Interview mit Mannheims Meistermacher Geoff Ward (NHL/New Jersey Devils)

Ward Nhl 2016 2

 

(Interview) (Ivo Jaschick) Mit den Mannheimer Adlern gewann Ward 2015 die DEL Meisterschaft und wechselte danach als Assistenztrainer in die NHL zu den New Jersey Devils. Nach einem Heimspiel hatte Ivo Jaschick von eishockey-online.com die Gelegenheit, ein kurzes Gespräch mit ihm zu führen:

 

 

Geoff Ward, sprechen wir erst einmal über die Olympia Qualifikation in Riga, die Sie ja mit der deutschen Nationalmannschaft geschafft haben. Herzlichen Glückwunsch! Wo man auch hinhörte, alle waren voll des Lobes über das Trainergespann!


Ohne überheblich zu sein, muss ich doch sagen, dass wir die beste Mannschaft des Turniers waren! Alle, die Betonung liegt auf alle, haben sich voll reingekniet und sehr hart gespielt. Die Siege und der Lob geht ganz klar an die Spieler! Es waren eigentlich alles enge Partien, aber wir haben es verstanden, Tore zu schießen, als wir sie brauchten. Und jeder hat seinen Teil dazu beigetragen, dass wir so erfolgreich waren. Die Qualifikation war eine großartige Mannschaftsleistung, der Teamgeist hatte einfach gestimmt! Und der Einsatz wurde belohnt! Natürlich freuen wir uns jetzt auf den nächsten Schritt: auf Olympia!

 

 

 

Ich denke, Sie haben Recht, wenn Sie die Leistung aller hervorheben! Aber was passiert, wenn die NHL-Spieler bei Olympia nicht zur Verfügung stehen?


Das würde sehr interessant werden! Wir sind natürlich alle guter Hoffnung, dass die NHL einer Olympiateilnahme aller Spieler aller Nationen zustimmen wird. Aber wenn nicht, ist das auch kein Beinbruch. Viel mehr eröffnet es anderen Akteuren die Chance, sich zu beweisen. Was zuerst negativ erscheint, kann auch positive Auswirkungen haben. Wir haben damit angefangen, eine gewisse Tiefe in unseren Kader zu bringen. So hatten wir bei der letzten Weltmeisterschaft im russischen St. Petersburg einige Spieler dabei, die ihre Sache super gemacht haben, aber jetzt in Riga nicht zum Zug kamen. Sie haben ihre Chance bekommen, haben sich bewährt – und jetzt müssen wir der Dinge harren, die da kommen! Egal, was kommt, ich weiß, dass Marco (Sturm) einen Plan hat und das Beste für Deutschland in Korea herausholen wird.





 

Sie sind in der NHL hier in New Jersey tätig, der Bundestrainer Marco Sturm hat lange Jahre sehr erfolgreich in der NHL gespielt – ist das Spielsystem der deutschen eher nordamerikanisch ausgerichtet?


Marco (Sturm) und ich haben darüber diskutiert, wie wir spielen wollen. Wir kamen dann überein, dass wir einen Stil wie in der NHL spielen lassen wollen. Ich denke, dass Marco dieses System beherrscht und auch das Vertrauen in seine Spieler setzt, dieses umzusetzen – und sie haben es bewiesen! Es war auch einfach, dies den Spielern „zu verkaufen“. Ich denke, dass sie es genossen haben, dieses zu  spielen. Wir haben nach vorne gespielt und eine Menge Druck ausgeübt. Es macht einfach mehr Spaß und unsere Jungs haben es genossen! Und um es noch mal klar zu stellen, es waren nicht nur die NHL-Spieler, die klasse gespielt haben, es waren alle – keiner ist abgefallen! Sie sind als eine Einheit aufgetreten. Obwohl das Turnier nur so kurz war, haben sie schnell zusammengefunden und, was am Wichtigsten war, jeder hat für den anderen gekämpft. Jeder hat für Deutschland gekämpft und das war der Schlüssel zum Erfolg!

 

 


Ein kurzes Wort noch zu Ihren Devils – der Start hätte besser sein können!


Auch auf die Gefahr hin, dass ich jetzt ein paar Dollar in das Phrasenschwein zahlen muss, aber es sind erst einige wenige Partien absolviert und es können noch sehr viele Punkte verteilt werden. Momentan sind wir noch über dem Strich und dort wollen wir auch noch im April sein! (9. April – letzter Spieltag {A.d.A})

 

 


Letzte Frage: Mit Tyler Hall haben die Devils einen jungen, technisch versierten und torgefährlichen Stürmer aus Edmonton losgeeist, was können Sie über ihn berichten?


Wir hatten die Möglichkeit ihn in einem >Trade< hier nach New Jersey zu holen. Für ihn mussten wir mit dem Defenseman Adam Larsson einen hohen Preis zahlen, aber ich denke, es war ein gutes „Geschäft“! Es ist unheimlich dynamisch, hat uns schon einige Punkte für uns gewonnen, er macht die Dinge, die wir von ihm erwarten! Er hat sich sehr schnell an die neue Umgebung, das neue System und die neuen Mannschaftskollegen gewöhnt. Und wir denken, dass er mit der Zeit noch besser wird. Wir haben schon Leute in der Mannschaft, die das Spiel machen können, die einen so hohen Eishockey – IQ haben wie er. Doch wenn das mit der Schnelligkeit, Stärke und technischen Fertigkeiten kombiniert ist, wird er zu einer noch gefährlicheren Waffe, als wir bisher hatten. Er ist eine sehr gute Verstärkung und es bereitet Freude ihn zu beobachten.

 


Tyler Hall kam aus der kanadischen Provinz, aus Edmonton, und ist jetzt in der Weltstadt New York – da dauert es sicher noch einige Zeit, bis er sich akklimatisiert hat!


Ja, da gibt es bestimmt einige Sachen, an die er sich erst gewöhnen muss, die anders sind. Hier wird er auf der Straße nicht direkt von jedem angesprochen, in Edmonton war er ja wie ein bunter Hund, jeder kennt ihn. Hier genießt er mehr den Status Anonymität, hier kann er in die Stadt gehen, ohne gleich erkannt zu werden. Hier kann er sein Privatleben mehr genießen. Aber er kommt täglich gut vorbereitet zur Arena, er trägt voller Stolz sein Jersey, er gibt immer sein Bestes – einfach super!

 


Vielen Dank und größtmöglichen Erfolg!



(Foto Ivo Jaschick)


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