Interview mit Franz Reindl, seit 2014 Präsident des Deutschen Eishockey Bundes

 

Interview (München/HG) eishockey-online.com hat mit Franz Reindl, der seit 2014 Präsident des Deutschen Eishockey Bundes ist, über verschiedene Themen rund ums Eishockey gesprochen.

 

reindl franz 2019 cp

(Foto: Citypress)

 


 

Guten Morgen Herr Reindl, wie geht es Ihnen? Ich möchte mich als erstes bei Ihnen bedanken, dass Sie sich trotz der Wahlniederlage die Zeit für dieses Interview genommen haben!Bei der Wahl am 25. September hatten Sie erst im vierten und entscheidenden Wahlgang gegen Ihren härtesten Konkurrenten Luc Tardif verloren. Wie ist Ihre momentane Gefühlslage? Haben Sie diese Niederlage inzwischen schon verdaut?

 

„Eine Wahl zu verlieren ist ein demokratischer Vorgang den man zu akzeptieren hat. Natürlich war ich momentan, insbesondere nach dem Corona bedingten, doch sehr langen Wahlkampf, enttäuscht. Da fühlt man sich wie bei einer Play-Off Niederlage in Spiel 7, aber selbstverständlich habe ich Luc sofort gratuliert und mich über die erneute Wahl ins Council gefreut. Zwischenzeitlich hatten wir bereits ein sehr konstruktives und zielorientiertes 1. Council Meeting in Zürich.“

 

Hr. Reindl, Sie sind zweifellos eine Ikone des deutschen Eishockeysports. Wie würden Sie sich selbst beschreiben? Was ist das aus Ihrer Sicht zentrale Ereignis, welches Ihre Karriere am meisten geprägt/beeinflusst hat?

 

„Ich liebe Eishockey und habe mein Leben diesem Sport gewidmet. Besonders als Spieler und dann in 30 Jahren beim DEB als Trainer, Sportdirektor, Generalsekretär, WM-CEO und Präsident. In dieser Zeit durfte ich drei erfolgreiche Heim-Weltmeisterschaften in den Jahren 2001, 2010 und 2017 federführend begleitet. Knapp 80.000 Zuschauerinnen und Zuschauer fieberten beim Eröffnungsspiel der IIHF Weltmeisterschaft 2010 mit – ein unglaublicher Weltrekord, der mir mein Leben lang Gänsehaut bereiten wird. Besonders stolz bin ich natürlich auf die Silbermedaille 2018 und den Halbfinaleinzug 2021 unserer Nationalmannschaft.

 

Das gemeinsame, in 2014 entstandene DEB-Sportentwicklungsprogramms POWERPLAY 26 aller Clubs und LEV war ein entscheidender Schritt. Mit dieser Initiative konnten wir gemeinsam Deutschland in der Weltrangliste von Position 13 auf 5 verbessern, was uns auch die direkte Qualifikation für Peking 2022 sicherte. Ein persönliches Highlight war die sehr erfolgreiche Zeit als Präsident des neu gegründeten Team Europe zum NHL World-Cup of Hockey 2016, gemeinsam mit Ralph Krüger.“

 

Wie viel Spaß hat es Ihnen und Ihren damaligen Mitstreitern bereitet, den einzigartigen Dokumentarfilm „0,041 – das Eishockey Wunder von Innsbruck“ zu drehen? Ich selbst als Jahrgang 1963 zähle zur Generation, die dieses Zeitdokument mit Begeisterung gewürdigt hat.

 

„Das war eine Riesen-Gaudi all die ehemaligen Mannschaftskameraden wieder zu sehen, aber auch sehr emotionale Momente besonders um den gesundheitlich sehr angeschlagenen und mittlerweile leider verstorbenen Lorenz Funk.“

 

In Ihrer aktiven Karriere sammelten Sie fast annähernd so viele Punkte mit Toren als auch mit Assists (481 Tore/474 Assists). Wie ist diese beeindruckende Ausgeglichenheit mit Ihrer Spielweise zu erklären?

 

„Ich hatte schlicht viel Glück mit vielen, ganz, ganz tollen Spielern und Trainern zusammenarbeiten zu dürfen. Ohne ein gutes Team geht nichts im Eishockey!“

 

Wie fühlte sich die Ehrung als Top Scorer der 1. Bundesliga 1982 an? Was hat sich im Vergleich zu Ihrer Zeit heute verändert bei den Torjägern?

 

„Das fühlte und fühlt sich heute noch gut an. Die Konkurrenz war sehr groß und die Anzahl der Spiele im Vergleich zu heute geringer. Ohne mein Team und besonders meinem genialen Sturmpartner Ernst Höfner wäre das nicht möglich gewesen.“

 

Was verbindet Sie noch mit dem SC Riessersee, den Sie von 1988-1991 trainiert hatten?

 

„Sehr viel, die Tradition beflügelt die Zukunft. Ich bin immer noch im SCR AH Team auf dem Eis, Meine Tochter Franziska, Olympiateilnehmerin 2002, mein Neffe Buale Reindl, meine Großneffen Maxi und Flor haben dort gespielt und heute sind drei meiner Enkel beim SCR im Nachwuchs. Meine Familie und der SCR sind eng verbunden.“

 


 


 

 

Wie hoch ist die Wahrscheinlichkeit, dass eine WM wieder in Deutschland stattfinden kann nach 2010 und 2017?

 

„Wir haben, wie angekündigt, die WM-Bewerbung 2027/28 über die WM GmbH vorbereitet und sind bereits gut aufgestellt. Der DEB hat eine entsprechende Absichtserklärung bei der IIHF hinterlegt. 2022 muss die offizielle Bewerbung erfolgen um eine Chance zu haben. Die Konkurrenz ist sehr groß!!“

 

Sie waren erster CEO der unabhängigen Deutschen Eishockey Liga DEL; wie haben Sie dieses Amt wahrgenommen? Wie muss sich der Fan das vorstellen? Würden Sie sich für diese Funktion erneut zur Verfügung stellen?

 

„Die damaligen Strukturen im deutschen Eishockey sind mit den heutigen nicht mehr zu vergleichen. Das war ein richtungsweisender Schritt für den Teamsport in Deutschland. Andere Verbände wie Fußball, Handball oder Basketball haben nachgezogen. Für mich ist das nichts mehr. Gernot Tripcke DEL, Rene Rudorisch DEL2 und Markus Schubert Oberligen und DEB Spielbetrieb, machen einen super Job.“ 

 

Sind Sie zuversichtlich, was die neue Saison in der PENNY-DEL angeht vor dem Hintergrund des Inzidenzwertes bundesweit? Was versucht die Organisation der PENNY DEL, damit jeder Standort gleichberechtigt behandelt wird und es nicht zu Standortkrisen kommt?

 

„Das ist eine Frage, die uns alle im Eishockeysport umtreibt. Ich weiß, dass Spieler, Clubs, Ligen das Beste aus den teilweise sehr unklaren und ständig wechselnden Umständen machen. Deshalb bin ich zuversichtlich, dass wir das hinbekommen.“

 

Würden Sie in Ihrem Leben etwas ändern? Wenn Sie einen ganz speziellen Wunsch frei hätten, was würden Sie sich wünschen?  Sie sind ja 1954 geboren, das Jahr, in dem Deutschland zum ersten Mal Fußballweltmeister in der Schweiz geworden ist.

 

„Mein Lebensglück ist meine Familie, besonders meine Frau Clivia. Mein Wunsch wäre, dass Neid, Missgunst und teilweise Hass in unserer Gesellschaft zurückgedrängt wird und der Umgang miteinander sich wieder normalisiert.“

 

Vielen Dank, Franz Reindl, für das Gespräch.

 

 


 


 

Weitere interessante Links:

www.deutschlandcup.de - Alle Informationen über den Eishockey Deutschland Cup seit 1987.

www.eishockey-deutschland.info - Alle Eishockey Weltmeisterschaften, Olympische Spiele seit 1910 bis heute.

 


 


 

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