Interview mit Viona Harrer, einem der Aushängeschilder im deutschen Fraueneishockey

u18 vionaharrer 2017

 

(Interview) (CD) Viona Harrer war lange Jahre eines der Aushängeschilder des deutschen Fraueneishockey. Sie war eine der ersten Torhüterinnen (ua. Ivonne Schröder, Jenny Harß), die es in der Männerdomäne Eishockey geschafft hat sich einen Stammplatz als Torhüterin in der 3. Liga (Oberliga) bei den Erding Gladiators und Tölzer Löwen zu erspielen.

 

 

Nach den olympischen Spielen 2014 in Sochi beendete Sie für alle etwas überraschend die Karriere im Tor der deutschen Eishockey Nationalmannschaft der Frauen und bei den Tölzer Löwen. Kurz darauf stand Sie aber wieder auf dem Eis, diesmal tauschte Sie aber Fanghand, Blocker gegen einen normalen Eishockeyschläger und Spielerhandschuhe. Seit fast 2014 spielt Sie als Verteidiger in der Fraueneishockey Bundesliga beim Rekordmeister ESC Planegg.

 

Mit der U18 Nationalmannschaft der Frauen schaffte Sie hinter der Bande vor kurzem den Wiederaufstieg in die Top Division. eishockey-online.com hat sich mit Viona Harrer unterhalten.

 

 

Viona, herzlichen Glückwunsch zum Aufstieg der U18 Nationalmannschaft der Frauen in die Top Division. Das war für Dich als Co-Trainerin das erste Turnier hinter der Bande. Wie war es für Dich?

 


Viona Harrer: Dankeschön. Es war die erste WM hinter der Bande. Ich bin ja bereits seit 2 Jahren als Torwarttrainerin dabei und wenn Tina Evers verhindert ist, übernehme ich eben auch noch den Posten als Co-Trainerin. Von dem her war das Ganze nichts Neues für mich, außer dass die Anspannung auch bei den Trainern etwas größer ist bei einer WM.

 

 


Das war ja ein Einstand nach Maß, oder?


Viona Harrer: Ja das kann man schon so sagen.

 

 


Wie bewertest Du den Erfolg und den Aufstieg, sind junge Spielerinnen mit Potential dabei, wer hat Dich überzeugt?


Viona Harrer: Für die Wahrnehmung und Entwicklungschancen des Fraueneishockeys ist es sehr, sehr wichtig, dass neben der A-Mannschaft nun auch die U18 den Aufstieg in die Top-Division geschafft hat. Wir haben sicherlich gerade bei den jungen Jahrgängen viel Potenzial, das es aber weiter zu fördern gilt, um nächstes Jahr die Top Division halten zu können.

 

 





Nach Deiner Torhüterlaufbahn, spielst Du ja weiterhin als Verteidigerin beim ESC Planegg. Wie bist Du zum Co-Trainer für die Weltmeisterschaft geworden?


Viona Harrer: Wie gesagt, ich bin als Co-Trainerin für Tina Evers eingesprungen, die leider auf Grund Ihrer Abschlussprüfungen zum Studium verhindert war.

 

 


Werden wir Dich in der Zukunft öfter hinter der Bande sehen?


Viona Harrer: Ja ich denke schon, der Trainer-Job macht mir Spaß.

 

 


Was machst Du aktuell beruflich? Bist Du noch bei der Sportförderung der Bundeswehr?

Viona Harrer: Nein ich bin nicht mehr bei der Sportfördergruppe. Ich hatte letztes Jahr vorübergehend in einer Sport- und Eventagentur gearbeitet und nun vor kurzem meinen Master in Sportmanagement abgeschlossen. Jetzt muss ich wieder sehen wie es beruflich weitergeht.

 

 


Du hast nach Olympia 2014 Deine „Torhüterhandschuhe“ an den Nagel gehängt, sowohl in der Nationalmannschaft als auch in der Oberliga der Männer, aber anstatt komplett aufzuhören, hast Du als Verteidigerin weitergespielt. Wie kam es denn zu dieser Entscheidung, Du hättest doch sicherlich noch bei den Herren weiterspielen können, oder?


Viona Harrer: Ich hatte ganz einfach keine Lust mehr im Tor zu stehen. Da ich aber nicht ganz mit dem Eishockey aufhören wollte, habe ich mir einfach eine neue Herausforderung gesucht. Feldspieler hat mir schon immer Spaß gemacht. Es war die richtige Entscheidung.

 

 


Bislang hast Du 41 Spiele in der Frauenbundesliga (seit 2014) bestritten und 10 Assists verbucht, nur ein Tor ist Dir bisher noch nicht gelungen. Wer Dich kennt, weiß dass Du sehr ehrgeizig bist, ist das noch ein Ziel von Dir?


Viona Harrer: So ehrgeizig wie früher bin ich nicht mehr. Ich will einfach so gut spielen wie ich kann, dazu muss ich aber nicht unbedingt ein Tor schießen. Ein Tor wäre zwar schon mal schön, aber wenn´s nicht klappt ist das auch nicht weiter tragisch.

 

 

Vielen Dank und alles Gute für die Zukunft!

 

 

(Foto Richard Langnickel)


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