Interview mit Ex-NHL Spieler Alexander Sulzer

 

(Interview) (Jörg Reich) Lesen Sie unser aktuelles Interview mit dem Ex-NHL und Nationalspieler Alexander Sulzer, der nach seiner aktiven Laufbahn Geschäftsführer der Spielervereinigung SVE ist. Sulzer stand in 131 Partien in der NHL für die Teams Nashville Predators, Florida Panthers, Vancouver Canucks und Buffalo Sabresauf dem Eis. Für die Nationalmannschaft bestritt er 64 Länderspiele und nahm an zwei Olympischen Spielen (2006, 2010) teil. 

 

sulzer cp 2019

(Foto: Citypress)

 


 

Die Spielervereinigung der Eishockeyspieler gibt es nun schon einige Monate. Wie ist der aktuelle Stand in Sachen Mitglieder? Wie groß ist der Zuwachs und der Anteil der Spieler aus DEL, DEL 2 und Oberliga?

 

Der Zuspruch ist seit Gründung sehr gut und wir wachsen stetig. Dieses Wachstum möchten wir auch im Jahr 2021 erhalten, um die Stimme der Spieler zu stärken.

 

 

Die DEL 2 und die Oberligen haben begonnen zu spielen, die DEL wird es im Dezember tun. Für die Spieler auf jeden Fall positiv, dass ein Spielbetrieb gewährleistet ist, auch wenn man diese Saison mit vielen Einschränkungen leben muss. Es war und ist immer noch eine schwierige Situation für die Spieler. In wie weit war die Spielervereinigung in diese Entwicklung rund um den Saisonstart involviert?

 

Bei den Ausschusstreffen von Liga und Gesellschaftern saßen wir nicht am Tisch. Davor und danach waren wir aber stets intensiv involviert, haben viele Gespräche mit den Offiziellen geführt, Fragen gestellt und Anregungen mit auf den Weg gegeben. Auch mit Fans und Fanbeauftragten haben wir uns gut und gerne ausgetauscht, denn auch hier konnten wir als SVE wichtige Perspektiven in den Prozess einbringen. Die meiste Kommunikation fand logischerweise in Richtung der Spieler statt. Wir waren also definitiv involviert. Die lobenden Worte von Herrn Arnold für die SVE vor kurzem haben wir natürlich zur Kenntnis genommen. Das bestärkt uns natürlich in unseren Tun und unseren Plänen für die Zukunft.

 

 

Die Spieler müssen mit Gehaltseinbußen leben und haben zum größten Teil auch Verständnis für die Clubs, dass es nicht ohne zu tun der Spieler weitergehen würde. Es gibt aber auch Beispiele, bei denen man als Spieler sicherlich kein Verständnis aufbringen kann. In den letzten Tagen gab es Clubs, die fordern Spieler zum Gehaltsverzicht auf, verpflichten aber Spieler munter weiter und das mehr oder weniger ohne wirklich Bedarf dafür zu haben. Unverständlich und nicht seriös oder wie ist ihre Meinung dazu?

 

Aus Sicht der SVE wäre es natürlich wünschenswert, dass die Clubs nicht mehr Spieler verpflichten als tatsächlich nötig.

 

 

Die DEL war lange Zeit nicht in der Lage zu spielen. Da könnte man sich jetzt auch eine grundsätzliche Frage stellen, was muss das Deutsche Eishockey und vor allem die DEL für die Zukunft ändern? Wäre es für das Gesamte Deutsche Eishockey nicht besser, einen gewissen Niveauverlust in den Ligen hinzunehmen, aber dafür mehr auf Deutsche Spieler zu setzen. Sechs Kontingentspieler in der DEL würden doch ausreichen?

 

Hier sehen wir uns als Stimme der Spieler aber nicht in der Position eine solche Frage zu beantworten, denn wir sind die Vertretung für alle Profi Eishockey Spieler in Deutschland. Ob Ausländer oder Deutscher, Jung oder Alt, alle Spieler finden in der SVE Gehör und Unterstützung.

 



 

Die U-Regelungen in der DEL und DEL 2 sind sicherlich gute Ansätze junge Spieler besser zu fördern, und den Übergang vom Nachwuchs in die Profiteams zu erleichtern. Gerade in der DEL 2 funktioniert das ganz gut, in der DEL sind die Eiszeiten für junge Spieler oftmals aber eher überschaubar. Den U-Regelungen geopfert wurden und sollen auch weiter Stellen für Deutsche Spieler über 23 Jahren, die Anzahl der Kontingentstellen soll nach bisherigen Plänen aber vorerst nicht reduziert werden. D.h. immer mehr Deutsche Spieler die älter als 23 Jahre sind, müssen um Arbeitsplätze in der höchsten Deutschen Eishockey-Liga bangen. Das kann Ihnen und der Spielervereinigung ganz sicher nicht gefallen?

 

Hier sehen wir uns als Stimme der Spieler aber nicht in der Position eine solche Frage zu beantworten, denn wir sind die Vertretung für alle Profi Eishockey Spieler in Deutschland. Ob Ausländer oder Deutscher, Jung oder Alt, alle Spieler finden in der SVE Gehör und Unterstützung.

 

 

Richten wir einen Blick auf die Saison 2021/2022.Einige Clubs werden diese Saison auf den ein oder anderen Kontingentspieler verzichten. Wäre nicht genau jetzt der richtige Zeitpunkt die Anzahl der Kontingentspieler dauerhaft zu verringern und diese Anzahl ab der Saison 2021/2022 auf sechs je Club zu beschränken? In der DEL 2 gibt es ja viele talentierte Spieler, die das Niveau hätten in der DEL zu spielen, diese Chance nicht oder nur eingeschränkt bekommen.

 

 

Das ist allein aufgrund bestehender Verträge aktuell nicht möglich und ansonsten verweise ich auf meine Worte zur Rolle der SVE und den Dingen, die das Eishockey in Zukunft zur Sicherung der Existenz tun sollte.

 

 

Die Nachwuchsarbeit hat sich in den letzten Jahren in Deutschland stark verbessert, Strukturen wurden verändert, die Trainerausbildung verbessert. Der DEB hat viele Dinge weiterentwickelt und dort war vor allem Stefan Schaidnagel derjenige, der ständig versucht hat die Sportart in Deutschland nach vorne zu bringen. An seine Grenzen stößt er bzw. der Verband dann immer in Gesprächen mit der DEL, wenn es um wichtige Themen geht, wie inzwischen vor allem das Thema Anzahl der Kontingentspieler. Die Spielervereinigung dürfte ähnliche Interessen wie der DEB haben, in wie weit kann man da gemeinsam versuchen, auf die DEL und ihre Clubs einzuwirken?

 

Wir sind eine Spielervereinigung für alle Spieler und nicht nur die deutschen Spieler. Das möchte ich nochmals betonen und unser aller Interesse, von Fans über Club bis hin zu DEL und DEB, ist es, dass Eishockey in Deutschland eine starke Sportart mit Zukunft ist.

 

 

Gibt es konkrete Überlegungen oder Planungen in Gespräche mit der DEL, der DEL 2 und dem DEB zu gehen um dieses Thema, das ja die Spieler und Mitglieder der Spielervereinigung betrifft, für die Zukunft ab der Saison 2021/2022 anzugehen? Dies wäre ja jetzt, da der Spielbetrieb für die Saison 2020/2021 auch in der DEL geregelt ist, der vielleicht richtige Zeitpunkt dafür?

 

Es gilt meiner Meinung nach zu bedenken, dass man die jetzt anlaufende Saison zu Beginn erst einmal beobachten sollte um Rückschlüsse zu ziehen. Funktioniert das aktuelle Konzept, können wir eine Saison durchspielen und wie sind die Gesamtentwicklungen in Deutschland? Wir haben derzeit glaube ich genug offene Fragen, die uns beschäftigen werden.




 

Weitere interessante Links:

www.deutschlandcup.de - Alle Informationen über den Eishockey Deutschland Cup seit 1987.

www.eishockey-deutschland.info - Alle Eishockey Weltmeisterschaften, Olympische Spiele seit 1910 bis heute.

 


 


 

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