Interview mit Rob Zepp (AHL)

(Interview) Der deutsche Nationaltorhüter und 5-fache Deutsche Meister mit den Eisbären Berlin, Rob Zepp ist nach der letzten Saison für viele überraschend mit einem Zwei-Wege Vertrag in die NHL zu den Philadelphia Flyers gewechselt. Vor kurzem hatte er sein Debüt im Farmteam den Lehigh Valley Phantoms in der American Hockey League (AHL).

 

Da die Flyers jedoch mit Mason und Emery bereits zwei Goalies im Kader haben, wird Rob Zepp zunächst bei den Phantoms als Starting Goalie eingesetzt. Zusätzlich soll der  erfahrene Keeper dem jungen Backup Goalie der Phantoms, Anthony Stolarz, ein Vorbild auf dem Weg zum NHL Profi sein. Eine Aufgabe, die er gerne übernimmt und die Stolarz voraussichtlich enorm weiterbringen wird. Besonders Zepps mentale Stärke war in wichtigen Spielen der Vergangenheit bereits oft entscheidend über Sieg oder Niederlage, davon kann ein junger Goalie nur profitieren!

 



 

eishockey-online.com Reporterin Angie Breuer hat mit dem 5-fachen DEL Meister (Eisbären Berlin) nach seinem Debüt in der AHL (American Hockey League) ein Interview geführt.

 

Rob, du bist jetzt schon eine Weile in Nordamerika, hast in der Saisonvorbereitung für die Flyers auf dem Eis gestanden, am letzten Wochenende warst du beim 5:2 Sieg der Phantoms im Tor. Hast du dich inzwischen wieder an die unterschiedlichen Bedingungen im Vergleich zu der DEL gewöhnen können, oder bereitet dir die Umstellung noch hier und da Probleme?

 

Rob Zepp: Mittlerweile habe ich mich daran gewöhnt. Ich kam zum Glück knapp drei Wochen vor dem Trainingscamp nach Nordamerika und konnte mich gleich mit den neuen Bedingungen bekannt machen, das hat mir vorallem bei den Vorbereitungsspielen sehr viel geholfen.



Es ist ja vorgesehen, dass du für Anthony Stolarz eine Art Mentoren-Rolle einnehmen wirst. Bei welchen Dingen gedenkst du dem jungen Goalie besonders weiterhelfen zu können. Welche Erfahrungen die du in deiner Karriere gemacht hast und die einem jungen Goalie noch fehlen sind es, die dich zum Vorbild machen?

 

Rob Zepp: Wir haben beiden einen sehr unterschiedlichen Spielstil und das wird ihm sicher helfen. Die Technik und die Ausgeglichenheit (Ruhe) sind dabei sehr wichtige Faktoren, die vorallem ein junger Goalie erst lernen muss. Ich habe mir diese Dinge im Laufe meiner Karriere meines Erachtens sehr gut angeeignet.

 


Wenn du die AHL mit der DEL vergleichst, wo siehst du die Unterschiede? Dass die Kluft zwischen NHL und DEL groß ist, ist ja bekannt, doch wie ist das Verhältnis zwischen AHL und DEL?

 

Rob Zepp: Ich denke die größten Unterschiede liegen beim Spielstil, meiner persönlichen Meinung nach sind diese das Resultat der unterschiedlich großen Eisflächen. In Nordamerika  ist das Eis wesentlich schmaler und kleiner als in der DEL. Durch die größere Eisfläche in der DEL kommt es zu zu mehr 3 on 2 oder 2 on 1 Situationen. In der AHL ist alles viel schneller auf begrenztem Raum, besonders auffällig ist das beim Spiel hinter dem und um das Tor herum. Durch den begrenzten Platz, der den Spielern zur Verfügung steht, müssen sie schnelle Entscheidungen treffen und die Pucks haben kürzere Distanzen zu überwinden. Hinzu kommt, dass ebenso bedingt durch die kleine Eisfläche, das Spiel hohe physische Ansprüche stellt. Aus allen Richtungen gehen die Pucks Richtung Tor und vor dem Tor ist immer viel los.



Rob, was war der ausschlaggebende Grund dafür, dass du ausgerechnet Goalie und nicht z.B. Stürmer geworden bist?

 

Rob Zepp: Mir macht es einfach großen Spaß die Verantwortung als wirklich "letzter Mann" zu haben. Die mentale Anspannung liegt mir einfach sehr gut.

 


Wenn du mal zurückdenkst, welches Erlebnis im Eishockey hat für dich die bleibendste Erinnerung hinterlassen?

 

Rob Zepp: Das ist schwierig, da könnte ich eine ganze Liste schreiben. Ich habe so viele Erfahrung in den verschiedenen Ländern und Clubs gemacht, die mich geformt haben. Natürlich sind die 7 Jahre in Berlin die beste Zeit gewesen, nicht nur wegen der 5 Meistertitel, sondern auch wegen der sehr guten Trainer. Ich konnte hier meine besten Spiele machen und dafür bin ich dankbar.




 


Im Laufe deiner Karriere hast du in einigen Ländern gelebt und gearbeitet, in Canada, Finnland, Deutschland und in den USA. Welche der jeweiligen Nationalhymnen kennst du auswendig? Singst du jedes mal mit?

 

Rob Zepp: Also ich habe ja die Deutsche & Kanadische Staatsbürgerschaft und deshalb singe ich immer bei beiden mit, die amerikanische Hymne kann ich natürlich auch.

 

Da wir gerade über Nationalhymen reden, bringt mich das zu meiner nächsten Frage. In den vergangenen Jahren warst du stets ein wichtiger Teil der Nationalmannschaft. Unabhängig von den schwankenden Leistungen des Teams, warst du immer zur Stelle für Deutschland im Tor zu stehen. Würdest du der deutschen Nationalmannschaft auch jetzt weiterhin zur Verfügung stehen? Vorausgesetzt, die Phantoms oder Flyers spielen zu der Zeit nicht gerade in den Playoffs und stellen dich frei?

 

Rob Zepp: Es macht mich immer sehr glücklich und erfüllt mich mit großem Stolz, wenn ich für die deutsche Nationalmannschaft spielen darf. Ob ich bei einer Weltmeisterschaft antreten kann, hängt jedoch immer von den aktuellen Gegebenheiten ab. Dazu zählen meine Leistungen auf dem Eis, meine Gesundheit, persönliche Umstände und natürlich der Zeitpunkt. Bevor man nicht den genauen Zeitpunkt kennt, kann man nicht mit absoluter Sicherheit sagen, ob man die Möglichkeit hat teilzunehmen oder nicht.


Hast du die CHL Spiele der Eisbären gesehen, verfolgst du das Geschehen in der DEL?

 

Rob Zepp: Ich verfolge die Eisbären auch hier in Amerika, aber nur die Highlights, es war mir bislang nicht möglich ein ganzes Spiel zu sehen.


 

Möchtest Du einen Gruß an die deutschen Eishockey-Fans richten?



Rob Zepp: Ich möchte allen danken, die mich in den letzten Jahren begleitet haben und zu mir gestanden sind, die vielen Fans, die auch jetzt weiter zu mir stehen um meinen Traum von der NHL zu erfüllen. Ich hoffe, dass dies nicht nur die Eisbären, sonder auch Deutschland stolz macht.

Einmal Eisbär immer Eisbär!



Wir wünschen dir viel Erfolg mit den Phantoms und dass es mit der NHL klappt!

 


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