Interview mit Julia Zorn, dem Captain der Eishockey Nationalmannschaft der Frauen

(Interview) Julia Zorn hat bislang über 127 Länderspiele für die Deutsche Eishockey Nationalmannschaft der Frauen bestritten und an 5 Weltmeisterschaften und den Olympischen Spielen 2014 in Sochi teilgenommen. Sie ist aktuell der Captain der Nationalmannschaft der Frauen. Julia Zorn begann im Alter von 6 Jahren mit dem Eishockeysport bei den Germering Wanderers wo Sie die Nachwuchsmannschaften durchlief und parallel ab der Saison 2003/2004 in der Frauenbundesliga Mannschaft des ESC Planegg spielte. Im  Jahr 2006 wurde Sie erstmals in die U18 Eishockey Nationalmannschaft der Frauen berufen.


Julia Zorn war bis zum Jahr 2008 als Torhüterin aktiv und wechselte ab dieser Saison als Feldspielerin in den Sturm, da es ihr "im Tor nicht mehr so viel Spaß gemacht hatte". Nachdem Sie als Stürmerin aktiv war entwickelte sie sich sehr schnell zu einer der torgefährlichsten deutschen Angreiferinnen und war bald darauf erneut im Aufgebot der Frauen Eishockey Nationalmannschaft.


Mit dem ESC Planegg konnte Sie in den letzten Jahren mehrere deutsche Meistertitel erreichen und neben dem Frauenpokal auch die Meisterschaft der EWHL und den EWHL Supercup gewinnen.

 



 

 

eishockey-online.com hat mit Julia Zorn, dem Captain der Eishockey Nationalmannschaft der Frauen ein Interview geführt.

 

Julia, Du bist der neue Captain der Eishockey Nationalmannschaft der Frauen, wie kam es dazu?

 

Julia Zorn: Die Entscheidung ist durch den Bundestrainer Benjamin Hinterstocker getroffen worden.

 

 

Du hast 2014 an den Olympischen Spielen in Sotchi teilgenommen, wie waren Deine Eindrücke?

 

Julia Zorn: Die Eindrücke dort waren überwältigend. Etwas von dem man bisher nur träumen konnte ist dort Wirklichkeit geworden.

 


Nach den Olympischen Spielen haben einige Spieler Ihre Nationalmannschaftskarriere beendet, wie gut ist Deiner Meinung nach der Nachwuchs? Können die Abgänge hier kompensiert werden?

 

Julia Zorn: Dadurch, dass es nun seit ein paar Jahren eine U15 und U18 Mannschaft gibt, können die jüngeren Spielerinnen bereits internationale Erfahrung in ihrer Vita aufweisen. Das ist für uns natürlich sehr hilfreich, auch wenn die Umstellung zur A-Mannschaft nochmal ein großer Schritt ist. Die bisherigen Maßnahmen haben uns allerdings gezeigt, dass wir mit der neuen Mannschaft auf einem guten Weg sind und die jungen Spielerinnen ihr Bestes geben die entstandenen Lücken zu füllen.


Welches Ziel habt Ihr für die nächste Weltmeisterschaft, ihr seid ja ein sehr junges Team?

 

Julia Zorn: Bisher haben wir uns noch kein konkretes Ziel gesetzt, aber wir wollen dort unser bestes Eishockey spielen. Primäres Ziel wird sicherlich erst einmal der Nicht-Abstieg sein, aber ein Turnier schreibt ja bekanntlich immer seine eigenen Regel, wir wollen dabei das Beste raus holen.

 


Vor und während Olympia war das Medieninteresse für die Frauen sehr groß, jetzt hat sich das wieder gelegt, wie seid Ihr damit umgegangen und wie ernüchternd ist es jetzt wieder mit wesentlich wenig öffentlichem Interesse?

 

Julia Zorn: Natürlich war das erhöhte Medieninteresse während der Olympischen Spiele eine Umstellung für uns, aber definitiv zum Positiven! Im vergangen Februar konnten wir dadurch auf unseren Sport aufmerksam machen. Dass es jetzt wieder weniger geworden ist war so zu erwarten und ist auf der einen Seite auch etwas ernüchternd, aber wir sind das gewohnt und können durch gute Leistungen weiterhin versuchen Werbung für uns zu machen.

 

 

Die Frauen Bundesliga scheint für Euch ja nicht gerade eine große Herausforderung darzustellen, wie ist es da mit den Spielen im Europäischen Wettbewerb?



Julia Zorn: Es ist nicht so, dass wir durch den Bundesligaspielplan spazieren können. Wir müssen in jedem Spiel hart arbeiten und unsere Leistung bringen um Punkte einfahren zu können. Nächste Woche geht es für uns in der Halbfinalrunde des European Women Champions Cup um einen der heiß begehrten Finalplätze. Dort werden wir sicherlich eine Top Leistung zeigen müssen, um den Meistern aus Frankreich, Dänemark und der Schweiz Parole bieten zu können. Spiele gegen die Top-Teams der Bundesliga haben uns aber schon einen ersten Wegweiser aufgezeigt, was uns dort erwarten wird.

 

 

Du warst ja lange Jahre als Torhüterin aktiv und hast es sogar im Kasten bis zur Nationalmannschaft geschafft. Wie kam es dazu dass Du Stürmer geworden bist?

 

Julia Zorn: Anfänglich war ich selbst erschrocken, dass es mir nach 14 Jahren Torwart auf einmal kaum noch Spaß machte, dann kam auch noch eine Sprunggelenksverletzung dazu. Als ich dann als Feldspieler ein bisschen am Eis war wusste ich, dass es das ist, was ich machen will. Meine damaligen Trainer haben mir diesen Schritt ermöglicht und mich in meiner Entscheidung unterstützt.

 


Wie schafft man eine solche Umstellung so eindrucksvoll und erfolgreich wie Du?

 

Julia Zorn: Ich hatte einfach sehr viel Spaß an der neuen Rolle. Aber man muss im Prinzip wieder ganz unten anfangen. Plötzlich spielt man nicht mehr sondern ist erst einmal wieder passiver Teilnehmer und in dem Sport in dem man bisher nicht so schlecht war ist man plötzlich wieder Anfänger. Geduld hat daher also definitiv auch dazu gehört.

 

 

Ihr habt auch nach Olympia mit Benjamin Hinterstocker einen neuen Trainer bekommen, was kannst Du über Ihn sagen, nachdem ja Peter Kathan über sehr viele Jahre die Frauen Nationalmannschaft gecoacht hat.

 

Julia Zorn: Herr Hinterstocker war ja bereits mehrere Jahre unser Co-Trainer, daher ist es ja kein neues Gesicht für uns. Herr Kathan hat im Deutschen Damen Eishockey wohl so viel bewegt wie kein anderer. Mit Benjamin Hinterstocker haben wir nun einen jungen, engagierten Trainer des modernen Eishockeys.

 

 

5 Kurzfragen an Julia Zorn

 

Lieblingsessen? Mamas Blumenkohlauflauf

Lieblingsgetränk? Mineralwasser

Hobbies? Meine Hündin

Wen würdest Du gerne mal kennenlernen? Claude Giroux

Was kannst Du überhaupt nicht leiden? Curry

 



 

Hier geht es zu den weiteren Interviews von eishockey-online.com

transfer banner klein

 

eishockey bilder banner klein

IIHF WM 2017

Aktuelle Interviews

28. April. 2017

5 Fragen an Nationalspieler Frederik Tiffels - Ein College Boy auf dem Weg zur Weltmeisterschaft

(Interview) (Christian Diepold) Die Vorbereitung auf die Eishockey Weltmeisterschaft 2017 in Köln/Paris befindet sich in der letzten Phase, es sind… mehr dazu...
18. April. 2017

Interview mit dem Nachwuchstalent von den Tölzer Löwen Julian Kornelli

(Interview) PM/Kürzel (Autor) Mit seinem Traumtor beim dritten Halbfinale (2017) gegen den ERC Sonthofen in der Verlängerung war Julian Kornelli… mehr dazu...
17. April. 2017

Interview mit Nationaltorhüterin Jenny Harss, die 2017 WM Geschichte geschrieben hat

(Interview) (Christian Diepold) Die deutsche Eishockey Nationalmannschaft der Frauen erreichte bei der Eishockey WM 2017 in Plymouth (USA)… mehr dazu...
09. April. 2017

Interview mit Stefan Tillert (Crocodiles Hamburg)

(Oberliga/Hamburg) (Karsten Freese) Als Christoph Schubert im vergangenen Jahr bei der Crocodiles unterschrieb, trat er einen Schritt zur Seite und… mehr dazu...
07. April. 2017

Interview mit Martin Sekera (EV Lindau)

(Interview) (Betty Ockert) Martin Sekera ist ein ehemaliger deutsch-tschechischer Eishockeyspieler der bis zu seinem 44. Lebensjahr in der Oberliga… mehr dazu...
07. April. 2017

Interview mit Ex-Nationalspielerin Monika Bittner (225 Länderspiele)

(Interview) (Tim Harrow) Mit dem Gewinn ihres 7. Deutschen Meistertitel hat Monika Bittner nach 14 Jahren (Frauen Bundesliga) Ihren Abschied vom… mehr dazu...

eishockey-online.com Shop

eol shop 300 254

Tabelle Fraueneishockey Bundesliga

Eishockey News Fraueneishockey

deb fin 07042017 5
08. April. 2017

Frauen Eishockey WM 2017 - Sensationeller 4. Platz für das DEB Team

(DEB Frauen) (PM) Die Frauen-Nationalmannschaft unterliegt Finnland im Spiel um Platz 3 der 2017 IIHF Frauen Eishockey-Weltmeisterschaft in Plymouth… mehr dazu...
deb usa 07042017 3
07. April. 2017

Frauen Eishockey WM 2017 - Niederlage gegen USA, Chance auf Bronze gegen Finnland

(DEB Frauen) (PM) Die Frauen-Nationalmannschaft unteliegt den USA im Halbinale der 2017 IIHF Frauen Eishockey-Weltmeisterschaft in Plymouth (USA)… mehr dazu...
3neue
05. April. 2017

Fraueneishockey - Saisonabschlussfeier mit Überraschungen bei den Hannover Lady Scorpions

(Frauen/Hannover) PM Am vergangenen Sonntag, den 01. April 2017, fand die Saisonabschlussfeier der Hannover Lady Scorpions statt, auf welcher noch… mehr dazu...
deb rus 04042017 1
05. April. 2017

Frauen Eishockey WM 2017 - Marie Delarbre´s Schuss für die Geschichtsbücher - HALBFINALE !

(DEB Frauen) (PM) Größter bisheriger Erfolg für die deutsche Frauen-Nationalmannschaft: Im 500. Länderspiel der Frauen-Nationalmannschaft bezwang das… mehr dazu...

Gäste online

Aktuell sind 713 Gäste online