Interview mit Spielerberater Agentur L&P Sportsmanagement

 

(Interview) (Louis Biernacka) Zum zweiten Teil unserer Serie über den Beruf des Spielerberaters im Eishockey, hatte Eishockey-Online.com Redakteur Louis Biernacka die Möglichkeit, mit Daniel Lupzig und Lemar Sardozai von L&P Sportsmanagement zu sprechen. Der 28-jährige Daniel Lupzig ist aktuell selbst als aktiver Spieler beim EHC Timmendorfer Strand unter Vertrag und ist durch seine Kenntnisse und seinem Einfühlungsvermögen im operativen Geschäft von L&P unentbehrlich.

 

An seiner Seite hat er mit Lemar Sardozai einen angehenden Juristen, der sich selbst als sportverrückt betitelt und sich auch im Business als erfolgreicher Musiker bestens auskennt. Was die Beiden der aufstrebenden Agentur zu sagen und auch zu verraten haben, erfahrt ihr hier:

 

Interview Lp 07042018

(Louis Biernacka im Gespräch mit Daniel Lupzig und Lennar Sardozai)

 


Vielen Dank für eure Zeit. Wir möchten von euch ja gerne mehr wissen. Stellt euch mal vor, wie ist es zu dem Namen L&P Sportsmanagement gekommen?

 

Lemar Sardozai: Da muss man etwas in unseren Hintergrund gehen. Daniel macht gerade seinen Master in Psychologie, ich beende mein Jurastudium. Daher L für "Legal" und P für "Psychological". Das ist das, womit wir unsere Klienten überzeugen wollen. Wir sind nicht nur zwei Jungs, die jetzt gerne Berater spielen wollen, sondern wir wollen unsere Klienten an die Hand nehmen und bestmöglich versorgen.

 

 

Ihr habt euren Background schon angerissen, wie seid ihr denn zusammengekommen? Wie habt ihr euch gegründet?

 

Daniel Lupzig: Wir haben uns über unsere Partnerinnen kennengelernt. Lemar hat mir damals beim Umzug geholfen und man hat sich nach erledigter Arbeit bei ein paar Getränken ausgetauscht. Da haben wir dann den Entschluss gefasst, zeitnah gemeinsam in der Branche tätig zu werden. Der Mix aus der eigenen Karriere und dem Studium schien uns da optimal.

 

 

Eure Philosophie war euch dann auch umgehend klar?

 

Lemar Sardozai: In dem Business laufen auch einige Dinge falsch. Die Verbindungen ruhen auf beiderseitigen Vertrauen und da gibt es dann natürlich auch wie bei Freundschaften, Dinge die nicht so gut laufen. Wir wollen den Spielern auf der Beraterseite eine positive Konstante bieten. Wir sind nicht auf Quantitative aus, sondern glauben zu 100% an unsere Athleten und versuchen sie optimal und innovativ zu betreuen. Besonders in negativen Situationen versuchen wir die Spieler zu stützen und haben ein offenes Ohr.

 

Daniel Lupzig: Unsere Philosophie ist es junge und talentierte Spieler auf ihrem Weg zu begleiten und sie zu fördern. Wir sind 24/7 für sie da.

 

 

Was sind eure langfristigen/kurzfristigen Ziele? Besonders in Hinsicht auf die Größe.

 

Daniel Lupzig: Wir sind zwei Typen, die sagen "ganz oder gar nicht" und hängen uns voll rein. Wir hatten klare Ziele definiert, aber wie das BUsiness nun mal so ist, überschlagen sich die Ereignisse. Wir definieren unseren Klientenstamm, dass dieser nicht zu groß wird ist klar, da wir immer noch direkt bleiben wollen. Wir möchten uns 100% um den Spieler kümmern. Das sehen wir auch als langfristiges Ziel.

 

Lemar Sardozai: Klar ist es unser Ziel, es zeitnah in Vollzeit machen zu können. Aber unsere Prinzipien wollen wir dafür nicht verwerfen.

 

 

Was macht euch am meisten Spaß an dem Job? Jeder hat ja etwas, was ihn antreibt.

 

Daniel Lupzig: Ich bin einer der gerne redet und kommuniziert. Durch das Netzwerk, was man als Spieler erhält, kann man natürlich schneller Manager oder Trainer kontaktieren. Daher sehe ich da meinen Antrieb.

 

Lemar Sardozai: Genau, ich bin eher dann so der Typ, der im Background die Fäden zieht. Ich bin im Vertragswesen und in den Verhandlungen tätig, scoute aber auch aktiv mit.

 



 

Wie sieht denn euer Arbeitsalltag aus? Das ist ja nicht unbedingt der Nine-to-five Bürojob.

 

Lemar Sadozai: Richtig. Das gibt es so nicht. Es ist ein 24 Stunden Job. Ich habe gestern noch um 1 Uhr Nachts eine Nachricht erhalten, wo mein Handeln erforderlich war. Aber genau das macht uns auch Spass. Dieser Spagat zwischen "Boah ich würde jetzt gerne die Decke über den Kopf ziehen und meine Ruhe haben" und für die Klienten da zu sein. Wäre dieser Stress weg würde uns auch was fehlen.

 

Daniel Lupzig: Ja sehe ich genau so. Das muss auch sein, denn diese harte Arbeit zahlt sich aus. Immer mehr Leute kommen auf uns zu und fragen uns, ob sie bei L&P unterkommen können. Meine Arbeit fängt auch manchmal in ungewöhnlichen Situationen an. Da ich im Netzwerk und in der Kontaktpflege bin, spreche ich auch nach Spielen mit Spielern, oder in der Freizeit via soziale Medien, oder natürlich auch im direkten Dialog.

 

 

Ja das ist ja eine gute Überleitung. Wie kann man sich eine solche Rekrutierung vorstellen?

 

Lemar Sardozai: Es kommt immer darauf an. Daniel kennt natürlich viele Spieler über Umwege (Mitspieler etc.). Wenn ich einen gescoutet habe, dann wird erstmal dieser persönliche Kanal geprüft. Dann versuchen wir sie durch Fakten zu überzeugen. Wir zeigen ihnen offen und klar, wie unsere Agentur arbeitet und erzählen den Spielern nicht das Blaue vom Himmel. Gerade auch bei ausländischen Spielern steigen wir über die zwischenmenschliche Ebene ein uns Facetimen (skypen) und lernen uns besser kennen. Wenn es dann passt, sieht man weiter. Aber auf beiden Seiten. Uns ist es nicht wichtig, um jeden Preis viele Spieler zu haben.

 

Daniel Lupzig: Genau das Netzwerk und die Sympathie ist wichtig. Eine unserer Philosophien ist es, dass wir das machen, was ich mir bei meinen Beratern gewünscht hätte, aber nicht eingetreten ist. Da sind wir aktuell auf einem guten Weg.

 

 

Wie sieht es mit Mitbewerbern aus? Gibt es da große Agenturen, die den Markt völlig abgrasen?

 

Lemar Sardozai: Eines der größten Probleme auf dem Markt ist es, dass es immer wieder Agenturen gibt, die Spieler anbieten, die sie gar nicht unter Vertrag haben. Leider gibt es auch Vereine, die mit Agenturen zusammenarbeiten, die die Gehälter bewusst kleinhalten um eine Masse bei den Vereinen unterzubringen. Allerdings bieten sie dadurch den Klienten nicht die volle Auswahl der Vereine. Der Konkurrenzdruck ist natürlich hoch. Aber es gibt auch positive Beispiele auf dem Markt. Es gibt Agenturen, die kooperieren und am gleichen Strang ziehen. Da macht die Zusammenarbeit Spaß.

 

Daniel Lupzig: Natürlich gibt es Global Players, die eine Vormachtsstellung haben und die es schwierig machen in den Markt einzusteigen. Wir arbeiten z.B. mit Thorsten Apel von SportsContract.net zusammen. Dort hat man natürlich die ganzen Kontakte. Das ist eine große Hilfe. Ganz am Ende ist es aber die subjektive Entscheidung des Spielers.

 

 

Eine der interessantesten Fragen, wie ich finde ist, wie finanziert ihr euch? Wie trägt sich eure Firma?

 

Daniel Lupzig: Die Sommer sind immer lang. Man muss schauen, wie es läuft. In den unteren Ligen, wo du keine 12 Monats-Verträge hast, ist der Sommer natürlich doppelt hart. Man muss immer unterscheiden zwischen Vermittler und Berater. Bei uns gibt es das Komplettpaket und wir berechnen den Spielern einen prozentualen Anteil vom Gehalt über die Saison hinweg. Nach der Saison, wo für uns die Arbeit eigentlich anfängt sind die Klienten beitragsbefreit. Da kommen halt die Vermittlungsgebühren, die die Vereine bei Vertragsschluss bezahlen. Aber diese Gebühren werden häufig unter der Hand an die Spieler gezahlt, was natürlich nicht Sinn und Zweck ist.

 

 


 

Weitere interessante Links:

www.deutschlandcup.de - Alle Informationen über den Eishockey Deutschland Cup seit 1987.

www.eishockey-deutschland.info - Alle Eishockey Weltmeisterschaften, Olympische Spiele seit 1910 bis heute.

 

 

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