Interview mit Stefan Goller von den Hannover Scorpions - Tolle Eindrücke über Sport und Charity

Interview Goller Titel

(Foto:Thorben Hoffmann)

 

(Interview) (LB) Wir trafen Hannover Scorpions Stürmer Stefan Goller und sprachen mit ihm über die kommende Saison, sowie seine Aktion "Gib Depressionen ein Gesicht". Goller vermittelte Eishockey-Online Redakteur Louis Biernacka eindrucksvoll seine Ritualien und Prognosen für die Saison. Außerdem gab er uns einen

Einblick, wie man Sport und Charity verbinden kann.

 

 





Servus Stefan, vielen Dank, dass du dir für uns Zeit genommen hast. Wie ist dein Sommer verlaufen?
 
Stefan Goller: Der Sommer war viel zu kurz, Nein kleiner Spaß.(lacht) Wir haben viel mit der Mannschaft gearbeitet, bereits Anfang Mai haben wir fünf Mal die Woche trainiert, mit den Leuten, die im Sommer in Hannover waren. Ansonsten war ich noch zwei Wochen mit meiner Freundin im Urlaub, ein wenig Energie tanken.
 
 
 
 
Man bewertet Tomas Martinec als harten Trainer mit Hang zur absoluten Disziplin, kannst du das bestätigen? Wie waren deine ersten Eindrücke?
 
Stefan Goller: Ja, die Disziplin ist Tomas absolut wichtig, gerade im Sommertraining war es sehr hart, aber ich finde diese Art von Trainern sehr gut, da erkennt man eine klare Linie und nimmt es besser auf, was er einem vermittelt.
 
 
 
 
Wo wir bei den neuen Leuten sind, mit Andrej Strakhov haben die Scorpions einen neuen Sportmanager. Wie nehmt ihr ihn wahr, habt ihr täglich Kontakt, oder agiert er eher aus dem Hintergrund?
 
Stefan Goller: Nein, er ist sehr dicht an der Mannschaft und ist auch häufig in der Kabine. Ich finde ihn super, weil er jahrelang auf professioneller Ebene gespielt hat und uns immer beisteht. Mit ihm kann man wie von "Spieler zu Spieler" reden und er unterstützt uns in seiner gewohnt lockeren Art und machtngerne mal einen Witz. Hat aber immer den ernsten geschäftlichen Hintergrund auch dabei im Kopf. Er regelt sehr viel für uns.
 
 
 
 
Thema neues Saison, was sind die Saisonziele der Hannover Scorpions, was hältst du für realistisch? 
 
Stefan Goller: Bei der Teampräsentation habe ich es schon erwähnt, mein persönliches Ziel ist es vor den Indians zu stehen. Aber es ist schwierig einzuschätzen, wenn ich sehe, dass uns HL-Sports auf den vorletzten Platz schätzt, dachte ich mir nur lass sie reden. Ich sehe uns in der Play-Off Runde. Viele sagen zwar, dass wir Abgänge wie Morczinietz oder Bacek nicht kompensieren können. Allerdings konnten wir auch einige gute Halten und auch einige starke Neue verpflichten. Ich sehe uns auf jeden Fall unter den ersten Acht.
 
 
Interview Goller Mitte min
(Foto: Thorben Hoffmann)
 
 
 
Wie schaltest du persönlich nach Spielen ab? Gibt es einen Unterschied nach einem Sieg oder einer Niederlage?
 
Stefan Goller: Ich diskutier eigentlich immer mit meiner Freundin über das Spiel. Im Nachgang geh ich im Kopf durch, was ich gut und was ich schlecht gemacht habe. Aber ich bin auch nicht der Typ, der Nachts aufwacht deswegen. Gut, im Preußen Spiel letzten Sonntag war das anders, da hab ich über viele Spielszenen nachgedacht.
 
 
 
 
In der Vorbereitung hast du vollkommen überzeugt und hast dich als Leader hervorgetan. Hat dir der Trainerwechsel einen zusätzlichen Schub gegeben? Oder hast du dich eventuell anders vorbereitet auf die Saison?
 
Stefan Goller: Prizipiell habe ich nichts anders gemacht. Ich merke einfach, dass der Trainer mir vertraut und das finde ich als junger Spieler sehr wertvoll. Ich würde mich nicht als Leader bezeichnen, sondern eher als Teamspieler. Ich gebe alles für das Team. Letztes Jahr hab ich viele Schüsse geblockt. Das würde ich auch gerne so fortführen und will für das Team da sein. Als expliziter Leader sehe ich mich nicht.
 
 
 
Glaubst du an ein Überraschungsteam in der Liga? Wären die Hannover Scorpion ein solches?
 

Stefan Goller: Nachdem wie uns einige einschätzen, wären wir ein Überraschungsteam. Viele werden uns unterschätzen und darauf freue ich mich! Aber so ein richtiges Überraschungsteam sehe ich nicht. Die Liga wird dieses Jahr näher beieinander stehen und jeder kann jeden schlagen.

 

 



 

 

Gibt es ein besonderes Ritual, was du vor jedem Spiel hast?
 
Stefan Goller: Ja, da gibt es eine absolute Eigenart. Die mache ich, seitdem ich mein Profidebüt in Kaufbeuren gefeiert habe und zwar war ich vor dem ersten Spiel extrem aufgeregt und konnte nicht schlafen. Da bin um halb Eins duschen gegangen und danach war meine Augregung eingedämmt und das Spiel verlief sehr gut. Seitdem gehe ich vor wichtigen Spielen um halb Eins duschen oder baden. 
 
 
 

 

 
 
Wie kam es dazu, dass du die Aktion "Gib Depressionen ein Gesicht" mit ins Leben gerufen hast bzw. für sie als Botschafter stehst?
 
Stefan Goller: Die Aktion an sich habe ich nicht mitbegründet, sondern bin eher mit dazugestoßen. Über meine Freundin habe ich einen Fotografen kennengelernt, den Thorben, der mir von der Kampagne berichtet hat. Für mich war es direkt klar, dass ich bei diesem Projekt mitwirke, da ich selbst zwei Freunde an Depressionen verloren habe. Ich weiß dadurch, wie schlimm diese Krankheit sein kann. 
 
 
 
 
Was erhoffst du dir von der Kampagne? Verfolgt ihr ein konkretes Ziel?
 
Stefan Goller: Unser Ziel ist es diese Krankheit publik zu machen. Wir möchten wirklich den Leuten zeigen, dass jeder sein Teil beitragen kann und die Betroffenen sich ohne weiteres öffnen können. Wir sind zwar keine Fachkräfte oder Fachärzte, aber hören gerne zu und sind für die Personen da. Wir haben auch eine Facebookgruppe, wo sich betroffene austauschen können und lernen sich zu öffnen. 
 
 
 
 
Siehst du dich als Vertrauensperson, zu der Leute herkommen und erzählen dürfen? Ist es eventuell schon vorgekommen?
 
Stefan Goller: In gewisser Weise schon. Ich höre auch gerne zu und stehe aktuell mit vier Leuten im Austausch über Facebook und auch zwei Fans haben mir von ihrer Krankheit berichtet. Allerdings kann ich auch nicht von jedem der beste Freund sein, aber ich probiere mein Bestes.
 
 
 
 
Ihr habt bei der Aktion zwei Maskottchen, Tobi und Timmi. Wofür stehen die Beiden?
 
Stefan Goller:: Das typische Sinnbild für mich beim Wort "Depressionen" ist ein zusammengekauerter Mensch. Im Endeffekt sollen die Bären das Positive aus der Kindheit verdeutlichen, sprich Geborgenheit, Freude, an deine Begleiter. Tobi und Timmi sollen diese Person einfach wieder zurückholen und die Leute an die schönen Dinge erinnern. Timmi war ursprünglich der depressive Teddy und Tobi ist sein großer Bruder, der ihn an die Hand nimmt und ihm beisteht.
 
 
 
 
 
Wie schätzt du die Krankheit ein, siehst du gewisse Auslöser wie z.B. zu hoher Erwartungsdruck, oder kann man das nicht explizit festmachen?
 
Stefan Goller: Depressionen haben 1000 Gesichter. Das an Faktoren festzumachen ist äußerst schwierig. Bei jedem verhält sich die Krankheit anders, z.B bei   uns Eishockeyspielern können es Gehirnerschütterungen sein. Allgemein kann man aber durchaus sagen, dass Leistungsdruck oder einschneidende Ereignisse diese Krankheit fördern. Jeder hat einen Auslöser, den keiner weiß und das ist das Gefährliche.
 
 
 
 
 
Wie ist die Aktion im Team oder grundsätzlich in der Liga angekommen?
 
Stefan Goller: Im Team haben mich einige erst schief angeschaut, als wir einen Fototermin mit den Teddys hatten. Als ich dann von der Aktion erzählt habe, waren die meisten aber überzeugt. Andere sehen es eher als Nebenhobby. Aus der Liga wird sogar bald noch ein Partner aus Hamburg hinzukommen. Auch mit Wedemarkern habe ich bereits gesprochen und früher oder später möchte ich auch auf die Indians zugehen.
 
 
 
 
Wie geht es in der Zukunft weiter mit dem Projekt?
 
Stefan Goller: Es werden ein paar Features kommen. So wird es eine Aktion im Spiel gegen Tilburg geben. Näheres möchte ich noch nicht verraten (lacht). Außerdem wird es in Zukunft mehr Projektpaten geben, wie eben genannt.
 
 
 
Fragenhagel an Stefan Goller
 
Interview Goller Ende minXbox oder PlayStation?
 
Stefan Goller: Xbox
 
 
Meer oder Berge?
 
Stefan Goller: Beides
 
 
NHL oder FIFA?
 
Stefan Goller: NHL
 
 
Crosby oder Ovechkin?
 
Stefan Goller: Crosby
 
 
Partyurlaub oder Backpacker?
 
Stefan Goller: Mix
 
 
Disco oder Kino?
 
Stefan Goller: Kino
 
 
Größter Wunsch?
 
Stefan Goller: Gesundheit, alles andere kann man mit Geld kaufen
 
 
 
 
 
 
(Foto: Thorben Hoffmann)
 

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