Interview mit Marc Hindelang: "Der Begriff Wettbewerbsverzerrung stört mich extrem!"

 

(Interview) (Mathias Funk) Marc Hindelang zählt zu den bekanntesten Sportgesichtern in Deutschland. Der 51- Jährige gebürtige Lindauer ist nicht nur bekannt aus Funk,- und Fernsehen, sondern seit September 2014 auch als DEB-Vizepräsident unterwegs. Auch die "Zocker" kennen die Stimme Hindelangs, war er von 2009 bis 2001 bei der NHL Serie von EA Sports als Kommentator engagiert. Marc Hindelang scheute sich nie der Öffentlichkeit, loste Gruppenphasen der Champions Hockey League und tat viel für eine erfolgreiche Durchführung der DEB Oberligen, was ihm bis Heute größten Respekt entgegenbrachte. 

 

Marc Hindelang2017 Kl

(Foto: DEB)

 


Ab Sommer 2018 leitet Marc Hindelang als Medienbeauftragter beim Fußball-Bundesligisten und DFB Pokalsieger Eintracht Frankfurt die medialen Geschicke, möchte aber weiter am Rande der Eisfläche tätig sein. Wie er das machen will, erklärte der Bayer vor der Weltmeisterschaft unseren Redakteur Mathias Funk in einem Interview.

 

 

 

Hallo Marc, schön dass du dir die Zeit nimmst um uns ein paar Fragen zu beantworten. Der DEB hat zuletzt sportlich starke Ergebnisse erzielt. Wie geht man damit um?

 

Marc Hindelang: In erster Line demütig. Die WM hat gezeigt, dass der Ausfall von vielen Leistungsträgern schwer zu kompensieren ist und ein Umbruch eben seine Zeit braucht.

 

 

 

Die A-Nationalmannschaft hat bei Olympia mit überragenden Partien die Silbermedaille errungen. Was war für dich ausschlaggebend für den Erfolg?

 

Marc Hindelang: Ein Team im wahrsten Sinn des Wortes, dass bis hin zu jedem einzelnen Staff- Mitglied funktioniert hat, eine Willenskraft, die ihresgleichen gesucht hat und im richtigen Moment auch etwas Fortune.

 

 

 

Lag es auch daran, dass die Stars aus der NHL nicht teilgenommen haben?

 

Marc Hindelang: Ich würde das nicht daran aufhängen – uns haben sie ja auch gefehlt. Und das Reservoir aus dem die Topnationen schöpfen konnten ist trotzdem immer noch größer als unseres.

 

 

 

Als Medaillengewinner der Olympischen Spiele geht man als einer der Favoriten in die anstehende WM in Dänemark. Gilt das auch für Deutschland?

 

Marc Hindelang: Nein, natürlich nicht. Jedes Turnier stellt einen vor neue Herausforderungen. Wir dürfen nie vergessen, wo wir herkommen und werden immer im Wettbewerb mit Nationen wie Dänemark, Lettland, Norwegen, Schweiz, Slovakei um den Platz hinter den Top 6 stehen.

 

 

Wichtige Spieler wie zum Beispiel Patrick Reimer haben ihre Karriere im Nationalteam beendet. Ein wichtiges Zeichen für die jungen Cracks im Team?

 

Marc Hindelang: Eine große Chance und mehr Verantwortung für die jungen Spieler, die jetzt an der Aufgabe wachsen können – was aber Zeit braucht.

 

 

 

Was hat sich verändert, seit Marco Sturm das Zepter in der Hand hat?

 

Marc Hindelang: Die Grundstimmung ist positiver geworden, das Team hinter dem Team auch – hier herrscht mehr Professionalität. Das viel, aber nicht allein mit Marco Sturm zu tun, hier muss man auch die Arbeit von Sportdirektor Stefan Schaidnagel hervorheben, der ein exzellenter Fachmann ist.

 

 

 

Der Deutschland-Cup verlässt Augsburg und wird künftig in Krefeld ausgetragen. Ein Gewinn?

 

Marc Hindelang: Ich denke schon. Krefeld ist eine der Eishockeystädte in Deutschland in einer Region, in der es viele Fans gibt. Es ist schön, dass diese dann auch mal während der Saison die Nationalmannschaft vor der Haustüre haben, zumal bei unserem wichtigsten Heim- Event des Jahres.

 



 

 

Kommen wir zur Oberliga. Die Tilburg Trappers sind zum dritten Mal hintereinander Meister geworden. Wie ist deine Meinung zum Thema “Tilburg”?

 

Marc Hindelang: Ein absoluter Vorzeigeverein. Wenn alle Vereine in Deutschland so arbeiten würden und eigene Spieler dieser Qualität hervorbringen würden, hätten wir ein paar Sorgen weniger.

 

 

 

Die Kritik an der Teilnahme der Holländer ist extrem hoch. Man spricht sogar von Wettbewerbsverzerrung. Sollte man den Trappers kommende Saison ein Aufstiegsrecht in die DEL 2 erteilen?

 

Marc Hindelang: In diesem Thema ist mir viel zu viel Polemik drin und der Begriff Wettbewerbsverzerrung stört mich extrem. Wenn die Wettbewerbsverzerrung darin liegt, dass ein nicht Aufstiegsberechtigter Verein einen schlägt, der aufsteigen möchte – dann ist es ebenfalls Wettbewerbsverzerrung, wenn Sonthofen oder Peiting dies tun, die auch keine Bürgschaft hinterlegt haben.

 

 

Als wir eine wackelige Oberliga Nord hatten, deren Zukunft mehr als offen war, haben wir die Trappers auf deren Bewerbung hin aufgenommen, um die Struktur zu stärken. Das ist gelungen. Diejenigen, die jetzt den Rauswurf fordern, sollten mal hinterfragen, was das für die Ligenstruktur bedeutet – und auch für die Kasse, wenn zwei Heimspiele fehlen.

 

Zuletzt diskutierten die Nord Oberligisten über das Thema und von 14 Vereinen waren 12 für die weitere Teilnahme. Die Gegner waren zwei Leute – davon einer nicht einmal ein Vorstandsmitglied – von Vereinen, die in der vergangenen Saison das Eishockey mit Protesten über Hosenfarben und kaputte Ventilatoren der Peinlichkeit preisgegeben haben. Das ist ein klares Votum für einen Teilnehmer, der ein herausragender Gastgeber ist und für die anderen eine sportliche Herausforderung. Kein Zweifel aber: Tilburg hat die Qualität, um in der DEL2 zu spielen – und ich denke auch, dass dafür die Zeit bald reif sein sollte, dies zu ermöglichen.

 

 

 

Die Oberliga ist in einen Süd,- Nord und Ost-Sektor geteilt. Welcher ist sportlich der stärkste?

 

Marc Hindelang: Schwer zu sagen. In der Spitze sind es Kleinigkeiten, die den Unterschied ausmachen. Vielleicht hat der Süden mehr Tiefe – aber das liegt auch daran, dass der Unterbau dort besser ist.

 

 

 

Nun zu dir. Du wechselst die Sportart und bist ab der kommenden Saison als Medienbeauftragter des Bundesligisten Eintracht Frankfurt unterwegs. Wie kam es dazu?

 

Marc Hindelang: Die Sportart wechsle ich ja nicht direkt, denn beruflich hatte ich vorher ja auch schon 30 Jahre mit Fußball zu tun. Frankfurt hat auf dieser Position jemanden gesucht und mich gefunden. Ich freue mich wahnsinnig auf diese neue Aufgabe.

 

 

 

Wirst du neben deiner Aufgabe bei den Hessen dem DEB weiterhin erhalten bleiben oder ist für dich damit das Thema Eishockey abgehakt?

 

Marc Hindelang: Ich werde mich wieder als Vize-Präsident zur Wahl stellen, dann aber sicher weniger Präsenz in der Geschäftsstelle haben, als bisher. Zum Glück gibt es moderne Kommunikationsmittel.

 

 

 

Kommen wir zum Schluss. Vervollständige folgenden Satz: In Dänemark wartet auf die deutschen Eishockeyfans die nächste große Party, weil......

 

Marc Hindelang: ...Unsere Fans zu den besten der Welt gehören und immer friedlich feiern – auch weil unser Team auf dem Eis immer alles geben wird.

 

 

 

4 Kurzfragen an Marc Hindelang:

 

Bodensee oder Mittelmeer? Bodensee

 

Der Deggendorfer SC in die DEL 2? Unbedingt. Einen Aufstieg muss man wahrnehmen, wenn es irgendwie geht

 

Der erste Gedanke zu Leon Draisaitl? Unglaublich wie gut der Kerl in seinem Alter ist.

 

Das größte sportliche Event was Marc Hindelang moderieren durfte, war? Die WM 2010 – mit den Spielen auf Schalke, dem Viertelfinale gegen die Schweiz und dem Halbfinale gegen Russland. Besser als das Champions League Finale…

 

 


 

Weitere interessante Links:

www.deutschlandcup.de - Alle Informationen über den Eishockey Deutschland Cup seit 1987.

www.eishockey-deutschland.info - Alle Eishockey Weltmeisterschaften, Olympische Spiele seit 1910 bis heute.

 


 


 

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