Interview mit Bobby Göpfert

Bobby"Bobby" Robert Göpfert wurde in New York geboren und begann seine Eishockeykarriere in der USHL bei den Cedar Rapids RoughRiders. Während seines Studiums spielte er in der NCAA an der St. Cloud State University und wurde beim NHL Entry Draft 2002 an 171. Stelle von den Pittsburgh Penguins gedraftet.

Leider kam es für den Bobbynator zu kenem Einsatz in der NHL und er verbrachte einige Jahre in der ECHL und in der AHL, bevor er sich zum Wechsel nach Österreich in die EBEL zum EC Red Bull Salzburg entschloss. Nach der Verpflichtung des österreichischen Torhüter-Urgestein Reinhard Divis wurde sein Vertrag aufgelöst und er wechselte in der Saison 2009/2010 zu den Hamburg Freezers.

Nach einem kurzen Wechsel zu den Charlotte Checkers in die AHL kam Göpfert zur Düsseldorfer EG zurück und verdrängte Jean-Sebastian Aubin als Stammtorhüter. In Düsseldorf zählt er längst zum Publikumsliebling und sein Vertrag wurde zusammen mit dem von Kapitän Daniel Kreuzer als erster bis 2013 verlängert.




 

 

Die Kollegen von hockey-news.info haben mit Bobby Göpfert das folgende Interview geführt.

 

Hallo Bobby. Indian Summer in Deutschland. Ist es hier genau so schön und bunt wie in den USA?

Ja, es ist hier genauso schön wie zuhause. Für diese Jahreszeit ist es zwar ungewöhnlich warm, aber es ist meine liebste Jahreszeit.


Im Sommer hat die DEG viele Leistungsträger verloren, musste quasi neu anfangen. War für Dich klar, da will ich helfen?

Natürlich. Letztes Jahr im Januar oder Februar habe ich hier unterschrieben, wohlwissend, dass unser Budget sehr gering sein könnte und auch viele neue Gesichter in der Kabine auftauchen würden. Ich bin ein loyaler Typ. Die DEG gab mir letzte Saison hier eine große Möglichkeit – ich liebe die Stadt, liebe unsere Fans, ich liebe die DEG. Es war mir eine besondere Freude, dass Walter (Köberle, die Red.) mich wollte und ich die Chance bekam, der DEG in dieser harten Zeit in irgendeiner Art und Weise helfen zu können.

 

Zu Beginn der Saison klappte fast nichts. Viele Verletzte, keine Siege. Wie schwer ist es sich weiter zu motivieren?
Wir haben einige Spiele früh verloren, aber es waren auch ein paar Spiele in der Overtime. Immer, wenn du in dieser Liga Punkte bekommst, ist das positiv. Wir haben gegen Köln, Ingolstadt und Mannheim in deren Hallen erst in der Overtime verloren und auch wenn es als Niederlage zählt, haben wir als Team etwas Vertrauen aus diesen Spielen gewonnen. Vor allem, weil wir auf Grund der Verletzten, nur mit drei Lines spielen konnten. Motivation ist in unserer Mannschaft nie ein Problem. Wir haben eine großartige Truppe von enthusiastischen jungen Typen und einen sehr positiven Trainerstab. Letzterer verbreitet stets Optimismus

 

Jetzt klappt es endlich mit den nötigen Siegen. Am Wochenende gleich doppelt – warum klappt es plötzlich?

Nun, einige Spieler sind zurückgekommen, so dass wir endlich mit vier Reihen spielen konnten. Das nahm etwas Last von den Schultern der anderen und so waren Beine und Kopf gleich frischer. Dadurch konnten wir unser System besser dem Gegner aufdrängen. Das erfolgreiche Wochenende muss allerdings auch unseren Special Teams gutgeschrieben werden. Unser Penalty Killing, aber besonders unser Powerplay, war der Schlüssel für die beiden Siege am Wochenende.

 

Die Ausrichtung kann nur heißen mindestens die Pre-Playoffs zu erreichen. Oder ist mehr möglich?

Ja, möglich ist es vielleicht, aber dieses Ziel setzen wir uns nicht. Es mag wie ein Klischee klingen, aber wir als Team und Club schauen tatsächlich von Spiel zu Spiel. Unsere Konzentration liegt auf die jeweiligen drei Punkte, die wir holen können. Nach 52 Spielen gucken wir dann wo wir stehen. Weit entfernte Zielsetzung, könnte störend wirken und eher einen negativen Effekt für das Team bedeuten.

 

Derzeit besiedeln die ausgesperrten NHL-Spieler die europäischen Ligen. Freut es Dich gegen Jamie Benn, Danny Briere oder Claude Giroux spielen zu können oder wäre Dir der normale NHL-Betrieb lieber?

Ich freue mich darauf gegen die NHL-Spieler zu spielen. Es ist eine große Herausforderung und cool zu sehen, wie sich die NHLer in unserer Liga häufen – wir haben einige der Besten hier in der DEL. Am Sonntag das Spiel gegen Jamie Benn und Hamburg war ein guter Test. Er war sehr geschickt und ich war überwältigt von seinem Schuss, der mich fast weggeweht hat. Er lief sich unheimlich schnell frei und auch der Puck kam stets schnell auf mich zu. Er hat unterstrichen, was mir meine Goalie-Coaches seit Jahren predigen. Um auf die nächste Ebene zu kommen, reicht es nicht sich auf seine Reaktionen und Reflexe zu verlassen – man muss auch antizipieren.

 

Was Giroux und Briere angeht. Bisher habe ich nur die Highlights bei ServusTV gesehen und ich kann nur sagen: WOW! Es wird eine extrem große Herausforderung, wenn wir in zwei Wochen gegen sie spielen.


Du bist selbst gedraftet worden. 2002 von Pittsburgh. Hattest Du je eine reelle Chance auf die NHL?

Ich bin mir nicht sicher. Ich hatte nicht wirklich das meiste Glück als Profi in Nordamerika. Ich wurde nach dem College nicht von Pittsburgh unter Vertrag genommen, sondern von den Anaheim Ducks. Die meisten NHL-Teams vertrauen leider nicht auf eher kleine Goalies (Anm. Bobby Goepfert ist 179 cm groß) – das allein war ein harter Kampf. Mein erstes Trainingslager in Anaheim war eine tolle Erfahrung, aber auf Grund einer Verletzung im Sommer, war ich nicht in bester Form. Zum Missfallen des Managements verletzte ich mich im Trainingslager erneut. Zudem war ich immer in Organisationen mit großer Tiefe und hatte nie wirklich eine Chance, die Leiter höher zu klettern. In Anaheim hatten wir Giguere, Bryzgalov und Hiller. In der nächsten Saison mit Washington, waren es Varlamov und Neuvirth in den Minors. Bei Carolina wurde mir keine Tür geöffnet, weil sich niemand verletzte von oben. Aber auch wenn es manchmal frustrierend war, war es wirklich ein tolles Erlebnis. Denn von großen, guten Torhütern kann man sich viel abgucken und dazulernen. Und ich denke, dass hat aus mir einen besseren Torwart gemacht.


Vor Deiner Zeit in Düsseldorf warst Du auch in Hamburg aktiv. Ein großer Unterschied zu Düsseldorf, dem Düsseldorf von heute mit wenig Geld?
Vielleicht, aber solche Dinge bemerke ich nicht wirklich. Vielleicht hatten wir in Hamburg einige Vergünstigungen mehr als hier, aber das war Luxus und keine Notwendigkeit. Hier bei der DEG haben wir alles was wir brauchen, um uns dem Wettbewerb zu stellen und erfolgreich zu sein.


Du sagtest im Vorgespräch, dass Du Deutsch lernst. Klappt es gut? Ist unsere Sprache tatsächlich so schwer wie viele behaupten?

Ich glaube, ich werde immer besser. Alle DEG-Importe machen den Unterricht zusammen und wir lernen die Grundlagen. Satzbau ist der schwierigste Teil, genauso wie das Maskuline der Wörter. Im Englischen gibt es nicht wirklich viel Struktur. Du lernst die Wörter und fügst den Satz zusammen, aber in den meisten anderen Sprachen geht das nicht. Aber mit einigen der kanadischen Jungs in unserem Team ... da sollten wir für die wahrscheinlich auch einen Englisch-Kurs anbieten. :-)


Siehst Du Deine weitere Zukunft in Europa oder willst Du nochmal in Nordamerika angreifen?

Ich weiß nicht was die Zukunft bringt, aber ich liebe es in Europa. Besonders hier in Deutschland und besonders in Düsseldorf. Ich hoffe, ich habe das Glück noch lange hier zu leben und zu spielen.


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