Interview mit dem Kapitän der Dresdner Eislöwen Rene Kramer

Rene Kramer 03012017

 

(Interview) PM Seit drei Spielen führt René Kramer die Eislöwen als Kapitän auf das Eis. Der gebürtige Berliner begann seine Karriere bei den Eisbären Berlin und war, bevor er im Mai 2015 nach Dresden kam, für die Straubing Tigers in der DEL aktiv. Im Interview mit del-2.org spricht der 29-jährige Verteidiger über die Rolle eines Führungsspielers und den Unterschied zwischen DEL und DEL2 sowie die Faszination Eishockey.

 

 

René Kramer, Sie sind ein gebürtiger Berliner. In der Hauptstadt gibt es die unterschiedlichsten Möglichkeiten, um eine Sportart auszuüben. Warum fiel Ihre Wahl auf Eishockey? Was fasziniert Sie an der Sportart?

 

Mein Interesse für Eishockey wurde durch meinen Bruder geweckt. Als er klein war, hat er Fußball gespielt. Aber er hatte Angst vor dem Trainer. Deswegen hat ihn mein Vater zum Eishockey gebracht. Mein Bruder ist fünf Jahre älter als ich und als kleiner Bruder eifert der Jüngere dem Großen ja meist nach. Am meisten fasziniert mich im Eishockey der Zusammenhalt innerhalb der Mannschaft. Viele Spieler, die mit unserem Sport aufgehört haben sagen, dass sie am meisten die Zeit mit den Jungs in der Kabine vermissen, was ich mir auch gut vorstellen kann. Das Team verbringt viel Zeit miteinander, ob im Training oder bei Auswärtsfahrten. Die Zeit mit den Mannschaftskollegen ist schon cool.

 

 

 

Seit dem 30. Dezember sind Sie der neue Eislöwen-Kapitän. Was macht für Sie einen Führungsspieler aus und wie gehen Sie Ihre Rolle als Kapitän jetzt an?

 

Einen Führungsspieler macht für mich in erster Linie aus, dass er selbst seine Leistung auf dem Eis bringt und in jeder Hinsicht ein Vorbild ist. Ein Leader sollte immer positiv einwirken, auch wenn es mal eine Negativserie gibt. Jüngere Spieler schauen sich von den erfahrenen Profis einiges ab, auch ich habe das in meiner jungen Karriere gemacht. Das heißt nicht, dass Führungsspieler keine Fehler mehr machen dürfen. Fehler passieren, wir sind alle nur Menschen. Ich habe schon vor dem Kapitänsamt versucht eine Leader-Funktion in der Mannschaft zu übernehmen. Es gibt mehrere Führungsspieler, die zusammenhalten und miteinander sprechen müssen. Natürlich geht der Kapitän voran, gar keine Frage, und das werde ich auch machen. Ich werde mit den Jungs viel reden, sei es bei Umstellungen auf dem Eis, wenn sie Probleme oder vielleicht private Sorgen haben.

 





Ein Kapitänswechsel ist während der Saison ungewöhnlich. Brauchte das Team den neuen Impuls?

 

Es war die Entscheidung unseres Trainers Bill Stewart, der damit einen neuen Impuls geben wollte. Bis jetzt hat es gut funktioniert - und wir sind überzeugt, dass es so weiter geht. Auch die Jungs vor dem Wechsel haben einen super Job gemacht und agieren natürlich auch weiterhin als Führungsspieler. Mir und unseren zwei neuen Assistenten war es wichtig, nicht alles umzukrempeln, sondern Vertrauen zu schaffen, damit unser Weg uns hoffentlich noch ziemlich weit führt in dieser Saison.

 

 

 

Sie haben Ihren Vertrag frühzeitig verlängert. Was waren die ausschlaggebenden Punkte, dem Club die Treue zu halten?

 

Die Organisation der Eislöwen ist hervorragend. Auch die Gegebenheiten vor Ort, wie zum Beispiel die Eishalle, sind hier in Dresden sehr gut. Das gibt es nicht überall. Seit anderthalb Jahren wird bei den Eislöwen eine Mannschaft aufgebaut, die immer versucht oben mitzuspielen. Das gefällt mir. Zudem lebt auch mein Bruder mit seiner Familie in Dresden, meine Freundin arbeitet hier und unsere Tochter geht in Dresden in den Kindergarten. Meine Eltern wohnen nur zwei Stunden entfernt in Berlin. Auch das ist ein angenehmer Nebeneffekt. Es passt hier einfach alles und ich fühle mich absolut wohl.

 

 

 

Sie haben auch schon in der DEL gespielt. Welche Unterschiede sehen Sie zwischen der deutschen höchsten Spielklasse und der DEL2?

 

Das ist schwierig zu sagen. Ich empfinde die Spiele in der DEL einen Tick schneller, was auch ein schnelleres Denken erfordert. Umgewöhnen musste ich mich bei den Auswärtsfahrten. In der DEL2 reist die Mannschaft am Tag des Spiels an. In der DEL ist es nicht so. Aber das ist kein Problem mehr. Für mich liegen die Unterschiede nur auf dem Eis. Denn hier in Dresden wird der Club genauso professionell geführt wie in der höchsten deutschen Spielklasse.

 

 

 

Ein freier Tag ohne Eishockey ist Seltenheit bei einem Profi-Spieler. Dennoch gibt es sie ab hin und wieder. Wie verbringen Sie diesen Tag am liebsten?

 

An einem freien Tag bin ich viel mit meinem Hund unterwegs, da meine Freundin arbeitet und meine Tochter im Kindergarten ist. Bei einem Spaziergang mit dem Hund kann ich relaxen und versuche die Zeit für mich zu genießen und den Kopf frei zu bekommen. Ich bin dann aber auch froh, wenn meine Familie nach Hause kommt und ich mit ihnen Zeit verbringen kann. Ich bin ein absoluter Familienmensch.



(Foto Dresdner Eislöwen)


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