Interview mit DEL Schiedsrichter Markus Schütz

Markus Schuetz Sr (Interview) Markus Schütz, 1979 in Rosenheim geboren, begann seine Karriere im Eishockeysport ähnlich wie Lars Brüggemann zunächst als Spieler. In der Bayernliga war er für den EHC Waldkraiburg aktiv, in der Oberliga dann für die Erding Jets, den ESV Bayreuth, den EV Ravensburg und die Starbulls Rosenheim. Mit den Teams aus Erding, Duisburg und Ravensburg stieg er in die 2. Bundesliga auf. In der 2. Bundesliga spielte er  für den EC Bad Tölz, die Erding Jets und den EV Duisburg. Mit den Starbulls Rosenheim konnte er dann auch in der DEL spielen. Zweimal wurde er eins Allstar - Game der ESBG berufen und er nahm in der U18 und U20 Mannschaft an der WM für Deutschland teil. Insgesamt war er 12 Jahre Profispieler, von 1997 bis 2008.

 

Im Jahr 2008 begann Schütz dann als Schiedsrichter im LEV Bayern. Seit 2010 ist er Schiedsrichter im DEB. Die Förderlizenz als Hauptschiedsrichter und die Berufung ins „Trainee - Programm“ für Schiedsrichter bekam er 2011. Seit 2012 ist er Hauptschiedsrichter, ein Jahr später bekam er seine Lizenz als IIHF Schiedsrichter und wurde bei der Jugendolympiade in Brasov/ROM eingeteilt. Er bestritt das Finale der DNL und das Finale in der rumänischen Liga.

 

Dieses Jahr wurde er von der Expertenwahl der Eishockeynews zum „Besten Schiedsrichter“ der DEL 2 und Oberliga Süd gewählt und er konnte sein erstes A-Länderspiel, Deutschland gegen Frankreich, pfeifen.

 

Am 14.09.2014 beschritt er dann sein erstes DEL Spiel in der größten Spielstätte für Eishockey in Deutschland, der Lanxess Arena, Kölner Haie gegen die Grizzly Adams aus Wolfsburg.

 



 

 

eishockey-online.com Reporter Sabrina Tesch hat mit Markus Schütz ein Interview geführt.

 

 

Markus, Du bist seit dieser Saison als Schiedsrichter neu in der Deutschen Eishockey Liga (DEL) aktiv, was waren Deine vorherigen Stationen als Schiedsrichter?



Markus Schütz: Mit dem Ausklingen der Spielerlaufbahn habe ich 2008 im Bayerischen Eissportverband als Schiedsrichter angefangen. 2010 kam ich dann zunächst als Linienrichter zum Deutschen Eishockey Bund. 2011 bin ich ins Traineeprogramm, einem speziellen Förderprogramm für Schiedsrichter, aufgenommen worden und seit 2012 bin ich fest als Hauptschiedsrichter im Einsatz.

 


Was waren die Beweggründe für Dich Schiedsrichter werden zu wollen?

 

Markus Schütz: Ohne Schiedsrichter gibt es kein Spiel. Mit Mitte 20 habe ich deshalb bereits die Entscheidung getroffen, nach der aktiven Laufbahn als Schiedsrichter weitermachen zu wollen. Es ist eine tolle Möglichkeit dem Sport eng verbunden zu bleiben und es ist eine verantwortungsvolle und wichtige Aufgabe. Und ich dachte mir, es kann als Schiedsrichter nicht von Nachteil sein, wenn du dieses Spiel seit der Kindheit tagtäglich gerne gespielt hast.

 


Gibt es große Unterschiede in der DEL zur DEL2 (aus Sicht der Referees)?

 

Markus Schütz: Der größte Unterschied für uns ist, dass in der DEL alle Spiele mit vier Schiedsrichtern und in der DEL2 die Mehrzahl der Spiele mit drei Schiedsrichtern geleitet werden. Somit ändern sich für uns komplett die Laufwege und das Stellungsspiel. Außerdem ist das Tempo in der DEL noch ein Stück höher. Da aber auch in der DEL2 das Niveau und die Anforderungen stetig steigen, werden auch hier in Zukunft immer mehr Spiele zu viert abgewickelt.

 

 

Was macht Dir als Schiedsrichter besonders Spaß? Wenn Du mal zwischen Streithähnen schlichten musst oder eher, wenn in einem Spiel nicht viel passiert?

 

Markus Schütz: Es ist eigentlich alles am Spiel. Eishockey ist einfach ein sehr intensiver und attraktiver Sport. Man ist mitten im Spiel dabei und wir als Schiedsrichter wollen als gute Dienstleister auftreten und versuchen, genau wie die Spieler auch, immer unsere beste Leistung abzurufen. Da ist es letztlich egal, ob es sich um ein ruhiges oder hitziges Spiel handelt.

 

Wie war Dein erstes DEL Spiel, das Du pfeifen musstest, Kölner Haie gegen Grizzly Adams aus Wolfsburg am 14.9.2014?

 

Markus Schütz: Es war schon ein außergewöhnliches Erlebnis, vor allem, wenn man gleich in der größten deutschen Arena zum Einsatz kommen darf. Da prasseln am Anfang schon viele Eindrücke auf einen ein und man muss sich erst mal zurechtfinden. Es war ein großer Vorteil, dass ich mit Lars Brüggemann, Andreas Kowert und Robert Schelewski drei erfahrene Kollegen dabei hatte, die mich hervorragend unterstützt haben. So haben wir eine gute Teamleistung abgeliefert.



Du hast selbst Eishockey gespielt, wie wirkt sich das auf Deine jetzige Position aus? Siehst Du manche Dinge anders, aus einer anderen Perspektive?

 

Markus Schütz: Es schadet schon nicht, zu wissen, wie die Spieler so ticken oder wenn man gewisse Spielsituationen antizipieren kann. Ich versuche auch viele Dinge über eine gute Kommunikation zu lösen oder im Vorfeld durch Kommunikation zu verhindern. All das schützt die Spieler aber nicht vor ihren Strafen, wenn ich sie als solche wahrnehme.

 


Was waren Deine schönsten Erlebnisse als aktiver Spieler?

 

Markus Schütz: Alle Stationen hatten etwas Schönes. Besonders in Erinnerung bleiben die Teilnahmen an der U18 und U20 Weltmeisterschaft, die DEL-Zeit in Rosenheim, der DEL-Aufstieg mit Duisburg und die zweimalige Teilnahme am ESBG Allstar-Game.

 


Wie sieht Dein Tag aus, wenn Du ein Spiel pfeifst und wie ist der Ablauf?

 

Markus Schütz: Wenn es sich um eine weite Anreise zum Spiel handelt, versuche ich nach Möglichkeit entweder einen Tag eher anzureisen oder nach dem Spiel zu übernachten, um mich optimal vorbereiten zu können. Bei Freitagsspielen kann es mitunter mal stressig werden, weil alle Schiedsrichter bis auf die drei Profis zusätzlich ihren Jobs nachgehen. Circa zwei Stunden vor dem Spiel sind alle Schiedsrichter im Stadion. Spätestens ab diesem Zeitpunkt steigt die Vorfreude aufs Spiel und wir besprechen gemeinsam die Abläufe und auf welche Dinge besonders zu achten ist. Denn wir wollen ja als Team gut funktionieren und zusammenarbeiten. Nachdem wir die Papiere kontrolliert haben, wärmen wir uns auf, ziehen uns um und bereiten uns auch mental auf das Spiel vor.

 

Wie bereitest Du Dich auf ein Spiel und die jeweiligen Mannschaften, die dann aufeinander treffen werden, vor?

 

Markus Schütz: Durch das Interesse an unserer Sportart bin ich eigentlich über die Ligen und Mannschaften immer ziemlich gut informiert. Ich finde es wichtig, mental gut vorbereitet zu sein und den gesamten Fokus auf das bevorstehende Spiel zu richten. Trotzdem ist es gut, auch in gewisser Weise locker zu bleiben.

 


Wie reagierst Du, wenn Du der „Buhmann“ als Schiedsrichter des Spiels bist? Macht Dir das zu schaffen, oder hakt man das einfach ab?

 

Markus Schütz: Das sind Dinge, mit denen ich mich gar nicht lange beschäftige. Man ist sich als Schiedsrichter schon bewusst, dass man nicht „everybody’s darling“ sein kann. Klar gibt es auch mal Spiele, wo ich selbst mit meiner Leistung nicht so zufrieden bin. Dann schaue ich mir einige Szenen noch einmal auf Video an und versuche, es im nächsten Spiel gleich wieder besser zu machen.

 



 

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