Interview mit langjährigem DEL Spieler Björn Barta "Fühle mich wohl in Duisburg“

bjoern barta evduisburg2016 2

 

(Interview)  (Ivo Jaschick) Björn Barta wurde am 22. Mai 1980 in Solingen (NRW,) bereits infiziert mit dem Eishockeygen (sein Vater Michael war tschechoslowakischer Nationalstürmer) geboren, wuchs aber in Berlin auf und schloss sich den Berliner Vereinen an. Mit 17 wechselte der Junior für ein ‚Lehrjahr‘ nach Schweden (Mora IK). Der linksschießende Flügel kehrte in die zweite Liga (Heilbronn, Bietigheim) zurück, bevor er in Köln sein DEL-Debut (2001) gab.

 

Über Augsburg, Ingolstadt, Nürnberg und nochmals Ingolstadt, sowie einigen Spielen in der Nationalmannschaft, wechselte er 2016 in die Oberliga nach Duisburg. Nach einem 7:2 Sieg – mit einem Barta-Tor – über die Harzer Falken, hatte Ivo Jaschick von eishockey-online.com Gelegenheit mich mit ihm zu unterhalten:

 

 


Björn Barta, wenn man sich Ihre Statistiken anschaut, fällt einem direkt Ihr Jahr in Schweden auf, das in der U20 von Mora IK bestritten haben! Wie kam es dazu?


Es bot sich mir die Chance mal international zu spielen, dort Erfahrung zu sammeln, da der Bruder des damaligen „Captains“ der Berliner Eisbären, Thomas Steen, Malte in Mora eine Eishockey-Schule betrieben hat. Da habe ich dann ein Probetraining absolviert, konnte wohl überzeugen und wir haben uns dann schnell geeinigt, dass ich dort geblieben bin. Und so konnte ich dort auf höchstem Niveau als Junior Eishockey lernen.

 

 

 

 

Dann ging es wieder nach Deutschland, zuerst in die 2. Liga nach Heilbronn und Bietigheim. Dann kam die DEL an die Reihe mit zwei Meisterschaften (Köln 2002 & Ingolstadt 2014). Nach 2016 ha-ben Sie Ingolstadt den Rücken gekehrt und spielen nun in der Oberliga Nord bei den Duisburger Füchsen! Warum?


Ein Grund war auf jeden Fall Lance (Nethery, Teamchef der Füchse)! Der Kontakt ist schon sehr frühzeitig entstanden und ich war mir der Sache auch nicht ganz sicher – aber dann kam auch der familiäre Aspekt hinzu, da meine Frau aus Köln kommt und wir gemeinsam die Entscheidung getroffen haben, dass wir nach meiner Karriere in der Domstadt bleiben wollen. Ja, und dann kam halt die Anfrage aus Duisburg. Von Lance wusste ich auch, dass das hier eine professionelle Sache wird. Ich dachte mir schon, dass es mit der DEL wahrscheinlich nichts mehr wird.

 

 

Da habe ich mich gefragt, was ich machen soll, 2. Liga oder Oberliga? Meine Entscheidung war schnell gefallen. Duisburg ist nahe an Köln dran, es ist ein sehr professionell geführter Verein, man hat hier ein klares Ziel vor Augen, den Aufstieg – das hat mir gefallen, es kam zu einem Treffen, dann zu einem zweiten und ich denke, dass ich eine sehr gute Entscheidung getroffen habe.






 

 

Worin liegt der Unterschied zwischen der DEL und der Oberliga?


Das liegt schon ganz klar auf der Hand – in der DEL ist alles viel schneller, viel organisierter, die Stadi-en,  mehr Fans …. . Trotzdem glaube ich, dass wir hier in Duisburg sehr gute Bedingungen haben, vom Training, der Mannschaft und dem ganzen Verein her. Aber natürlich gibt es Unterschiede, auch für mich als Spieler.

 

 


Worin liegen die?


Hier macht es mir natürlich auch mehr Spaß offensiver zu agieren, auch Tore zu schießen und diese nicht nur zu verhindern. Hier ist es meine Aufgabe, Tore zu kreieren und Spiele – wenn möglich – für uns zu entscheiden. Von da her ist es ein ganz gutes Paket! (lächelt)

 

 


Was sind Ihre Aufgaben hier in Ihrem >Füchse-Team“?


Was heißt hier Aufgabe? Ich muss als „Capitain“ der Mannschaft mit meinen 36 Jahren und ehemaliger DEL-Spieler selbstverständlich mit gutem Beispiel vorangehen. Wir haben hier viele junge Spieler in der Mannschaft, die auch noch lernen müssen, in manchen Situationen etwas cooler zu bleiben. Das ist halt auch ein großer Unterschied – in der DEL musst du halt cool sein und erledigst das auch, während es hier in der Oberliga etwas anders ist, hier geht es etwas langsamer zu. Aber trotzdem ist der ein oder andere etwas hibbelig in einigen Situationen und da ist es halt mein Part, Ruhe zu bewahren, zu verbreiten und als Vorbild zu agieren.

 

 


Wie sehen Ihre Ziele aus – mit dem Team und persönlich?


 Mit dem Team gibt es nur ein Ziel: Das letzte Spiel in den Playoffs zu gewinnen. Dies würde bedeu-ten, dass wir aufgestiegen sind! Und persönlich (überlegt lange) …. möchte ich als Vorbild voran gehen, in jedem Spiel meine Leistung bringen und wenn das ein oder andere Tor dabei rausspringt, wäre ich auch nicht abgeneigt. Aber letztendlich möchte ich mit der Mannschaft aufsteigen und dieses Ziel steht über allem anderen!

 

 


Sie sind nicht gerade als Goalgetter bekannt, oder sehen Sie das anders?


Also ich kann auch Tore schießen, so ist das nicht, meine Instruktionen lauteten immer anders: Tore verhindern! Da man aber nie ausgelernt hat, kann ich mit meinen 36 Jahren auch auf diesem Gebiet noch besser werden. Vielleicht lerne ich ja noch die ein oder andere Scheibe mehr noch im Tor unter zu bringen. Aber Sie haben Recht – der klassische Torjäger war ich eigentlich nie. Ich suche im Prinzip immer den besserstehenden Mitspieler.

 

 


Würde Sie ein DEL-Engagement noch einmal reizen?


Also erstens: 36 Jahre sind für ein DEL-Angebot doch eher ein Hindernis und zweitens gebe ich mich keinen Illusionen hin! Ich bin jetzt erst einmal hier, habe mich für diesen Schritt entschieden, bin froh hier zu sein, will hier bleiben, alle sind zufrieden und deswegen mache ich mir über solche >Spielchen< auch keine Gedanken!

 


Vielen Dank für das nette Gespräch!

 

(Foto EV Duisburg)


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