Interview - Durch die Hauptrunde der Straubing Tigers mit Stephan Daschner (Teil 1)

 

(DEL/Straubing) (MA) Eine Rückschau auf die Saison der Straubing Tigers, auf eine Spielzeit die Höhen und Tiefen hatte. Der Verteidiger Stephan Daschner gibt uns dabei noch einmal einen Einblick, wie die Saison aus seiner Sicht verlaufen ist. Dazu kommt der Ausblick, wie die Mannschaft in der neuen Spielzeit aussehen kann. Heute Teil 1 der Rückschau, mit der Vorrunde und die Zukunft des Trainer Gespanns. (28.04.21)

 

(Foto: City Press) Stephan Daschner im Zweikampf gegen Münchens Christopher Bourque

 


 

Nicht nur für die Spieler der Straubing Tigers endete nach dem Aus in der Overtime gegen die Adler Mannheim eine Saison, die so schnell keiner vergessen wird. Am Ende werden auch die Verantwortlichen hinter den Kulissen froh sein. Es wurde eine Spielzeit mit vielen Hürden über die Bühne gebracht. Zuerst stand im Sommer alles auf “Go”. Doch dann kam es immer dicker für die Organisation der Tigers.

Champions Hockey League verschoben und später ganz abgesagt. DEL-Start verschoben. Alles war wieder auf Anfang, was für Straubing bedeutete: Unterbruch der Vorbereitung, die schon vieles versprechen ließ. Teilweise flogen Spieler wieder nach Hause. Phasenweise wurde sogar der Ausfall der kompletten Saison kolportiert.

 

Als dann doch das Startsignal kam, ging alles sehr schnell. Eine kurze Vorbereitungsphase und zwei gute Leistungen gegen die Ligagrößen München und Mannheim ließen gutes verheißen. Es kam anders. Die Tigers hatten Schwierigkeiten mit dem Rhythmus, kamen nicht in die Gänge und leisteten sich teils haarsträubende Leistungen. Sicherlich muss man die Süd-Gruppe im Nachhinein als die stärkere ansehen.

Unerklärliche Auftritte vor allem gegen Nürnberg brachten jedoch die Fans auf die Palme. Tiefpunkt war dabei wohl die 3:2 Niederlage, als man nach vierzig Minuten gegen den Tabellenletzten mit zwei Toren führte, sich aber noch die Butter vom Brot nehmen ließ. Der Aufschwung kam ausgerechnet in einer Phase, in der immer mehr Spieler das Lazarett füllten. Zeitgleich ging die Serie gegen die Nord-Gruppe los. 

Als wenn man den Schalter umgelegt hätte, verloren die bis dahin Auswärts schwachen Tigers bis zu den Playoffs nur noch ein Spiel in der Ferne. Mehr noch, denn die Tigers kochten die Nordlichter reihenweise zu null ab. Ein völlig neues “Wir Gefühl” war auch vor den Bildschirmen zu spüren und das Team um Coach Tom Pokel schaffte es im letzten Drittel, im letzten Spiel in die Playoffs.

 


Über den Saisonverlauf haben wir uns mit Stephan Daschner unterhalten.

Herr Daschner, die Straubing Tigers legten vor allem zu Beginn der verkürzten Saison einen mäßigen Start hin. Ist man hier schon zu einer Erkenntnis gekommen, warum es am Anfang größere Probleme gab?


Stephan Daschner: “Die einzige Erklärung, die ich dafür habe, liegt daran, dass wir lange nicht wussten wie es diese Saison abläuft. Wir haben viel Zeit im Sommer investiert, um auf den Punkt fit zu sein, dann wurde alles immer weiter nach hinten verschoben. Da mussten wir einen Weg finden um das Niveau zu halten. Das war natürlich nicht so einfach für jeden. Unsere Liga war auch die einzige, die so spät angefangen hat.”

 

Was von Beginn an sicherlich ungewohnt war, dass man vor leeren Rängen spielte. Inwiefern hat das euch beeinflusst?

 

Stephan Daschner: “In den ersten Spielen war es nicht so leicht, da mussten wir zuerst mit der Situation klarkommen. Man hörte auf einmal jede Anweisung, auch die des Gegners. Das war eine große Umstellung, denn zu Hause fehlte die Unterstützung und Auswärts kann man sich vor gegnerischen Fans auch puschen. Aber die Situation war natürlich für alle gleich.”

 


 


 

Es war dann schnell klar, dass man dem vierten Platz hinterherläuft, weil die Ergebnisse und auch die Spielweise nicht stimmten. Der Tiefpunkt war sicherlich die Partie in Nürnberg, als man eine 2:0 Führung im letzten Drittel aus der Hand gab. Gab es da irgendwann mal einen Zeitpunkt wo sich die Mannschaft gesagt hat, so kann es nicht weitergehen?

 

Stephan Daschner: “Ich denke der größte Wendepunkt in der Saison war da, wo uns auf einen Schlag viele Spieler durch Verletzungen gefehlt haben. Ich war einer davon und konnte erst wieder nach knapp vier Wochen eingreifen. In dieser Phase war das Lazarett groß und dadurch mussten die anderen Jungs mit den Kräften Haushalten. Von da an haben wir dann auch unser Spiel etwas einfacher gehalten und wieder mehr Spiele gewonnen. Das zerrte zwar an der Kraft, aber in dieser Zeit wurde der Grundstein für das Erreichen des Viertelfinales gelegt.”

 

Sie sprechen es an, es war dann der Vergleich mit dem Süden vorbei und plötzlich als hätten man den Schalter umgelegt, klappte es gegen den Norden auch Auswärts. Hat die Mannschaft hier durch die längeren Reisen mit Übernachtung nochmal besser zusammengefunden? 

 

Stephan Daschner: “Es fiel genau in die Zeit, in der wir dezimiert waren. Durch den Vergleich mit der Nord-Gruppe und neuen Gegnern war man vielleicht noch einmal zusätzlich motiviert, weil man die Teams noch nicht kannte. Wir sahen die Chance, die verlorenen Punkte wieder reinzuholen und hatten dann auch gleich einen guten Start in Krefeld und Düsseldorf. Das Selbstvertrauen kam in die Mannschaft zurück. Wir hatten zwar einzelne Spieler, bei denen es die Saison durch immer gut lief, aber im Durchschnitt hat das Team das Niveau von der Vorsaison nicht erreicht.” 

 

Nun muss man auch ehrlicherweise sagen, dass die Tigers kein Top 3 Team sind, oder?

 

Stephan Daschner: “Das nicht aber wir haben am Ende der Saison als Mannschaft noch einmal richtig zusammengefunden. Wenn man dann das Viertelfinale sieht, haben wir eine große Mannschaft des deutschen Eishockeys an der Nase herumgeführt. Das muss man einfach so sagen. Ich würde jetzt nicht behaupten, dass Mannheim absolut verdient das Halbfinale erreicht hat. Wir haben es vielleicht auch nicht mehr verdient, aber mit dem Kader und dem Geld, was uns zur Verfügung steht, haben wir deutlich mehr auf die Beine gestellt in den drei Spielen. Es war diese Saison vielleicht nicht alles so gut wie erhofft, aber am Ende haben wir noch einmal richtig gutes Eishockey gezeigt.”



Zur Zukunft der Mannschaft: Die Trainer


Der Erfolg der Straubing Tigers in den letzten drei Jahren ist unmittelbar mit Tom Pokel in Verbindung zu bringen. Seine Herangehensweise an die Anforderungen passt genau zu Straubing. Immer wieder ist vom “Tigers-Hockey” die Rede. Er konnte eine Mannschaft formen, die bei den Fans gut ankommt und auf dem Eis fast immer eine Chance hat, das Spiel zu gewinnen. Wie man Jason Dunham kennt, sollte der Vertrag schon in trockenen Tüchern sein, es sei denn Tom Pokel selber möchte einen neuen Weg einschlagen. Mit Co-Trainer Rob Leask, Torwarttrainer Manuel Litterbach, Athletik-Trainer Giovanni Willudda und Development-Trainer Billy Trew dürften die Tigers hier ebenfalls gut aufgestellt sein. Die Zeichen stehen gut, dass man dieses Coaching Team auch in der neuen Saison wieder in Straubing sehen wird.

 

Morgen folgt Teil 2 mit den Playoffs und die Zukunft der Spieler bei den Straubing Tigers.

 

 


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Weitere interessante Links:

www.deutschlandcup.de - Alle Informationen über den Eishockey Deutschland Cup seit 1987.

www.eishockey-deutschland.info - Alle Eishockey Weltmeisterschaften, Olympische Spiele seit 1910.

 


 


 

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