Interview mit Ex-Nationalspieler und Sportmanager Jürgen Rumrich (Schwenningen Wild Wings)

Juergen Rumrich 2015 (Interview) Jürgen Rumrich erlernte das Eishockeyspielen in seiner Geburtsstadt dem TEV Miebach, bevor er seine erste Profistation in der Saison 1986/1987 in der 2. Bundesliga beim EHC Freiburg absolvierte. Nach dem Aufstieg in die 1. Bundesliga spielte er zwei Jahre lang im Oberhaus beim EHC Freiburg, bevor er zum Ligakonkurrenten den BSC Preussen wechselte.

 

In Berlin stand Jürgen Rumrich in 8 Jahren in 422 Spielen (Bundesliga & DEL) auf dem Eis und erzielte dabei 140 Tore und 122 Assists, jedoch reichte es nicht zu einem Meistertitel und so zog es ihn dann zur Saison 1998 zu den Kassel Huskies, wo er als Kapitän bis zum Jahr 2000 aktiv war. Nach den Kassel Huskies schloss er sich den Nürnberg Ice Tigers an, bevor er im Jahr 2005 bei den Hamburg Freezers seine Eishockeykarriere beendete.

 

Für die Deutsche Eishockey Nationalmannschaft bestritt Jürgen Rumrich 182 Länderspiele und erzielte dabei 27 Tore und 20 Assists. Mit dieser Marke ist er unter den 10 Rekordnationalspielern vertreten. Er nahm an 3 Olympischen Spielen (1992, 1998, 2002), 8 Weltmeisterschaften und 2 World Cup of Hockey teil. Jürgen Rumrich ist wie sein älterer Bruder Michael Mitglied der Hall of Fame Deutschland.

 

Nach seiner aktiven Karriere war er beim SC Riessersee im Nachwuchsbereich zuständig und trainierte gleichzeitig die DNL Juniorenmannschaft. Im Jahr 2007 wechselte er zu den Staubing Tigers in die DEL, wo er als Co-Trainer unter Erich Kühnhackl und später unter Bob Manno arbeitete. In der Spielzeit 2008/2009 bekleidete er in Straubing zusätzlich das Amt des Teammanagers. Von März 2009 bis Januar 2011 war er als Nachfolger von Bob Manno Cheftrainer der Straubing Tigers.

 

Von den Straubing Tigers zog es den gebürtigen Miesbacher als Cheftrainer zu den Schwenniger Wild Wings in die DEL2. Das Gastspiel in Schwenningen dauerte aber nur bis zum März 2012, danach übernahm er die Nachfolge von Bernd Truntschka als Geschäftsführer in Landshut bis zum Saisonende.

 

In der Saison 2013/2014 führte Jürgen Rumrich als Trainer der Kassel Huskies die Mannschaft in die DEL2. Seit Februar 2015 ist er Sportmanager der Schwenningen Wild Wings.

 



 

eishockey-online.com hat sich mit dem Sportmanager und Ex-Kapitän der Deutschen Eishockey Nationalmannschaft Jürgen Rumrich zum Internview getroffen.

 


Herr Rumrich, Sie sind jetzt seit Februar 2015 als Sportmanager in Schwenningen. Wie fällt Ihr Resümee aus?

 

Jürgen Rumrich: Durchaus positiv. Letzte Saison bin ich  erst zu den letzten 10 Spielen dazu gestoßen und konnte mir noch so einen groben Überblick verschaffen. Im Sommer 2015 wurden dann grundlegende Veränderungen im Bereich des Trainerteams und der Mannschaftvorgenommen. Des Weiteren wurden die Kabinen und der Kraftraum umgebaut. Sportlich bin ich natürlich rein von den Ergebnissen her gesehen nicht zufrieden, aber ich sehe uns auf einem sehr guten Weg.

 

 

Wie ist es für einen „Bayern“ im Schwarzwald zu arbeiten?

 

Jürgen Rumrich: Ich fühle mich hier sehr wohl. Die Zusammenarbeit mit den Gesellschaftern, Trainern  und den anderen Mitarbeitern funktioniert sehr gut.

 

 

Welche Aufgaben umfasst Ihre Tätigkeit als Sportmanager?

 

Jürgen Rumrich: Neben dem sportlichen Bereich (Scouting, Spielerverpflichtungen und Spielbetrieb) kümmere ich mich um alles, was die organisatorischen Dinge der Mannschaft betrifft. Dazu zählen z.B., Autos und Wohnungen für die Spieler, die Anmeldungen, Planung der Reisen und vieles mehr. Ich versuche es den  Spielern bei uns so angenehm wie möglich zu machen, damit sie sich wohl fühlen und sich somit ganz auf den Sport konzentrieren können.

 

 

Die Wild Wings sind seit 2013 in der DEL, leider gab es bislang noch keine Playoffs. Man sagt ja dass alle guten Dinge Drei sind, klappt es dieses Jahr?

 

Jürgen Rumrich: Ich sehe uns nicht im 3. Jahr der DEL, sondern am Anfang eines neuen Konzeptes. Wir sind in diese Saison mit einem neuen Trainerteam und einer fast komplett neuen Mannschaft gestartet und unser Ziel ist es jetzt erst einmal, uns Schritt für Schritt weiter zu entwickeln. Am Ende der Entwicklung sollen die Play Offs stehen. Ob es uns  allerdings dieses Jahr schon gelingt werden die kommenden Spiele zeigen.

 

 

Als Spieler haben Sie lange in der DEL und der Nationalmannschaft gespielt (182 Länderspiele). Zu welchem Zeitpunkt haben Sie sich Gedanken über die Karriere nach der Karriere gemacht?

 

Jürgen Rumrich: Nach dem Rücktritt aus der Nationalmannschaft.

 

 

Wie kamen Sie nach Ihrer Trainertätigkeit in den Bereich des Sportmanagers / sportlichen Leiters?

 

Jürgen Rumrich: Mich haben schon immer beide Positionen interessiert. Als sich dann  die Möglichkeit in Schwenningen als Sportmanager zu arbeiten ergab, habe ich mich dafür entschieden.

 

 

Wäre das Traineramt auch wieder in der Zukunft ein Gedanke für Sie, oder bleiben Sie lieber am „Schreibtisch“?

 

Jürgen Rumrich: Momentan bin ich mit meiner Tätigkeit sehr zufrieden, jedoch kenn ich das Eishockeygeschäft sehr gut und deshalb kann das natürlich auch wieder möglich sein.

 

 

Letzte Woche haben Sie wieder einmal die Schlittschuhe beim World Legends Hockey League Spiel gegen Russland in Landshut geschnürt. Wie war das Spiel, schon erholt von den Anstrengungen, oder sind Sie noch so fit, dass das kein Problem war?


Jürgen Rumrich: So schlimm war es ja nicht (lacht), schließlich haben wir mit vier Reihen und auch nur 3x15 Minuten gespielt. Es hat sehr viel Spaß gemacht und es war schön den einen oder anderen nach langer Zeit wieder zu treffen. Gerade auf Seiten Russlands waren doch einige sehr namhafte Stars vertreten und man hat schon gemerkt, dass die Russen regelmäßig zusammen trainieren und spielen. Gerade in der Anfangsphase war deutlich zu erkennen, dass die Mannschaft eingespielt war. Im Laufe des Spiels konnten wir uns dann einige Torchancen erarbeiten und hätten das Ergebnis auch dementsprechend freundlicher gestalten können.

 



 

Beim Winterclassic in Dresden (DEL2) werden Sie auch beim Legendenspiel dabei sein. Spielen Sie noch recht gerne mit?

 

Jürgen Rumrich: Ich spiele immer noch sehr gerne Eishockey und versuche  hier in Schwenningen einmal in der Woche mit den „Alten Herren“ aufs Eis zu gehen.

 

 

Welchen Mitspieler hätten Sie gerne wieder in Ihren Reihen gesehen?

 

Jürgen Rumrich: Ich denke wir waren ganz gut aufgestellt, aber ich hätte natürlich gerne mal wieder mit Andi Loth und Tobias Abstreiter gespielt.

 

 

Welches war Ihr sportlich größtes Erlebnis?

 

Jürgen Rumrich: Da gab es eigentlich jedes Jahr etwas ganz Besonderes. Wenn ich jetzt spontan darüber nachdenke, dann fällt mir das Spiel beim World Cup 1996 in Garmisch mit dem 7:1 gegen die Tschechen ein und natürlich die Olympia Qualifikation für 2002 in Ljubljana, wo uns Mirko Lüdemann kurz vor Schluss noch in die nächste Runde geschossen hat.

Sicherlich ist auch das Spiel in Landshut unvergesslich, wo wir mit Preussen Berlin nach zwei Dritteln mit 0:7 zurück lagen und zum Schluss noch 7:7 ausgeglichen haben.

 

 

 

Welches das Bitterste?

 

Jürgen Rumrich: Da gab es auch einige, sicherlich war ein ganz Bitterer Moment als wir mit der Nationalmannschaft in Ljubljana (1998) in die B-Gruppe abgestiegen sind.

 

 

5 Kurzfragen an Jürgen Rumrich



Heimat? Deutschland
Hobbys? Familie, Fussball
Leibgericht? Kein Spezielles
Was können Sie überhaupt nicht leiden? Unerlichkeit, Unpünktlichkeit
Traumjob? Den habe ich momentan (Lach).

 


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