nach der Pause wieder gut lief aber jetzt muss ich die Reha durchziehen um dann bald wieder spielen zu können.


 

 

Frage an Jochen. Was wärst Du geworden wenn Du kein Eishockeyprofi geworden wärst? Wie könnte „ ein Leben nach dem Eishockey“ für Dich aussehen?

 

Jochen: Ich habe sogar wie Patrick eine Ausbildung als Groß- und Aussenhandelskaufmann angefangen, sogar in derselben Firma. Aber für mich war schnell klar, das ist nichts. Ich hatte schon immer Sport als mein Ziel, am Liebsten natürlich Eishockey.Und da sehe ich auch meine Zukunft, in welcher Form auch immer. Trainer oder Manager das ist jetzt weniger etwas für mich, aber ich durfte auch schon einige Erfahrungen mit den Medien sammeln, das hat mir sehr viel Spaß gemacht. Das könnte ich mir gut vorstellen.

 


Wer ist der „Wildere“ von euch Beiden?


Patrick (lacht ): Ich glaube mittlerweile Jochen. Früher war ich der Wildere und habe es krachen lassen – manchmal auch sehr zum Leidwesen der Eltern. Aber das hat sich gedreht, jetzt ist Jochen der „Wildere“

 

Jochen: Ich weiß wann ich es krachen lassen kann und wann nicht. Mit mir kann man jeden Spaß haben und ich bin auch für jeden Spaß zu haben.

Patrick ( lacht wieder ) : Ja, jetzt bin ich mehr der „Spießigere“

 

 

 

Wenn Ihr nach dem Spiel in der Kabine die Musik, die gespielt wird, aussuchen könntet – was würdet Ihr auflegen?

 

Jochen ( lacht ): Ich bin mehr der Hip-Hopper, JC und so was. Die Jüngeren bei uns sind alle so auf dem House Trip – aber Musik wo keiner redet und keiner singt, das ist nichts für mich.


Patrick: Ich höre eigentlich alles aber so in die Richtung Rock – Die Toten Hosen, Metallica und solche Sachen. Wir haben so 2-3 DJ´s die immer Musik auflegen, die legen schon immer so Musik auf die jeder hören kann.

 


Ihr habt beide sofort spontan zugesagt als ihr gefragt wurde unseren Verein „eishockey-online hilft e.V.“ zu unterstützen. Aus welchem Grund ?

 

Patrick: Es ist wichtig, wenn man in einer gewissen Position ist und man mit wirklich einfachen Mitteln helfen kann dies zu tun. Man sollte Leute, die das mit Herzblut tun, unterstützen und mithelfen und wir tragen da gern unseren Teil dazu bei.

 

 

Vielen Dank für das nette Interview !

Wir wünschen Euch und Euren Familien schon jetzt eine frohe Weihnachtszeit, weiterhin viel Glück, sportlichen Erfolg und Gesundheit bzw. baldige Genesung!

 


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