Interview mit John Tripp Head Coach vom DEL2 Club Eispiraten Crimmitschau

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(Interview) (Christian Diepold) John Tripp wurde in Kingston (Ontario) Kanada geboren und spielte in den ersten drei Jahren in der kanadischen Juniorenliga OHL bei den Oshawa Generals. Beim NHL Entry Draft 1995 wurde er von den Colorado Avalanche in der 3. Runde an 77. Position gedraftet.

 

 

Zwei Jahre später wurde er erneut gedraftet, diesmal von den Calgary Flames. Sein NHL Debüt fand im Jahr 2002 bei den New York Rangers statt. Für die Rangers absolvierte er 9 NHL Spiele erzielte dabei 1 Tor und 2 Assists. In dieser Zeit wurde er aber überwiegend in der American Hockey League (AHL) eingesetzt bevor er zu den Los Angeles Kings getraded wurde. Nach weiteren 34 NHL Spielen (1 Tor/5 Assists) war das Abenteuer NHL für John Tripp beendet und er wechselte nach Deutscihland in die DEL zu den Adler Mannheim wo er zwei Jahre unter Vertrag stand. 

 

 

Im Jahr 2006 bekam Tripp aufgrund seiner deutschen Vorfahren die deutsche Staatsbürgerschaft und war fortan auch in der deutschen Eishockey Nationalmannschaft ein fester Bestandteil. Zur Saison 2006/2007 wechselte er zum ERC Ingolstadt und ein Jahr später folgte der Umzug an die Elbe zu den Hamburg Freezers für die er in den drei Jahren 167 Spiele bestritt und dabei 43 Tore erzielte.

 

 

Nach einem kurzen Abstecher zu den Hannover Scorpions (nur 6 Spiele) wechselte er noch während der laufenden Saison 2010 zu den Kölner Haien wo er zum Pulbikumsliebling und Kapitän avancierte. Nach fünf Jahren im Trikot der Kölner Haie entschied sich John Tripp für den Wechsel in die DEL2 zu den Eispiraten Crimmitschau, wo er nach der Saison 2015/2016 seine Karriere beendete und seitdem hinter der Bande als Chefcoach der Eispiraten fungiert.

 

 

Für die deutsche Eishockey Nationalmannschaft nahm John Tripp an 6 Weltmeisterschaften und den Olympischen Spielen 2010 teil. Er bestritt insgesamt 110 Länderspiele. eishockey-online.com hat John Tripp zum Interview gebeten.




Herr Tripp, das erste Jahr als Head Coach, wie fällt Ihr Resümee aus?

 

John Tripp: Es sind lediglich drei Monate. Schade das ich nicht mehr Zeit habe, aber ich lerne täglich etwas Neues dazu. Es ist eine große Herausforderung, ich hatte nie Angst vor der Herausforderung. Ich genieße es.

 

 


Wenn man sich den letzten Tabellenplatz anschaut, dann könnte man ja fast die Frage stellen, wäre es da nicht besser gewesen noch ein Jahr als Spieler dranzuhängen um der Mannschaft aktiv auf dem Eis zu helfen?

 

John Tripp: Darüber mache ich mir keine Gedanken. Es war der richtige Zeitpunkt in meinem Leben.

 

 


Eine Situation wie diese „Playdowns“ hatten Sie bislang in Ihrer Karriere noch nicht. Wie gehen Sie mit der Mannschaft um, wie stellen Sie die Mannschaft auf diese „überlebenswichtigen Spiele“ ein?

 

John Tripp: Das ist eine wichtige Zeit im Jahr und bringt viel Stress. Eine Mannschaft bleibt in der Liga und eine steigt ab, das ist klar. Wir bereiten uns so gut wie möglich vor,  aber im Endeffekt gewinnt der, dessen Wille und Geist stark ist. Jemand muss ein oder zwei Auswärtsspiele gewinnen.

 

 

 

Sie haben eine lange Karriere als Spieler hinter sich, wann hat sich für Sie ergeben bzw. wann ist der Gedanke entstanden, danach Trainer zu werden?

 

John Tripp: Ich wusste bereits während meiner Karriere, das ich beim Eishockey bleiben möchte. Ich habe so lange gespielt und war sehr glücklich als Profi. Meiner Meinung nach ist es der beste Sport der Welt. Ich konnte ihn nicht einfach hinter mir lassen. Er hat mir so viel gegeben und jetzt will ich auch etwas zurück geben.

 

 


Die Fans kennen Sie aus Ihrer Spielerkarriere fast immer lachend mit Zahnlücke. Wie ist das heute als Trainer, Zähne wieder drin?

 

John Tripp: Die Zähne sind nur drin wenn ich auf der Bank stehe, aber ich mag die nicht und es ist echt schwer zu schreien (Schirri!!). Wenn ich sauer bin, kommen sie raus (lacht).

 

 


Wenn Sie auf Ihre Karriere zurückblicken, welches war das größte Erlebnis?

 

John Tripp: Das gab es viele, die NHL, die Nationalmannschaft, OHL Memorial Cup, nur ein paar zu nennen, vorallem haben mich meine Kindern spielen gesehen. Natürlich ist auch die Tripp Charity eines meiner größten Dinge.

 

 


Sie haben seit sehr vielen Jahren die Tripp-Charity und unterstützen damit mit großen Beträgen hilfsbedürftige Personen. Erzählen Sie uns darüber bitte etwas.

 

John Tripp: Die Tripp Charity hat bislang sehr guten Erfolg gezeigt und darauf bin ich Stolz. Ich hoffe, dass es so in der Zukunft damit auch weitergeht.  Als Spieler haben wir ein privilegiertes Leben. Es ist nicht nur das Eishockeyspielen, sondern auch das Gehalt, die Sommerpause, der Status als Star.


Wir müssen - "können" reicht hier nicht - etwas zurück geben. Egal ob für die Gemeinschaft oder woanders, wenn wir nichts machen, sind wir egoistisch.  Die Tripp Charity ist die größte Charity Organisation (eines einzelnen Spielers) im deutschen Eishockey. Seit der Gründung im Jahr 2007 haben wir über 200 000 €  gesammelt. Ich hoffe die anderen Spieler sehen das, nehmen Notiz davon und führen es weiter. Anderen zu helfen ist ein gutes Gefühl!

 

 

 

Sind wir richtig informiert, dass Sie mit Familie zwischen Deutschland und Kanada hin und her pendeln? Sind Sie in beiden Ländern zu Hause?

 

John Tripp: Ja, das ist das Leben eines Eishockey Spielers!!! Toll oder?! So sammele ich eine Menge Bonusmeilen, Ciao.

 

 





Karrieredaten John Tripp

 

 

 SEASON TEAM LEAGUE GP G A TP PIM +/-     POST GP G A TP PIM +/- 
 1993-94 St. Marys Lincolns WOHL 42 15 29 44 116 |
 1994-95 Oshawa Generals OHL 58 6 11 17 53 | Playoffs 7 0 1 1 4
 1995-96 Oshawa Generals OHL 56 13 14 27 95 | Playoffs 5 1 1 2 13
 1996-97 Oshawa Generals OHL 59 28 20 48 126 30 | Playoffs 18 16 10 26 42
 1997-98 Saint John Flames AHL 61 1 11 12 66 -4 | Playoffs 2 0 1 1 0
Roanoke Express ECHL 9 0 2 2 22 -2 |
 1998-99 Saint John Flames AHL 2 0 0 0 10 0 |
Johnstown Chiefs ECHL 7 2 0 2 12 -1 |
 1999-00 Saint John Flames AHL 29 8 7 15 38 -3 | Playoffs 3 0 0 0 2 -1 
Johnstown Chiefs ECHL 38 13 11 24 64 3 |
 2000-01 Houston Aeros IHL 15 0 6 6 14 2 |
Milwaukee Admirals IHL 12 0 1 1 31 1 |
Hershey Bears AHL 5 0 1 1 0 1 |
Pensacola Ice Pilots ECHL 36 19 14 33 110 -3 |
 2001-02 Pensacola Ice Pilots ECHL 49 25 27 52 114 7 |
Hartford Wolf Pack AHL 23 4 9 13 22 -2 | Playoffs 10 4 2 6 17 -3 
 2002-03 New York Rangers NHL 9 1 2 3 2 1 |
Hartford Wolf Pack AHL 57 29 21 50 68 12 | Playoffs 2 0 0 0 2 -1 
 2003-04 Los Angeles Kings NHL 34 1 5 6 33 -4 |
Manchester Monarchs AHL 24 8 7 15 33 0 |
 2004-05 Adler Mannheim DEL 44 9 16 25 136 -10 | Playoffs 14 2 3 5 54
 2005-06 Adler Mannheim DEL 51 15 17 32 82 1 |
 2006-07 ERC Ingolstadt DEL 39 15 19 34 94 7 | Playoffs 6 2 3 5 22 -1 
Germany WC 6 1 2 3 2 -1 |
 2007-08 Hamburg Freezers DEL 50 15 20 35 93 15 | Playoffs 7 0 3 3 12 -1 
Germany WC 6 0 1 1 0 -1 |
 2008-09 Hamburg Freezers DEL 44 9 11 20 52 -1 | Playoffs 9 3 3 6 10 -5 
Germany OGQ 3 3 0 3 4 1 |
 2009-10 Hamburg Freezers DEL 53 16 17 33 99 -10 |
Germany OG 4 1 0 1 2 0 |
Germany WC 9 0 0 0 6 -2 |
 2010-11 Hannover Scorpions DEL 6 3 1 4 6 -3 |
Kölner Haie DEL 37 11 14 25 36 -6 | Playoffs 5 1 1 2 10
Germany WC 7 3 1 4 4 1 |
 2011-12 Kölner Haie  DEL 52 14 16 30 45 6 | Playoffs 6 1 3 4 20 -2 
Germany WC 7 1 0 1 2 -6 |
 2012-13 Kölner Haie  DEL 52 17 20 37 62 6 | Playoffs 12 3 5 8 16
Germany WC 7 1 1 2 2 0 |
 2013-14 Kölner Haie DEL 45 12 10 22 55 8 | Playoffs 16 1 3 4 8
Germany (all) International 2 0 0 0 0 -1 |
 2014-15 Kölner Haie DEL 48 9 6 15 75 -11 |
 2015-16 Eispiraten Crimmitschau DEL2 42 18 22 40 65 1 | Playoffs 3 0 0 0 4 -1 
 TOURNAMENT STATISTICS
 1996-97 Oshawa Generals M-Cup 3 1 1 2 4 2 |
 2014-15 Kölner Haie  Champions HL 6 0 2 2 10 0 |

 

(Statistics from eliteprospects.com - Foto imago/eishockey-online.com)


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