EBEL: Konstantin Komarek spricht im Exklusiv Interview über seinen Abgang nach Schweden und den ÖEHV.

(Interview) Konstantin Komarek ist ein 22-jähriger Profi Eishockeyspieler beim amtierenden EBEL Champion EC Red Bull Salzburg.

 

Der gebürtige Wiener durchlief von 2006 – 2008 die Jugendabteilungen des Wiener EV, ehe es den sympathischen Flügelflitzer zur Organisation von Lulea Hockey nach Schweden zog, um dort nochmals an seiner Ausbildung zum Profi zu feilen.

 

Erst 2012 kehrte das junge Talent nach Österreich zurück und unterschrieb einen Vertrag bei den Roten Bullen aus Salzburg. Dort reifte Komarek zum ÖEHV Nationalspieler und gehört mittlerweile auch zum festen Stamm der Red Bulls.

 

Mit der Nationalmannschaft stieg der Linksschütze zwar ab, im Verein konnte Komarek jedoch schon die ein- oder andere Meisterschaft feiern und auch International einige Spiele bestreiten.

 

 



 

Mit Chefredakteur Mathias Funk (eishockeyonline.at) sprach der 23- Jährige gebürtige Wiener exklusiv über den Wechsel nach Schweden, die Meisterschaft mit dem EC Red Bull Salzburg sowie über den verpassten Wiederaufstieg mit dem ÖEHV-Team bei der B-WM in Polen.

 


(Foto Gepa-Pictures)

 

Konstantin wie geht's dir nach dem verpassten Aufstieg bei der B-WM in Polen?


KK: Naja, es ist schon sehr bitter dass es nicht geklappt hat mit dem Aufstieg in die A-Gruppe. Wir haben alles gegeben und das Team hat auch bis zur letzten Sekunde gekämpft. Irgendwie hat es nicht funktioniert aus verschiedensten Gründen.


 

..welche Gründe meinst du genau?


Defensiv standen wir in Polen sehr stark. Im Schnitt hatten wir nur zwei Gegentore pro Partie. Die Schwächen waren mehr in der Offensive, wir haben aus den zahlreichen Chancen einfach zu wenig Tore gemacht.


 

Waren die Slowenen am Ende einfach besser?

 

Die Slowenen haben es insgesamt recht gut gemacht. Einst waren sie mit zwei Teams in der EBEL (Jesenice u. Ljubljana) und haben ihre aus Slowenien stammenden Spieler auch spielen lassen. In allen Situationen! Dies hat dazu geführt, dass diese sich sehr gut entwickeln konnten und dann auch den Sprung ins Ausland geschafft haben. Andere haben mittlerweile führende Rollen bei dem ein oder anderen Klub in der EBEL, obwohl es auch Österreicher gibt, die in diese Rollen schlüpfen könnten weil sie genau so gut sind.


 

Du sprichst also auch die Legionärssituation in der EBEL an, die sich ändern sollte?


Es ist ja kein Geheimnis, dass wir in unserer Liga zu viele Legionäre auf dem Eis haben. Es ist einfach nicht O.K dass Spieler die für das Nationalteam spielen sollen in der Klubmannschaft wenig Eiszeit bekommen und auch in den Specialteams keinen Platz haben. Die B-Gruppe ist dann auf Dauer das Ergebnis davon, dass unsere Jungs in der Liga nicht spielen.


 

Welche Lösung hast du parat um dies zu ändern?


Die Anzahl der Legios muss sich langsam aber sicher reduzieren. Das darf aber nicht von ein auf die andere Saison passieren, sonst würde die Qualität der Liga enorm darunter leiden. Daher sollte das langsam passieren, damit das Niveau ungefähr gleich bleibt und die jungen Österreicher step by step mehr Verantwortung im Team bekommen. In Villach und Klagenfurt haben sie bereits einen guten Weg eingeschlagen. Auch Red Bull Salzburg gibt den jungen Talenten eine Chance. Jetzt muss auch der Rest der Liga mitziehen. Wenn man in den ersten beiden Linien einen Österreicher aufstellt, dann ist das alles nicht O.K.

 




Kommen wir zu einem erfreulicherem Thema. Wieder Meister mit Salzburg, die zweite für dich innerhalb drei Jahren. Wird das langsam zur Routine den Pott zu stemmen?


Nein das wird nie zur Routine, denn man weiß nie ob es der letzte Titel war oder nicht. Wenn man ein ganzes Jahr lang um den Titel kämpft ist es am Ende das schönste Gefühl wenn zum letzten Mal die Sirene ertönt, die ganze Last von den Schultern fällt und man sich "Meister" nennen darf.


 

Was waren am Ende die Gründe dass ihr den Titel verteidigen konntet?


Wir hatten viele österreichische Spieler im Team die den EBEL Titel schon mehrmals gewonnen haben. Dieser Stamm hielt die Truppe zusammen und brachte enorme Ruhe in die Mannschaft. Man spürte einfach eine gewisse Siegermentalität wenn man das Privilegium hat in dieser Mannschaft zu spielen.


 

Einer der besten Scorer der Liga wird das Team nun in Richtung Heimat verlassen. Die Rede ist von "Bad-Boy" Brett Sterling. Wie schwer wird es für die Roten Bullen, ihn zu ersetzen?


Sicherlich wird es schwer Brett zu ersetzen. Immerhin hat er inklusive Playoffs 42 Tore geschossen! Das Management bei Red Bull und deren Scouts sind aber so gut, dass sie einen passenden Ersatz finden werden.


 

Nicht nur Brett Sterling sondern auch Dominique Heinrich und du bestreiten die kommende Saison im Ausland. Du und Dominique geht nach Schweden. Wie kam es dazu?


Ich wollte einfach den nächsten Schritt in meiner Karriere wagen und ich glaube dass der Wechsel nach Malmö die richtige Entscheidung hierfür sein wird. Wenn man besser werden will ist es enorm wichtig auf dem bestmöglichen Niveau zu spielen. Es wird sehr spannend werden wie ich mich in der SHL und bei den Malmö Redhawks durchsetzen kann. Ich erwarte von mir, dass ich mein eigenes Spiel ins nächste Level heben kann um ein besserer Eishockeyspieler zu werden. Natürlich möchte ich auch meiner Mannschaft helfen die Spiele zu gewinnen.


 

Vor wenigen Wochen hast du den Wechsel nach Schweden mit deinen NHL Träumen erklärt. Würdest du das immernoch unterschreiben?


Natürlich ist die NHL auch ein Grund! Jeder Eishockeyspieler will in die NHL und ich glaube die Chancen von Schweden aus den Sprung nach Übersee zu schaffen sind höher, wie wenn du in Österreich spielst.


 

Was weist du schon über deinen neuen Klub, die Malmö Redhawks?


Ich weis, dass Malmö in den nächsten Jahren sehr viel vor hat. Der Klub hat die schönste Halle in Schweden und dank der guten Infrastruktur definitiv das Zeug dazu, einer der führenden schwedischen Vereine zu werden. Letzte Saison haben Sie die Playoffs verpasst, somit sollte das Ziel erstmal das erreichen der Playoffs sein.


 

Auf was freust du dich am meisten? Auf die schwedischen Blondinen oder die Rückkehr nach Lulea?


Ich freue mich schon sehr auf das Eishockey dort und die SHL. Es ist einfach mehr Interesse da als bei uns in der EBEL. Alles ist viel professioneller. Klar wird es auch speziell für mich, nach Lulea zurückzukehren.


 

Hast du dich mit Dominique zusammengetan um über die kommenden Monate zu sprechen?


Ja, wir haben schon recht viel darüber geredet und wir beide freuen uns sehr auf das neue Abenteuer. Domi war ja noch nie in Schweden! Ich habe daher versucht ihm zu erklären wie es dort ist und wie die Schweden so ticken, auch wie das Leben in Skandinavien so ist.


 

Was deine Kumpels fortan in der EBEL so treiben, wirst du aber auch von Skandinavien aus verfolgen, oder?


Klar, da wir immer Donnerstags und Samstags spielen, bleibt Freitags und Sonntags Zeit um die Spiele zu schauen. Natürlich werde ich meine Buddys weiterhin verfolgen!


 

Was wirst du im hohen Norden am Meisten vermissen?


Meine Freunde, alte Teamkollegen, meine Familie und ganz besonders das österreichische Essen und natürlich auch den Schmäh in der Kabine (lacht)!


 

Was möchtest du dem EC Red Bull Salzburg und deinen zahlreichen Anhängern vor deiner Abreise noch sagen?


Ich kann mich bei Red Bull Salzburg für die letzten vier Jahre nur bedanken! Es war mir wirklich eine Ehre für Salzburg auf dem Eis zu stehen und zwei Meistertitel mit ihnen zu feiern. Es waren vier wunderschöne Jahre und ich hoffe auf ein Wiedersehen in der Zukunft!


 


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