Interview mit Headcoach Tom Pokel von den Straubing Tigers: „Das Team hat einen starken Charakter“

 

(Interview) (Markus Altmann) Wenn einen Tag vor Weihnachten für die Straubing Tigers die neue Saison startet, geht Headcoach Tom Pokel in seine vierte Saison bei den Niederbayern. Diese dürfte, wie für so viele, eine ausergewöhnliche werden, an die man sich aber gar nicht so sehr gewöhnen möchte. Die größte Herausforderung wird dabei die Wiederholung der letzten Saison werden.

 

tom pokel hf

(Foto: Heike Feiner)

 


Straubing hat unter der Leitung von Tom Pokel wieder zu einer Heimstärke gefunden, wie sie zuletzt wohl im Jahr des Aufstiegs war. Nur eine Liga höher, mit einem Etat der in keinster Weise eine Top drei Platzierung hergibt. Einer der wichtigsten Punkte sei dabei, der unbändige Wille und Charakter dieses Teams. Geformt von einem Trainer, der seiner Mannschaft stets den Glauben an sich selbst vermittelt und dabei auch noch attraktives Eishockey spielen lässt. Über dieses Team und die neue Saison haben wir uns mit Tom Pokel unterhalten.

 

Herr Pokel wie geht es ihnen?

 

Alles in Ordnung danke der Nachfrage. Ich musste nach meiner Ankunft ein paar Tage in Quarantäne verbringen und wurde auch getestet, aber es ist alles OK so weit.

 

 

Der Saisonstart wurde nun beschlossen und kommt immer näher. Nach langem Hin und Her, als der Start im September abgesagt wurde, dann nochmal die Absage im November, dazu die Verschiebung und Absage der Champions Hockeyleague, ist man am Ende einfach nur froh darüber, dass es jetzt wirklich losgehen kann?

 

Natürlich sind jetzt alle froh darüber, dass die Liga beginnt. Ich denke die letzten Monate waren eine große mentale Belastung für alle im Club, sowie auch für die Spieler und natürlich unseren Fans. Es wird jetzt auch ein paar Tage dauern, bis man wieder in seinen Rhythmus kommt.

 

 

Ein wichtiger Spieler hat während des Sommers unplanmäßig seine Karriere beendet. Wie schwer wiegt der Abgang von Jeff Zatkoff und welchen Stellenwert hatte er im Team?

 

Das ist kein Geheimnis, dass Jeff einen sehr hohen Stellenwert im Team hatte. Auf dem Eis war er, genau so wie in der Kabine, eine absolute Führungspersönlichkeit. Er ist ein hervorragender Mensch und ich kann seine Entscheidung durchaus verstehen und respektiere sie auch. Jeder muss in so einer schwierigen Situation auch über seine Zukunft nachdenken. Er war als Spieler ein absoluter Profi und hat das Team immer unterstützt, auch als er verletzt war. Es ist für eine Mannschaft immer wichtig eine gute Bindung zueinander zu haben und Jeff hat das entscheidend mitgeprägt.

 

 

Hatten sie zwischenzeitlich bedenken, dass auch noch weitere Spieler ihre Pläne, bei der unsicheren Lage, ändern könnten? Immerhin sind einige Spieler im Team in einem Alter, wo man sich über seine Zukunft ohne Eishockey langsam Gedanken macht.

 

Das wäre durchaus möglich gewesen. In so einer ungewissen Zeit wie dieser, muss jeder seine Möglichkeiten für die Zukunft auch selber einschätzen. Von daher habe ich höchsten Respekt für die Spieler, die ihre Entscheidungen so oder so treffen.

 

 

Der eine Torhüter geht, der andere kommt. Haben sie im Vorhinein schon ein paar Dinge über Mat Robson gewusst und welchen ersten Eindruck hat er auf sie gemacht?

 

Wir haben im Vorfeld schon über ihn gesprochen als möglichen Nachfolger für Jeff. Auch für Mat Robson war es keine einfache Zeit. Es gab nicht allzu viele Möglichkeiten für ihn zu trainieren und er musste auch, wie alle anderen, eine Pause einlegen. Aber er ist richtig happy, dass er jetzt hier bei der Mannschaft ist. Man sieht gleich, dass er ein Profi ist. Er hat die richtige Einstellung und den Ehrgeiz, um mit dem Team erfolgreich zu sein.

 



 

Nun hat die Vorbereitungsphase für die Tigers begonnen. Ist es ein Nachteil, dass noch nicht alle Spieler da sind und ist es wiederum ein Vorteil, dass sie nur wenige Neuzugänge in eine funktionierende Mannschaft einbauen müssen?

 

Nein ein Nachteil ist es nicht. Ich würde es durchaus als Vorteil sehen, dass wir einen starken Kern in der Mannschaft haben. Man muss natürlich gut mit den Neuzugängen arbeiten, dazu gehören auch Gespräche, aber weniger Neuzugänge sind hier durchaus ein Vorteil, weil die Situation eh nicht leicht ist für alle, bei so einer verkürzten Vorbereitung.

 

 

Herr Pokel 38 Spiele in 18 Wochen, dazu vermutlich noch ein paar Ausweichtermine, falls es zu Spielabsagen kommt. Wird die Belastungssteuerung zum wichtigsten Teil für die Trainer werden?

 

Ich möchte, dass die Jungs in erster Linie gesund bleiben und nicht dass durch Überbelastung größere Verletzungen entstehen. Wir werden da von Woche zu Woche die Belastung der Spieler steuern. Improvisation wird eine größere Rolle spielen. Da wird uns Woche für Woche einiges abverlangt werden und wir müssen uns darauf einstellen, dass nicht alles nach Plan laufen kann.

 

 

Wie viele Testspiele werden die Tigers bis zum ersten Punktspiel einplanen?

 

Genau kann ich das noch nicht sagen, da die Planung noch läuft. Es werden wohl ca. vier Spiele in der Vorbereitung werden, bis zum Auftakt gegen München am 23. Dezember.

 

 

Die Liga wird diese Saison in zwei Gruppen aufgeteilt. Dabei dürfte man in der Gruppe mit Mannheim und München die stärkere von beiden bekommen haben. Wie sehen sie die Möglichkeiten für die Tigers?

 

Ja nicht nur Mannheim und München auch Ingolstadt ist ein gutes Team. Dazu Nürnberg, Augsburg und Schwenningen, also das ist für mich ganz klar die stärkere Gruppe. Zumal die ersten drei der letzten Saison, mit den Adlern, München und uns dabei sein werden. Ich bin schon der Meinung, dass wir ein gutes Potenzial und auch die Mittel dazu haben, oben mitzuspielen. Aber die Gruppe ist definitiv die stärkere und es kann sich einiges ergeben in der Saison.

 

 

Herr Pokel eigentlich liegt eine unglaublich tolle Saison hinter ihnen. Platz drei erreicht, bereit für die Playoffs, dazu der Startplatz in der Championsleague und die erreichten Rekordmarken. Dann kommt auf einen Schlag das Saisonaus. Es folgt ein Auf und Ab in der Liga, das sich bis Weihnachten hinzieht. Gibt es da überhaupt etwas Positives für sie nach so einem Jahr?

 

Was ich positiv bemerken kann ist, wie das Team in dieser Zeit auf die Probleme reagiert hat. Es ist das zutage getreten, wovon wir immer gesprochen haben. Diese Mannschaft besitzt einen unglaublichen Charakter. Ich würde nicht sagen, dass viele andere so reagiert hätten wie unsere Jungs. All diese Themen die auf einmal über die Mannschaft hereingebrochen sind, mit dem Abbruch, dann die finanzielle Angelegenheit und keiner konnte wirklich sagen, wie es weitergeht.

 

Das war nicht einfach. So wie mein Team das alles gepackt hat, davor habe ich vor jedem einzelnen großen Respekt. Sie haben es nie schwieriger gemacht, als die Situation schon war. Das ist eine starke Eigenschaft von diesem Team und stimmt uns alle positiv.

 

 


 

Weitere interessante Links:

www.deutschlandcup.de - Alle Informationen über den Eishockey Deutschland Cup seit 1987.

www.eishockey-deutschland.info - Alle Eishockey Weltmeisterschaften, Olympische Spiele seit 1910 bis heute.

 


 


 

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