Nationalspielerin Anna Fiegert auf der Hockey Academy in Ontario

Anna Fiegert ScanlonDie Nationalspielerin Anna Fiegert bekam vor kurzem ein komplettes Stipendium an der Minnesota State University (Mankato) und wird die nächsten vier Jahre kostenlos an der Uni studieren und in der NCAA (höchste Amateurspielklasse) profeesionelles Eishockey spielen.

Der Weg der gebürtigen Landshuterin führte über die Scanlon Creek Hockey Academy (Barrie/Ontario), einer Art Internat, die den Eishockeyspielern aus der ganzen Welt ein sechsmonatiges Eishockeyprogramm und während der zehn Monaten den Besuch einer Privatschule ermöglicht. In dieser Zeit können die Schüler sich auf die amerikanischen Universitäten vorbereiten.

Anna Fiegert konnte sich bereits in der ersten Saison als Leaderin des Girls Intermediate AA (U20) Team der Scanlon Creek Hockey Academy in den Vordergrund spielen, so dass einige Universitäten (NCAA) auf Sie aufmerksam wurden. Der Coach der Minnesota Uni flog persönlich nach Kanada um sich Anna anzusehen und ihr dann im Dezember das Angebot des Stipendium (full-scholarship) zu unterbreiten.



 

Wir haben uns mit der 14-fachen Nationalspielerin, die bereits an drei U18 Weltmeisterschaften teilgenommen hat unterhalten.


Wie war das für Dich als Du das Vollstipendium bekommen hast?


Anna: Es war einfach ein umwerfendes Gefühl. Es hat zwar schon ein bisschen gedauert bis ich das alles realisieren konnte, aber nach einer Zeit ist mir dann klar geworden, dass soeben einer meiner größten Träume in Erfüllung gegangen ist und sich die ganze harte Arbeit voll und ganz ausgezahlt hat!


Wann geht es an der Minnesota Universität für Dich los?

Anna: Dieses Jahr im August beginnt für mich meine erste Saison sowie mein erstes Semester an der MNSU.



Wie bist Du überhaupt zur Scanlon Creek Hockey Akademie gekommen?

Anna: Zwei meiner jetzigen Trainer an der SCHA haben mich bei einem Turnier in Boston gescoutet, bei dem ich letzten Sommer Dank meiner Eltern teilnehmen konnte. Sie haben mich dort direkt angesprochen und innerhalb zwei Wochen habe ich dann entschieden den Schritt nach Kanada zu wagen.  


Kannst Du uns sagen was Dich der Aufenthalt bei der Academy gekostet hat, bzw. wie so eine Finanzierung aussieht ?


Anna: Ich hatte wie gesagt das Glück, dass meine jetzigen Trainer mich bei dem Turnier spielen sehen haben und mir daraufhin auch angeboten haben mir finanziell mit einem Teilstipendium unter die Arme zu greifen. Ich bin sehr froh sagen zu können, dass ich die besten Eltern der Welt habe, die genau wissen was ich will und die mich bei allem unterstützen was ich mache. Das hat es mir dann letztendlich möglich gemacht das 6-monatige Programm zu finanzieren.


Bitte beschreibe uns mal die Hockey Academy, die Organisation, den Wochenplan, dass sich unsere Leser ein Bild von diesem "Elite Internat" machen können?

Anna: Man kann hier auf der Akademie zwei verschiedene Programme belegen. Entweder das 6-monatige, welches Sinn für Spieler wie mich macht, da ich ja meinen Schulabschluss schon habe und nicht mehr zur High-School gehen muss. Diesen Spielern, den so genannten „PG’s“ („Post Graduates“) wird ein SAT-Kurs angeboten, für den man jeden Werktag 1 ½ Stunden die Schulbank drücken muss. Das ist sehr hilfreich da jeder der in den USA auf eine Universität gehen will diesen allgemeinen Test ablegen muss.

 

Ansonsten hat man an der Akademie Vollverpflegung. Unterkunft zusammen mit den Mitspielern (jeweils zweier Zimmer), Wäscheraum, großes Bad, Dining hall. Treppe runter und man ist in der Schule. Noch eine weitere Treppe runter und man kommt zu dem Raum wo wir uns sehr viel aufhalten: unser eigener Kraftraum. Im „Keller“ gibt es außerdem noch ein Filmezimmer mit großer Couch und Fernseher, ein Spielezimmer mit Tischtennis du allem möglichen.

 

Ein normaler Tag an der Akademie würde ungefähr so aussehen:

 

7:00 Uhr Aufstehen

7:30 Uhr – 8:45 Trocken-/Kraft-training im Kraftraum

8:50 Uhr – 9:10 Frühstück in Dining Hall

9:15 Uhr – 11:30 Schule für High-School-Schüler (PG’s haben in der Zeit frei)

12:00 Uhr – 12:30 Mittagessen Dining Hall

12:35 Uhr – 13:50 Unterricht für High-School Schüler / SAT Kurs für PG’s

14:15 Uhr Snack in Dining Hall

14:30 Uhr – 14:45 Bus zur Eishalle

15:30 Uhr- 17:00 (manchmal 17:15) Eistraining

18:00 Uhr Abendessen Dining Hall

18:30 Uhr Study Hall für High-School Schüler (Hausaufgaben werden unter Kontrolle erledigt)

 

Danach Freizeit, meistens gehen wir nochmal in den Kraftraum um an Dingen zu arbeiten die wir verbessern wollen. (Stick-Handling, quick feet etc.) Spiele und Turniere stehen so gut wie jedes Wochenende auf dem Plan, und wenn mal frei ist, wird immer für ein Freizeitprogramm gesorgt.

 


Welche Richtung studierst Du jetzt an der Minnesota Uni?

Anna: Ich möchte Sport Management studieren. Der Studienganz klingt interessant für mich, das lasse ich aber auf mich zukommen!


Wie ist das geregelt mit der deutschen Nationalmannschaft? Musst Du Heimflüge zu Länderspielen etc. selbst bezahlen oder spielst Du jetzt erstmals nicht mehr für die DEB Auswahl?

Anna: Ich werde natürlich weiterhin Teil der Nationalmannschaft bleiben soweit das der Bundestrainer will. Normalerweise werden die Flüge dann vom DEB bezahlt wenn ich einberufen werde, aber damit muss ich auch erstmals meine Erfahrungen machen, es ist ja erst mein erstes Jahr in Übersee.


Welchen Rat kannst Du jungen Eishockeyspielerinnen geben?


Anna: Arbeitet hart und haltet an Euren Träumen fest. Es zahlt sich am Ende aus, bleibt hartnäckig und ich garantiere Euch ihr werdet Euer Ziel am Ende erreichen. Es ist nicht einfach, aber es ist es wert!


Wie geht es eigentlich nach den vier Jahren an der Universität weiter? Gibt es die Möglichkeit weiterhin in den USA Eishockey zu spielen, oder ist eine Rückkehr nach Deutschland unausweichlich?

Anna:
Ich glaube in der Hinsicht wird es eher unausweichlich sein nach Deutschland zurückzukommen. Für die meisten ist nach der Uni Schluss mit Eishockey da es noch keine professionelle Liga in den USA für Frauen gibt. In Kanada gibt es eine „professionelle“ Liga, jedoch auch ohne Bezahlung.

Soweit will ich aber noch gar nicht denken, das ist immerhin noch vier Jahre hin und in einer so langen Zeit kann so einiges passieren!

 


 


Mehr Informationen über die Scanlon Creek Hockey Academy finden Se im Internet unter...

 

 

 





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