Interview mit Patrick Hager vom deutschen Meister EHC Red Bull München

 

(Interview) (Christoph Schneider) Patrick Hager ist nach zwei Jahren bei den Kölner Haien in diesem Sommer zum Meisterschaftsfavoriten und Titelverteidiger Red Bulls München gewechselt. Der 28 - jährige Stürmer, der aus der Rosenheimer Eishockeyschule entspringt, möchte mit den roten Bullen den Titelhattrick feiern und mit dem zweiten bayerischen Verein nach dem ERC Ingolstadt im Jahr 2014 einen deutschen Meistertitel gewinnen.

 

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(Foto: Gepa-Pictures)



Patrick Hager wuchs in Rosenheim auf und durchlief im Nachwuchs der Starbulls sämtliche Juniorenmannschaften bis er bereits in seiner Zeit im DNL-Team immer wieder in die Oberligamannschaft der Innstädter berufen wurde. Mit 18 Jahren kam Hager dann über eine Förderlizenz zu den Krefeld Pinguinen, wo er gleich in seiner ersten DEL-Saison 52 Hauptrundenspiele bestritt.

 

 

Über die Pinguine erreichte er auch einen Platz in der Nationalmannschaft, in welcher Hager bis heute sechs Weltmeisterschaften bestritt und im Sturm zu einer unverzichtbaren Größe des deutschen Eishockeys geworden ist. Mit dem ERC Ingolstadt wurde Hager deutscher Meister. Bei seiner letzten Station in Köln blieb ihm ein Titel verwehrt. Diesen möchte er nun jedoch mit den Red Bulls München erringen.

 

 

Bei der  Champions Hockey League (CHL) Pressekonferenz in München befragte eishockey-online.com Redakteur Christoph Schneider den sympathischen Oberbayern zur anstehenden Spielzeit, zur Champions Hockey League und zu seiner Eishockeyvergangenheit. 

 

 

 

Servus Patrick, Du bist wieder näher an Deine bayerische Heimat gerückt und schnürst in der nächsten Saison für die EHC Red Bulls München Deine Schlittschuhe. Die Frage nach dem Saisonziel stellt sich nicht wirklich, oder ?

 

Patrick Hager: Nein, nicht wirklich. Jedes Team in der DEL tritt an und rechnet sich Chancen auf den Titel aus. Wir haben natürlich als zweifacher Champion auch den Anspruch Meister zu werden. Für uns wird es in diesem Jahr aber bedeutend schwerer: Wir sind die Gejagten, da geben alle Teams mehr und sind doppelt motiviert uns zu schlagen. Außerdem ist die Liga mit Köln, Mannheim, Berlin und Nürnberg so unfassbar eng, da können Nuancen entscheiden.

 

 

Wir sprechen hier am Rande der offiziellen Pressekonferenz der Champions Hockey League miteinander. Wie siehst Du die Neuerungen im Format und was hältst Du vom Wettbewerb allgemein?

 

Patrick Hager: Der Fußball macht es ganz klar vor, dass so ein Wettbewerb ein attraktives Produkt sein kann. Die Neuerung, dass man sich nur sportlich für die CHL qualifizieren kann, ist wirklich sehr sinnvoll. Das wird die Akzeptanz bei den Spielern und Zuschauern sicherlich steigern lassen. Es wäre ja auch schwer vermittelbar, dass der Hamburger SV im Fußball automatisch in der Champions League qualifiziert wäre, nur weil er mal im Gründungsjahr mitgespielt hat. Ich freu mich auf jeden Fall gegen Europas beste Mannschaften zu spielen. Das werden gute Duelle.

 

 

Es gab ja immer wieder Versuche so etwas wie die CHL im Eishockey zu etablieren, was aufgrund der Vielzahl der Spiele im Eishockey ziemlich schwer war. Wie kann das Deiner Meinung nach endlich gelingen?

 

Patrick Hager: In erster Linie muss man so einem Turnier Zeit geben. Die Zuschauer müssen die vielen neuen Teams und Spieler aus den anderen Ländern ja auch erst kennenlernen. Dann kann sich die CHL sicher einspielen. Vor allem ist es wichtig, dass sich über ein paar Jahre hinweg ein paar internationale Rivalitäten bilden, aber natürlich auch Fanfreundschaften. Das macht ja der Fußball auch vor, wenn die Bayern in der Champions League auf einmal wieder auf Arsenal London treffen, dann verbinden die Fans damit schon gute Spiele aus den letzten Jahren, was Brisanz und Spannung reinbringt. Das würde ich mich mir für den Wert der CHL auch wünschen.

 

 

Was hältst Du als Spieler von der CHL, Du hast ja bereits mit dem ERC Ingolstadt daran teilgenommen?

 

Patrick Hager: Die CHL ist ein gutes Format. Man kann es mit Länderspielen vergleichen. Der Cup hat internationales Flair und es ist einfach toll sich mit Mannschaften zu messen, die eine andere Spielweise haben und auch mal andere Arenen und Länder zu sehen. Da kann man sich als Spieler nur weiterentwickeln.

 

 

Für die Eishockeyfans ist es sehr schwer bei so vielen Hauptrundenspielen in den Ligen immer den Überblick zu haben und das Geschehen im Detail zu verfolgen. Inwiefern sind Dir denn die Gegner und gegnerische Spieler aus den CHL-Mannschaften bekannt?

 

Patrick Hager: Aus dem Stand kann ich Dir jetzt zu vielen Teams auch nicht großartig Spieler nennen, aber wenn ich mir die Lineups vor dem Spiel durchschaue beziehungsweise wir in der Spielersitzung darüber reden, dann tauchen immer wieder mal bekannte Namen auf, gegen die man vielleicht schon mal in der Nationalmannschaft gespielt hat oder die mal in der DEL waren. Da kann man dann schon Stärken der Teams ableiten.

 

 

Kommen wir ein wenig auf Deine Vergangenheit zu sprechen: Du bist im Rosenheimer Stadtteil Happing aufgewachsen und hast bei den Starbulls den Nachwuchs durchlaufen beziehungsweise in jungen Jahren sogar noch in der ersten Mannschaft gespielt. Inwiefern verfolgst Du das Geschehen in Deiner Heimat und wie siehst Du den Standort? 

 

Patrick Hager: Ich habe das Geschehen schon immer wieder verfolgt. In den letzten Jahren aber nicht mehr ganz so intensiv, weil viele Spieler aus meinem Jahrgang, zum Beispiel Robert Schopf und Robin Hanselko, einen anderen beruflichen Weg eingeschlagen haben. Mit den beiden habe ich nach den Spielen schon immer mal wieder telefoniert und wusste dann schon ein paar Hintergründe. Der Abstieg in die Oberliga ist natürlich sehr bitter und dem Standort Rosenheim ist nur zu wünschen, dass es schnellstmöglich irgendwie wieder raufgeht.

 

Ansonsten ist Rosenheim natürlich ein Club, der sich über gute Nachwuchsarbeit definiert, davon habe ich ja auch sehr profitiert. Das sollte man so beibehalten. Schade ist es aber schon, dass man in der DEL beim Shakehands nach dem Spiel nicht mal mehr so viele Rosenheimer trifft. Außer Timo Herden, der jetzt in Düsseldorf spielt, Sinan Akdag und Maxi Renner fallen mir in der ersten Liga spontan schon gar keine mehr ein. Wäre natürlich schön, wenn sich das wieder ändern würde.

 

 

Gehen wir mal fünf bis sechs Spielzeiten weiter: Du hast mit München noch den ein oder anderen Titel eingeheimst, die Starbulls spielen in der DEL II oder in der Oberliga eine gute Rolle. Kannst Du Dir vorstellen Deine Karriere "dahoam" nochmal ausklingen zu lassen?

 

Patrick Hager:  Der Gedanke ist natürlich immer irgendwo im Hinterkopf und grundsätzlich wäre die Konstellation schon denkbar, wenn die Umstände passen und die Gesundheit mitspielt. Meine Familie fühlt sich in der Rosenheimer Region ja ziemlich wohl und sieht sich privat ja mittelfristig auch dort. Im Moment pendle ich sogar mit dem Zug von Rosenheim nach München. Grundsätzlich muss ich aber schon sagen, dass man als Profisportler immer, so lange wie es irgendwie geht, auf dem höchsten Niveau spielen möchte, und mit 28 Jahren habe ich hoffentlich noch ein paar Jahre DEL vor mir.

 


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Weitere interessante Links:

www.deutschlandcup.de - Alle Informationen über den Eishockey Deutschland Cup seit 1987.

www.eishockey-deutschland.info - Alle Eishockey Weltmeisterschaften, Olympische Spiele seit 1910 bis heute.

 


 


 

 

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