Interview mit Robin Thomson und Nico Schnell von den Hannover Scorpions

 

(Interview) (LB) eishockey-online.com Redakteur Louis Biernacka traf nach dem Saisonspiel gegen die Tilburg Trappers, Nico Schnell und Robin Thomson von den Hannover Scorpions.

 

hannover robin schnell 2019

(Foto: l. Robin Thomson, r. Nico Schnell)

 


Nico Schnell kam aus dem Nachwuchs der Kassel Huskies und ist 20 Jahre jung. Er gilt als ein vielversprechendes Abwehrtalent, der Stück für Stück immer mehr Wichtigkeit bei den Scorpions erlangt. Die Nummer 9 der Hannoveraner ist ein taktisch kluger Defensiv-Verteidiger, der über ein gutes Auge verfügt.

 

 

Robin Thomson hat den Talentstatus nun schon etwas abgelegt mit 29 Jahren. Thomson kann in seiner Vita 80 DEL Spiele und 122 Spiele in der zweiten Liga verzeichnen. Der Deutsch-Kanadier durfte bereits von Größen wie Sascha Goc und Andy Reiss lernen. Auch private Einblicke ließ die sympathische Nummer 15 zu und vermeldete uns exklusiv sein neues Glück!

 

 

eishockey-online: Vielen Dank für eure Zeit. Das Spiel gegen Tilburg ist vorbei. Euer kurzes Statement bitte.

 

Robin Thomson: Es war große Werbung für das Oberliga-Eishockey. Das Spiel an sich, wir haben 3:1 geführt und sehr gut gespielt. Das es am Ende dann so ausgegangen ist, ist sehr unglücklich. Wir hatten große Chancen, die wir nicht genutzt haben. Es ist ärgerlich, dass wir seit langer Zeit mal wieder zu Hause gegen Tilburg verloren haben. Dann müssen wir sie halt in Tilburg schlagen (lacht).

 

Nico Schnell: Robin hat eigentlich alles gesagt. Es war Kampf und Spannung in der Partie, am Ende hat der Glücklichere gewonnen. Chancen hatten wir genug.

 

 

eishockey-online: Wie steht ihr allgemein zum Standort Tilburg in der Oberliga Nord? Ist ja ein Thema, was die Gemüter erhitzt.

 

Nico Schnell: Als Fan kann ich das verstehen. Als Spieler hab ich zwei Sichten. Mir persönlich macht der sportliche Wettstreit Spaß und man sieht, wo man steht und wie weit das Team ist. Regional gesehen gehören sie nicht in die Liga.

 

Robin Thomson: Meine Meinung ist ähnlich. Ich finde auch, dass unsere Ligen national bleiben sollen. Aber wie schon gesagt, wir haben hier eine starke Partie gesehen und es ist jedes Mal eine Herausforderung gegen sie zu spielen. Ärgerlich finde ich hingegen, dass sie dann in den Play Offs anderen Teams die Möglichkeit zum Aufstieg nehmen und sie nicht aufsteigen können.

 

 

eishockey-online: Die Saison ist zur Hälfte durch. Die Frage nach dem Zufriedenheitsgrad wäre zu einfach, daher frage ich, wo ihr das Verbesserungspotenzial seht.

 

Nico Schnell: Ich sehe da aktuell nichts Akutes. Wir haben uns von Spiel zu Spiel gesteigert. Klar hast du immer Kleinigkeiten, aber im Großen und Ganzen stimmt es.

 

Robin Thomson: Die Reihen harmonieren sehr gut. Es kommen immer wieder verletzte Spieler und die Reihen ändern sich. Aber es passt soweit. Klar kann jeder Spieler immer ein wenig mehr rausholen.  Besonders in unserer Siegesserie hat jeder Spieler eine gute Leistung abgerufen und jeder hat für den Anderen gespielt. Aber man darf nie zufrieden sein. Einige Spieler haben bereits höherklassig gespielt, das muss man auch immer wieder auf´s Neue beweisen.  

 

 

eishockey-online: Robin, du bist ein Spieler mit DEL Erfahrung. Siehst du eine besondere Rolle oder Position bei dir?

 

Robin Thomson: Ja ich habe eine gewisse Rolle inne. Die gefällt mir auch ganz gut und bereitet mir Spaß. Ich soll auf dem Eis defensiv absichern, aber auch meine Erfahrung weitergeben. Genau wie es mit mir damals gemacht wurde. Ich habe mit sehr guten Verteidigern zusammengespielt, Sascha Goc, Andy Reiss. Die haben mir halt einige Kleinigkeiten weitergegeben und jetzt bin ich an der Reihe genau das weiterzugeben. Mit Nico Schnell klappt das super. Der hat Hockeyverständnis. Ich erzähle es ihm ein Mal und er setzt teilweise direkt im Spiel um. Das macht dann noch mehr Spaß.

 

 

eishockey-online: Nico, wir kennen uns ja nun auch schon länger, du hast die Jugend in Kassel durchlaufen. Kamst dann zu den Hannover Scorpions per Förderlizenz, dann ging es zwischen Kassel, Harz und Berlin hin und her. Jetzt wieder bei den Scorpions. Wie wichtig ist der Faktor Scorpions in deine Laufbahn?

 

Nico Schnell: Ja sehr wichtig. Vor zwei Jahren in Langenhagen kamen wir in eine Mannschaft, die viele Verletzte hatte und wurden ins kalte Wasser geschmissen. Damals spielte ich mit Andrej Strakhov zusammen und der sagte mir "mach dies, mach das" und es klappte. Hatte gute Spiele dabei. Im Harz war es ein Auf und Ab. Bin nie richtig reingekommen durch diverse Verletzungen. Als dann im Sommer die Anfrage der Scorpions kam war ich mir schnell klar, dass ich unterschreibe. Ich kannte noch einige Spieler aus Langenhagen-Zeiten, das hat es natürlich erleichtert.

 

 



 

eishockey-online: Ihr habt euch ein Punktepolster nach hinten erspielt. Besteht die Gefahr, jetzt den Fuß etwas vom Gas zu nehmen?

 

Nico Schnell: Nein, absolut nicht.

 

Robin Thomson: Absolut gar nicht. Wir waren hatten ja schon mal ein Polster zur Novemberpause und haben dann gesehen, wie schnell das schmelzen kann. Selbst da hatten wir nicht den Fuß vom Pedal genommen und haben gesehen, wie schnell so ein Vorsprung weg sein kann. Da nun auch einige Spieler zurückkehren und der Kader auch nur eine gewisse Anzahl an Plätzen hat, muss man auch seine eigene Leistung immer wieder beweisen.Das ist ein sportlich guter Wettkampf, der einen gar nicht erst zu so einer Denkweise führt. Am besten nicht auf die Tabelle schauen und von Spiel zu Spiel gucken.

 

 

eishockey-online: Was seid ihr denn eigentlich so für Charaktere? Auf und Abseits des Eises.

 

Robin Thomson: Ich habe jetzt letztes Jahr mein BWL-Studium abgeschlossen. Habe jetzt angefangen in der Finanzbranche zu arbeiten. Parallel zum Eishockey, das lässt sich ganz gut verbinden. Ansonsten bin ich ein absoluter Familienmensch.

 

Nico Schnell: Ich habe Anfang des Jahres ein Fernstudium zum Fitnesscoach. Da schaue ich gerade, ob es mir gefällt. Bin aber positiv gestimmt. Bin ebenfalls ein Familienmensch, der seine freien Tage nutzt, die Familie und Freunde in der Heimat zu besuchen.

 

 

eishockey-online: Robin, ziemlich frisch verheiratet, French-Bulldog Papa, Tabellensituation auch gut. Es läuft aktuell alles ziemlich gut für dich, oder?

 

Robin Thomson: Ja genau, meine Frau und ich sind sehr glücklich. Haben uns einen kleinen Hund angeschafft namens Angus. Dazu kann ich vermelden, dass wir nun auch Nachwuchs erwarten und meine Frau in der zehnten Woche schwanger ist.

 

 

eishockey-online: Gab es in euren Karrieren sowas wie Schlüsselmomente, die euch beeinflusst haben?

 

Robin Thomson: Bedingt durch meinen Vater, war Eishockey immer präsent. Seitdem ich zwei Jahre alt bin stehe ich auf dem Eis. Wirkliche Schlüsselmomente waren die Verletzungen wo ich zwei Mal operiert wurde und jeweils elf Monate auf Eishockey verzichten musste. Da habe ich gesehen, wie es ohne Eishockey ist und das ist unvorstellbar für mich. Da habe ich es das erste Mal mitgekriegt und festgestellt, dass ich das nicht will.

 

Nico Schnell: Bei mir war es in Kindheit, wo drei Familienmitglieder verstorben sind und Eishockey immer für mich da war. Seitdem kann ich gar nicht mehr aufhören.

 

 

Fragenhagel

 

Euer Vorbild?
Robin Thomson: Mein Vater und Sascha Goc
Nico Schnell: Sven Valenti

 

Lieblings-NHL-Team?
Robin Thomson: Calgary Flames
Nico Schnell: Toronto Maple Leafs

 

Lieblings-Urlaubsort/land?
Robin Thomson: Kanada
Nico Schnell: Kassel

 

Lieblingsessen?
Robin Thomson: Chicken Wings
Nico Schnell: Nudelauflauf von Mutti

 

Wunschmitspieler?
Robin Thomson: Nico Schnell
Nico Schnell: Robin Thomson

 

 


 

Weitere interessante Links:

www.deutschlandcup.de - Alle Informationen über den Eishockey Deutschland Cup seit 1987.

www.eishockey-deutschland.info - Alle Eishockey Weltmeisterschaften, Olympische Spiele seit 1910 bis heute.

 


 


 

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