Interview mit Nikolaj Ehlers von den Winnipeg Jets (NHL)

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(Interview) (Ivo Jaschick) Nikolaj Ehlers erblickte am 14. Februar 1996 in Aalborg, Dänemark, das elektrische Licht der Welt. Sein stürmender Vater hatte es bis in die dänische Nationalmannschaft gebracht und wechselte 1995 nach Augsburg und später zu den Berlin Capitals.

 

 

Infiziert mit dem Eishockeygen lernte Nikolaj das ABC des Eishockeys in Berlin. Nach Jahren in Dänemark und der Schweiz, ging er in die Quebec Major Junior Hockey League (QMJHL) zu den Halifax Mooseheads und wurde 2014 als # 9 von den Winnipeg Jets gedraftet, für die er nun im zweiten Jahr stürmt.

 

 

Nach einem Match in Sunrise hatte Ivo Jaschick von eishockey-online.com die Gelegenheit, sich mit ihm zu unterhalten:

 


Zu allererst, wir machen dieses Interview auf Deutsch, die Frage, wie kommt es, dass Sie so gut Deutsch sprechen?


Mein Vater hat viele Jahre in Deutschland Eishockey gespielt und ich stand das erste Mal in Berlin auf dem Eis. Dort wurde mir das Schlittschuhfahren beigebracht und die Basis für meine weitere Eishockeykarriere gelegt. Mit fünf Jahren habe ich Deutschland verlassen und nach Dänemark gezogen. Danach kamen noch einmal fünf Jahre in der Schweiz – aber ich habe versucht mein >Hochdeutsch< weiter zu behalten.

 

 


Also könnte ich sagen, Sie sind „Made in Germany“?


Nein, denn zu der Zeit spielte mein Vater noch in Klagenfurt und während einer Nationalmann-schaftspause sind meine Eltern zurück nach Dänemark gefahren, so dass ich in Aalborg zur Welt gekommen bin. Mein Vater war zu dem Zeitpunkt wieder in Österreich und bekam mich dann erst nach einem Monat erstmals zu Gesicht!

 

 


Sie sind sehr sprachbegabt, sprechen mehrere Sprachen!


Nach meiner Zeit in Deutschland übernahm mein Vater in der Schweiz Trainerjobs und ich hatte meinen ersten Verein in Biel. Also kamen noch Französisch und Schwyzer-Dütsch hinzu – und Dänisch sowie Schwedisch sind klar. Danach zog es mich nach Amerika.

 

 

 

Nachdem dies geklärt ist, erst einmal herzlichen Glückwunsch zu dem verdienten Sieg in der Sonne Floridas, wie haben Sie das Spiel gesehen?


Es lief eigentlich ganz gut – wir haben überhaupt die letzten Spiele ganz gut gespielt! Heute haben wir die ganzen 60 Minuten hart und konsequent gespielt. So müssen wir jetzt weiter zu Werke gehen.

 

 

 


Sie haben zu dem 4:1 Sieg den dritten Treffer erzielt und Ihre Skorerqualitäten unter Beweis ge-stellt – 13 Tore & 22 Assists  (4. Januar)!


Ja, Glück gehört dazu! Es war ein nahezu perfekter Pass von meinem Teamkollegen (Bryan Little), ich habe den gegnerischen Goalie gar nicht gesehen, habe einfach draufgehalten und die Scheibe ist reingegangen. Es läuft momentan ganz gut fürs Team, aber auch für mich!

 







Die Jets haben bislang recht viele Tore geschossen, aber auch sehr viele kassiert – könnte ich sa-gen, dass dies bislang die Achillesferse im Team ist?


Ja, könnte man sagen. Wir haben unsere Probleme gehabt, aber wir verbessern uns die ganze Zeit, wir arbeiten dran – gestern (6:4 @ Tampa) und heute haben wir uns von der anderen Seite gezeigt. Es ist ein Prozess, wir werden von Mal zu Mal besser.

 

 


Mit 20 Jahren sind Sie noch sehr jung, bilden aber mit dem noch jüngeren Patrick Lalime eine un-geheuer produktive Sturmreihe!


Es ist kaum zu glauben, dass er gerade mal 18 Jahre alt ist, in die beste Liga der Welt reinkommt und so gut ist! Ich kann nur sagen, dass es unwahrscheinlich viel Spaß macht!

 

 


Es ist Ihre zweite Saison in der NHL – Sie haben jetzt schon fast so viele Punkte auf der Habenseite wie nach der ganzen vorigen Saison! Was ist Ihr Geheimnis?


(schmunzelnd) Ich habe während der Sommerpause sehr viel und sehr hart trainiert. Auch habe ich noch an einigen Kleinigkeiten gefeilt und versucht, einfach besser zu werden. Ich bemühe mich immer besser zu werden und bis zum Ende der Saison ist noch etwas Zeit und da bemühe ich mich auch, noch besser zu werden. Aber auch als Team haben wir einen gewaltigen Schritt nach vorne gemacht.

 

 


Eine Ihrer Stärken ist die Schnelligkeit – kann man das trainieren?


Ich denke, das wurde mir mit in die Wiege gelegt! Von klein auf war ich ein schneller! Natürlich ver-liert man die Schnelligkeit, wenn man nicht dran arbeitet, trainiert! Ich weiß, dass ich viel an mir arbeiten muss, um diese Stärke nicht zu verlieren – ich tue mein Möglichstes!

 

 


Ihr Vater hat Eishockey gelebt – er war lange Zeit Spieler, u.a. sieben Jahre in der DEL (Augsburg, Berlin). Hatte er einen Anteil an Ihrem Werdegang zum NHL Profi?


Ja, natürlich, einen sehr großen sogar! Es sind gute, schöne Erinnerungen. Sobald es möglich war, bin ich aufs Eis gegangen, mein Vater hat mich bei den Berlin Capitals manchmal mit auf das Eis genommen. Er hat mich immer gepusht, immer stand er mir mit Rat und Tat zur Seite – ohne ihn, würden wir jetzt nicht hier sprechen! Sehr oft habe ich mit ihm Extra-Trainingsschichten eingelegt – kurzum, er war ein super Vater, super Spieler und super Trainer, dem ich alles zu verdanken habe!

 


Vielen Dank und viel Glück!

 


(Foto imago/eishockey-online.com)


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