Interview mit Ex-DEL Torhüter Joey (Jochen) Vollmer von den Memmingen Indians

Joey Vollmer 23102016

 

(Interview) (CD) Joey (Jochen) Vollmer ist zu Saisonbeginn aus der DEL2 (Riessersee) in die Bayernliga zu den Memmingen Indians gewechselt. Für die Memmingen Indians nach der Verpflichtung vor zwei Jahren von Jan Benda, der zweite große Coup in der Vereinsgeschichte, denn mit Joey Vollmer ist ein Ex-DEL Torhüter an den Hühnerberg gewechselt der in seiner Laufbahn einiges an Erfahrung vorzuweisen hat.

 

 

Joey Vollmer begann seine Profikarriere im Alter von 17 Jahren bei den Moskitos Essen in der 2. Bundesliga und brachte es in der Saison 1999/2000 nachdem Aufstieg der Moskitos Essen in die Deutsche Eishockey Liga auf 35 DEL Spiele, bevor der Wechsel nach Erding in die Oberliga Süd folgte. Als er ein Jahr später zum EHC München in die Bayernliga wechselte ahnte noch keiner welchen Weg er mit dem EHC München gehen sollte.  Mit dem Gewinn der Bayernligameisterschaft 2002/2003 und dem Aufstieg des EHC München in die Oberliga begann eine bisher einmalige "Evolution" als Torhüter von der Bayernliga bis zur höchsten deutschen Spielklasse der DEL (Deutschen Eishockey Liga).

 


In den 9 Jahren durchlief Joey Vollmer jede einzelne Liga und absolvierte für den EHC München 474 Partien, womit er als Rekordspieler in der bisherigen Vereinsgeschichte zählt. Dieser Werdegang ist bislang noch keinem Torhüter in Deutschland gelungen. Ausser den Erfolgen beim EHC München (DEB Pokalsieger 2010, 2. Ligameisterschaft 2010) konnte er als Förderlizenzspieler im Jahr 2005 mit dem ERC Ingolstadt den DEB Pokalsieg feiern.

 

 

Wenn das Eis abgetaut war, dann spielte Joey für die Rolling Wanderers Germering Inlinehockey und wurde 10 Mal Deutscher Inlinehockey-Meister. Darüber hinaus ist er in der Deutschen Inlinehockey Nationalmannschaft, mit der bereits drei Mal die Bronzemedaille, ein Mal die Silbermedaille gewann und an 9 Weltmeisterschaften teilgenommen hat.

 

 

Sein Vertrag in München wurde im Jahr 2011 nicht mehr verlängert und so wechselte er zu den Eispiraten Crimmitschau in die DEL2. Kurz vor seinem Wechsel wurde sein Trikot mit der #29 unter das Hallendach in München gezogen und seitdem in der Landeshauptstadt nicht mehr vergeben.

 

 

EHC-Manager Christian Winkler: „Joey Vollmer hat den Club auf und neben dem Eis stets vorbildlich vertreten. Wir alle im Verein wünschen Joey das Allerbeste und viel Glück für seinen weiteren Lebensweg. Dass wir zukünftig seine alte Rückennummer nicht mehr vergeben ist das größte ‚Danke schön‘, das wir Joey für die vergangenen neun Jahre zuteilwerden lassen können.“

 

 

Nach der Station in Crimmitschau folgten zwei erfolgreiche Jahre mit den Bietigheim Steelers (DEL2 Meister 2012/2013) und ein Wechsel für weitere zwei Jahre zum DEL2 Ligakonkurrenten SC Riessersee. 

 

 



 


Joey, Du hast in Deiner Karriere bereits in allen Ligen (DEL bis Bayernliga) gespielt und mit  München (Red Bull München) den Aufstieg von ganz Unten bis zur DEL mitgemacht. Deine Rückennummer #29 hängt in München unter dem Hallendach. Trikots werden normaler Weise erst nach dem Karriereende unter das Hallendach gezogen, bei Dir war das in München anders. Wie war das Ganze für Dich?

 

Joey Vollmer: Das ist für mich die größte Ehre, die man als Sportler erhalten kann. München ist mein Verein, meine Heimat und das macht mich sehr stolz. Das Ganze hat nur einen Wehmutstropfen, denn ich wäre sehr gerne bei diesem Vorgang dabeigewesen, nachdem dies aber nach der Saison gemacht wurde war ich nicht mehr in München. Ich freue mich immer wieder wenn ich nach München komme und Kollegen und Leute vom Verein treffe, die ich noch aus meiner langen Zeit kenne und natürlich das Trikot oben unter dem Hallendach bewundern kann.

 

 

 


Nach München hast Du 5 Jahre in der DEL2 gespielt, wie  kam es zum Wechsel in die Bayernliga nach Memmingen?

 

Joey Vollmer: Das hat mein Spielervermittler mit dem Manager von Memmingen arranchiert. Es gab auch einige Angebote aus der DEL2 und der Oberliga, aber Memmingen hatte mir ein langfristiges Konzept präsentiert und das hat mir dann am Besten zugesagt, vorallem im Hinblick auf die Zukunft von meiner Familie und mir und so ist die Entscheidung dann sehr schnell gefallen.

 

 


Hast Du Dich in Memmingen bereits eingelebt an die Bayernliga gewöhnt?

 

Joey Vollmer: Das klingt zwar jetzt negativ ist es aber nicht. Nein ich habe mich eigentlich noch nicht an die Bayernliga gewöhnt. Die Umstellung ist sehr  groß und damit hatte ich eigentlich gar nicht gerechnet. Ich spreche hier aber rein aus der sportlichen Sicht.

 

Man kann sagen, dass ich auch immer noch "übermotiviert" bin und das muss ich erst lernen, dass wir uns hier nicht mehr im Profieishockey bewegen und die Jungs in die Arbeit gehen und dann noch sehr viel für den Sport in der "Freizeit" investieren, wovor ich ganz große Hochachtung habe.  Die größten Unterschiede sind die Spielsysteme der Clubs, das Spielverständnis und natürlich die Schnelligkeit. Schießen können auch die Bayernligaspieler ganz gut, das ist nicht das Problem.

 

 


Es läuft bei Euch in Memmingen aktuell nach einer Siegesserie besser als zu Saisonbeginn, die Mannschaft um Dich und Jan Benda zählt doch zu den Favoriten der Bayernliga, oder?

 

Joey Vollmer: Ja wir zählen auf jeden Fall zu den Favoriten. Wir haben eine ganz gute Truppe mit einigen individuellen sehr guten Einzelspielern. Wie es dann in der Verzahungsrunde aussieht muss mann dann abwarten, dort warten ja Oberligaclubs und das wird sicherlich sehr schwer.

 

 


Du bist in einem „jungen“ Goalie-Alter, da kannst Du ja noch einige Jahre spielen, vorausgesetzt Du möchtest das auch. Wie sind denn die Pläne für Deine Zukunft?

 

Joey Vollmer: Ich bin ehrgeizig und habe sehr viel Spaß und in Memmingen ist das Potential vorhanden, dass wir auch höherklassig spielen können, die Fans, die Sponsoren und auch die Mannschaft tun alles dafür, dass wir an dem Ziel des Aufstiegs arbeiten. Für mich ist wichtig, dass ich mir jetzt neben dem Eishockey einen festen Job suche und dann schauen wir einfach die nächsten Jahre weiter.

 

 

 

Was war Dein sportlich größtes Erlebnis?

 

Joey Vollmer: Da gibt es drei wichtige Ereignisse in meiner Karriere. Der schönste Erfolg war die Bayernligameisterschaft mit München. Das größte Erlebnis war während des NHL Lockout als ich mit dem ERC Ingolstadt den DEB Pokal gewinnen konnte und im entscheidenden Spiel gegen Düsseldorf im Penaltyschiessen gegen NHL Spieler und Nationalspieler gewinnen konnte.

Ein anderes beeindruckendes aber enttäuschendes Erlebnis war die Niederlage im Inline Hockey Finale in Ingolstadt gegen Kanada und der damit verbundenen Silbermedaille.

 

 


Du bist beim Deutschland Cup in Augsburg Zuschauer. Die Nationalmannschaft hatte ja noch nie Probleme mit den Torhütern. Wer ist für Dich der Beste deutsche Torhüter?

 

Joey Vollmer: Wir haben viele sehr gute Torhüter, das ist für den Bundestrainer wirklich schwer. Herausragende Leistungen hatte Thomas Greiss bei der Weltmeisterschaft gezeigt und auch Philip Grubauer in Washington zählt meiner Meinung nach zu den Besten. In der DEL gibt es wie schon gesagt eine Vielzahl an sehr guten Goalies, egal ob Endras, Niederberger etc...

 

 


Ist es korrekt, dass Du bzw. Deine Mama alle Deine Masken aufbewahrt?

 

Joey Vollmer: Ja das ist richtig, ich habe alle bis auf eine, die mir leider in München gestohlen wurde. Wenn ich mal meine Karriere beendet habe und eine Maske für einen guten Zweck versteigert werden kann, dann überlege ich mir ob mich davon trenne, ansonsten habe ich bisher noch keine hergegeben. Diese sind immer besonders für mich.

 

 


In Memmingen spielst Du mit Deiner gewohnten Stammnummer #29, welche hättest Du genommen, falls die #29 vergeben wäre?

 

Joey Vollmer: Die Nummer war vergeben und zwar an Antti-Jussi Miettinen und Antti war sofort bereit mir diese zu geben, ohne dass ich Ihn gefragt hatte. Er ist ein ganz toller Mensch und Kammerad. Nochmals vielen Dank an Antti. Mir ist diese Nummer sehr wichtig, ich trage diese seit meiner Jugend und habe damit sehr viel erlebt. Es hatte sich zum Glück in meiner Karriere nie die Frage ergeben welche andere Nummer ich wählen muss.

 

 

 

Kurzfragen an Joey Vollmer


Lieblingsessen? Medium Steak.
Lieblingsgetränke? Montgomery Martini.
Hobbies? Inlinehockey, Mountainbike, viel mit meiner Tochter spielen.
Was kannst Du überhaupt nicht leiden? Unsympathische Menschen.
Dein Spleen? Das habe ich sicherlich, dass müssten meine Mannschaftskollegen beantworten.





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