Interview mit Stefan Mann von den Lausitzer Füchsen

Stefan Mann Lausitz(Interview) Stefan Mann wurde in Weißwasser geboren und ist ein ehemaliger DEL & Nationalspieler, der mit den Kölner Haien in der Saison 1994/1995 Deutscher Meister wurde.


Seine Karriere begann er bei seinem Heimatverein dem ES Weißwasser bis er im Jahr 1994 an den Rhein in die DEL wechselte und in seiner ersten Saison die Deutsche Meisterschaft feierte. In der darauffogenden stand er erneut im DEL Finale, verlor aber gegen die Düsseldorfer EG.



Von den Kölner Haien wechselte er zu den Erding Jets und ein Jahr später zurück zum Es Weißwasser. Danach ging es munter in Deutschland weiter, es folgten die Stationen bei den Nürnberg Ice Tigers, Frankfurt Lions, EC Bad Tölz, Heilbronner Falken, SC Bietigheim-Steelers und von 2004 bis 2007 die Straubing Tigers.


In Straubing erreichte er seine Karrierbestmarke mit 56 Punkten in 45 Hauptrunden-Partien. Er wurde damit der beste deutsche Spieler seines Clubs und der viertbeste der Liga.  2005/2006 schaffte er mit den Straubing Tigers den Aufstieg in die DEL und verließ noch während der Saison Straubing in Richtung Bieetigheim. Das darauffolgende Jahr verbrachte er in Augsburg und zog dan weiter nach Schweden in die zweite liga zu Mora IK.


Nach dem bislang einzigsten Auslandsaufenthalt unterschrieb er in Dresden, wo er Kapitän war. Es folgte nochmals ein kurzes Gastspiel bei den Nürnberg Ice Tigers ehe er dann in die Oberliga zum ECC Preussen Berlin wechselte. In Berlin hielt er sich fit und wurde nach der Trainerentlassung Spielertrainer.

 

Im Dezember 2015 gaben die Lausitzer Füchse überraschend bekannt Stefan Mann mit einem Vertrag als Teilzeitprofi bis zum Ende der laufenden Saison auszustatten.

 



 

eishockey-online.com Reporter Erik Oelsner hat mit dem verletzen Ex-DEL und Nationalspieler Stefan Mann gesprochen.

 

 

 

Stefan, erst einmal alles Gute im neuen Jahr verbunden mit den besten Wünschen an Sie und ihre Familie. Was hat Sie im Dezember dazu bewogen nach Weißwasser zurückzukehren und wie kam es dazu?

 

 

Stefan Mann: Ich habe ja die letzten 5 Jahre wieder in Weißwasser gewohnt, hier ist mein Lebensmittelpunkt, dort komme ich her. Dem Ganzen ging eine kleine Entwicklung voraus. Ich hatte schon immer einen guten Kontakt zu Trainer Dirk Rohrbach und auch zu Rene Seinert. Dies hat sich im Sommer dann intensiviert. Um ehrlich zu sein war das eher Zufall. Die Mannschaft war im Sommer noch nicht komplett und ich hatte persönlich das Interesse, mich weiterhin körperlich fit zu halten, allerdings nie mit der Absicht, irgendwann mal wieder in den aktiven Spielbetrieb einzusteigen.

 

Eishockey ist für mich einfach die angenehmste Art und Weise, mich fit zu halten. Dem Saisonverlauf konnte man schon entnehmen, dass es nicht ganz so wie erwartet lief. Ich war stetig in Kontakt zur Mannschaft, war bei fast jeder Einheit als Trainingsgast dabei, je nachdem wie mein Privat- und Berufsleben dies zugelassen hat. Irgendwann hat man festgestellt, dass innerhalb des Teams Bedarf wäre.

 

Der Verein hatte mich dann direkt angesprochen  ob ich mir vorstellen könnte, nochmal für die Füchse aufzulaufen. Sicherlich nicht, weil ich von heute auf morgen Bäume ausreissen und das Geschehen komplett umkrempeln sollte, sondern einfach aufgrund meiner Erfahrung und meines Charakters, wieder ein gewisses Mannschaftsklima herzustellen. In solchen schwierigen Situationen ist eine Reizfigur, egal ob junger oder alter Spieler, egal ob Deutscher oder Ausländer besonders wichtig.

 

 

 


Jetzt sind Sie schon eine Weile verletzt, wie sieht es bei Ihnen mit der Genesung aus? Wann können Sie wieder eingreifen?

 

Stefan Mann: Das letzte Spiel war am 28. Dezember gegen Rosenheim, davor habe ich bereits nur unter Schmerzmitteln trainiert und gespielt, da ich meine Verletzung nicht konkret auf eine bestimmte Aktion zurückführen konnte, ich habe nur auf einmal bemerkt, dass ich meinen rechten Arm nicht mal um 90° anwinkeln konnte. Das habe ich eine Weile so durchgezogen, auf die Zähne gebissen und mit zu vielen Schmerzmitteln, was mir eigentlich nicht so recht war praktiziert.

 

Irgendwann bin ich dann zu unserem Mannschaftsarzt und habe ihm erklärt, dass ich nicht spielen kann und daraufhin wurde MRT gemacht, bei dem diagnostiziert wurde, dass ich 2 Muskelanrisse in der Schulter, Hemmatome im Gelenk und eine Schleimbeutelreizung habe. Im Grunde genommen ist die ganze Sache nur auszuheilen, wenn man den Arm ruhig stellt. Es ist schon ein paar Wochen her, jetzt in den letzten Tagen merke ich eine Besserung, ich kann den Arm bereits mit nur noch wenigen Schmerzen heben. Ab dieser Woche werde ich das ganze physiotherapeutisch behandeln lassen, und dann steige ich wieder ganz normal ins Eistraining ein.

 

 

 

 

Wie zufrieden sind sie derzeit mit der sportlichen Situation der Füchse?

 

Stefan Mann: Es ist ganz klar eine Steigerung zu erkennen. Die Situation vorher, in der ich wieder zur Mannschaft gestoßen bin, enthielt meiner Meinung nach sehr viel Euphorie, die Realität sah leider ein bisschen anders aus. Wir hatten ein paar unglückliche Situationen auf dem Eis, die ersten 3-4 Spiele hat es nur Niederlagen gehagelt, bis letztendlich der Trainerwechsel zustande kam.

 

Dazu muss ich sagen, dass Dirk Rohrbach vorher mit Robert Hoffmann zusammen auch eine gute Arbeit geleistet hatte, dass reichte aber leider manchmal nicht aus. Nach einem Trainerwechsel ist es meistens so, dass ein Impuls die Mannschaft durchzieht, jeder will sich neu präsentieren und den neuen Trainer von sich überzeugen. Peter Ihnacak kam dann als Interimscoach, er hat das sehr geschickt und mit einer sehr souveränen Art und Weise getan.

 

In Verbindung mit Robert Hoffmann hat er dann eine kleine Euphoriewelle ausgelöst, gleich ein paar Siege am Stück eingefahren und innerhalb der Mannschaft war ein komplett anderes Klima zu spüren. Trotz dessen gab es dann auch mal die ein oder andere Niederlage, aber man hat gespürt, dass durch ein gewisses Engagement und durch den Einsatzwille der Jungs wieder zum Erfolg kamen. Damit haben wir nochmal realistischen Kontakt zu den begehrten Pre-Playoff-Plätzen genommen, das ist unser Ziel. Die Stimmung im Team ist nach wie vor optimistisch.

 

 

 

 

Wie funktioniert die bisherige Zusammenarbeit mit Paul Gardner als neuen Trainer der Lausitzer Füchse?


 

Stefan Mann: Da muss ich zugeben, dass ich aufgrund meiner Verletzung erst dreimal direkten Kontakt mit dem Trainer hatte. Er ist ein erfahrener Mann. Ansonsten bin ich aufgrund der Verletzung und meines anderen Berufslebens zurzeit eher damit beschäftigt mich auszukurieren und meiner anderen Arbeit ein wenig intensiver nachzugehen und kann dazu leider gar nicht soviel sagen. Ein Effekt ist innerhalb des Teams aber auch deutlich zu sehen. Paul Gardner wird dem Team seine Handschrift aufdrücken und er hat in unserer Mannschaft auch wirklich gute Spieler zur Verfügung.

 



 

Sie waren in Ihrer Karriere bislang bei einigen Vereinen in der DEL, DEL2, Oberliga. Gibt es einen Verein wo es Ihnen am besten gefallen hat?

 

 

Stefan Mann: In den vielen Jahren habe ich leider nur zwei komplette Saisons für meinen Heimatverein gespielt. Ein besonderes Highlight war, dass ich damals noch als sehr junger Spieler mit dem Kölner EC die Meisterschaft in der 1. Liga feiern durfte und wir das Jahr darauf gleich wieder im Finale standen, damals gegen den Erzrivalen aus Düsseldorf, am Ende hat es leider nicht ganz gereicht.

 

In Köln habe ich 3 Jahre gespielt, wir hatten eine sehr intakte Mannschaft, das ist für mich schon eine emotionale Verbindung da. Auch sehr gut gefallen hat mir meine Zeit in Straubing, die mich auch unglaublich weiterentwickelt hat. Dort war ich auch 3 Jahre und ich durfte mit den Jungs die Meisterschaft in der zweiten Liga und den Aufstieg in Liga 1 feiern. Straubing war damals ein super Team mit unglaublich viel Teamgeist und Zusammenhalt. Diese Zeit war für mich unvergessen. Es gibt sehr viele Stationen, mit denen ich viele tolle Erinnerungen verbinde. Insgesamt blicke ich auf eine tolle Karriere zurück.

 

 

 

 

Welches war Ihr bislang sportlich größtes Ereignis?


 

Stefan Mann: Wenn ich mit einer Mannschaft das Ligafinale erreicht hatte, war das schon ein unglaublicher Moment für mich. Natürlich spielen da die zwei Meisterschaften mit Köln und Straubing eine große Rolle. Mein erstes Länderspiel war eine ganz tolle Sache, wir haben gegen Kanada gespielt und 4:2 gewonnen, ich habe ein Tor und eine Vorlage erzielt. Natürlich war da auch ein wenig Glück dabei, für mich war der Tag jedoch etwas ganz besonderes. Ich habe während meiner Karriere immer gesagt, in Weißwasser hat alles angefangen und in Weißwasser soll alles enden. Das ich jetzt nochmal als 40-Jähriger für meinen Heimatverein spielen darf, bedeutet mir unglaublich viel. Für mich schließt sich jetzt der Kreis.

 

 

 

 

Welches das Bitterste?

 

 

Stefan Mann: Leider der Bankrott damals in Garmisch, als wir trotz allem eine super Mannschaft jedes Wochenende auf dem Eis stehen hatten. Geld und Strategie spielt heutzutage leider nicht nur im Sport eine viel zu große Rolle. Die Zeit davor in Garmisch habe ich trotzdem genossen.

 

 

 


5 Kurzfragen an Stefan Mann

 

 

Lieblingsessen? Ganz klar, Sushi.

Lieblingsgetränk? Weißbier.

Spleen? (Besonderheit vor jedem Spiel?) Nein, generell nicht. Vor dem Training und den Spielen ziehe ich mich immer von rechts nach links an, das ist aber purer Automatismus.

Urlaubsziel (Favorit) Ich fahre mit meiner Familie immer sehr gerne nach Italien.

Lieblings-NHL-Team? Das wechselt häufiger mal, aber ich würde mich freuen wenn ich die Maple Leafs mal wieder im Finale um den Stanley-Cup sehen würde. (lacht)


 

 


 

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