Interview mit Stephane Richer (eishockey-24)

In der European Trophy sieht es derzeit gut aus für die Hamburg Freezers – sie stehen derzeit in der North Division auf Platz 2. Die letzten drei Spiele konnten allesamt gewonnen werden – zwei davon gegen den amtierenden DEL-Meister Eisbären Berlin.

Unter diesen Vorzeichen haben die Kollegen von Eishockey-24 heute Sportdirektor Stéphane Richer im Gespräch, der ein klares Saisonziel ausgibt: Wie auch in der vergangenen Saison soll direkte Einzug in die Playoffs gelingen – mit einem Platz unter den ersten sechs Teams.

Richer zeigt sich zudem als Fan des 4-Mann-Schiedsrichtersystems und gibt ein paar spannende Insider-Informationen rund um den Transfer von Goalie Dimitri Pätzold preis.





Eishockey-24.de: Nach einem holprigen Start in die European Trophy haben die Freezers scheinbar die Wende geschafft und feierten zuletzt drei Siege in Folge – derzeit sieht es ganz gut aus in Bezug auf eine mögliche Teilnahme am Red Bulls Salute. Wie wichtig bzw. bedeutsam ist die Trophy für die Freezers?

Stéphane Richer: “Das sieht man schon an den Ergebnissen. Wir haben versucht, jedes Spiel zu gewinnen und oben mitzumischen. Das ist uns, mit den Ausnahmen in Budweis und Salzburg, sehr gut gelungen. Wir haben zwei Mal Berlin geschlagen und auch gegen die Tschechen und in Finnland gut ausgesehen. Für uns ist es nicht nur eine Ehre, bei diesem internationalen Turnier teilnehmen zu dürfen, es ist auch der beste Gradmesser für die DEL.”

Eishockey-24.de: Nichts desto trotz dürfte bereits jetzt der ein oder andere Gedanke auf das erste DEL-Spiel am 14.09. sein. Daheim geht es gegen Wolfsburg – ist die Vorfreude groß oder überwiegt die Anspannung?

Stéphane Richer: “Eigentlich überwiegt die Freude, aber natürlich ist man auch ein wenig nervös. Du hast einen ganzen Sommer auf diesen Tag hingearbeitet, da ist eine gewisse Anspannung normal. Zumal es ja auch für mich ein paar Überraschungen neben dem sportlichen Bereich geben wird: Wie voll wird die Arena? Wie kommt die neue Show an? Das wird ein spannender Tag!”

Eishockey-24.de: Nach zwei enttäuschenden Saisons 09/10 und 10/11 haben die Freezers die Vorrunde der vergangenen Saison als Fünfter beendet und scheiterten dann im Viertelfinale am späteren Vizemeister Adler Mannheim. Wohin soll die Reise in dieser Saison führen?

Stéphane Richer: “Wir wollen wieder auf direktem Wege in die Playoffs, also unter die Top 6. Das wird in diesem Jahr noch bedeutend schwieriger, weil sich viele Teams gut verstärkt haben. Ganz zu schweigen von den Überraschungsteams, die es in jeder Saison gibt. Es wird ein harter Kampf werden.”

Eishockey-24.de: Die Freezers haben sich für die kommende Saison gut verstärkt – mit Dimitrij Kotschnew kommt ein National-Goalie nach 4 Jahren KHL. War es schwierig, Kotschnew aus Mytishchi loszueisen und wie groß sind die finanziellen Sprünge, die man für diesen Transfer machen musste?

Stéphane Richer: “Wir sprechen natürlich nicht über Vertragsdetails, aber wir können so viel verraten: Dimi hätte in Russland bleiben können und dort weitaus mehr verdienen können, als in der DEL und bei den Freezers. Unser Vorteil war sicherlich, dass es bei ihm eine starke Bindung zu Hamburg gibt und er schon immer mal für die Freezers spielen wollte. Die Verpflichtung spricht aber auch für seinen Charakter: Er hat einfach richtig Lust, für diese Stadt im Tor zu stehen – auch wenn er das natürlich nicht für umsonst tut (schmunzelt).”

Eishockey-24.de: In Hamburg gibt es die Tendenz, dass der Zuschauerzuspruch extrem vom Erfolg abhängig ist. Was verspricht man sich im Verein von der Aktion “Der Norden sind wir”?

Stéphane Richer: “Nun, die Tendenz gibt es nicht nur bei uns. Bleibt der Erfolg aus, kommen weniger Zuschauer – das ist ja fast überall so, außer vielleicht beim FC St. Pauli. Wir gehen mit dem Slogan “Der Norden sind wir” nun schon in unsere zweite Saison, auch, weil er von den Fans so gut angenommen wurde. Er verdeutlicht die Gemeinschaft, die es hier zwischen Team und Fans gibt, meint aber auch, dass wir uns im Norden als einzige echte Alternative sehen.”





Eishockey-24.de: Bezieht man “Der Norden sind wir” auf den Eishockey-Sport oder ist der Slogan ein klein wenig doch eine Kampfansage an die anderen Hamburger Vereine unterschiedlichster Sportarten?

Stéphane Richer: “Mit den Fußballern oder Handballern messen wir uns nicht, das sind andere Sportarten mit teilweise ganz anderem Publikum. Aber es gibt in Norddeutschland ja auch noch den einen oder anderen Klub, mit dem wir uns während der Saison hart umkämpfte Derbys liefern…”

Eishockey-24.de: In der kommenden Saison erwarten uns einige Veränderungen – darunter auch die als Power-Break bezeichnete Werbe-Unterbrechung. Wie stehen Sie zu dieser Neuerung?

Stéphane Richer: “Für den Klub sind sie aus Vermarktungssicht natürlich von Vorteil, auch die Spieler und Trainer werden von den kurzen Pausen profitieren. Der erste Aufschrei ist natürlich groß, aber wer schon einmal ein Spiel, z.B. in der NHL, mit Power Breaks gesehen hat, weiß, dass die Neuerungen nicht so dramatisch sein werden. 90 Sekunden sind schnell rum und langweilen wird sich zumindest bei uns keiner.”

Eishockey-24.de: …und was denken Sie darüber, dass ab der Saison 2012/13 alle Spiele von 4 Schiedsrichtern geleitet werden?

Stéphane Richer: “Ich bin ein Fan vom 4-Mann-System. Acht Augen sehen mehr einfach mehr als sechs. Zudem haben wir nun nicht mehr das Problem, dass sich die Schiedsrichter-Anzahl zwischen Haupt- und Endrunde plötzlich ändert. Das ist ein Vorteil für alle Beteiligten.”

Eishockey-24.de: In der NHL droht ein Lockout. Schielen die Freezers mit einem Auge nach Amerika und kann man dabei eventuell die Anschutz-Kontakte nutzen, um einen echten Kracher zu präsentieren? Wer wäre ihr Traum (Geld und Realtität mal außer Acht gelassen) – und können Sie da gegebenenfalls auf Kontakte aus Ihrer eigenen Profikarriere zurückgreifen?

Stéphane Richer: “Nun, durch die Verbindung zur AEG und den LA Kings sind gute Kontakte natürlich vorhanden. Bei bisherigen Transfers hat sich das Netzwerk ja auch bereits bezahlt gemacht. Allerdings rechne ich nicht damit, dass es einen Lockout geben wird. Natürlich verfolge ich dennoch die Geschehnisse aufmerksam.”

Eishockey-24.de: Im Dezember 2010 haben Sie das Traineramt in Hamburg aufgegeben um sich auf die Aufgaben als Sportdirektor konzentrieren zu können. Hand auf’s Herz: Wären Sie manchmal gerne wieder Trainer?

Stéphane Richer: “Ganz ehrlich? Ich bin mit dem Job des Sportdirektors voll und ganz zufrieden. Die Doppelbelastung war, gerade in Hamburg und nach einem so radikalen Schnitt, auf Dauer nicht förderlich. Ich kann mich so auf die wesentlichen Dinge konzentrieren und mit Benoît haben wir einen Trainer, der meine Philosophie verfolgt. Wir arbeiten gut zusammen, so dass ich meine Schlittschuhe getrost in der Ecke stehen lassen kann.”



Wir bedanken uns bei den Kollegen von eishockey-24 für die Bereitstellung des Interviews.



 

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