Interview mit Jenny Harß (Königsbrunn)

Jenny Harss ist eine von drei Deutschen Nationaltorhüterinnen (Viona Harrer, Ivonne Schröder), die bei den Männern (Bayernliga) im Tor steht. In den letzten drei Jahren war Sie in Minnesota Duluth an der University für die Duluth Bulldogs in der NCAA, der höchsten Spielklasse im Fraueneishockey aktiv.

Bereits im ersten Jahr in Amerika spielte Sie für die Torfrau Kim Martin, die sich bei der Olypiavorbereitung für Schweden befand und stellte mit 1.138 Saves in 39 Saisonspielen einen Ligarekord auf. Die Serie von 29 Siegen bedeute für Sie auch glechzeitig die zweitmeisten in der Geschichte der Universität.

Der krönende Abschluss der ersten Saison folgte mit dem Gewinn der NCAA Meisterschaft.

Mit dem Eishockey hat Sie bereits in frühester Kindheit zusammen mit Ihrem Bruder und dem Vater der auch gleichzeitig Eishockeytrainer war begonnen und alle Jugend- und Nachwuchsmannschaften des EV Füssen durchlaufen. Jenny spielte auch Fussball und Tennis, wollte jedoch nicht mehr vom Eis und entwickelte sich in jungen Jahren sehr schnell zu einer herausragenden Torfrau.

Für die Deutsche Nationalmannschaft der Frauen hat Jenny Harß bereits bei den Olympischen Spielen 2006 teilgenommen und stand bisher in 93 Länderspielen für das Team von Bundestrainer Peter Kathan im Tor.

 





Wir haben uns mit Jenny Harß in Königsbrunn getroffen und das folgende Interview geführt.


Jenny, Du bist aus den USA zurück nach Deutschland gekommen und spielst wieder in der Bayernliga. Wie kam es zu der Rückkehr?

Jenny: Ich hatte nur für drei Jahre eine Spielberechtigung und nachdem ich im Juni meinen Abschluss gemacht habe, ist diese dann abgelaufen.


Bist Du froh wieder zu Hause zu sein, oder hast Du Dich an die USA gewöhnt?

Jenny: Auf der einen Seite ja aber auf der anderen Seite auch nein J Es ist natürlich schön wieder zuhause in Deutschland zu sein, aber ich habe mich definitiv auch an das Leben in USA gewöhnt gehabt. Es war auf jeden Fall wieder eine Umstellung zurück nach Deutschland zu kommen.


Gab es für Dich keine Möglichkeiten weiterhin in den USA zu leben und zu spielen?


Jenny: Nach dem College Eishockey wird es dann für Frauen auch in USA schwierig. Es gibt zwar eine Damen Liga, aber man bekommt dort kein Geld für das Eishockeyspielen.


Wir haben die Trainings- und Spielbedingungen in Duluth auf den Bildern gesehen. Wie ist so eine Umstellung für Dich?

Jenny: Die Umstellung ist natürlich schon groß. Die Trainings- und Spielbedingungen waren in Duluth Luxus und man gewöhnt sich dann auch schnell daran, aber ich muss auch sagen dass die Trainingsbedingungen nicht ganz schlecht hier in Deutschland sind. Es ist zwar oft mit ein bisschen fahren verbunden, aber im Großen und Ganzen können wir hier in Deutschland auch zufrieden sein.



Welchem Beruf gehst Du neben dem Eishockey nach?

Jenny: ich bin derzeit bei der Bundeswehr in der Sportfördergruppe Neubiberg. Die Bundeswehr unterstützt im Moment  acht Spielerinnen von der Nationalmannschaft was für uns natürlich super ist und uns die Möglichkeit gibt uns voll auf den Sport zu konzentrieren.


Was sind Deine sportlichen und privaten Ziele?

Jenny: Ich möchte auf jeden Fall noch mal bei den Olympischen Spielen dabei sein und dafür haben wir im Februar unser Qualifikationsturnier. Und für meine privaten Ziele will ich natürlich nach meiner aktiven Eishockeykarriere in das Berufsleben (Marketing) einsteigen und über kurz oder lang auch eine Familie gründen.


Deine zwei Kolleginnen aus der Nationalmannschaft Viona Harrer und Ivonne Schröder spielen beide seit Jahren in der Oberliga. Ist die Oberliga der Herren für Dich auch ein Ziel?

Jenny: Es wäre auf jeden Fall schön in der Oberliga zu spielen. Wir werden sehen was sich ergibt.


Was kannst Du uns über das Niveau der Bayernliga erzählen? Wie fällt Dein Resümee nach drei Spielen aus?


Jenny: Ich denke das Niveau in der Bayernliga ist sehr gut und es gibt auch sehr viele erfahrene Spieler. Für Königsbrunn wird es wohl eher eine schwierige Saison werden.


In Königsbrunn spielst Du nicht wie von Dir gewohnt mit der Rückennummer 87?

Jenny: Ich hatte eigentlich immer die Nummer 30 außer in Amerika. Da hatte sie leider schon jemand anderes, deswegen musste ich auf eine andere Nummer ausweichen und nachdem 87 mein Geburtsjahr ist hat das gut gepasst.



Wie wurdest Du in Königsbrunn von der Mannschaft aufgenommen. Für das Team ist ja ein Frauen Goalie mit Sicherheit etwas Neues?


Jenny: Ich wurde sehr nett von der Mannschaft aufgenommen und bisher hat auch noch keiner ein Problem geäußert. Wollen wir hoffen dass es so bleibt.




(Foto Quelle Königsbrunn/Harß)

 



Autographed Charity Pucks von Jenny Harß


Im Onlineshop von uns gibt es noch einige original unterschriebene Chartiy Pucks von Jennifer Harss, die für einen guten Zweck verkauft werden.

Die Pucks kosten EUR 5,00 / Stück (inkl. Crystal Puck Holder Case)

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