Interview mit U20 Nationalspieler Vladislav Filin (Thomas Sabo Ice Tigers)

Filin Nuernberg 2016

 

(Interview) (Birgit Eiblmaier) Vladislav Filin (geb. 20.03.1995) begann seine Karriere bei den Eisbären Juniors in der Deutschen Nachwuchsliga (DNL) bevor er für FASS Berlin seine ersten Spiele in der Oberliga bestritt. Im Jahr 2013 debütierte er für die Eisbären Berlin in der DEL und kam in dieser Saison auf seine ersten 4 DEL Spiele. Nach einem Ausflug nach Salzburg wurde er in der Saison 2014/2015 in 7 DEL Spiele für die Eisbären eingesetzt. Ebenso war er in 61 DEL2 Spiele für die Dresdner Eislöwen aktiv in denen er 17 Tore und 18 Assists verbuchen konnte. 

 

 

Seit dieser Saison (2016/2017) gehört er den Thomas Sabo Ice Tigers an und hat schon einige DEL-Spiele absolviert und wird auch beim Kooperationspartner den Bayreuth Tigers in der DEL2 eingesetzt.

 

 

eishockey-online.com Reporterin Birgit Eiblmaier hat sich mit dem U20 Nationalspieler, der bereits an zwei U20 Weltmeisterschaften teilgenommen hat in Nürnberg getroffen und unterhalten.

 

 

Vladislav, Du bist im Alter von 7 Jahren nach Deutschland gekommen – hattest Du in Rußland bereits angefangen Eishockey zu spielen und wie kam es überhaupt dazu ?

 

Ich war schon fast 8 als ich nach Deutschland gekommen und so mit 8 ½ – Jahren habe ich angefangen. Und auch nur, weil ich nicht „unhöflich“ sein wollte. Der Sohn unserer damaligen Nachbarn hat Eishockey gespielt und sein Vater hatte mich gefragt ob ich nicht mal mitgehen möchte. Ich wollte halt auch nicht Nein sagen und bin zu einem Spiel der Eisbären mitgegangen. Nach dem Spiel hatte er mich gefragt ob ich das nicht mal selber ausprobieren will – ich wollte nicht unhöflich sein und habe Ja gesagt. Ich habe es ausprobiert, mir hat es gefallen und so bin ich zum Eishockey gekommen.
In Rußland habe ich ja in einem kleinen Dorf gewohnt, da gab es solche Möglichkeiten gar nicht.

 

 


Konntest Du Dir zu diesem Zeitpunkt schon vorstellen später Eishockey Profi zu werden ?

 

Nein, gar nicht. Wenn man sieht das man besser wird und man es schaffen könnte trainiert man natürlich schon darauf hin. Eine gewisse Zeit lang habe ich parallel Eishockey, Fußball und Basketball gespielt und war auch ganz gut als Fußballer – vermutlich wäre ich dann Fußballspieler geworden wenn es mit Eishockey nicht so geklappt hätte. Ich habe ja mein Fachabitur und vielleicht fange ich nächstes Jahr an nebenbei zu studieren – Sportwissenschaft, Sportmanagement. So etwas interessiert mich.

 

 

 

Was „reizt“ Dich an diesem Sport so besonders ?

 

Es macht einfach Spaß, immerhin ist auch die schnellste Mannschaftssportart der Welt. Ich kann auch nicht ohne Eishockey – eine Woche „ohne“ geht noch – aber dann zieht es mich wieder auf´s Eis.

 

 

 

Wer hat Dich denn bisher in Deiner Karriere am Meisten geprägt bzw. wer sind Deine Vorbilder ?

 

Eigentlicher keiner, bzw. ich habe in dem Sinn keine „Vorbilder“ - klar ich mag ein paar Spielertypen. Datsyuk, Malkin, … zum Beispiel. Ich war schon immer selber sehr motiviert gewesen, es hat mir immer schon sehr viel Spaß einfach gemacht.

 

 



 

 

Neulich war der Kids Hockey Day –  stell Dir vor, für einen der Anfänger bist Du das Vorbild. Was würdest Du ihm antworten auf die Frage, was er tun muß, um genauso erfolgreich wie Du zu werden ?

 

Das kann ich mir so gar nicht vorstellen das ich ein Vorbild bin. Ich würde ihm ein paar Ratschläge geben wie ich es gemacht habe oder ihm vielleicht auch sogar etwas zeigen. Ich würde ihm raten Selbstvertrauen zu haben - das ist im Sport einfach sehr, sehr wichtig. Und natürlich hart arbeiten. Talent haben nämlich sicherlich einige - aber nur mit harter Arbeit kommt man voran.

 

 

 

Weswegen hast Du Dich dazu entschieden von den Eisbären Berlin zu den Thomas Sabo Ice Tigers zu wechseln ?

 

Vermutlich hätte ich dieses Jahr in Berlin diese Saison nicht sooft die Gelegenheit gehabt in der DEL zu spielen, vermutlich wäre es wie letztes Jahr geworden und ich wäre mehr für die DEL2 geplant gewesen. Mein Ziel ist es aber soviel wie möglich DEL zu spielen. Und so haben mein Agent und ich einige Gespräche mit Martin Jiranek geführt. Das Konzept, die Mannschaft und das Umfeld haben mich überzeugt den nächsten Schritt hier zu machen.

 

 

 

Hast Du Dich schon gut in Nürnberg eingelebt ?

 

Ja. Mit den Jungs gehe ich auch ab und an weg. In verschiedene Cafe´s oder natürlich auch zu unserem Italiener, wo wir immer essen gehen.

 

 


Wie wurdest Du von der Mannschaft empfangen - Du bist ja doch der Jüngste im Team.

 

Die Mannschaft hat mich super empfangen, ich habe mich gleich von Anfang an dazugehörig gefühlt – ich hatte nie das Gefühl „ ein Neuer“ zu sein. Wir haben ein super Team.

 

 

 

Du bist zwar noch relativ jung – strahlst aber auf dem Eis schon soviel Routine und Selbstbewusstsein aus. Woher nimmst Du dieses Selbstbewusstsein ?

 

Das weiß ich eigentlich gar nicht woher ich das nehme. Es ist aber ganz, ganz wichtig im Eishockey, denn es gibt immer wieder mal Rückschläge. Mal spielt man eine Saison schlecht oder man kommt mal mit wem aus dem Team nicht ganz so zurecht. Oder eben auch schwierige Zeiten, wie für mich in Salzburg vor ein paar Jahren, das prägt einen. Das und die Familie natürlich, das gibt einem Selbstvertrauen. Oder auch so blöde Niederlagen, wie wir jetzt hatten – das analysiert man anschließend und konzentriert sich auf seine Stärken. Man weiß ja was man kann.


Ich persönlich konzentriere mich relativ schnell wieder auf meine Stärken und gehe vielleicht vorm Einschlafen abends nochmal die Situationen durch die man auf dem Eis nicht so gut gemacht hat. Aber fokussiere mich lieber auf die positiven Sachen und die Sachen die gut funktioniert haben.

 

 

 

Viele Spieler haben gewisse „Routinen“ vor einem Spiel oder sind abergläubisch – wie sieht es da bei Dir aus ?

 

Weder noch, ich habe keine Routinen und bin auch nicht abergläubisch - ich nehm´s wie´s kommt. Klar – gewisse Routinen gibt’s immer. Man ist 1.5 – 2 Stunden vor dem Spiel in der Kabine, spielt Fußball und wärmt sich auf.  Aber wenn ich mich umziehe – das ist dann so der Moment wo ich mich komplett auf das Spiel fokussiere, nochmal tief durchatmen und dann auf´s Eis. Ich freue mich auf  jedes Spiel denn in jedem Spiel kannst Du wieder neue Inspirationen sammeln oder auch etwas Neues ausprobieren.

 

 

 

Was sind Deine Ziele für die Zukunft ?

 

Ich möchte eine SEHR gute Saison in Nürnberg spielen und nächstes Jahr darauf aufbauen. Langfristig ist mein Ziel schon in der KHL zu spielen. Das ist so mein Traum.

 

 


Wie siehst Du die nächsten Gegner ?

 

Es sind alles starke Mannschaften in der Liga, aber nichts desto trotz sollten wir jetzt den „Heimfluch“ langsam brechen und 3 Punkte daheim holen - egal wie. Wir haben zu Hause eigentlich auch fast immer gut gespielt aber konnten nur einmal die 3 Punkte eben bisher holen. Aber wir wissen was wir können und von daher wird ein Sieg jetzt kommen. Klar könnten wir jetzt besser in der Tabelle dastehen wenn wir am Anfang die Punkte nicht verschenkt hätten, aber kennen unsere Stärken und die Erfolge werden kommen.

 

 

 

Vielen Dank Vladislav für das Interview ! Wir wünschen Deiner Familie und Dir alles Gute und eine erfolgreiche Saison mit den Thomas Sabo Ice Tigers !



(Foto Birgit Eiblmaier)


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