Interview mit Silbermedaillengewinner Patrick Reimer

 

(Interview) (Christian Diepold) Mit seinem 4:3 Siegtreffer in PyeongChang 2018 im Viertelfinale gegen Schweden in der Over Time hat sich Patrick Reimer im Deutschen Eishockey "unsterblich" gemacht. Er legte den Grundstein für die Sensation in Südkorea, als die Deutsche Eishockey Nationalmannschaft die Silbermedaille "mit Goldrand" gewann. 

 

Patrick Reimer Schweden 2018 Olympia

(Foto: IIHF/HHOF)

 


Patrick Reimer (35) begann seine Eishockey-Karriere in Bad Wörishofen und danach in der Jugend des ESV Kaufbeuren. Seine ersten Einsätze in der Profimannschaft des ESV Kaufbeuren bestritt er in der Saison 2001/2002 wo er auch den Aufstieg in die 2. Eishockey Bundesliga schaffte.

 

 

Nach zwei weiteren erfolgreichen Spielzeiten wurden die DEG Metro Stars auf den flinken Stürner aufmerksam und so wechselte Patrick zur Saison 2004/2005 an den Rhein, wo er in kürzester Zeit zum Stammspieler und Publikumsliebling avancierte. Bei der DEG spielte auch sein Bruder Jochen als Backup-Goalie.

 

 

Bedingt durch die finanziellen Schwierigkeiten der DEG in den letzten Jahren wurde dem Nationalspieler ein lukratives Angebot von Thomas Sabo unterbreitet und so wechselte er zur Spielzeit 2012/2013 zu den Thomas Sabo Ice Tigers, bei denen er bis heute als Kapitän auf dem Eis steht. Er bestritt in seiner Karriere bislang über 700 DEL Spiele und erzielte dabei 600 Punkte (279 Tore / 321 Assists). In der letzten Saison wurde er zum besten Stürmer, DEL-Topscorer und zum Spieler des Jahres gewählt.

 

Für die Deutsche Eishockey Nationalmannschaft bestritt der gebürtige Allgäuer bislang 105 Länderspiele in denen er 56 Punkte (29 Tore / 27 Assists) erzielte. Er nahm an 5 Weltmeisterschaften und den Olympischen Spielen 2018 teil, bei denen er mit dem Gewinn der Silbermedaille Eishockeygeschichte schrieb.

 



 


eishockey-online.com hat sich mit dem "Helden von PyeongChang" kurz vor den Play-Offs zum Interview getroffen.

 


Patrick, am Mittwoch geht es in die Play-Offs, im ersten Heimspiel erwartet ihr die Kölner Haie. Ihr konntet diese Saison bereits drei Mal gegen die Haie gewinnen, das ist aber kein Vorteil, oder?

 

Patrick Reimer: Das ist natürlich in dieser Saison sehr schön für uns, zählt aber nicht mehr, denn jetzt geht es bei null los. Köln ist eine sehr talentierte und schwierige Mannschaft, die haben nach Anfangsschwierigkeiten ihre Leistung gefunden und sich auch direkt für die Playoffs qualifiziert. Wichtig ist für uns, dass wir am Mittwoch gut starten, das zweite Spiel ist dann ja bereits 24h später, aber auf diese Zeit fiebert jeder Eishockeyspieler hin und jetzt kann es losgehen.

 

 


Dieses Jahr war die DEL sehr ausgeglichen, es gab an der Spitze immer wieder den Wechsel zwischen den Teams, München, Berlin und Nürnberg. Wie hat Du die Saison bisher gesehen?

 

Patrick Reimer: Ich denke, dass wir eine sehr gute konstante Saison gespielt haben, es ist etwas schade, dass es zum Schluss nicht für ganz oben gereicht hat, aber jetzt kommt es darauf an die kommenden Spiele zu gewinnen.

 

 


In den Play-Offs gibt es in einer möglichen Over Time kein 3 gegen 3. Diese Spielweise ist für die Fans sehr spannend, wie findest Du das?

 

Patrick Reimer: Ich finde das sehr gut, denn es geht hier in den Playoffs um weitaus mehr als nur um den Extrapunkt, natürlich war das 3 gegen 3 für die Fans spektakulärer, aber so muss sich der Sieg hart erarbeitet werden. Ich kann mich sogar noch daran erinnern, als man das Penaltyschießen noch hatte und die aktuelle Regelung ist einfach die fairste.

 

 


Letztes Jahr bist Du bei der DEL Gala als neben dem besten Stürmer, dem Topscorer auch als Spieler des Jahres ausgezeichnet worden. Dieses Jahr sind bislang 31 Punkte (13 Tore / 18 Assists) auf Deinem Konto, also weniger als im Vorjahr, aber noch Zeit das aufzuholen. Schaust Du selbst auf solche Statistiken?

 

Patrick Reimer: Natürlich haben meine Leistungen der letzten Jahre eine höhere Erwartungshaltung hervorgerufen, da ist es ganz normal, dass man damit verglichen wird. Ich selbst schaue zwar auf diese Statistiken, jedoch muss man ehrlich sagen, dass wir mit dem Team eine sehr gute Hauptrunde gespielt haben und das zählt. Es bringt mir mehr, wenn wir mit der Mannschaft erfolgreich sind, als wenn ich die meisten Punkte erzielt habe.

 

 


Du hast in PyeongChang bei Deinen ersten Olympischen Spielen mit dem Gewinn der Silbermedaille für einen Eintrag in den Geschichtsbüchern gesorgt und Deutschland gegen Schweden in der Over Time ins Halbfinale geschossen. Erzähl uns ein bisschen über diese Sensation?

 

Patrick Reimer: Es war grandios, mit 35 Jahren dabei sein zu können, vor allem nach dem bitteren Ausscheiden der Qualifikation in Bietigheim für Olympia 2014 war ich sehr froh, dass wir 2018 in Südkorea am Start waren. Es war ein unglaubliches Turnier bei dem einfach alles geklappt hat, unser Team war von der Nummer 1 - 25 eine Einheit und wir haben uns wie in einem Rausch befunden. Dass wir mit dem Gewinn der Silbermedaille etwas Historisches geschaffen haben ist uns aktuell noch immer nicht ganz bewusst, das werden wir erst nach der Saison in der Sommerpause richtig verarbeiten.

 


Sind wir richtig informiert, dass Du Marco Sturm gesagt hast, als Du pausieren musstest, das Leo Pföderl für Dich spielen und treffen wird und Du dann später wieder einnetzen kannst?

 

Patrick Reimer: (Schmunzelt) Ganz so war es nicht, ich musste Marco Sturm beim Aufwärmen sagen, dass es leider nicht geht und der Leo Pföderl wird das schon machen und meinen Platz gut einnehmen, dass er dann das wichtige Tor gegen die Schweiz geschossen hat ist natürlich genial, hat auch wieder gezeigt, dass unsere Truppe einfach eine ganz besonders war, jeder hat für jeden alles gegeben und das hat uns ausgezeichnet. Es war auch die Belohnung für die harte Arbeit der letzten Jahre.

 

 


Viel Zeit blieb den „Helden von PyeongChang“ nicht, denn für die meisten ging es kurz darauf in der DEL wieder weiter. Wie hast Du die Zeit nach Olympia verbracht bzw. realisiert, ihr habt ja einen Empfang und eine Ehrung nacheinander?

 

Patrick Reimer: Das stimmt, es gab viele Ehrungen und Empfänge, aber wir sind Profis und wir möchten ja auch Eishockey spielen und diese Zeit ist die wichtigste im Jahr wo sich jeder darauf freut, daher ist die Umstellung kein Problem. Ich persönlich habe mir einen Tag in einem Wellnesshotel gegönnt um von den Ereignissen ein bisschen abzuschalten und zu entspannen, aber jetzt bin ich voll auf die nächsten Spiele fokussiert.

 

 


Wenn man sich so die Bilder ansieht, dann könnte man fast meinen, dass Ihr teilweise mit der Silbermedaille ins Bett geht. Hast Du für Medaille und Trikot schon einen Platz?

 

Patrick Reimer: Nein ich habe dafür noch keinen festen Platz, aber den wird es noch geben.

 

 


Zum Abschluss noch eine Frage, was war mit dem Trikot (gegen Schweden Gamewinner) welches Lindsey Vonn bekommen hat?

 

Patrick Reimer: Das ging nicht von mir aus, Alex Morel hat sich das Trikot von mir geschnappt und es im Deutschen Haus Lindsey Vonn überreicht und wir haben damit ein Foto gemacht. 


 

Weitere interessante Links:

www.deutschlandcup.de - Alle Informationen über den Eishockey Deutschland Cup seit 1987.

www.eishockey-deutschland.info - Alle Eishockey Weltmeisterschaften, Olympische Spiele seit 1910 bis heute.

 


 


 

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