Oberliga - Saisonabschluss bei den Crocodiles Hamburg: Interview mit Christoph Schubert

 

Saisonabschluss 2017 2

 

(Oberliga/Hamburg) (Karsten Freese) Vor Jahren sagte ein Freund aus Hamburg einmal zu mir: „Hamburg ist die Stadt in der sogar Wasserträger zu Legenden werden können“. Der Norddeutsche gilt im Allgemeinen als relativ kühl, äußerlich emotionslos und ein wenig unnahbar. Möglicherweise stimmt das auch aber nicht wenn es um das Team geht - dann ist die Hamburger Fanbase auf den Beinen und die Gartenmöbel müssen sich gedulden.

 

 

Die Crocodiles hatten am vergangenen Sonntag zur Saisonabschlussfeier geladen und etwa 600 Fans machten sich in der Frühlingssonne auf den Weg ins Eisland nach Farmsen. Hallensprecher Wolfgang Schmidt rief eine gut gelaunte und ausgelassene Mannschaft aufs Eis aus der leider auch dieses Jahr einige Spieler verabschiedet werden mussten. Für Elmar Trautmann, Gino Blank, Pierre Kracht, Timo Gless und Tom Kluvetasch endet der Weg mit den Crocodiles Hamburg.

 

 

Bevor es an die Versteigerung der Gameworn Trikots ging, ergriff Captain Christoph das Mikro und ließ die Fans an seinen Gedanken zur abgelaufenen Saison teilhaben:

 

 

„[…]ich habe das jetzt alles mal sacken lassen und bin derbe derbe stolz was wir hier alle zusammen geschafft haben! Mit den Zuschauern, der Mannschaft, den Helfern im Hintergrund, stolz auf die Jungs, stolz auf den Verein, dass sie mich so aufgenommen haben, jeden Einzelnen. Ihr könnt auch auf Euch stolz sein, es war der absolute Wahnsinn und dafür möchte ich mich auch noch einmal tausendmal bedanken […]“

 

 

Der Blick in die Zukunft der Crocodiles ist allerdings schon klar umrissen:

 

 

„[…]Auf der anderen Seite müssen wir uns aber auch ehrlich in die Augen schauen können, nächstes Jahr wird es nicht so leicht. Das wissen wir alle, das weiß die Mannschaft und ich hoffe Ihr versteht das auch. Jetzt sind wir hier angekommen und wir haben was geschafft. Wir sind nicht mehr die Mannschaft die sagt „wir können mal drei Punkte machen“. Wir sind in der Oberliga angekommen und da gibt es in dem Lied diesen einen Satz „ Wir setzen Hamburg wieder auf die Karte“ und das haben wir geschafft, Eishockey in Hamburg! […]“

 

 

Überall in der Welt des Eishockeys sind die Jerseys der Spieler bei den Fans begehrt aber der Hamburger gibt scheinbar sein letztes Hemd dafür – braucht man schließlich nicht mehr. Es überraschte wenig, dass die Nummer 13 von Schubert für 240,- € den Eigentümer wechselte und auch einige andere Rückennummern erzielten beachtliche Beträge. Das eigentliche Objekt der Begierde war dann aber das Trikot von Alt-Captain Stefan Tillert. Bei verblüffenden 360,- € zückte Stefan den Stift um die Nummer 19 zu signieren.

 


Bevor sich Christoph Schubert den Fragen von eishockey-online.com stellte, hatte er allerdings noch eine Überraschung für die Fans parat und die hatte es in sich. Nachdem verschiedene Medien in den vergangenen Tagen heftig über den Verbleib des kanadischen Angreifer Duos McGowan und Mitchell spekuliert hatten, führte er die beiden aufs Eis wo Brad und Josh dem Publikum verkündeten, dass sie auch kommende Saison die Farben der Crocodiles tragen werden. Bis auf die Eisfläche konnte man den Stein hören als er den Fans vom Herzen fiel.

 

 



 

Saisonabschluss 2017 1

 

 

Eishockey-Online: Zuerst dein überraschender Einstieg bei den Crocodiles, eine überragende Saison und ein Team was von Spiel zu Spiel immer enger zusammengewachsen ist. Einige Spieler gehen nun, neue werden zu euch stoßen. Wird es langsam schwierig, in diesem Team Fuß zu fassen?

 

 

Christoph Schubert: Das ist der Sport. Das Spieler gehen müssen und neue kommen, das gehört einfach mit dazu. Es ist natürlich immer wieder schade das Menschen gehen aber so läuft das halt. Der Großteil der Mannschaft bleibt zum Glück und dieser Teil wird den neuen Jungs dann helfen, sich zu integrieren. Jeder hat inzwischen mitbekommen was in Hamburg los ist, welche Stimmung hier herrscht - Jeder der zu uns kommt wird mit einer gewissen Vorfreude hierher kommen. Wir werden sie aufnehmen und sie werden es genießen. Natürlich hast du immer Angst, bei den Fans nicht gut anzukommen aber das ist Eishockey oder generell der Sport. Bei unseren Fans mache ich mir da aber überhaupt keine Gedanken.

 

 

Eishockey-Online: Du hast doch sicherlich schon Vorstellungen und Ziele was die kommende Saison betrifft, magst du die mit uns teilen?

 

 

Christoph Schubert: Ach, jetzt schon? (lacht). Das wird ähnlich wie in diesem Jahr aussehen und wir werden nicht abheben. Wir haben eine Saison gespielt die über allen Erwartungen war und das betrifft jeden im Team. Das gefährliche ist natürlich, dass die Messlatte jetzt sehr hoch liegt. Ich habe keine Ahnung ob dieser Spielmodus beibehalten oder erneut geändert wird. Falls der Modus so bleibt wie bisher dann will ich es mal so ausdrücken: Wieder unter die ersten 8 kommen muss unser Minimalziel sein.

 

 

Eishockey-Online: Um auf diesem hohem Niveau weiter zu spielen werdet ihr mit dem bisherigen Saisonetat sicherlich Probleme bekommen…

 

 

Christoph Schubert: Das ist alles schon in Arbeit. Wir werden uns in den nächsten Wochen zusammen setzen und das Budget berechnen, die ersten Gespräche mit unseren jetzigen Sponsoren laufen bereits und wir haben viel Zeit, über den Sommer um durchzuatmen. In der abgelaufenen Saison haben wir echt etwas hingelegt, nun haben wir etwas vorzuweisen.

 

 

Eishockey-Online: Wie lange wird deine Pause jetzt sein?

 

 

Christoph Schubert: Bis morgen früh, dann bin ich wieder im Büro und ab dem 1. Mai wird wieder trainiert. Ach ja, Urlaub bei meinen Eltern in Bayern mache ich natürlich auch aber für 4 Wochen Pause habe ich gar keine Zeit.

 

 

Eishockey-Online: Es gab in den letzten Tagen viele Spekulationen in den Medien, unter anderem wurde über den Trainer diskutiert?

 

 

Christoph Schubert: Ich weiß gar nicht, was ich dazu sagen soll. Wir haben einen Trainer und dessen Vertrag läuft noch etwa einen Monat. Manche Gespräche im Verein laufen noch und genauso laufen sie auch noch mit dem Trainer. Das wurde aus dem Nichts rausgegriffen und ich frage mich ernsthaft „warum steht das in den Zeitungen?“. Es ist dem Trainer gegenüber unfair und es ist uns gegenüber unfair weil wir überhaupt nichts zu diesem Thema gesagt haben. Das sind nur Spekulationen und es regt mich ein bisschen auf. Wir spielen, Andris gegenüber, mit offenen Karten. Er uns gegenüber genauso und wir werden sehen ob er Lust hat oder nicht. Dann wird sich zeigen ob wir übereinkommen oder nicht. Auch das gehört zum Leben und zum Sport dazu.

 

 

Eishockey-Online: Du hast in deiner Rede an die Fans schon viele Dinge über die abgelaufene Saison gesagt, hast du zum Schluss noch ein persönliches Fazit für uns?

 

 

Christoph Schubert: Die Saison war der Wahnsinn, einfach nur der Wahnsinn. Viel Arbeit aber das hat richtig Spaß gemacht. Ich bin froh, dass ich in Hamburg geblieben bin und auch bleiben werde. Mit so einem Umschwung hat Anfangs wohl niemand gerechnet aber das, was hier entstanden ist, das ist schon geil!

 

 

 

Text & Foto: Karsten Freese, Interview: Manuela Freese


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