Interview mit Straubing Tigers Kapitän Sandro Schönberger

 

(Interview) Markus Altmann) Sandro Schönberger trägt in Straubing seit dem Jahr 2012, mit Ausnahme der Saison 2014/2015 das "C" auf der Brust und bestritt bislang 491 DEL Partien für die Tigers in denen er 56 Tore und 76 Assists verbuchte. 

 

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(Foto: Thomas Hahn)

 


Die Länderspielpause im November gibt den Managern und Trainern die Möglichkeit ein erstes Fazit von der Saison zu ziehen. Diese dürfte bei den Straubing Tigers sehr positiv ausfallen. Ein „Up and Down“ gab es bisher nicht, die Leistungen waren kontinuierlich hoch, die neuen haben sich schnell eingefügt und die Fans honorieren den Spirit der Mannschaft. Berücksichtigt man die Größe des Etats, gehören die Niederbayern nach wie vor zu den sogenannten kleinen in der Liga. Schaut man genauer hin, gibt es jedoch gute Gründe für den Tabellenplatz im oberen Drittel der Liga.

 

Zum einen ist es Tom Pokel gelungen ein Team auf die Beine zu stellen, das sich nicht scheut Kampf, Leidenschaft gepaart mit Spielfreude und dem nötigen Killerinstinkt zu entwickeln. Zum anderen haben es alle Verstanden, Verantwortung zu übernehmen und die Last auf viele Schultern zu verteilen. Zuletzt ließen sich die Tigers nicht einmal durch Verletzungen aufhalten. Wir haben uns über den Stand der Dinge bei den Tigers mit dem Kapitän Sandro Schönberger unterhalten.

 

Keiner im aktuellen Kader ist länger bei den Straubingern. Sandro gilt als Teamplayer und harter Arbeiter, der sich immer im Dienst der Mannschaft stellt. Neun Spiele fehlen dem gebürtigen Weidener noch zur Marke von 500 in der DEL bei dem er bisher 56 Tore und 76 Vorlagen für seinen Club erzielte. Die freien Tage wusste der Familienmensch und Hundeliebhaber gut zu nutzen und über die deutsche Meisterschaft hat er sich, als bekennender Schalke Fan, auch so seine Gedanken gemacht.

 

Sandro wie hast du die freie Zeit genutzt? 

Sandro Schönberger: Wir waren in Bad Tölz bei den Schwiegereltern, denn unsere kleine Tochter ist dort auch getauft worden und konnten somit ein paar schöne Tage mit der Familie verbringen.

 

 

Die Länderspielpause kommt ja vor allem für angeschlagene Spieler genau richtig, aber wenn man so einen Lauf hat, würde man da nicht gerne weiterspielen?

Sandro Schönberger: Obwohl es sehr gut lief für uns, kam die Pause gerade recht. Wir hatten auch ein paar angeschlagene Spieler die jetzt wieder zurückkommen und wir alle konnten den Akku wieder aufladen. Jetzt kommt auch eine sehr intensive Phase bis Weihnachten und wenn dann alle wieder dabei sind, kann es uns nur gut tun.

 

 

Jetzt bist du als Kapitän jemand, der natürlich zu allen einen intensiveren Kontakt hat und auch ein Bindeglied zum Trainer. Hast du irgendwann gespürt, dass es diese Saison noch besser laufen könnte?

 

Sandro Schönberger: Viele Spieler aus der letzten Saison sind geblieben und die neuen haben sich sehr schnell eingefügt und haben auch gleich eingeschlagen. Dass es gut laufen könnte, wenn wir verletzungsfrei bleiben, hab ich mir schon gedacht, jedoch hatte ich es nicht erwartet, dass es noch besser laufen würde.

 

 



 

Unter deine Rolle als Kapitän fällt auch, neue Spieler zu integrieren. Musstest du letzte Saison Überstunden machen?

 

Sandro Schönberger: Ja letzte Saison war einiges zu tun für uns. Ich bin da aber nicht allein, alle die schon länger da sind haben ihren Teil dazu beigetragen, dass sich die neuen Spieler gleich wohlfühlen in der neuen Umgebung.

 

 

Dagegen war es diese Saison bei nur vier Neuzugängen, quasi ein Teilzeitjob. Tim Brunnhuber hat dich kürzlich erwähnt, dass du ihm den Anfang erleichtert hast. Wie gehst du an die Sache ran?

 

Sandro Schönberger: Dieses Jahr war es etwas leichter für mich, Benedikt Kohl z.B. kenne ich schon länger und Tim Brunnhuber ist im Sommertraining bei uns eingestiegen. Da ist es natürlich wichtig, sich etwas um die Angelegenheiten der Jungs zu kümmern, Fragen zu beantworten und die jungen Spieler etwas an die Hand zu nehmen.

 

 

Jetzt bist du der Spieler, der hier die meisten Trainer miterlebt hat. Kannst du da Tom Pokel etwas einordnen?

 

Sandro Schönberger: Die Trainer kann man so nicht wirklich vergleichen, jeder Typ ist auch etwas anders. Der eine war etwas lauter, der andere etwas leiser oder einer ist mehr ein taktisch geprägter Trainer und wiederum ein anderer geht mehr auf die Motivationsschiene. Tom Pokel hat alles davon, sein System funktioniert und die Einstellung auf den nächsten Gegner ist immer top.

 

 

Es gab bei den Tigers Zeiten, da tat man sich schwer drei Tore in einem Spiel zu erzielen. Jetzt ist man aktuell die offensiv stärkste Mannschaft und stellt immer wieder viele verschiedene Torschützen. Wie erklärt man sich das?

 

Sandro Schönberger: Zum einen hat es natürlich mit dem System, das wir spielen wollen zu tun. Wir hatten bisher aber auch noch nie so ein gutes Material an Spielern zur Verfügung. Als ich zu den Tigers gestoßen bin, waren wir mehr eine Mannschaft, die hart gearbeitet hat. Jetzt haben wir Jungs im Team die auch sehr technisch versiert sind. Ich denke dass hier vor allem Jason Dunham einen guten Job gemacht hat, diese Spieler nach Straubing zu bringen.

 

 

Es gibt eine wirklich kuriose Statistik. Die besagt ihr seid die zweitunfairste Mannschaft der Liga, habt die zweitwenigsten Powerplays, schießt aber dafür die meisten Tore und befindet euch auf Platz zwei. In 17 Spielen bekam man kein einziges Mal weniger Strafen als der Gegner. Das gibt’s es wohl in keiner anderen Profiliga?

 

Sandro Schönberger: Schon eine etwas komische Statistik, von der ich bisher selber nichts gewusst habe. Trotzdem ist es so, dass wir versuchen müssen mehr von der Strafbank fernzubleiben. Allerdings zeigt uns diese Statistik, dass unsere Special-Teams in Unterzahl und Überzahl sehr gut funktionieren.

 

 

Das Team hat es geschafft, dass der Funke auf die Fans überspringt. Über 5000 kommen an einem Donnerstag zum Spiel. Souveräne Auftritte zu Hause. Schwenningen, München, Augsburg und Köln hat man mit mindestens vier Toren Unterschied geschlagen. Müsst ihr da manchmal aufpassen, um nicht abzuheben?

 

Sandro Schönberger: Wir dürfen nicht vergessen, wo wir herkommen. Wir wissen schon, dass wir nicht München oder Mannheim sind, können aber mit der richtigen Einstellung jeden schlagen. Fehlt uns diese, kann es auch sehr schnell in die andere Richtung gehen.

 

 

Eine Frage noch die alle Fans umtreibt. Wer wird deutscher Fußballmeister?

 

Sandro Schönberger: Oh deutscher Fußballmeister! Also bei Schalke habe ich die Hoffnung etwas aufgegeben, vielleicht wird’s aber wieder ein internationaler Platz. Zur Meisterschaft würde ich sagen, es wäre mal schön, wenn es ein anderer außer Bayern oder Dortmund wird. Gladbach vielleicht.

 

Sandro Schönberger könnte sich also im Fußball auch mal einen anderen Meister als die genannten Favoriten vorstellen. Da lohnt es sich auch mal zwischen den Zeilen zu lesen. Für die Niederbayern geht’s nach der Länderspielpause, bei der Tim Brunnhuber, Sven Ziegler und Marcel Brandt für die Nationalmannschaft aktiv waren, am Freitag zu Hause gegen die Krefeld Pinguin wieder los. Am Sonntag gastiert man bei den Rheinländern in Köln.

 

 


 

Weitere interessante Links:

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