Interview mit Kai Kristian und Norman Martens von den Crocodiles Hamburg

 

(Interview) (Karsten Freese) In der Sommerpause war es relativ still bei den Crocodiles Hamburg doch dann ging es Schlag auf Schlag: Ausgliederung der Oberligamannschaft in eine GmbH, mit Hapag-Lloyd wurde ein Hauptsponsor und mit dem Glasfaserspezialisten wilhelm.tel ein weiterer schlagkräftiger Partner präsentiert. Darüber hinaus ist der Kärntner Herbert Hohenberger neuer Trainer der Hamburger. Entsprechend gut gelaunt erschienen Torhüter Kai Kristian und Neuzugang Norman Martens zum „Sommerinterview“ von eishockey-online.com

 

KF K Kristian N Martens

(Foto:Karsten Freese)

 



 

Eishockey-Online: Wann wird der Kader vollzählig sein?

 

Kai Kristian: Übernächste Woche denke ich. Die Kollegen kommen am 25. oder 26. August und dann wird es richtig losgehen. Ich kann mir allerdings vorstellen, dass der Trainer schon in der kommenden Woche einen oder zwei Gänge hochschalten wird (lacht).

 

 

Eishockey-Online: Kai, du hast mit Lucas Di Berardo einen neuen Partner an deiner Seite. Wie ist die Chemie bei euch, wie ist dein erster Eindruck?

 

Kai Kristian (lachend): Sehr gut. Lucas ist ein netter und pflegeleichter junger Kerl, glaub' ich. Mit dem kann man sich im Grunde nur gut verstehen.

 

 

Eishockey-Online: Norman, du bist der neue im Team...

 

Norman Martens (lacht): Hey, das stimmt...

 

 

Eishockey-Online: Dass sich ein Spieler mit deiner Biografie für einen Wechsel von Duisburg nach Hamburg entscheidet – wirklich alltäglich erscheint mir das nicht. Duisburg ist eine ziemliche Hausnummer in der Liga, warum jetzt Hamburg?

 

Norman Martens: Es war keine spontane Aktion, aber wirklich lange hingezogen hat es sich auch nicht. Schuby (Christoph Schubert, Anm.d.Red.) hat mich nach der abgelaufenen Saison angesprochen, mir seine Pläne erläutert. Die Frage war, ob ich mir vorstellen könnte, ein Teil dieser Pläne zu werden. Ich habe ihm dann erklärt, welche Dinge mir bei einem Wechsel wichtig wären und dann sind wir uns auch relativ schnell einig geworden.

 

 

Eishockey-Online: In welcher sportlichen Rolle siehst du dich zukünftig bei den Crocodiles?

 

Norman Martens: Ich muss und werde natürlich eine Führungsrolle übernehmen, sowohl in der Kabine als auch auf dem Eis. Auf welcher Position ich spielen werde und mit wem zusammen – das wird dann der Trainer entscheiden. Eventuell ist da auch schon etwas geplant, das ich erstmal mit dem Lukas (Lukas Gärtner, Anm.d.Red.) zusammenspiele aber das wird sich zeigen, so etwas entwickelt sich oft noch wenn die Saison läuft. Ich habe in der Vergangenheit immer Verantwortung übernommen, egal wo ich gespielt habe. Von daher ist das nichts Neues für mich.

 

 

Eishockey-Online: Ich sehe dich auch eher als einen der reiferen Spieler...

 

Norman Martens (lacht): Kein Wunder, ich bin der Drittälteste im Kader.

 

 

Eishockey-Online: Das war nicht despektierlich gemeint, ich sehe in dir eine Art Bindeglied zwischen den jüngeren und älteren Spielern. Der Kader ist ja in der Breite relativ jung.

 

Norman Martens: Das wird gar nicht nötig sein. Das ganze Team ist so dicke miteinander, selbst Tilli (Stefan Tillert, Anm.d.Red.) ist ein total lockerer Typ. Der 17-jährige kann Tilli direkt ansprechen, wenn er ein Problem hat. Wir passen innerhalb der Mannschaft alle ausgesprochen gut zusammen, da braucht es keine direkten Ansprechpartner.

 

 

Eishockey-Online: Das klingt jetzt, als wärst du schon völlig in der Mannschaft integriert, obwohl die Saison noch gar nicht richtig begonnen hat?

 

Norman Martens: Ja, total...

 

 

Eishockey-Online: Die Crocodiles sind in der letzten Saison zu einer „eingeschworenen Bande“ zusammengewachsen, ich hätte es mir für neue Spieler schwieriger vorgestellt?

 

Norman Martens: Eigentlich überhaupt nicht. Kai und ich, wir kennen uns schon eine Ewigkeit. Schuby kenne ich, unseren neuen Torwart Lucas auch – das war völlig easy. Im Eishockey kenne ich das auch gar nicht anders.

 

Kai Kristian: Speziell bei uns ist die Situation aber auch so, dass wir von den Spielertypen her nicht einfach nur eine Mannschaft sind. Die Crocodiles sind wie eine Familie und umso leichter ist es für neue Spieler dann auch reinzukommen und sich zu integrieren. Wie Normi schon sagt: Im Eishockey muss man schon sehr speziell sein, um das nicht zu schaffen.

 

Norman Martens (lacht): Du meinst, man muss schon ziemlich einen an der Klatsche haben?

 

Kai Kristian: Das mochte ich jetzt nicht so direkt sagen solange das Mikrofon eingeschaltet ist.

 

 

Eishockey-Online: Wenn man sich mit dir unterhält, dann wird einem relativ schnell klar, warum du dich für Hamburg entschieden hast. Du scheinst menschlich auf jeden Fall perfekt zu den Crocodiles zu passen.

 

Norman Martens: Man muss es mal so sehen: Kurzfristig wäre es wahrscheinlich die bessere Wahl gewesen, weiter in Duisburg zu spielen. Dort hat man sich nochmals extrem verstärkt was die Breite des Kaders angeht, es würde mich nicht überraschen, wenn Duisburg diese Saison die Meisterschaft holt. Langfristig ist es aber so, dass Hamburg eine der besten Adressen ist und auch in der zweiten Liga noch gut mitspielen kann. Dazu kommt, dass ich gebürtiger Hamburger bin und hier viele Freunde habe. Wenn du dann noch die Chance bekommst, nach deiner Karriere im sportlichen Bereich und für den Verein zu arbeiten – da gibt es doch nicht viel zu überlegen. Ich wollte einfach mal meine Base finden, nicht mehr weggehen müssen. Hier wird dann einfach Schluss sein.

 

 

Eishockey-Online: Diese Vision, diese Gedanken, das kommt mir alles recht bekannt vor?!

 

Norman Martens (lacht): Ich hab` doch vorhin schon gesagt, wir waren uns recht schnell einig.

 

 

Eishockey-Online: Verzeih` mir mein Erstaunen, aber Spieler wie du überraschen mich immer wieder und ihr seid relativ selten. Im Sport geht es doch tendenziell nicht mehr um die Frage „Für welchen Verein möchte ich gern spielen?“ sondern fast nur noch um „Was wird mir dort gezahlt?“. Du bist ja nicht der erste Spieler der aus dieser Intention heraus zu den Crocodiles kommt.

 

 

Norman Martens: Ja, ich weiß was du meinst. Ich hätte auch problemlos zweite Liga spielen können aber wenn du die Chance hast, bei so einem Aufbau mitzuwirken, dann darfst du nachher auch stolz sein wenn dieses Ziel erreicht wird. Das war in Frankfurt genauso. Wir haben in der Oberliga angefangen und das war die geilste und beste Mannschaft in der ich bis dahin gespielt habe. Hier in Hamburg haben wir die gleichen Möglichkeiten, auch wenn es nicht in den ersten zwei oder drei Jahren passieren wird. Ab dem dritten Jahr sollten wir dann aber schon einmal darüber nachdenken, wenn es hier so weitergeht.

 

 

Eishockey-Online: Beeindruckende Worte Norman, klare Ansagen.

 

Norman Martens (lacht): Moment, ich habe nicht gesagt das es leicht wird. Der Rest der Liga hat in der letzten Saison einen entscheidenden Fehler gemacht: Sie alle haben Hamburg gnadenlos unterschätzt, zumindest in den ersten zwei oder drei Monaten. Diesen Fehler machen sie garantiert nicht noch einmal. Außerdem müssen wir abwarten, ob die Kanadier die letzte Saison wiederholen können. Das, was die beiden da abgezogen haben, das war absolut außergewöhnlich.

 

 

Eishockey-Online: Kai, ich würde gern noch auf die Situation im Tor zu sprechen kommen. Letzte Saison war es ja im Grunde so, dass du fast immer spielen musstest.

 

Kai Kristian: Ich weiß worauf du hinauswillst. Das war für Elmar Trautmann keine einfache Situation. Wenn ich an meine eigene Jugendzeit zurückdenke – du bist nur der Backup während die Nummer 1 permanent im Tor steht. Wenn du dann mal ins Tor darfst dann kommst du schon hochgradig nervös von der Bank und es ist nur eine Frage der Zeit bis du den ersten Gegentreffer kassierst. Es gehört zu unserem Job aber es ist immer wieder grausam. Ich sehe es aber nicht so, dass ich spielen „musste“. Ich will immer so oft spielen wie möglich. Es wurde mehrfach gesagt das ich fast überspielt war, das hab` ich nicht so empfunden. So lange ich nicht verletzt bin oder aus anderen Gründen eine Pause brauche dann will ich auch spielen. Letztlich hängt auch viel vom Trainer ab, in welchen Rhythmus er den jeweiligen Torwart einsetzt. Mit Herbert Hohenberger hat sich das Training im Vergleich zur letzten Saison ohnehin komplett verändert, das fühlt sich wie eine 180° Kehrtwende an.

 

 

Eishockey-Online: Die Frage nach dem neuen Trainer hatte ich doch noch gar nicht gestellt aber sprich` gern weiter

 

Kai Kristian (lacht): Hättest du aber gleich. Das Training ist wesentlich intensiver, auch wenn wir erst seit einer Woche wieder aktiv sind. Bis jetzt macht es einen Riesenspaß mit ihm. Jeder im Team gibt jetzt richtig Gas, um sich zu zeigen und zu empfehlen. Für den Trainer sind wir jetzt ja alle völlig neu. Das ist eine reizvolle Situation.

 

 

Eishockey-Online: Vielen Dank für eure ehrlichen Worte und die tiefen Einblicke. Wir freuen uns mit euch auf eine spannende Saison!  

 


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