Interview mit Bundestrainer Peter Kathan

Peter Kathan ist seit dem Jahr 2002 als Nachfolger von Rainer Nittel Bundestrainer der Deutschen Eishockey Nationalmannschaft der Frauen, mit der er neben zahlreichen Weltmeisterschaften auch an den Olympischen Spielen 2006 (Platz 5) teil nahm. Bei der letzten Weltmeisterschaft 2010 der Div. I in Ravensburg gelang ihm mit seiner Mannschaft der Wiederaufstieg in die Top Division.

Der Diplom-Trainer Kathan wurde in Bad Tölz geboren und war von 1964 - 1980 als aktiver Spieler beim SC Reichersbeuern und seinem Heimatverein dem EC Bad Tölz in der Oberliga tätig.

Bereits während seiner aktiven Laufbahn als Spieler engagierte er sich parallel dazu in Bad Tölz als Nachwuchstrainer. Seine erste Station war im Jahr 1978 in der Oberliga beim TEV Miesbach, die er drei Jahre lang betreute, ehe er zurück zu seinem Heimatverein Bad Tölz als Cheftrainer bis 1982 in der 2. Bundesliga ging. Bis zum Jahr 1988 war er zusätzlich als Honorartrainer für den Deutschen Eishockey Bund tätig.

Nach einem weiteren Wechselspiel zwischen dem TEV Miesbach und dem EC Bad Tölz, mit einer kleinen Zwischenstation beim TuS Geretsried unterschrieb Peter Kathan in der Saison 1993 als Cheftrainer beim ESV Kaufbeuren, die zu diesem Zeitpunkt in der Bundesliga spielten und mit Gründung der DEL (Deutschen Eishockey Liga) im Jahr 1994 in die neue Eliteklasse aufgenommen wurden.

Wie soll es anders auch sein, wechselte nach seiner ersten und letzten  DEL Trainerstation zurück zum EC Bad Tölz und zwei Jahre später zum ESC München bei denen sein jüngerer Sohn Peter Kathan jun. spielte. Die vorerst letzte Trainerstation im Herrenbereich war 2001 beim SC Riessersee in der 2. Bundesliga, bevor er die Nachfolge von Rainer Nittel als Bundestrainer der Deutschen Eishockey Nationalmannschaft der Frauen antrat.

Wer den gelernten Maschinenschlosser und Versicherungskaufmann kennt, der könnte sich durchaus noch einen letzten Wechsel zum EC Bad Tölz vorstellen, wenn er das Amt des Bundestrainers einmal niederlegen wird. Aber bis dahin vergehen hoffentlich noch ein paar Jahre.





Wir haben Peter Kathan im Rahmen des DEB Frauen Pokals in Berlin getroffen und das nachfolgende Interview geführt.


Sie waren sehr lange Trainer von diversen Männer Mannschaften. Wie kam dies zu Stande, dass Sie Bundestrainer der Frauen Nationalmannschaft wurden?

Kathan: Ich sollte eigentlich in Erding Trainer und Nachfolger von Erich Künhackl werden, aber nachdem ein Sponsor abgesprungen war, hat mich der Rainer Nittel gefragt ob ich sein Amt übernehmen möchte. Den Schritt habe ich mir dann zwei Tage zusammen mit meiner Familie überlegt und dann zugesagt.


Seit dieser Entscheidung ist ja eine lange Zeit vergangen. Wie sieht Ihre weitere Zukunftsplanung aus?

Kathan: Also bis zur Rente bleibe ich auf jeden Fall beim Fraueneishockey. Ich habe neben meiner Trainertätigkeit beim DEB weiterhin meine tägliche Arbeit in meiner eigenen Versicherungsagentur.


Wie geht es jetzt mit der Nationalmannschaft weiter ?

Kathan: Als nächstes haben wir in Füssen den Vorbereitungslehrgang auf die bevorstehende Weltmeisterschaft, bei dem sich normaler Weise noch zwei Spielerinnen in den Kader spielen können, aber bedingt durch die Verletzungen von Sophie Kratzer und die Absage von Marie Delarbre hat sich dies eigentlich erledigt.


Wie sind die Erwartungen an die bevorstehende Weltmeisterschaft?

Kathan: Das Ziel ist ganz klar der Klassenerhalt und um das zu Erreichen müssen wir entweder die Schweiz oder Schweden schlagen um nicht in die Abstiegsrunde zu gelangen.


Sie veranstalten in Füssen seit über 10 Jahren ein eigenes Eishockey Camp "Ladys Camp" ?

Kathan: Das Ladys Camp wurde ins Leben gerufen um mit den Einnahmen die U15 Mannschaft zu finanzieren. Dabei sind alle Trainer und Helfer ehrenamtlich ohne Gehalt tätig, so dass bis auf die normalen Unterhaltskosten der verbleibende Erlös direkt in die Kasse der U15 Nationalmannschaft fliesst. Seit letztem Jahr werden ja zwei Camps durchgeführt eines vom 19.07.-22.07.2012 in Braunlage und vom 12.08.-15.08.2012 in Füssen. Bei diesen Camps melden sich ganz unterschiedliche Frauen an. Ich habe z.B. dieses Jahr zwei Anmeldungen von Frauen die über 40 und über 50 sind und unbedingt dieses Camp besuchen möchten. Bei uns ist jeder willkommen der Eishockey spielen möchte, egal ob alt oder jung.


Was hat der Pokalwettbewerb für einen Stellenwert für Sie?

Kathan: Der Pokalwettbewerb ist für mich seit Jahren die schönste Veranstaltung im Fraueneishockey, da fast alle Mannschaften der Bundesliga vertreten sind und es zu keinen Absagen kommt. Es ist ein sehr schöner Abschluss der Saison und neben der Deutschen Meisterschaft auch noch einen Pokal zu gewinnen sollte für jeden Sportler auch einen Reiz haben. Wir sehen auch keine Ergebnisse mehr mit 12:0 oder 16:0 so wie dies oft in der Vergangenheit der Fall war und dies zeigt dann auch, dass sich die jährliche Arbeit mit den Spielerinnen auszahlt.


Welche Spielerin hat Ihnen beim DEB Pokal besonders gefallen?

Kathan: Andrea Lanzl ist in einer überragenden Form, dies überrascht mich zwar nicht aber es macht rießigen Spaß Ihr zu zuschauen, von solchen Spielerinnen hätte ich gerne mehr in der Nationalmannschaft.

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